Lustige Newsletter vom Handynetzprovider

Wenn zwei zusammengehen und eine Familie … ähm … nein, eher eine Einheit bilden (sollen), gehts gern mal drunter und drüber. Wir wissen ja, dass Großprojekte in Deutschland zur Zeit immer wundervoll laufen. Warum nicht auch mal die Fusion  von zwei Funknetzbetreibern zu einem. E-Plus und O2 gingen ja bereits vor einiger Zeit organisatorisch und nach und nach auch technisch zusammen.

Noch ärgere ich mich nicht darüber, dass ich zum Beispiel mit meinem mobilen Router und mit meinem Datenstick seit einigen Tagen nur tröpfelnd Daten empfangen kann (2G wird angezeigt, auch 3G erzwingen geht, aber es tröpfelt trotzdem nur). Die beiden SIM-Karten laufen bei der schon immer O2-Tochter Fonic, also auch im Netz von O2. Heute stellte ich nun fest, dass bei meinem Smartphone (SIM von der ehemaligen E-Plus-Tochter Simyo und damit klassisch im E-Plus-Netz unterwegs) zwar HSPA+ und 42,2 Mbps steht, aber die Daten auch nur noch tröpfeln. (Guthaben bei allen 3 vorhanden, Surfvolumen ebenfalls).

Aber das soll eigentlich gar kein Thema sein, lässt aber vielleicht gerade meine Grundstimmung gegenüber O2 erahnen, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass ich mit Freunden E-Plus-Kunde der ersten Tage bin/war. Soweit zur Stimmungslage. In dieser Stimmung erhielt ich heute Abend dann ein E-Mail von meinem neuen Netzbetreiber. Zumindest las ich sie erst abends, das Absendedatum sagt nachmittags, gemütliche Kaffeezeit.

Betreff: Unser Dank für Ihre Treue. Ab jetzt sind Sie Silber-Kunde.

Da bin ich ja gerührt. Silber-Kunde. Wegen Treue. Treu wie Silber. Immerhin: Es gibt eine zweite Kinokarte umsonst, wenn eine Kinokarte kaufe. Donnerstags. In einem Kino, das über 100 km weit weg ist. Oder noch weiter. So einen Silberstatus muss man sich ja verdienen. Mit Treue.

Aber der Text geht wird ja noch besser. Nach einer einschleimenden Begrüßung (“Lieber …” – HALLO! Wir sind Geschäftspartner, da wird nicht mit “Lieber …” angesprochen, sondern mit “Sehr geehrter Herr …”) wird erläutert, worum es eigentlich geht:

“Sie sind jetzt über 1 Jahr lang Kunde bei uns, und als Dank für Ihre Treue erhalten Sie den Silber-Status.”

Liebes O2, mein E-Plus-Vertrag wurde letzten Monat (20.06.) umgestellt. Ich bin also erst seit etwas über einem Monat Euer Kunde. Aber Stop! Nicht aufregen. Weiter lesen.

“Da E-Plus und o2 zusammengehören, zählen wir Ihre Zeit bei E-Plus natürlich mit.”

Achso, ja dann. Das könnte dann mit dem einsen Jahr hinkommen. Von März 1996 bis heute ist doch etwa eins Jahr, oder will jemand was anderes behaupten?

Irgendwie alles blamabel bis dort hinaus. Bringt mal euer Netz in Ordnung und verschont treue Kunden mit Kundenbindungsmaßnahmen. Ich gehöre zu denen, die ihr damit eher verscheucht als bindet.

Gerade nochmal Schwein gehabt

SCHE… – Beinahe hätte ich einen Fehler gemacht und wäre auf Phishing-E-Mail reingefallen. Ich hatte mein Passwort schon eingegeben…

Da bekomme ich eine E-Mail von meinem Internetkaufhaus mit dem Betreff “Kundenkonto” und dem Text:

Wir benötigen Ihre Hilfe
Guten Tag,

Aufgrund jüngster Betrugsversuche haben wir einige Kundenkonten zum Schutz unserer Kunden vorsorglich gesperrt.

Dies ist ein automatischer Prozess und dient dazu Ihre Daten vor Missbrauch zu schützen.

Um Ihr Kundenkonto wieder wie gewohnt nutzen zu können müssen Sie einen Abgleich Ihrer Daten durchführen.

