Ironie im Internet funktioniert nicht (immer)

Wobei ich die Aussage in der Überschrift gleich wieder korrigieren muss. Schriftliche Ironie im Internet funktioniert nicht. Meine These in dem Zusammenhang ist, dass in der Schriftsprache noch nichts gefunden wurde, was der Mimik/Gestik in allen Nuancen entspricht. Sicher gibt es Smileys, aber die sind in dem Zusammenhang eher Holzhammer als wirklicher Ersatz für diesen Blick, dieses leichte Zucken im Augenwinkel, das Ironie dem direkten Gegenüber zumindest zu erkennen hilft. Natürlich kann man auch mangelnde Intelligenz unterstellen, wenn jemand Ironie – gemeinhin die feine – nicht erkennt. Aber der Fehler könnte dann auch auf Seiten des Autors liegen. Es ist also mitnichten ein gutes Argument.

So ist es doch als bedauerlich festzustellen, dass der eine oder andere ironische Text nicht als solcher erkannt, sondern wortwörtlich ernst genommen wird. Die eine oder andere Erfahrung durfte ich in dem Zusammenhang auch schon machen, was mich einerseits auch amüsierte, anderseits aber auch eine (möglicherweise) interessante Diskussion im Ansatz ersterben ließ. Aber wenn man nach einem ironischen Kommentar geblockt wird, misslingt selbst eine Klarstellung schon im Ansatz. Das aber nur so nebenbei.

Satire in einem Text zu erkennen, ist meist einfacher, Ironie hat eher die Tendenz unterzugehen. Sicher mag es eine Hilfe sein, wenn man als Autor dafür bekannt ist, ironisch zu kommentieren. Da ist der Leser dann schon etwas geeicht und erwartungsfroh und unterstellt manchmal mehr Ironie als eigentlich da ist. Aber was machen da nur Schreiber, die mal ironisch und mal nicht ironisch ihrer Tätigkeit nachgehen? Schwierig. Ein Beispiel? Gern.

Neulich las ich einen Text, der sich über die wetterbedingte Männermode etwas ausließ. Unter der Überschrift “Almost Fourty – Wenn das Outfit zu heiß wird” wird mit allen Klischees gespielt, die es in dem Zusammenhang nur gibt. Im Stil einer Stilikone fordert der Autor die Vernichtung aller Kurzarm-Hemden, greift das Socken-und-Sandalen-geht-gar-nicht-Diktat auf und verbannt auch kurze Hosen in den Bereich des modisch Unmöglichen. Dabei wird auf’s beste fabuliert:

Socken und Sandalen – weltweit als absolutes Tabu erkannt – erfreuen sich überraschenderweise nach wie vor großer Beliebtheit, aber das ist nicht die einzige Möglichkeit anderen Leuten die Netzhaut zu verätzen.

Ist das nicht herrlich!? Ironie pur, die schon gefährlich dicht an eine Satire heranreicht. Aber genau hier zeigt sich die ironische Qualität des Autors, eben nicht den Schritt zu gehen, das Fehlen von Socken in den Sandalen auch gleich auf die Unterwäsche unter den Hosen auszudehnen. Nur dann wäre das “weltweite Tabu” wirklich konsequent weiter gedacht.

Ähnlich übrigens wird auch beim Begründen abzulehnender Kurzärmligkeit ironisch überhöht. Das ist echt feine Kunst:

Denn … wirklich niemand (darf) kurzärmelige Hemden in der Öffentlichkeit tragen. Wenn einem wirklich so warm ist … kann man die Ärmel eines Hemdes einfach nach oben rollen.

Da wird der Autor doch fast wieder satirisch, weiß man doch, dass dieses aufgerollte in den meisten Fällen einfach nur ungeschickt und peinlich aussieht und gern als Bizepssimulanz missbraucht wird. Aber in der heutigen, auf Oberflächlichkeiten geeichten Zeit wird jeder Trick genutzt, um da ein paar Pluspünktchen einzufangen.

