Autofahrer-Pranger-Wunsch

Irgendwer muss mir mal erklären, wie das Autofahrer machen, die mehr als ich im Straßenverkehr unterwegs sind, und die anderen Teilnehmer auch erleben. Mit meinen knapp 10’000 km im Jahr gehöre ich ja eher zu den Wenigfahrern, wobei ich aber im Schnitt an 6 Tagen der Woche unterwegs bin.

Aber was ich da zum Teil erlebe, stecke ich irgendwie immer weniger einfach so weg. Vor allem: Jedes Vorkommnis für sich ist eine Kleinigkeit, ein Trivialismus. Aber die Menge, die macht’s. Vermutlich ist es in Neubrandenburg und Umgebung, meinem Hauptlebensgebiet, einfacher, die Autofahrer aufzuzählen, die sich im wesentlichen an die Regeln des Straßenverkehrs halten, als die, die das nicht tun.

Wobei ich da nicht nur StVO-Verstöße oder ähnliche ahndungsfähige Delikte meine, sondern auch einfache Unfähigkeiten mit einbeziehe. An manchen Tagen bekomme ich da die Phantasie, eine Art Pranger zu installieren, wo die Kfz-Kennzeichen aller kleinen und großen Sünderlein aufgeschrieben stehen, inkl. Vergehen und Spott und Hohn. Webseite, Twitteraccount, Facebookseite, Radiosendung, Youtube-Channel für die Videos und Instagram für die Beweisfotos. Die Vorstellungskraft ist groß.

Was mich so alles aufregt? Hier ein paar wenige Highlights ohne Wertung durch die Reihenfolge:

  • Blödparker (blockiert mit einem Auto sinnloserweise zwei Parkplätze)
  • Falschparker (zum Beispiel in Fußgängerzonen und auf Grünflächen)
  • Geschwindigkeitsüberschreiter (Es gibt da eine Stelle, wo ein Stück Straße mit 30 km/h durch ein Stück mit 40 km/h abgelöst wird. Kurz nach dem Übergang bremsen die meisten, statt eigentlich zu beschleunigen. In der 40er-Zone steht ein Blitzer.)
  • Bummler (vor allem sonntags)
  • Fahrer offensichtlich zu großer Autos (Da war das Image wieder größer als das Fahrkönnen.)
  • Einbahnstraßenmissachter (zum Beispiel: alle(!) Wege in der Tiefgarage unter dem Marktplatz sind Einbahnstraßen, die Schilder scheinen einige zu ignorieren oder nicht zu sehen).
  • Blinkmuffel (Fahrspurwechsel ohne Blinken, Abbiegen ohne Blinken, wo es mehrere Fahrtrichtungen gibt)
  • Spurwechsel bei durchgezogenen Linien, am besten noch ohne Blinken
  • Reißverschlussverfahrenanalphabeten (Das Reißverschlussverfahren ist gefühlt ein Widerspruch zum „vorausschauenden Fahren“, aber es tut der Flüssigkeit des Straßenverkehrs gut, wenn bis an das Ende der verschwindenden Spur gefahren wird und dann einer rechts, einer links sich zu einer neuen Kolonne verbinden. Ein Einordnen 50-200 m vor der Stelle und das Hineindrängeln in Sicherheitsabstände hat nichts mit vorausschauendem Fahren zu tun.)
  • Sonntagsfahrer mit Hut (oder Dutt). Zum Autofahren gehört eine gewisse Routine und Erfahrung. Damit kennt man sich, sein Verhalten und das Auto und seine Ausmaße. Nur ab und an mal sonntags (oder an ausgewählten Wochentagen) zu fahren, hilft nicht. Und extragroße Bögen zu fahren, nur um irgendwelche kleinen Ecken zu kommen, sieht nicht nur albern aus.
  • Frauenparkplatzignorierer. In der Marktplatztiefgarage gibt es Frauenparkplätze. Das wird manche verwundern, aber sie sind sogar beschriftet. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Die Liste ist sicher unvollständig, aber mehr fiel mir spontan nicht ein …

Früher regten mich auch tiefergelegte Autos auf, die nur mit 5 bis 10 km/h durch die Innenstadt fuhren, weil die Fahrer Angst hatten, dass das Auto aufsetzt. Aber wer sein Auto in einen derart verkehrsuntüchtigen Zustand versetzt, darf nur belächelt werden. Aber ich habe schon lange keinen mehr erlebt, was aber an der Jahreszeit liegen könnte.

Die ziehen das wirklich durch

Die Leute von Facebook ziehen das wirklich durch. Auslöser war das.

