Was braucht man, um im Internet eindeutig identifiziert zu werden?

Kekse?

Das war jetzt ein Angebot. Und ein Versuch einer Antwort. Natürlich meine ich Cookies, aber braucht man die wirklich noch? Die Handhabung ist einfach, aber genauso einfach sind sie durch den User löschbar. Bei Flash-Cookies ist das schon schwerer, aber mittlerweile kann man die auch löschen. Aber wie identifizieren die großen Datensammler einen doch halbwegs sicher und eindeutig? IP-Adresse? Nee, die wechselt doch meist alle 24 Stunden. Wie dann?

Jeder Rechner hat einen Fingerabdruck, den er im Internet hinterlässt. Und der ist doch individueller, als man manchmal denkt. Aber reichen die verfügbaren Kennzahlen überhaupt aus, um weltweit alle Rechner unterscheiden zu können. Zumindest theoretisch?

Der Versuch einer Abschätzung.

Piwik ist ein freies Statistik-Tool, mit dem man Zugriffszahlen auf Webseiten messen kann. Es zeigt aber auch noch ein paar andere Statistiken an. Schaun wir doch mal, was so ein Rechner einfach so ins Internet posaunt:

  • IP-Adresse
  • verwendeter Browser
  • verwendete Plugins
  • Betriebssystem
  • Auflösung des Monitors
  • Browsersprache
  • Gerätemarke

Die IP-Adresse selbst bringt erstmal nicht viel. Aber darüber kann man mittlerweile regionalisiert werden. Stellt sich die Frage, wieviele “Regionen” es weltweit gibt? These: 5000
Browser werden mir 21 angezeigt, Geräte 30, Betriebssysteme 40, Geräte-Modelle 193, Plugins 10, Auflösungsvarianten 227, 343 Konfigurationsvarianten (BS/Browser/Auflösung). Bei den 10 Plugins gibt es für jedes die Variante, ob es da ist oder nicht; also gibt es hier allein 1024 Möglichkeiten.

Rechnen wir alles zusammen: 5000 Regionen mal 193 Modellen mal 1024 Plugin-Varianten mal 227 Auflösungen mal 40 Betriebssysteme ergibt theoretisch 8972492800000. Jetzt gibt es nicht jedes Modell in jeder Auflösung und nicht in jeder Region, aber diese Zahl ist das mehr als tausendfache der Weltbevölkerung. Es reicht also, um allein durch sein Surfgerät identifiziert zu werden. Und wenn man sich dann einmal mit diesem Gerät bei einem der Datensammler einloggt, gibt es die Verbindung zwischen dem persönlichen und dem hardwareprofil und man ist auch mit Namen, Adresse u.a. identifiziert.

Echtzeit Infografik

Ist euch sowas auch schon mal begegnet: Auf einer Webseite befindet sich eine Grafik, die irgendwelche Verbräuche, Schulden- oder Guthabenaufbauten usw. “in Echtzeit” darstellt? Dieser Tage bin ich mal wieder mit so einer Grafik, die mir zur Veröffentlichung angeboten wurde, konfrontiert worden. Da sie eigentlich nur zu Werbezwecken gedacht war, kann ich sie Euch leider nicht zeigen. Aber hier findet ihr dafür einige Beispiele.

Diese Grafiken haben leider weder was mit Echtzeit noch mit Information zu tun. Die angegebenen Zahlen sind Hochrechnungen irgendwelcher statisch erhobenen Werte der Vergangenheit und spiegeln damit die aktuelle Wirklichkeit nicht wieder. Das ist also alles nur Show ohne wirklichen Inhalt.