Nach Abschluss des Abgleichs können Sie Ihr Kundenkonto wieder uneingeschränkt nutzen. Um Die Sicherheit Ihres Kundenkontos zu erhöhen beachten Sie bitte folgende Sicherheitshinweise:

  • Nutzen Sie, falls möglich, immer die selben Geräte für den Zugriff auf Ihr Kundenkonto.
  • Geben Sie ihre Daten niemals an Dritte.
  • Nutzen Sie ein sicheres Passwort (Groß- und Kleinbuchstaben + Sonderzeichen).

Um den Abgleich jetzt durchzuführen besuchen Sie bitte folgenden Link: …

Die E-Mail kam auch über die Adresse rein, mit der ich mit dem Kaufhaus kommuniziere (und die sonst wenig öffentlich ist).

Den Link sah man nicht, was mich nur ein wenig wunderte, dass die Linkfläche einen Hauch unprofessionell aussah. Und ich wurde auf der nachfolgenden Seite, nachdem ich meine Kundendaten eingegeben hätte, nach meiner Bankverbindung gefragt, die ich bei dem Internetkaufhaus aber nicht hinterlegt habe und demzufolge nicht nutze. Deswegen guckte ich mir die aufgerufene Webadresse nochmal genau an.

Und dann bekam ich doch Panik. Was mit kaufhaus.de/… oder kaufhaus.com/… anfangen sollte, fing mit kaufhaus.com-sighup-kundenservice-userid.93478574923875.jweje4854z3ujh58tzh6.ru/… an.

Merke: Wenn nach der Länderkennung bzw. der TLD (also .de oder .com oder .net usw.) kein Schrägstrich kommt, ist es nichts dergleichen. Dann ist die Adresse noch nicht zu Ende, egal, wie es danach aussieht. Erst ein Schrägstrich / beendet die Adresse. Und davor steht .ru, was nicht auf mein Internetkaufhaus, sondern in diesem Zusammenhang auf böse Betrügerlein hinweist.

Als erstes habe ich beim Kaufhaus mein Passwort geändert (sollte man ja sowieso regelmäßig machen). Ich hoffe, ich war schneller als die anderen. Überlege noch, auch die E-Mail-Adresse zu ändern …

Apropos: Eigentlich hätte mich die E-Mail selber schon stutzig machen müssen. Aber ich war wohl nicht mehr ganz wach. Die kam Absendertechnisch nicht vom Kaufhaus, obwohl da “Kaufhaus.de” stand, aber dahinter stand meine E-Mail-Adresse und keine von kaufhaus.de

Leute,  passt bloß auf.

Ironie im Internet funktioniert nicht (immer)

Wobei ich die Aussage in der Überschrift gleich wieder korrigieren muss. Schriftliche Ironie im Internet funktioniert nicht. Meine These in dem Zusammenhang ist, dass in der Schriftsprache noch nichts gefunden wurde, was der Mimik/Gestik in allen Nuancen entspricht. Sicher gibt es Smileys, aber die sind in dem Zusammenhang eher Holzhammer als wirklicher Ersatz für diesen Blick, dieses leichte Zucken im Augenwinkel, das Ironie dem direkten Gegenüber zumindest zu erkennen hilft. Natürlich kann man auch mangelnde Intelligenz unterstellen, wenn jemand Ironie – gemeinhin die feine – nicht erkennt. Aber der Fehler könnte dann auch auf Seiten des Autors liegen. Es ist also mitnichten ein gutes Argument.

So ist es doch als bedauerlich festzustellen, dass der eine oder andere ironische Text nicht als solcher erkannt, sondern wortwörtlich ernst genommen wird. Die eine oder andere Erfahrung durfte ich in dem Zusammenhang auch schon machen, was mich einerseits auch amüsierte, anderseits aber auch eine (möglicherweise) interessante Diskussion im Ansatz ersterben ließ. Aber wenn man nach einem ironischen Kommentar geblockt wird, misslingt selbst eine Klarstellung schon im Ansatz. Das aber nur so nebenbei.