Nun sollte also das Nutzerprofil zu einer Seite und dann mit der vorhandenen vermischt werden. So war der Plan. Und die Frage, die im Kopf rumgeisterte, war: Gibt es Facebook-Zugänge, die ohne persönliches Profil direkt eine Seite administrieren können. Die Frage darf als beantwortet betrachtet werden: Es gibt sie nicht.

Irgendwann im Umwandelprozess kommt die Frage, welches persönliche Profil denn der Administrator werden soll. Aber hier genau beißt sich die Katze wieder in den Schwanz. Die Seite hat mit den eventuell vorhandenen persönlichen Profilen der möglichen Bearbeiter nichts, aber auch gar nichts zu tun. Unterstellen wir also mal, dass sich auch kein Mitarbeiter bereit erklären würde, sein persönliches(!) Nutzerprofil für dienstliche(!) Angelegenheiten zu nutzen.

Wie machen das eigentlich andere Institutionen? Legen sich da verantwortliche Mitarbeiter einen institutionellen Zweitaccount an, um die Institutionsfacebookseite zu pflegen? Oder läuft das auch über deren Privataccounts?

Und ein Gedanke noch: Vorsicht, liebe Facebooknutzer, die keinen richtigen Namen als Usernamen haben: Es kann nicht mehr lange dauern, und ihr seid raus.

Werbung, die nach hinten los geht

Dass Werbeaussagen nicht immer so ganz der Wahrheit entsprechen, ist allgemein bekannt. Meist wird das Produkt besser dargestellt, als es ist. Es gibt aber auch Fälle, da könnte selbst das nach hinten los gehen.

„Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über …“ – Wer kennt den Spruch nicht? Rechnen wir doch mal nach: 365 Tage hat ein Jahr, 24 Stunden hat ein Tag, 60 Minuten hat eine Stunde. Also hat das Jahr 365x24x60 Minuten oder 525600 Minuten. Durch 11 geteilt ergeben sich knapp 47800 Singles oder 23900 Pärchen (denn darum gehts ja).

Deutschlandweit sind ca. 5’400’000 Mitglieder registriert, weltweit 10 Mio. Gehen wir mal von den deutschen Werten aus: 0,5% der Mitglieder verlieben sich pro Jahr. Den Laden gibt es seit 10 Jahren, also sind es 5% der Mitglieder, die sich ggf. gefunden haben. Mehrfachverliebungen ausgeschlossen.

Zugegeben: Im Lotto zu gewinnen ist unwahrscheinlicher. Oder vom Blitz getroffen zu werden. Aber 5% in 10 Jahren ist schon wenig. Für knapp 30 € im Monat (oder mehr).

An wen bei Google kann ich mal ’ne Rechnung schicken?

Liebes Google,

leider habe ich eine E-Mail-Adresse bei Euch, bei der Ihr Euch nicht zum ersten Mal blöd anstellt, wenn ich mich einloggen will. Immer wollt ihr einen ominösen Sicherheitscode, den ich nur mittels Smartphone empfangen kann (was übrigens nicht funktioniert).

Auch der zweite Weg über das Smartphone erweist sich als irreführend, da die von Euch angegebenen Menüpunkte nicht existieren und ich mich erst durch alle anderen Punkte durchklicken muss, um die passende Stelle zu finden.

Das ganze dauert natürlich eine Weile. Zeit, die ich Dir eigentlich nicht schenken will. Es wäre also mal eine schöne Idee, wenn Du mir, liebes Google, mal eine Adresse übermitteln könntest, an die ich eine Rechnung für die verbrauchte Zeit schicken kann.

Bei einem Stundensatz von 100 Euro, den ich mir wert bin, würde ich für die Viertelstunde 25 Euro berechnen. Dabei berechne ich nicht die Zeit, die das Smartphone zum Aufladen brauchte, um genutzt zu werden. So großzügig bin ich.

Ansonsten drohe ich mal schon prophylaktisch mit Liebes- und vor allem auch mit Datenentzug. Ich gehöre noch zur Generation, die auch ohne Smartphone leben kann. Und durch meine Webhosting-Aktivitäten habe ich mittlerweile so viele E-Mail-Adressen, ich kann die bei Google auch gern stilllegen.

In den letzten Jahren habt ihr sowieso schon eine Reihe von Diensten eingestellt, die ich mal nutzte, ihr seid schon fast überflüssig. Also denkt daran, wenn ihr mir das nächste Mal eine hysterische Sicherheitsnachricht schickt.

Schöne Grüße

DirkNB

Komische Ideen

Der WDR hat in NRW ein neues Gesetz bekommen, die Werbezeiten und damit die Einnahmen wurden eingeschränkt. Nun wird darüber nachgedacht, was man machen kann, um Geld zu sparen. Einige Vorschläge kreisen durch die Fachmedien.