Eine der ersten “Grafiken” nach diesem Prinzip ist die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler. “Grafik” steht deswegen in Anführungszeichen, weil sie keine Grafik ist sondern ein technisches Anzeigegerät. Auf der verlinkten Webseite gibt es sicher irgendwo ein Foto, die Schuldenuhr steht in Berlin. Ebenfalls auf der Webseite gibt es eine Echtzeitanzeige, die ihre Falschheit auf den ersten Blick zeigt. Mit der Angabe “Zuwachs pro Sekunde” wird sie entlarvt. Zumal die Staatsverschuldung auch in jeder Sekunde gleich schnell steigt. Dienstagvormittags genauso schnell wie Freitagsabends. Oder am Wochenende. Oder nachts um 2:43 Uhr.

Dieses Problem haben aber alle sogenannten “Echtzeit Infografiken”. Kein Verbrauch, keine Veränderung ist so kontinuierlich wie der Fluss der Zeit und keine Entwicklung lässt sich genau aus dem vergangenen Vorhersagen. Die Informationen auf diesen “Infografiken” sind einfach nur falsch, aber nett anzusehen. Sehr nett. Wirklich nett.

Auf den Inhalt kommt es an

Man soll ja nicht so viel rumpalavern, Inhalte zählen. In vielerlei Zusammenhängen wird das immer wieder deutlich, immerhin leben wir in einer Informationsgesellschaft. Und weil wir uns außerdem noch in einer globalisierten Welt bewegen, suchen wir keine Inhalte, sondern Content.

Dieser Content muss frisch sein, exklusiv, einmalig, wahr, … So wird er auch gern mit Schlagwörtern … ähm … Tags versehen. Da freut man sich dann, wenn man exclusiven content bekommt. Oder one-and-only. Und wenn er ganz frisch und exklusiv und investigativ und aufrüttelnd ist, dann ist es “Hot Content”.

Dann öffnet man das Ding, wo “Hot Content” drauf steht und … es ist kalter Kaffee. Mal bildlich gesprochen. Wobei “bildlich” das falsche Wort ist. Es war die pure Wirklichkeit. Wobei ich am kalten Zustand selber Schuld war, ursprünglich war das Kaffeegetränk wirklich hot. Schön, dass dann auf dem Deckel auch “Hot Content” steht. Aber zur Aufklärung hat es nicht beigetragen. ;-)

Die Rache der “Stadttheater”-Zuschauer

Das hätte sich der in Neubrandenburg und Umgebung weltberühmte Kabarettist Silvio Witt auch nicht träumen lassen: Jahrelang begleitet er das Wirken von Dr. Paul Krüger, dem Oberbürgermeister der letzten 14 Jahre, durchaus kritisch, und nun besteht eine berechtigte Chance, dass er es mal besser machen kann.

Mit sage und schreibe 43% aller abgegebenen Stimmen vereint er als parteiloser Kandidat die meisten Wählerstimmen auf sich. Abgeschlagen die Mitbewerber:

  1. Silvio Witt (parteilos): 43,1%
  2. Torsten Koplin (Die Linke): 26,8%
  3. Dr. Diana Kuhk (CDU): 16,7%
  4. Michael Nötzel (parteilos): 8,9%
  5. Michael Stieber (SPD): 4,2%
  6. Manfred Pawlowski (FDP): 0,4%

Bei der Betrachtung diesen Ergebnisses kann man sich jetzt eine Reihe von Fragen stellen. Am wenigsten überraschend ist wohl das Ergebnis von Torsten Koplin. Manfred Pawlowski hätte man durchaus ein paar mehr Prozentpunkte zugetraut. Für das Abschneiden unseres ehemaligen Kreistagspräsidenten Michael Stieber fehlt mir das passende Adjektiv, Irgendwas zwischen erschreckend, enttäuschend, unverständlich, aber keins davon trifft es wirklich. Mich würde der Grund des Wählers interessieren. Ist es die grundsätzliche Schwäche der SPD in der Region, schwabt da noch etwas gestörtes Ansehen der Bundes-SPD mit hinein oder waren es doch die zwei Gesichter des Michael S., die uns von den Werbeplakaten einer- und von den Postkarten andererseits entgegenblickten.

