DirkNB

alles querbeet, was bei den anderen nicht passt

Abendbrot von Ronald

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Den US-Amerikanern soll das Service-Gen schon mit in die Wiege gelegt sein. Äußerungen eines deutschen Kabarettisten/Comediens zu folge kommen sie ja nicht mit einem hiesigen “Gnääääääääääääääääääää”, sondern mit einem “Hello, what can I do for you?” auf die Welt. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal den Namen des Urhebers nachreichen kann, er will mir aber partout im Moment nicht einfallen.

Der deutsche US-Amerikaner wäre an sich ja eine gute Mischung aus Serviceleistung und Korrektheit, es scheint ihn aber nur sehr selten zu geben. Vor allem, wenn neben allem redlichen Bemühen auch noch Stress mit dazu kommt, geht es mit den angesprochenen Tugenden doch manchmal schnell den Bach runter. Erst kennt die Bestellannahme das eigene Sortiment nicht, dann doch, und nachfolgend können, da mehrere Kunden in der Warteposition standen, die Bestellungen nicht richtig bzw. mit etwas durcheinander – was wohl auch ein wenig an den anderen Kunden lag – zugeordnet werden.

Der Nachteil von McDrive ist aber, dass man trotz einschlägiger schlechter Erfahrungen doch nie nachprüft, ob wirklich alles in der Tüte ist, was man bestellt hat. So kam dann die (nicht wirkliche) Überraschung zu Hause, als einer der drei “Stars of America (Teil 1)” fehlte. Da stellt sich die Frage, ob sie das mit Absicht machen und ihnen die nicht an die Kunden weitergegebene Steuerersparnis (im Restaurant 19% MWSt., McDrive 7%) nicht ausreicht und sie so die Kunden noch mehr abzocken wollen?

Hingefahren bin ich, um hinterher einen Beitrag über die Burger zu schreiben. So einer wie dieser sollte es eigentlich nicht werden, es war eher ein kulinarischer Ansatz geplant. Das wurde jetzt nichts. Aber dafür kann ich nicht. ;-)

Big Money Is Watching You (aktualisiert)

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Wenn ich mich manchmal so beobachte, ich werde wohl nie auf einen grünen Zweig kommen. Immer werde ich ein kleiner Angestellter bleiben. Mit traumwandlerischer Sicherheit schlage ich jede Chance aus, die sich mir bietet. Nicht mal Lotto spiele ich. Da kann ich ja nie so viel Geld bekommen, wie ich jetzt manchmal schon ausgebe.

Als ich nach Feierabend zu meinem Auto kam, steckte dort ein Zettel an der Türklinke. Will da schon wieder einer das Ding, auch zum Schrottwert, kaufen? Leicht durchgeweicht zerreiße ich das Papier beim Entfernen vom Auto und lese dort eine handschriftliche Notiz. Name und Nummer sind leider nicht vollständig, aber am Türgriff ist noch ein Fragment zu erkennen. Nun mit aller Vorsicht versuche ich alles zu retten und kann dann einen Namen und eine Handynummer erkennen. Ein Herr B. erheischt meinen dringenden Rückruf.

Dreimal gehe ich um mein Auto und schaue alles unter dem schummrigen Licht der Umgebung an, kann aber keinen Schaden feststellen. Stoßstange ist noch dran und vollständig, auch die Seiten oder die Rückfront scheint nicht eingebeult zu sein. Mit erhöhter Aufmerksamkeit lasse ich den Motor an und höre auf jedes Geräusch, auf jede Nuance. War da nicht was? Ich fahre vom Parkplatz, suche mir aber einen weiteren Stellplatz, will nur aber erst mal die Fahrfähigkeit des Pkw testen. Es scheint alles in Ordnung.

Das Handy ist schnell bei der Hand, die Nummer genauso schnell eingegeben. Dann das Freizeichen. Eine Männerstimme stellt sich als Herr B. vor. Ich verweise auf den Zettel mit dem dringenden Rückrufwunsch und er faselt etwas von einer Kollegin, die den wohl an mein Auto fabriziert hat. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, dürften auch noch ein paar andere Autos entsprechend dekoriert worden sein. Zur allgemeinen Beruhigung: Mit meinem Auto hatte der Zettel nichts zu tun, dem wäre nichts passiert.