Satire in einem Text zu erkennen, ist meist einfacher, Ironie hat eher die Tendenz unterzugehen. Sicher mag es eine Hilfe sein, wenn man als Autor dafür bekannt ist, ironisch zu kommentieren. Da ist der Leser dann schon etwas geeicht und erwartungsfroh und unterstellt manchmal mehr Ironie als eigentlich da ist. Aber was machen da nur Schreiber, die mal ironisch und mal nicht ironisch ihrer Tätigkeit nachgehen? Schwierig. Ein Beispiel? Gern.

Neulich las ich einen Text, der sich über die wetterbedingte Männermode etwas ausließ. Unter der Überschrift “Almost Fourty – Wenn das Outfit zu heiß wird” wird mit allen Klischees gespielt, die es in dem Zusammenhang nur gibt. Im Stil einer Stilikone fordert der Autor die Vernichtung aller Kurzarm-Hemden, greift das Socken-und-Sandalen-geht-gar-nicht-Diktat auf und verbannt auch kurze Hosen in den Bereich des modisch Unmöglichen. Dabei wird auf’s beste fabuliert:

Socken und Sandalen – weltweit als absolutes Tabu erkannt – erfreuen sich überraschenderweise nach wie vor großer Beliebtheit, aber das ist nicht die einzige Möglichkeit anderen Leuten die Netzhaut zu verätzen.

Ist das nicht herrlich!? Ironie pur, die schon gefährlich dicht an eine Satire heranreicht. Aber genau hier zeigt sich die ironische Qualität des Autors, eben nicht den Schritt zu gehen, das Fehlen von Socken in den Sandalen auch gleich auf die Unterwäsche unter den Hosen auszudehnen. Nur dann wäre das “weltweite Tabu” wirklich konsequent weiter gedacht.

Ähnlich übrigens wird auch beim Begründen abzulehnender Kurzärmligkeit ironisch überhöht. Das ist echt feine Kunst:

Denn … wirklich niemand (darf) kurzärmelige Hemden in der Öffentlichkeit tragen. Wenn einem wirklich so warm ist … kann man die Ärmel eines Hemdes einfach nach oben rollen.

Da wird der Autor doch fast wieder satirisch, weiß man doch, dass dieses aufgerollte in den meisten Fällen einfach nur ungeschickt und peinlich aussieht und gern als Bizepssimulanz missbraucht wird. Aber in der heutigen, auf Oberflächlichkeiten geeichten Zeit wird jeder Trick genutzt, um da ein paar Pluspünktchen einzufangen.

Alles in allem finden wir in “Almost Fourty – Wenn das Outfit zu heiß wird” auf heldth.com ein schönes Beispiel für einen ironischen Text, der mit den gängigen Meinungsklischees spielt und durch eine entsprechende Überhöhung ad absurdum führt. Er ist ein guter Beleg dafür, dass man auch ohne die Holzhammer á la Smileys oder Hashtags auskommt, und trotzdem einen schönen, amüsant zu lesenden Text hinbekommt, der herrlich ironisch ist, aber so, wie er da steht, durchaus auch ernst genommen werden könnte. Meine Gratulation!

Wir machen dicht! Und bohren dann Löcher rein…

Wir lernen: “Nicht jede Idee, die spontan nach einer guten Idee aussieht, ist letztendlich auch eine.” Ab und an sollte man die darauf beruhenden Aktivitäten einer Überprüfung unterziehen und auf Sinnvolligkeit abklopfen. Das Beispiel heute ist die Energieeinsparverordnung (EnEV). Bezogen auf Häuser kann man die salopp zusammenfassen in “Dämmen, Isolieren, Abdichten”.

Dass das aber nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, zeigt die Wirklichkeit. Die Praxis war ja schon immer ein Kriterium für die Wirksamkeit von Theorien. Und in dieser, also der Praxis, stellt sich nun heraus, dass sich durch die Isolation und Abdichtung in den Räumen die Schadstoffgehalte in der Luft sehr schnell und besser erhöhen. Früher führten die undichten Fenster zu einem regelmäßigen Luftaustausch, was die Schadstoffwerte niedrig hielt. Außerdem gab es früher sowieso weniger (künstliche) Schadstoffe. 😉

Regelmäßig Fenster aufreißen bringt übrigens nichts, wenn man das Gesamte betrachtet, da hierdurch zwar die Schadstoffe wieder auf ein erträgliches Maß gesenkt werden, dafür wird aber die Energieeinsparverordnung ad absurdum geführt, weil dann u.U. mehr Energie verbraucht wird als vor deren Einführung bzw. Umsetzung. Aber wozu gibt es eigentlich Lüftungsanlagen, die diesen Makel nicht haben, weil sie die zugeführte Luft mit Hilfe der Abluft vorwärmen?