Alles in allem finden wir in “Almost Fourty – Wenn das Outfit zu heiß wird” auf heldth.com ein schönes Beispiel für einen ironischen Text, der mit den gängigen Meinungsklischees spielt und durch eine entsprechende Überhöhung ad absurdum führt. Er ist ein guter Beleg dafür, dass man auch ohne die Holzhammer á la Smileys oder Hashtags auskommt, und trotzdem einen schönen, amüsant zu lesenden Text hinbekommt, der herrlich ironisch ist, aber so, wie er da steht, durchaus auch ernst genommen werden könnte. Meine Gratulation!

Facebook, du bist doof (oder blöd)

Eigentlich sollten die Facebookler doch froh sein. Da drängt man als Organisation in das soziale Netzwerk und dann stellen die sich quer. So plötzlich. Nach Jahren …

Seit einiger Zeit ist betreue ich beruflich eine Facebookseite. Da man (zumindest seinerzeit bei der Einrichtung) dafür auch einen Nutzeraccount benötigt, legte ich den für die gleiche Organisation an. Nutzen wollten wir ihn eigentlich nicht. Nur eben als Zugang zur Seite. Die Praxis ergab, dass wir ihn doch nutzen, aber den Schwerpunkt nach wie vor auf die Seite legten. Es war einfach praktischer, auch den Account (=Profil im Facebook-Deutsch) zu nutzen.

Und dann nun das: facebook

Ihr seid so schlau, ihr blöden Facebookler. Wie soll die vorhandene Facebook-Seite der Organisation gepflegt werden, wenn ihr den Zugang dazu sperrt? Oder kann man sich mittlerweile mit dem Facebook-Seiten-Namen auch anmelden? Vermutlich nicht. Natürlich könnte man die Seite auch von einem privaten Facebook-Profil aus pflegen. Aber das ist so nicht vorgesehen.

Es stellt sich also die Frage, wie da jetzt der offizielle Weg ist. Wie kann man eine Facebook-Seite pflegen, ohne über private Nutzer-Profile darauf Zugriff zu erlangen? Ihr von Facebook seid doch so schlau, sagt mal was dazu!

Im Fonduefond ersoffen

Warum Kommentare in Blogs nicht veröffentlicht werden, kann unterschiedlichste Ursachen haben. Der Kommentator hat beim Captcha einen Fehler gemacht, hat die Pflichtfelder nicht richtig ausgefüllt, sein Kommentar kann aus diversen Gründen im Spam-Filter gelandet sein oder er hat im schlimmsten Fall dem Blog-Autoren einfach nicht gepasst. Einen verschütt gegangenen Kommentar hatte ich vor einiger Zeit schon mal, das klärte sich dann aber als technisches Problem. Wo der aktuelle Grund liegt, weiß ich nicht, deswegen sei er hier nachgetragen.

Unter dem Titel “Fünf Gründe, warum Fleischfondue mit Brühe einfach KEINEN SINN macht” wird im Blog Schlaraffenwelt über Fondues philosophiert. Das geschah durchaus pointiert und leidenschaftlich, aber gerade solche Beiträge fordern ja Kommentare auch heraus. Zumal ich auch schon Fondues aus Brühe gemacht habe und so der vertretenen Meinung nicht so ganz zustimmen konnte.

Hier also mein im Original verlustig gegangener Kommentar:

Wenn man keine Ahnung h… ähm ..
Ach, naja, wollen wir mal nicht so hart sein. Die grundsätzlichen Aussagen, die oben gemacht wurden, sind ja nicht falsch. Vor allem die mit dem Röstaroma im Wasser. 😉 Wer natürlich bei einem Brühe-Fondue Röstaromen erwartet, gehört mit dem Baguette verprügelt.
Als Teilnehmer und Initiator von Brüh-Fondues ist einem natürlich klar, dass in der Brühe schon mal ordentlich Geschmack drin sein muss, um eine gute Basis zu bilden (nebenher wird die Brühe den Abend über immer besser und dient zusammen mit den reingefallenen und nicht wieder rausgeangelten Fleischstücken als Mitternachtssuppe). Die oben angesprochene Osmose funktioniert ja auch in die andere Richtung. Kommt nur immer drauf an, wo sich die konzentriertere Lösung befindet (und das sollte eben die Brühe sein und nicht das Fleisch).
Und solche Brüh-Fondues als “Gesundheits-” oder “Diätessen” abzuwerten, geht ja nun völlig am Thema vorbei. Ich schütte doch schließlich kein Wasser in den Fondue-Topf, sondern Fond, aber richtigen. So könnte ich mal unterstellen, dass die Öl- oder Käsefondue-Macher diese Sorten bevorzugen, weil sie billiger sind und trivialer.

