Hüh und Hott, mein Wunderpferdchen

Auf die Gefahr hin, mindestens gelyncht (oder heißt das: geluncht?) zu werden und vermutlich dann auch in irgendeiner Handelsmarkenlasagne wieder aufzutauchen: Ja, ich habe auch schon mal Pferdefleisch gegessen. Offiziell und unter dem Namen wurde es auch erworben und zu einem Gulasch verarbeitet. Schon die Zubereitung zeigte die Vorteile gegenüber handelsüblichem Rind- oder Schweinefleisch und auch das Endprodukt war geschmacklich super.

Der momentane Lebensmittelskandal (der eigentlich kein momentaner ist) rund um das Pferdefleisch in Rindfleischprodukten (und anderen Panschereien) verwundert doch ein wenig, hat der wohlmeinende Kunde doch bisher Pferdefleisch als wertvoller sowohl für die Belastung des Portmonees als auch für die Ernährung angesehen. Ein Kommentar in der „Zeit“ nimmt sich des Themas mal grundsätzlich an und titelt „Fleisch muss wieder Luxusgut werden„.

Dass am aktuellen Skandal eben nicht nur der Handel und die Hersteller Schuld tragen, sondern auch der Verbraucher, sollte man gerade letzterem endlich mal mit der hartgefrorenen Tortelloni-Packung einbleuen. Ein tiefgekühltes Fleischfertiggericht für unter zwei oder drei Euro – das geht nur mit Betrug, entweder am Tier oder am Menschen. Oder an beiden. Wenn bei meinem Antik-Händler für 100 Euro ein Rubens im Schaufenster steht, frage ich ja auch nicht nach, ob der echt ist oder eine Kopie.

Ob dafür Fleisch unbedingt zu einem Luxusprodukt werden muss, sei dahin gestellt. Wichtig ist, dass der Bauer so viel Geld erhält, dass er seine Tiere möglichst naturnah und natürlich aufziehen kann, wozu er verpflichtet werden muss. Dazu kommt eine Maximalgröße der Höfe und die Pflicht, das Futter selber anzubauen. Auf die Verpackungen der Endprodukte kommt dann noch der Herkunftsnachweis, Geschmacksverstärker werden verboten, und kein Tier darf lebend mehr als 30 km transportiert werden. Oder besser: die Tiere müssen auf dem Hof geschlachtet werden. Kein lebendes Tief darf mehr als 10 km in seinem ganzen Leben transportiert werden.

Ach, ich phantasiere schon wieder … Erstaunlich, wozu man mit der „Zeit“ kommt.

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