Hurra! Ein Wirtschaftszweig freut sich. Der Einbau solcher Lüftungsanlagen kostet natürlich auch wieder Geld, selbst beim Hausneubau. Außerdem ist mit Folgekosten zu rechnen, die u.U. wieder höher sein können als die Einsparungen durch Dämmung u.ä. (was wohl, wie ich neulich irgendwo aufschnappte, manchmal schon allein für die Dämmung gilt: Dämmkosten auf Miete umgelegt, Miete steigt, Heiznebenkosten sinken, wenn die aber weniger sinken als die Steigerung durch die Dämmkosten …)

Die (Be-)Lüftungsanlagen erschließen dann aber gleich neue Geschäftsfelder, in denen Leute beschäftigt werden können und die Gewinne abwerfen. Einerseits müssen die Anlagen regelmäßig geprüft und gewartet werden. Immerhin wird Außenluft angesogen, die mit ihren ganzen Bestandteilen Filter füllt und ggf. in den angenehm warmen Milieus auch Krankheitserreger u.ä. vermehren könnte. Jährliche Wartungs- und Überprüfungstermine sind doch da sicher Pflicht (die Rauchwarner machen es vor).

Die zentrale Belüftung eines Hauses macht aber auch noch andere Wertschöpfungsketten denkbar. Man denke an Raumparfüms, die jetzt zentral für das ganze Haus eingesetzt werden können. Entsprechende Hersteller sollten die Produzenten von Belüftungsanlagen schon mal bedrängen, passende Schnittstellen zu ihren Druckduftamphoren mit einzubauen. Oder vielleicht noch eine Idee für die Abfüller dieser Gasdruckbehälter für die Wasseraufsprudler. In diese Kartuschen passt ja auch eine gute Menge Luft rein.

Wie wäre es für die Hausparty mal mit einer Druckgaspatrone “Berliner Luft”, Originalabfüllung aus der Hauptstadt, in den Regionalvariationen Kreuzberg, Marzahn oder Regierungsviertel. Oder “Mecklenburger Landluft” in den Spezialrichtungen “Rapsfeld”, “Frisch gejaucht” oder “Grillabend”. Und für die speziellen Genießer: “Hamburger Fischmarkt”, “Sportlerumkleide” oder “Chillige Studenten-WG”, der irre Duft nach frischen Gras mit einer Nuance alter, übervoller Spüle und feuchten Pizzakartons.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wie auch beim Erhaltungswillen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Mittlerweile gibt es doch so viele Indizien, dass eine sinnvolle Überarbeitung denkbar und notwendig erscheint. Aber sicher wird das bis zur Wahl nichts mehr. Welche Wahl ich damit auch immer meine.

(entstanden mit freundlicher Anregung durch einen welt.de-Artikel)

In deo veritas

Im menschlichen Miteinander spielen Düfte durchaus eine wesentliche Rolle, vor allem, wo es auch noch um Sympathie, Empathie oder Antipathie geht. Naja, und bei der Fortpflanzung auch. Aber dort soll es durchaus auch auf Sympathie ankommen. Interessant sind dabei vor allem die Düfte, die man nicht bewusst wahrnimmt. Den genetisch besten Partner liefert klassisch die Nase, er/sie ist der-/diejenige, die man “am besten riechen kann”. Dazu darf der eigene Duft aber nicht verfälscht werden.

Den eigenen Duft zu verändert, hält der Einzelhandel eine Auswahl mehr oder weniger wohlriechender Produkte bereit. Letztendlich spielt da wohl so ziemlich alles hinein, was über Kernseife als Reinigungsmittel hinaus reicht. Die Strategien sind unterschiedlich: Reinigung, Desodorierung, Desinfektion, Parfümierung u.v.a.m. inkl. diverser Mischformen. Wer weiß, viele Scheidungen auf das Konto von Deos gehen, weil es irgendwann mal versagte und die Partner sich nicht mehr riechen konnten.