Zugegeben, ich bin auf den leicht provokativen Ton im Artikel eingestiegen und habe es in vergleichbar ironisch probiert. Aber der Spam-Filter sah das wohl anders und beweist damit mal wieder, das Ironie im Internet nicht funktioniert. 😉

Backup eines Kommentars

Nichts ist ernüchternder  als Nichtachtung. Als Blogger schreibe ich natürlich nicht nur in meine eigenen Blogs, sondern kommentiere auch gern andere Beiträge. So weit, so normal. Und dabei gehöre ich auch zu den Schreiberlingen, die auch in diese Kommentare etwas Geist einfließen lassen. In etwa so, wie auch in den eigenen Blogbeiträgen.

Etwas enttäuschend ist nur, wenn der Kommentar dann nicht veröffentlicht wird und auch Nachfragen offensichtlich versanden. Wobei ich da dem Blogautor selbst nicht allein in die Verantwortung für nehme. Zum einen ist es sein gutes Recht, Kommentare auch aus beliebigen Gründen nicht zu veröffentlichen, schließlich ist es sein Blog. Nur könnte das den Kommentator als Leser verscheuchen, was schade wäre. Zum anderen gibt es in der Blogsoftware auch Spamfilter, die Spamkommentare rausfiltern (ein Problem, dass ich auch kenne). Und wenn da mein Kommentar als Spam herausflog, könnte das der Blogautor übersehen haben und mein Kommentar ging so verschutt, genau wie meine Nachfrage. Warum auch immer.

Da ich aber doch ein wenig Esprit in meinen Kommentar gab und der nicht verschwendet sein soll, möchte ich ihn hier veröffentlichen. Und hinter diesem Link verbirgt sich der auslösende Artikel, der meinen Kommentar verschluckte. Den sollte man zum Verständnis vorher lesen. 😉

Darauf kommentierte ich:

Enttäuscht bin ich. Regelrecht enttäuscht. Da lese ich den ersten Absatz und erwarte etwas über Burger. Aber was werde ich? Geführt in die Irrungen und Wirrungen des “Journalismus”. Der erste Absatz ist genauso irreführend wie manche B***-Überschriften, die mit dem darunter stehenden Artikel meist nicht viel gemein haben, die Aussagen zwischen Überschrift und Artikel sollen sogar schon diametral auseinander gestanden haben.
Aber hier! Da erwarte ich, dass die Burger auseinander genommen werden. Sie scheinen ja durchaus Mode zu sein. In urbanen Zentren schießen die Burger-Läden wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden und die Kochblogs quellen förmlich über mit Rezepten: Hamburger, Cheeseburger, Pulled-Pork-Burger, Hähnchenburger, Tofuburger, Bioburger, Pastramiburger, Pilzburger, Wildburger, Fischburger, Salamiburger (ach nee, das war nur eine Klappstulle mit Wurst und Salat), Hirschburger, Kasslerburger, Fleischbrätburger (ach nee, das war die Leberkässemmel), Kürbisburger, Spargelburger usw. usf.
Und was kommt? Nichts! Nur eine Kritik am Online-Journalismus. Wobei: Bei der angesprochenen Contentkrönung verkommt der Journalismus zur Datenverarbeitung bzw. -erfassung. Reinkommende Infos werden ans eigene System angepasst und wieder raus geschossen. Das hat mit Journalismus genauso viel zu tun wie Durchfall mit einer geregelten Verdauung.
Auf meinem Kaffeebecher stand neulich „Caution – Contents Hot!“ Das sei den (angehenden) Profischreiberlingen ins Stammbuch geschrieben: Content ist nix weiter als heißer Kaffee, der schnell abkühlt. Um richtigen Eindruck bei den Lesern zu hinterlassen braucht es schon etwas mehr.