Als eine der unverständlichsten Ideen finde ich die Fusion von WDR 5 mit dem Programm NDR Info. Wenn man beide Programme kennt, findet man zwar schon ein paar gemeinsame Sendungen, aber beim übrigen Programm ist die einzige Gemeinsamkeit, dass beide Sender wortlastig sind. Die Inhalte und journalistischen Formen unterscheiden sich doch erheblich.

Und sowas will man ggf. Fusionieren? Na, gute Nacht. Lasst uns doch auch noch N-Joy mit NDR Kultur fusionieren. Die spielen ja auch beide im wesentlichen Musik …

Mit Gewinn nachgedacht

Hin und wieder verfolge ich gern mal die Wirtschaftsberichterstattung. Irgendwann muss ich mal ausführlicher darüber etwas schreiben. Meist entbehrt sie in ihrer Wichtigkeit nicht eines gewissen Humors.

So las ich neulich, dass ein Betrieb der Konsummittelproduktion (um es mal allgemein zu formulieren) 18,4 Milliarden Dollar Gewinn erzielen konnte. Gut gewirtschaftet, könnte man sagen. 76,8 Millionen Konsummittel wurden dafür verkauft. Das heißt, mit jedem der verkauften Konsummittel wurden dem Käufer 239,50 Dollar ohne materiellen Gegenwert aus der Brieftasche gezogen.

Und kommt mir jetzt nicht mit, dass ja die Entwicklung der Konsummittel auch bezahlt werden muss. Stimmt. Aber die ist schon bezahlt. Die Zahl oben gibt den Gewinn und nicht den Umsatz an. Von letztem sind alle Kosten abgezogen und die 18,4 Milliarden sind das, was übrig blieb und an die Besitzer ausgezahlt wird. Knapp ca. 220 Euro pro Einheit.

Facebook, du bist doof (oder blöd)

Eigentlich sollten die Facebookler doch froh sein. Da drängt man als Organisation in das soziale Netzwerk und dann stellen die sich quer. So plötzlich. Nach Jahren …

Seit einiger Zeit ist betreue ich beruflich eine Facebookseite. Da man (zumindest seinerzeit bei der Einrichtung) dafür auch einen Nutzeraccount benötigt, legte ich den für die gleiche Organisation an. Nutzen wollten wir ihn eigentlich nicht. Nur eben als Zugang zur Seite. Die Praxis ergab, dass wir ihn doch nutzen, aber den Schwerpunkt nach wie vor auf die Seite legten. Es war einfach praktischer, auch den Account (=Profil im Facebook-Deutsch) zu nutzen.

Und dann nun das: facebook

Ihr seid so schlau, ihr blöden Facebookler. Wie soll die vorhandene Facebook-Seite der Organisation gepflegt werden, wenn ihr den Zugang dazu sperrt? Oder kann man sich mittlerweile mit dem Facebook-Seiten-Namen auch anmelden? Vermutlich nicht. Natürlich könnte man die Seite auch von einem privaten Facebook-Profil aus pflegen. Aber das ist so nicht vorgesehen.

Es stellt sich also die Frage, wie da jetzt der offizielle Weg ist. Wie kann man eine Facebook-Seite pflegen, ohne über private Nutzer-Profile darauf Zugriff zu erlangen? Ihr von Facebook seid doch so schlau, sagt mal was dazu!

Philosophisches

Früher nannte man das wohl mal „Aphorismus“, und damit das nicht irgendwie bei Twitter untergeht, einmal Copy und Paste.

Kurzfristige Lösungsversuche, die scheitern vs. Lösungen, die 40+x Jahre dauern, aber wirklich helfen. Die Politik nimmt immer das erstere. Sie sehen eben nur von Stirn bis Brett.

Praktiziert mehr Schubkarrendenken! Da kann man die Vorurteile leichter mal umstellen.

Warum meinen so viele, dass, nur weil sie etwas in einer Zeitung oder im Netz publizieren, es damit auch wahr wird?

Stolz ist so ein falsches Gefühl, wenn man bedenkt, wieviel Scheiss schon wegen verletztem Stolz angestellt und ausgeheckt wurde.

Zu jeder Webseite gibt es mindestens eine, auf der genau das Gegenteil steht. (alte Internetweisheit) Und wahr sind beide. Oder keine.

Schon blöd, wenn man auf der Keramik sitzt, der erste Ausdruck fertig ist und man dann feststellt, dass das WLAN nicht geht …

Prognosen sind Meinungsäußerungen und keine Fakten. Soweit zu deren Wahrheitsgehalt.

Warum ich keinen eBook-Reader habe? Weil es niemanden was angeht, welche Stellen ich in welchem Buch wie oft lese/kommentiere.