Der olfaktorisch spürbare Geruch entsteht u.a., wenn Schweiß auf der Haut durch dort befindliche Mikroorganismen verstoffwechselt wird. Allerdings ist Schweiß nicht einzig und allein dafür da, diese kleinen Viecher am Leben zu erhalten. Durch die Verdunstung des Wassers auf der Haut wird der Körper gekühlt und im Extremfall vor einer Überhitzung bewahrt. Bei größerer Hitze also weniger zu trinken, weil man dadurch nur … iiihhh … ins Schwitzen kommt (diese Argumentation habe ich wirklich schon mal gehört), hieße, die körperliche Klimaanlage genau dann außer Betrieb zu nehmen, wenn man sie am meisten braucht. Entsprechendes Unwohlsein in Folge inklusive.

Aber da gibt es einen Deo-Hersteller, der sein Produkt unter anderem damit bewirbt, dass gerade körperliche Aktivität die Wirkung verstärkt. Stellen wir uns mal vor, ein Deo wirkt wirklich so, wie es beworben wird und man nimmt es vor(!) dem Sport treiben (wie in der Werbung gezeigt). Der Körper erhitzt sich durch die Bewegung aber schwitzen geht nicht. Also überhitzt man lieber und klappt dann zusammen, oder wie soll ich das verstehen? Hauptsache, man riecht dabei gut.

Eigentlich macht man doch Sport unter anderem deswegen, um fit wie ein Turnschuh einen Sexualpartner ins Bett zu bekommen (Attraktivität und sonstiges Blablabla einbezogen). So lange man aber seinen eigenen Körpergeruch dabei sterilisiert, wird das im Bett nie der/die Richtige sein. Aber man kann sich ja auch mit den Falschen vergnügen.

Milch macht nicht munter, sondern populismusaktiv

An die Bauern gezahlte Milchpreise von <20 Cent/Liter gehen gerade durch die Medien. Grund – das ist wohl Konsens – ist eine Überproduktion im Vergleich zum gefallenen Bedarf. Das dabei die Preise fallen, haben wir alle mal in der Schule gelernt. Der Bauer ruft nach Hilfe aus der Politik, dort wird zwar was gefaselt, aber Skepsis allenthalben.

Dabei ist es doch recht einfach, da die Ursache klar ist. Jeder Milcherzeuger bekommt für jede stillgelegte RGVE* eine Prämie, die etwa der Größe des abzuwerfenden Gewinns bei normalem Preisniveau entspricht. So was ähnliches haben die Landwirte schon mal hinter sich, als sie mit Prämien für Flächenstilllegungen bezahlt wurden. Warum nicht auch die Viehwirte? Eine Milchquote will ja offensichtlich niemand.

Es dauert zwar ein wenig, bis die Maßnahme wirkt, aber bis dann steigt der Milchpreis wieder. Die Biobauern machen es mit ihrer Biomilch vor: Begrenzte Menge < Nachfrage = hoher Preis.

Ein paar zusätzliche Rahmenbedingungen, die Missbrauch weitestgehend ausschließen und die das Tierwohl bewahren, gehören noch mit dazu, und es wäre eine sinnvolle Maßnahme.

Man könnte es auch einfach nur aussitzen. Der Markt reguliert sich schon von allein. Irgendwann werden Milchbauern massiv die Milchproduktion einstellen und sich ein anderes Betätigungsfeld suchen (müssen). Aber das könnte lawinös zu einem zu starken Rückgang der Erzeugerzahlen führen. Aber Aussitzen geht nicht. Nächstes Jahr ist Bundestagswahl und bis dahin regelt es sich nicht von selbst.

Manchem Milchbauern (und manchem Politiker) darf alternativ der Einstieg in den Kartoffelanbau empfohlen werden. Gerade die Pommesindustrie braucht dicke Kartoffeln.

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*) Rauhfutterverzehrende Großvieheinheit

Humorvolle Unternehmen

Die besten Gags schreibt immer noch das Leben selbst. Zumindest hat mich folgende Äußerung sehr amüsiert. Genau mein Humor.

Der Netzbetreiber Telefonica (O2 und (noch) e-plus) wundert sich – inwiefern sich ein Netzbetreiber wundern kann – über den mobilen Datenverbrauch der Deutschen. Der liegt nämlich unter 1 GB im Monat. Das liegt weit unter dem Durchschnitt. Unsere europäsichen Nachbarn verbrauchen deutlich mehr.