Vielleicht bin ich ja auch in die Ironie-Falle des Internets gefallen. Eine alte (relativ alt im Vergleich zum Internet) Lehrmeinung besagt: “Ironie im Internet funktioniert nicht.”

Zu früh abgeschossen

Mist, da war ich wohl etwas voreilig. Ich schreibe ja nicht nur im eigenen Blog, sondern kommentiere auch gelegentlich anderswo. Und wenn der Begriff nicht schon anderweitig und negativ besetzt wäre, würde ich sagen, ich trolle dabei auch gern ein bisschen.

Wenn Blogs Türen hätten, habe ich neulich eine mit großem Tamtam zugeschlagen. Und gerade jetzt findet dort eine Diskussion statt, an der ich mich gern beteiligt hätte, weil mir da bei einigen Äußerungen die Hutschnur geplatzt ist.

Aber wenn da eine junge(?) Frau schreibt, sie hätte so viel zu tun, dass sie sich Schlaf eigentlich nicht erlauben dürfte, gehört da eigentlich mit Karacho zwischen geschlagen.

Video gucken im Internet

Wenn man sich den aktuellen Erfolg von Videobloggern so ansieht, stelle ich mir die Frage, ob die wirklich so erfolgreich sind, wie immer gesagt wird. Gezählt werden da meist die Abonnenten oder die Abrufzahlen der Seiten.

Die Frage, die mir dabei durch den Kopf geht: Können die Videoplattformen wirklich messen, ob die, die die Seite des Videos aufrufen, sich wirklich auch das Video ansehen?

Den Abruf der Datei kann man zählen, aber wenn man das Video nach 5 Sekunden abbricht, zählt der Abruf trotzdem. Selbst der vollständige Download der Videodatei in den temporären Speicher ist kein Indiz (unter der Voraussetzung, dass das Downloadende messbar ist). Der Download geht schneller als das Ansehen.

Haben die Videoblogger mit ihren Inhalten wirklich die Reichweite, die die Abrufzahlen unterstellen? Wer von den Abrufern dieses Artikels hat ihn wirklich bis an diese Stelle gelesen?

Periscope zeigt nicht die Wahrheit

Der neue heiße Scheiß aus dem Hause Twitter scheint zur Zeit ein Dienst namens “Periscope” zu sein. Twitterer mit Kamera am Smartphone können bei Live-Videostream das abbilden, was sich ihnen bietet. Wobei, die neu ist das auch nicht mehr, angeblich gibt es das ja schon seit März.

In einem Stern-Online-Interview mit dem Periscope-Chef fallen ein paar Sätze, die man eigentlich nicht unkommentiert stehen lassen kann.

“Persicope ist ein Werkzeug für die Wahrheit.”

Aber wir versuchen, jedem Nutzer eine Supermacht zu geben, nämlich die Supermacht, sehen zu können, was in diesem Moment in der Welt geschieht – durch den Blick von anderen Menschen.

Periscope-Chef Kayvon Beykpour bei Stern-Online

Eben. “Durch den Blick von anderen Menschen.” Manchmal muss man eben genau lesen. Was heißt das nämlich? Ganz einfach: Auch bei Periscope sieht man nicht die Wahrheit, sondern den subjektiven Blick eines anderen Menschen, den man sogar noch beeinflussen kann.

Man kann auch mit Periscope nie die Wahrheit sehen, man sieht immer nur einen Ausschnitt! Als Werkzeug der Wahrheit wird der Dienst damit von seinen Machern maßlos überschätzt. Aber das liegt wohl in der Natur der Sache.