Den Mutti-Merkel-Effekt konnte Dr. Diana Kuhk offensichtlich nicht für sich nutzen. Trotzdem stellt sich die Frage nach dem Grund für das unterdurchschnittliche Abschneiden der CDU-Kandidatin. Spielt bei einer Oberbürgermeisterwahl eher die Persönlichkeit eine Rolle als die Parteizugehörigkeit? Waren die 14 Jahre des bisherigen CDU-Oberbürgermeisters eine zu große Bürde? Fragen, auf die man sicher aus dem eigenen Gefühl heraus (oder aus der Meinung seiner Filterbubble) Antworten finden kann, ob sie an die Realität heranreichen, werden wir wohl nicht erfahren.

Mit seinen über 10000 Stimmen vereinte Silvio Witt die Mehrheit der zur Wahl gegangenen Neubrandenburger hinter sich. In der Finalrunde muss er sich aber nochmal gegen Torsten Koplin behaupten. Der Bürger ist also nochmal gefragt. Das jetzt vorgelegte Ergebnis nutzt bei der Stichwahl am 15. März nichts, nur die an dem Tag abgegebenen Stimmen bestimmen unseren neuen Oberbürgermeister. Und, wer weiß, vielleicht wird die Rache der “Stadttheater”-Zuschauer dann wahr, wenn es für Silvio Witt danach heißt: Nicht mehr meckern – selbst besser machen.

Senderprofil

Vor längerer Zeit habe ich mal eine Statistik geführt, mit welchem TV-Programm mein Fernseher angeht, soll heißen, was ich am Vorabend als letztes gesehen habe. Die Senderauswahl war nicht völlig ohne Überraschungen. Jetzt habe ich mal meinen Fernsehkalender ausgewertet (Zeitraum ca. 14 Tage).

Zur Erläuterung: Nicht jede Sendung, die ich in dem Kalender angebe, sehe ich mir an. Aber sie ist nach Durchsicht der Programme zumindest so interessant, so dass ich sie mir, wenn ich Zeit und Gelegenheit hätte, ansehen würde. Die nachfolgende Aufzählung beinhaltet also die Sender, die mir Inhalte anboten, die mich interessieren könnten. Die Zahl in der Klammer ist die Zahl der interessanten Sendungen.

  • 3sat (25)
  • ARD-alpha (18)
  • arte (26)
  • Bayern 2 (6)
  • Bayerisches Fernsehen (26)
  • Comedy Central (1)
  • Das Erste (6)
  • Deutschlandfunk (9)
  • Deutschlandradio Kultur (2)
  • Disney Channel (6)
  • DMAX (5)
  • DRadio Wissen (2)
  • Einsfestival (30)
  • EinsPlus (40)
  • Eurosport (20)
  • Fritz (2)
  • HR-Fernsehen (8)
  • kabeleins (13)
  • KiKA (5)
  • MDR Figaro (1)
  • MDR Fernsehen (2)
  • n-tv (6)
  • N24 (2)
  • NDR Info (1)
  • NDRfernsehen (16)
  • ORF2 Europe (5)
  • Parlamentsfernsehen (2)
  • Phoenix (10)
  • ProSieben (2)
  • ProSieben MAXX (1)
  • Radio Eins (3)
  • rbb Fernsehen (12)
  • rbb Kulturradio (1)
  • RTL (6)
  • RTL Nitro (5)
  • RTL2 (2)
  • Sat.1 (5)
  • Servus TV (6)
  • sixx (5)
  • SR 2 KulturRadio (1)
  • Super RTL (2)
  • SWR Fernsehen (14)
  • SR Fernsehen (3)
  • SWR info (6)
  • tagesschau24 (9)
  • Tele 5 (4)
  • TLC (1)
  • VOX (5)
  • WDR (14)
  • WDR 5 (15)
  • ZDF (15)
  • ZDFinfo (15)
  • ZDFkultur (15)
  • ZDFneo (18)

Die Statistik weist ein paar Fehler auf und ist auch nur eine Stichprobe. So tauchen mindestens 2 Sender gar nicht auf, die ich aber doch regelmäßig frequentiere. Das liegt aber daran, dass diese Sender in meiner elektronischen Programmzeitung nicht vorkommen.