Hallo, Telefonica! Kling Klong! Jemand zu hause? Habt Ihr Euch mal Eure Tarife angesehen? Vor allem von den “Flatrates”? Da sind 1 GB Standard und wer mehr verbraucht, zahlt auch mehr. Und da wundert Ihr Euch, wenn unter 1 GB verbraucht wird?

Nicht wirklich, oder?

Notfall Handy

Wenn man Positronen zu viel Sauerstoff gibt, kommt eben manchmal Blödsinn bei raus. Da bin ich mal gespannt, wie das endgültig ausgeht.

Als Mobiltelefonierer bin ich Positron-Kunde der (beinahe) ersten Stunde. Seit dem 1. Quartal 1996 bin ich dabei, auch wenn damals die Mobilfunkversorgung an der Stadtgrenze versiegte. Wenn man aber eine Verbindung hatte, war die Sprachqualität top, besser als meine Erfahrungen mit allen anderen damaligen Netzen. Anrufer einer umgeleiteten Festnetznummer erkannten nicht, ob ich mich im Büro oder unterwegs befand. Ich war immer sehr zufrieden mit Positron, bis auf ein Ereignis, dass ich aber mitverschuldet hatte und das dazu führte, dass ich eine Weile nicht die Positron-Netzkennung auf meinem Handy hatte, sondern sie in die eines Elektrons änderte. Aber das nur nebenbei.

Seit 2014 bekommt das Positron nun ordentlich Sauerstoff, man versucht beide zu vereinen und dabei das Positron komplett aus den Namen, Marken und Verträgen zu verbannen. That’s Life. Aber nun kommen die fremden Menschen mit dem Sauerstoff und wollen mich hinüberlocken. Sie belästigen mein Handy und fordern mich postalisch zum Rückruf auf. Immerhin gibt es wenigstens dafür eine Portokasse. Für das Zusenden eines Angebotes oder Vertragsentwurfes gibt es die nicht, wie ich beim Rückruf erfuhr.

Mit dem Inhalt meines Positron-Vertrages bin ich eigentlich glücklich. Man könnte ihn vielleicht optimieren, aber ich vermute, viel besser zugeschnitten auf meine Bedürfnisse geht’s schon nicht mehr. Nun bieten die Sauerstoffler vergleichbares. Identische Leistungen gibt es natürlich nicht. Das wäre ja auch zu einfach. Irgendwo schimmert immer das Wort “Flatrate” durch, wobei ich das dazu sinnvolle passende Telefonierverhalten nicht habe. Eine Datenflat brauche ich auch nicht, nicht umsonst spreche ich hier die ganze Zeit von Handy und nicht von Smartphone.

Erreichbarkeit, ab und an ein Rückruf, ab und an eine SMS und die zum Handy gehörige Festnetznummer, mehr habe ich nicht, mehr nutze ich nicht, mehr will ich nicht. Das offizielle, am Telefon gemachte Angebot, ist 30% teurer als das, was ich jetzt zahle. Das angepasste ist aber immer noch 20% teurer. Und ob wirklich alle Leistungen in der Form mit dabei sind, wie ich sie gern hätte, bleibt dahin gestellt.

Manchmal ist es doch erstaunlich, wie Nicht-Einzigartig ich bin. Das betrifft vor allem Eigenschaften, die ich mit Call-Center-Mitarbeitern gemeinsam habe. Der eine hat fast genau das gleiche Telefonierverhalten wie ich, der andere geht genauso selten wie ich ins Kino. Ey! Call-Center-Coacher! Auf diese simulierte Art eine Beziehung zwischen Agent und Kunden aufzubauen nervt! Ich will Zahlen, Daten, Verträge und keine gefühlsduseligen Vertretergespräche. Punkt.

Mein Positron-Vertrag läuft noch eine Weile. Ihr habt also noch eine Chance, mich zu bekommen bzw. zu behalten. Oder ihr kündigt mich. Ginge natürlich auch. Denkt aber daran, dass das dann für immer wäre. Und ich habe nicht nur ein Vertragsverhältnis mit Euch. Die würde ich dann alle mitnehmen zu einer von den beiden Alternativen. Oder zu einem Service-Provider (brrr *schüttel*).