Wo ich denn arbeiten würde, fragt mich Herr B. wie nebenbei. Und ob ich nicht ggf. etwas Geld nebenbei oder hauptberuflich verdienen wollte. Oder ob ich nicht jemanden kennen würde, der das will. Herr B. lud auch in sein Büro ein, wo es dann genauere Informationen zur Branche und der Art des Geldverdienens gegeben werden sollten. Dies war dann für mich der Zeitpunkt, das Gespräch mit dem Hinweis auf die Unseriösität seines Anliegens zu beenden.

Schade eigentlich. Vielleicht hätte ich ja mal drauf eingehen können. Das wäre mal eine schöne Quelle über das vermutliche Abzockverhalten einer neuen Masche, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, zu bloggen. Die Nummer müsste ich noch im Handy bei der Wahlwiederholung haben, spätestens auf der nächsten Rechnung taucht sie ja auch wieder auf. Sie fing mit 0157717578** an, das weiß ich noch. Aber vielleicht hat ja ein Leser dieses Beitrages auch so ein Zettelchen am Auto gehabt und weiß genaueres.

P.S. und Update: Jetzt habe ich mal nach dem Namen des Herrn Ba. gegoogelt. Schön, wenn man keinen 08/15-Namen hat. Welche Deutungen sind da nur möglich, wenn man keinen einzigen Treffer hat? Ein gutes Geschick im Datenschutz oder ein falscher Name sind wohl die wahrscheinlichsten, wobei die Chance, dass es der Datenschutz ist, bei <5% liegen dürfte.

Der Salamibaum

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Werbung ist doch immer wieder bildend. Im Werbespot für eine Pizza, “die im Ofen frisch hochbackt” heißt es unter anderem, dass sie mit erntefrischen Zutaten belegt ist. Danach und vor jedem weiteren gesprochenen Wort kommt eine Salami ins Bild, die in Scheiben geschnitten wird.

Stellt sich nur noch die Frage, ob Salamis Feldfrüchte, eher eine Art Getreide oder was andere sind. Sie könnten natürlich auch an einem Strauch oder Baum wachsen. Oder ist sie gar eine Wurzel?

Gucken, so lange es geht, u.a. hier: youtube

Schon komisch

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Früher, als noch Häuschen mit Herzchen in der Tür vorherrschten, hatte der Akt der Entleerung, speziell im Winter, meist sogar etwas hektisches. Aber mit der Entwicklung der Sanitärkeramik, einer entsprechend hölzern gearbeiteten Oberfläche, teils plasteüberzogen, und mit dem Einzug derselben in die beheizten Räumlichkeiten der Wohnhöhle hat sich hier einiges geändert. Der Akt des kontemplativen Besuchs der Porzellan-Abteilung dehnte sich zeitlich aus, was nach den körperlichen auch geistige Verrichtungen in der Ruhe der Abgeschiedenheit ermöglichte.

Nachdem anfangs “Totholzmedien” die Begleitung darstellten, um ggf. nach der geistigen Aufnahme auch der Resteentsorgung zu dienen, haben sich  immer mehr mehr oder weniger kleine elektronische Geräte auf Grund ihres praktischeren Formats durchgesetzt. Das ist vor allem dann sinnvoll zu verwenden, ist die Wohnung WLAN-verseuchtversorgt. Die treten dann auch meist noch gehäuft auf, so dass entsprechende Anzeigen auf den Tabs oder Smartphones nicht ohne Interesse gelesen werden können.

wlanscan

Originell sind vor allem die selbstbenannten Netze wie Daddelkisten-WLAN oder Schlappi. Was ich nur irgendwie erstaunlich und bedenklich finde, ist, dass an meinem Ort beschaulicher Entleerung mein eigenes WLAN-Netz zeitweise nicht mal das am stärksten einstrahlende ist. Das wird wohl auch daran liegen, dass mein AP dafür am diagonal entgegengesetzt liegenden Ende der Wohnung liegt. Aber der andere strahlt schon ganz schön …

Lachen im Kasten und nicht im Keller

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Wer den folgenden, sinngemäß wiedergegebenen Satz mal zu wem gesagt hat, weiß ich leider nicht mehr. Ich habe ihn auch aus einer Anekdote, so ist die Echtheit sowieso nicht verbürgt. Aber zu einem gestandenen Maler kam mal ein aufstrebender junger Kollege und erheischte einen helfenden Kommentar über die Qualität eines gerade fertig gewordenen Bildes. Die Koryphäe meinte dazu: “So können Sie erst malen, wenn sie bekannt und berühmt geworden sind. Bis dahin müssen ihre Bilder wirklich gut sein.”