Ob es bei den klassischen Aphorismen auch das Wort „Scheiss“ drin gibt?

Politisches Versagen auf ganzer Linie

Das aktuelle Verhalten der Politik im Südwesten Deutschlands soll nur der Aufhänger sein, aber das Problem ist ein Grundsätzliches. Stichwort: Elefantenrunde und das Hickhack um: „Wenn die kommen, komm ich nicht.“ und „Wenn die ihren Willen durchsetzen, komme ich auch nicht.“ Wobei das Problem ein ganz anderes ist.

Warum dissen etablierte Parteien die Neuhochkömmlinge? Weil sie keinen schlagkräftigen Argumente gegen sie haben und wenn doch, dann keine Protagonisten haben, die diese mit einem großen Anflug an Vernunft rüberbringen. Und selbst, wenn sie doch noch jemanden finden, der doch Argumente hat und sie auch noch gut präsentieren könnte, dann widersprechen sie dem Volkswillen, um es mal salopp zu formulieren.

Aber was sieht man? Durchgestylte Sprechblasen von Politikern, die in ihrer Wischiwaschigkeit eine wunderbare Projektionsfläche für populistische Äußerungen bieten. Dabei sollte es genau andersherum sein. Genau die populistischen Hohlphrasen sollten durch die demokratischen Kräfte als Projektionsfläche für Sachlichkeit und sinnvolle Argumentation genutzt werden. Und dabei sollte auf die Befindlichkeiten des Volkes durchaus mal eingegangen werden. Des ganzen Volkes.

Wenn eine Frau Dreyer sagt: „Es gibt für mich deshalb gar keinen Grund, mich in eine Elefantenrunde zu setzen, in der die AfD anwesend ist, …“ oder ein Herr Kretschmann: „Wir haben entschieden, dass wir der AfD da keine Bühne geben wollen, nur weil sie gerade mal in den Umfragen oben anliegt.“, dann ist das eine politische Unfähigkeitserklärung sondersgleichen. Und immerhin von zwei Ministerpräsidenten.

Wer sich nicht mit einem politischen Gegner auseinandersetzt und ihn dabei seziert und auseinander nimmt, so dass dem Betrachter seine Natur klar wird, wird vermutlich seine Gründe dafür haben. Haben die Herrschaften Angst, dass dabei ihre eigene Unfähigkeit ans Tageslicht kommt oder ihre eigene Verdorbenheit? Es muss doch möglich sein, selbst politischen Heißluftgebläsen argumentativ zu begegnen, wenn man selber keins ist. Auch heiße Luft bietet Angriffspunkte, weil die ja irgendwo herkommen muss.

Chroniken einer Bestellung

Manchmal liebe ich ja dieses Internetshopping und die daran hängende Logistik.

Mittwoch abend hatte ich eine Idee. Ich fand sie gut. Also ab ins Internet und bestellt. Es war was individuelles, wurde also extra für mich hergestellt. Ich hatte mehrere Versandoptionen: Express, Normal, Langsam und irgendwas viertes gab es auch noch. Daneben standen dann auch noch Daten, wann die Lieferung eintreffen könnte. Da mir kommender Mittwoch als ein sinnvolles Ziel erschien, nahm ich den normalen Versand, weil da der 20.01. als mögliches Eintreffdatum angezeigt wurde.

Nach dem Abschicken der Bestellung erreichte mich eine Bestellbestätigung noch am gleichen Abend. So weit, so normal. Also:

  • Mittwoch abend: Bestellung
  • Mittwoch abend (etwas später): Bestellbestätigung
  • Donnerstag, tagsüber: E-Mail eines Logistikunternehmens „Wir sind beauftragt, Ihnen ein Paket zu schicken, es ist aber noch nicht da.“ Absenderfirma unbekannt (und ungleich der Firma, wo ich was bestellt hatte).
  • Donnerstag, abends: E-Mail eines Logistikunternehmens: „So, jetzt ist das Paket da. Wir liefern voraussichtlich morgen.“
  • Donnerstag, abends (später): E-Mail von beauftragter Firma: „Wir haben mal Ihren Auftrag ausgeführt und geben die Bestellung in den Versand. Ankunft voraussichtlich kommenden Mittwoch.“
  • Freitag, früh (08:58 Uhr): E-Mail von beauftragter Firma: „Wir haben das Paket verschickt.“
  • Freitag vormittag (10:28 Uhr): E-Mail von Logistik-Unternehmen: „Ihr Paket wurde zugestellt.“

Toll, in anderthalb Stunden (von „verschickt“ bis „zugestellt“) einmal quer durch Deutschland. Das schafft mancher Pizzadienst innerhalb Neubrandenburgs nicht. 😉