  • EinsPlus (40)
  • Einsfestival (30)
  • Bayerisches Fernsehen (26)
  • arte (26)
  • 3sat (25)
  • Eurosport (20)
  • ARD-alpha (18)
  • ZDFneo (18)
  • NDRfernsehen (16)
  • ZDF (15)
  • ZDFinfo (15)
  • SWR Fernsehen (14)
  • WDR (14)
  • kabeleins (13)
  • rbb Fernsehen (12)
  • Phoenix (10)
  • Deutschlandfunk (9)
  • HR-Fernsehen (8)
  • Das Erste (6)
  • Disney Channel (6)
  • n-tv (6)
  • RTL (6)
  • Servus TV (6)
  • Bayern 2 (6)
  • DMAX (5)
  • KiKA (5)
  • ORF2 Europe (5)
  • RTL Nitro (5)
  • Sat.1 (5)
  • sixx (5)
  • VOX (5)
  • ZDFkultur (15)
  • WDR 5 (15)
  • tagesschau24 (9)
  • SWR info (6)
  • Tele 5 (4)
  • Radio Eins (3)
  • SR Fernsehen (3)
  • MDR Fernsehen (2)
  • N24 (2)
  • ProSieben (2)
  • RTL2 (2)
  • Parlamentsfernsehen (2)
  • Super RTL (2)
  • Deutschlandradio Kultur (2)
  • DRadio Wissen (2)
  • Fritz (2)
  • ProSieben MAXX (1)
  • Comedy Central (1)
  • MDR Figaro (1)
  • NDR Info (1)
  • rbb Kulturradio (1)
  • SR 2 KulturRadio (1)
  • TLC (1)

Das gleiche Mal nach Anzahl der Sendungen, die ich interessant fand, sortiert.

Eine Straße mit 251 Nullen

Was soll dem Leser die Überschrift sagen? Eine Straße, wo nur Deppen wohnen? Mitnichten! Ich bin heute durch eine Straße gefahren, deren Bezeichnung sage und schreibe 251 Nullen enthielt.

Meinte zumindest Ruth. Ihr kennt Ruth nicht? Doch, kennt ihr. Vielleicht nur unter einem anderen Namen. Ich meine die nette Dame, die der Navi-App auf meinem Händy entspringt. Und die meinte, ich soll auf die

B960000000000000000000000000000000000000000
0000000000000000000000000000000000000000000
0000000000000000000000000000000000000000000
0000000000000000000000000000000000000000000
0000000000000000000000000000000000000000000
000000000000000000000000000000000000000

abbiegen. Wobei Ruth es – ganz gelernte Mathematikerin – anders formuliert hatte. Sie meinte, ich solle auf die “B96 mal 10 hoch 251″ abbiegen.

Wie kommt sie auf diese Idee? Vermutlich interpretierte sie die Bezeichnung E251, die hinter der B96 stand, eben als Zehnerpotenz und nicht als Europastraße …

 

 

Mindestlohn

Schöner Gedanke:

Wenn Dein Geschäftsmodell in Zeiten des Mindestlohnes nicht mehr funktioniert, weil es auf Sklavenarbeit und Sozialbetrug aufgebaut ist, dann ist Dein Geschäftsmodell ein dreckiges. Lass es. Oder überarbeite es. (Nils Heinrich)

Und wenn man dann noch bedenkt, dass selbst der Mindestlohn nicht ausreicht, um Altersarmut zu verhindern …

Parallele Äskulapstäbe in gefühlten Wirklichkeiten

Mein Radio erzählte mir, dass es morgen abend eine Diskussionsrunde mit den Hörern veranstalten möchte. Eins der zur Wahl stehenden Themen ist die medizinische Versorgung und die unterstellten Unterschiede in der Behandlung zwischen Kassen- und Privatpatienten.