Dieser Gedanke sei dem folgenden Geschreibsel über deutsche Kabarettisten vorangestellt, wobei ich hier Kabarett mal im weiteren Sinn, aber doch im Unterschied zur Comedy meine. Die entsprechende Grenze in wenigen Worten zu definieren fällt schwer, ich werde mich damit wohl noch mal separat befassen müssen. Aber das hatte ich anderswo schon mal angedeutet. Eine gewisse Form von Anspruch würde ich ggf. unterstellen, wäre das Wort “anspruchsvoll” nicht bereits ironisch hinterlegt (siehe Reinhard Mey – Anspruchsvoll). Soll heißen, Comedy ist einfach lustig, bei Kabarett muss der Rezipient schon noch etwas mitdenken.

Nun stelle ich seit geraumer Zeit fest, dass mir die Programme einiger Kabarettisten, nachdem sie mit und durch das Fernsehen immer erfolgreicher geworden sind, nicht mehr so gut gefallen. Es scheint der oben bei der Maler-Bemerkung beschriebene Effekt eingetreten zu sein. Erfreulich nur, dass es immer noch welche gibt – mehr so aus der zweiten Reihe – bei denen es (noch) nicht so ist. Und es kommt auch immer noch neues nach, was hoffnungsfroh stimmt.

Als Kronzeuge sei hier Dieter Nuhr aufgerufen. Lange Zeit wollte ich es nicht wahr haben, aber spätestens die ihm gewidmete Ausgabe der “Lachgeschichten” – eine WDR-Produktion – und seine dortigen Äußerungen brachten wohl einen Damm zum Brechen. Seine moderativen Fähigkeiten möchte ich ihm dabei nicht absprechen, aber wer seine Programme kennt merkt schnell, dass er sich hier oftmals selbst zitiert und damit recycelt. Lorbeeren, auf denen man sich ausruht, welken doch manchmal sehr schnell.

Weitere Beispiele sind Florian Schröder und Hennes Bender. Dabei hatte ich bei meinen Vorlieben letzteren eigentlich nicht wirklich auf dem Schirm. Aber seine Kurzauftritte bei diversen Kabarett- und Satiresendungen gefielen durchaus, so dass ich mir neulich “Erregt” zulegte, eines seiner Programme auf CD. Leider dokumentiert diese Aufzeichnung an ein, zwei Stellen ein Verhältnis zum Publikum, dass nicht rolleneigen ist, sondern aus ihm selbst heraus zu kommen scheint, und das ich so nicht erwartet habe und nicht goutiere. Mein geschwächtes Interesse an Auftritten von Florian Schröder könnte ich zwar im Moment nicht an konkreten Ereignissen fest machen, es hat aber auch nicht mit der Qualität des von ihm moderierten “Das Er(n)ste” zu tun; es war schon vorher da bzw. nicht mehr da.

Solange Mathias Richling, der Harry Potter deutschen Kabarett-Fernsehens, noch im Ensemble des Scheibenwischers aktiv war, fand ich seinen Part passend, wichtig und gut. Letztendlich ist er aber ein typischer Vertreter sogenannter Polit-Comedy geworden, der ich so gar nichts abgewinnen kann. Hier tummeln sich aber auch andere in teils unterschiedlichen Qualitäten.

Natürlich gibt es eine Reihe von Wortkünstlern mit aktuellen Programmen, die man durchaus empfehlen kann (die Reihenfolge ist keine Wertung, ich habe es mal alphabetisch versucht): Urban Priol, Jochen Malmsheimer, Max Uthoff, Frank Lüdecke, das Duo Henning Venske und Jochen Busse, Marc-Uwe Kling, Matthias Deutschmann, Werner Koczwara, Mathias Tretter, Vince Ebert (Vorsicht! Der absteigende Ast ist in Reichweite), Josef Hader, Niels Heinrich, Piet Klocke, HG Butzko, Christoph Sieber, Sebastian Pufpaff, Philip Simon (Maler-Effekt?), Alfred Dorfer, Jens Neutag usw.

Klassiker sind natürlich Dieter Hildebrandt, Werner Schneyder, Werner Finck, Dietrich Kittner, Thomas Freitag (ich weiß, der ist noch nicht soooo alt, aber trotzdem), Matthias Beltz, Georg Kreisler und noch ein paar andere, die das Feld Kabarett von den verschiedensten Richtungen aus beackert haben und es z.T. auch noch tun. Und wer sich jetzt wundert, dass solche Namen wie Heinz Erhardt oder Bodo Wartke hier unabhängig von ihrer Qualität nicht auftauchen, dem sei gesagt, dass sie hier nicht reingehören. Aber dazu irgendwann später mehr.