Deshalb hier mein öffentliches Outing: Ich bin Kassenpatient. Und ich habe gesundheitlich die eine oder andere Baustelle. Das führt dazu, dass mich meine Hausärztin gelegentlich mal zu ihren fachlichen Kollegen schickt, die dann aus ihrer Sicht und mit ihren Möglichkeiten und Erfahrungen einen genaueren Blick auf und in mich werfen.

Am 19. Januar 2015 – also vor 16 Tagen – war ich bei meiner Hausärztin und sie schickte mich zu zwei Spezialisten. Am gleichen Tag holte ich mir die Termine. Heute – 04. Febraur 2015 – habe ich den zweiten Termin hinter mir gelassen. Dieser Termin kam übrigens nur auf besonderen Wunsch meiner Hausärztin zustande. Wenn es nach den Vorschlägen der terminvergebenden Schwester gegangen wäre, hätte ich schon viel früher zur Untersuchung erscheinen können.

Wir schließen also: Entweder, ich habe nicht die richtigen Krankheiten, um eine Zwei-Klassen-Medizin zu bemerken, oder die Neubrandenburger Ärzteszene hält sich nicht an die vorgegebenen Klischees. Natürlich weiß ich, dass meine “Stichprobe” nicht repräsentativ ist, aber dann sind solche Pauschalaussagen wie die einer Zwei-Klassen-Medizin ebenso falsch.

Übrigens: Apropos lange Wartezeiten – auch im Wartezimmer. Die Untersuchung heute war etwas komplexer.

  1. Ankommen in der Praxis, Anmeldung
  2. Wartezimmer
  3. erstes Gespräch beim Doc
  4. gerätegestützte Untersuchung durch den Doc
  5. zweites, kurzes Gespräch mit dem Doc
  6. Wartezimmer
  7. Blutentnahme, Injizierung eines Hilfsstoffes
  8. Wartezimmer
  9. Messung der Hilfsstoffverteilung
  10. Wartezimmer
  11. drittes Gespräch beim Doc, Diagnose
  12. Verlassen der Praxis

Wer schon ein paar Erfahrungen als Patient gesammelt hat, wird abschätzen können, wobei ich mich am meisten aufgehalten habe. Genau: Punkt 1 und 9. Vom Betreten der Praxis bis zum ersten Mal Hinsetzen zum Warten vergingen mehr als 5 Minuten. Zwei Patienten standen vor mir am Empfang, und die Schwester telefonierte noch zweimal bzgl. Terminvergaben. Und vor dem Messgerät muss man wohl 5 Minuten still sitzen, inkl. Einrichtung des Gerätes und des Patienten vorher sowie der Bekleidung des Patienten hinterher dauerte das sicher 7 oder 8 Minuten. Alles andere war kürzer, inklusive der Watezeiten. Nach einer guten dreiviertel Stunde hatte ich die heiligen Hallen verlassen.

Synonyme Schönheit

Fashon Week, Versandhauskatalog, Catwalk, Laufsteg: Alles und noch viel mehr löste einen Gedanken aus, der auch mal niedergeschriebene werden sollte. Aber es wird wohl kein Streit ausbrechen, über Geschmack lässt sich wohl nicht streiten.

Wenn ich mir die Menschen(?) auf dem Laufsteg so ansehe, und auch sonst mit offenen Augen durch die Gegend laufe, fällt mir nur ein Satz ein. Der Satz “Du siehst aus wie ein Model.” muss nicht unbedingt ein Kompliment sein.

Oder anders formuliert: Die Sätze “Du siehts aus wie ein Model.” und “Du siehst ja mal richtig gut aus.” sind KEINE Synonyme.

Denkfehler – Falsche Ursache

In der Philosophie – aber nicht nur dort – baut man gern Kausalitäten oder gar ganze Kausalitätsketten auf. Ursache -> Wirkung ist die Verknüpfung, die immer wieder hergestellt wird und als so allgemeingültig gilt, dass sie bis ins wirkliche Leben hinein wirkt. Wenn irgendetwas passiert, hat das diese oder jene Ursache. Punktum. Wer sich da etwas kundig machen möchte, kann es mit dem dazugehörigen Wikipedia-Artikel versuchen. Dort gibt es auch einen Absatz zur Kausalität in der Physik. Ich erinnere mich dunkel an mein Studium.

Physik und Philosophie waren in der Vergangenheit schon immer eng verbunden. VIele große Physiker waren durchaus auch anerkannte Philosophen. Nicht umsonst hat es die Physik als einzige der anderen Wissenschaften geschafft, ein eigenes Philosophiegebäude – die Metaphysik – aufzustellen. Mal ganz populistisch ausgedrückt. ;-) Gegenseitig befruchtet haben sich Philosophie und Physik ungezählte Male. So kann man sich durchaus fragen, wo das o.g. Kausalitätsprinzip erstmalig als Erkenntnis aufgetaucht ist.

Aber es ist auch nicht das einzige Denkmodell, das man aus der Physik in der Philosophie verwerten kann, es gibt da noch ein anderes, das ursprünglich aus der Elektrotechnik kommt. Hier ist es als “Rechte-Hand-Regel” bekannt, die die Kraftwirkungsrichtung auf einen stromdurchflossenen Leiter in einem Magnetfeld beschreibt. Kennen gelernt habe ich diese Regel (es gibt sie auch als “Linke-Hand-Regel”)  als UVW-Regel, die dem philosophierenden Gedanken näher kommt. Die drei Buchstaben stehen für Ursache-Vermittlung-Wirkung. Heißt: Jede Wirkung hat neben einer Ursache auch eine vermittelnde Bedingung. Und hier liegt der Knackpunkt.

Viele der einfachen Kausalitäten sind eigentlich Zusammenhänge, die man eher mit der UVW-Regel beschreiben kann. Nur werden hier entweder Ursache und Vermittlung verwechselt bzw. eine Vermittlung irrtümlich für eine Ursache gehalten, wobei man dann die eigentliche Ursache entweder nicht kennt oder ignoriert. Daraus folgern dann Fehler im Umgang mit den Zusammenhängen. Ein einfaches Beispiel sei unser Umgang mit einer Erkältung. Husten, Schnupfen, dichte Nase, Kopfschmerzen, Fieber. Also nichts wie rein mit Hustenstiller, Fiebersenker, Kopfschmerzpille und Nasenspräy zum Abschwellen der Schleimhäute, Bingo! Uns gehts wieder gut – den Umständen entsprechend. Und eigentlich alles falsch gemacht. Was wir da behandelt haben, warten allenfalls die Symptome der Erkältung, nicht aber deren Ursache. Diese Ursache bekämpft der Körper übrigens ganz gut allein, wenn man ihn ließe. Mit einer Temperaturerhöhung versucht er, die Viren abzutöten, mit Husten und Niesen versucht er, die verseuchten Schleimhäute los zu werden. Dafür braucht er Flüssigkeit, die er sich holt, wo er sie kriegen kann, und schon kriegen wir Kopfschmerzen, wie bei einem Kater, auch ein Flüssigkeitsmangel. Mal salopp ausgedrückt.

So muss doch bei der Bewertung jedes Ereignisses ein wenig Hirnschmalz eingesetzt werden, um die wahren Ursachen zu erkennen und nicht die Vermittlungen für die falschen Ursachen zu halten. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Immer versuchen, hinter die (vermeintlichen) Ursachen zu schauen, ob man nicht doch noch die echten findet. Die Anwendung auf aktuelle Ereignisse überlasse ich mal Euch.