Bloggertreffen Neubrandenburg

Für alle, die etwas spontaner sind als ich, noch schnell ein kleiner Hinweis: Der hiesige Hackerspace will es auch mit einer Fachgruppe Blogging probieren. Am Dienstag, den 21.04.15, um 19 Uhr, ist ein erstes Treffen angesetzt.

Und da Blogging ein weites Feld ist, soll das erste Treffen auch dazu genutzt werden, Interessen auszuloten und zu gucken, wo die meisten Bedarfe bestehen. Schreiben, gegenseitige Kritik, Fotografie, Planung, WordPress-Anpassungen, Selbsthosting oder irgendwo unterschlüpfen, Grafik, Logo, Joomla, blog.de, blogger.com, wordpress.com, … Das Feld ist weit.

Und wer interesse hat, und entweder den Termin verpasst hat oder grundsätzlich dienstags 19 Uhr nicht kann, kann gern in den Kommentaren alternative Vorschläge machen.

Falscher Ansprechpartner

Wenn man einen Blog betreibt, dann kann es durchaus sein, dass man darauf auch Reaktionen bekommt. Das geschieht der Einfachheit halber meist als Kommentar unter einem Blogbeitrag, aber manch einer greift sich dann auch die E-Mail-Adresse aus dem Impressum und schreibt dort hin. Vor allem, wenn man Foodblogger ist, scheint das öfter zu passieren, gibt es doch im Bereich Essen und Trinken doch die eine oder andere Firma, die hier etwas verkaufen will. Die Supermärkte sind bekanntlich voll davon.

Salzmischungen, Messerschärfer, Räucherlachs und anderes mehr sind mir, der ich mich unter Der Herdnerd auch mit dem Thema befasse, so schon angeboten worden, teilweise sogar als kostenloses Gratisexemplar. Bisher habe ich immer widerstanden, bin ich doch davon ausgegangen, dass PR auf meinem Blog nichts zu suchen hat. Nur ein halber geräucherter Lachs ließ sich nicht abwehren, wurde er doch einfach ohne zu fragen an mich versandt. Aber da sage ich mal: Selber Schuld. Die ersten zwei Drittel waren durchaus lecker, aber das letzte Drittel musste ich mir schon reinquälen, so dass ich vorläufig von dem Produkt genug habe. Geschrieben habe ich seinerzeit nicht darüber, und dass es mich in der nächsten Zeit passiert, ist auch eher unwahrscheinlich. Räucherlachs habe ich noch satt. Da ist wohl das Gegenteil von dem passiert, was die Agentur da bezwecken wollte.

Aber nicht nur Naturalien werden angeboten. Linktauschangebote sind ebenso dabei wie Anregungen, über ein bestimmten anderen Blog, ein anderes Internetangebot oder dergleichen zu schreiben, ggf. mit einer “Aufwandsentschädigung” oder der leicht erhöhten Chance, irgendeinen Gewinnspielpreis zu bekommen. Besonders lustig ist es immer dann, wenn per E-Mail ein Schreiben kommt, dass man meinen Blog entdeckt hat und ihn gut findet und mal anfragen möchte, ob man nicht Interesse für ein Thema hätte … Meist sind das Standardtexte. Da ich bei meinen drei Blogs überall die gleiche E-Mail-Adresse im Impressum zu stehen habe, weiß ich manchmal nicht, welchen dieser Blogs sie meinen, da der entsprechende Name in der E-Mail nicht vorkommt …

Diesen Fehler Manuela P. (Name geändert – DirkNB) nicht gemacht. Immerhin kommt in der E-Mail der Name meines Blogs vor.

Für die passende Unterstützung eines gerade eben realisierten Projektes – einen vegan-/vegetarischen Reiseführer – bin ich bei der Suche nach qualitativen Foodblogs, die auch vegetarische Gerichte bringen, auf Ihren interessanten Blog “Der Herdnerd” gestoßen.

Von den etwas über 150 Rezeptideen, die ich dort vorgestellt habe, sind 2 oder 3 (aus Versehen) vegetarisch oder sogar vegan, man muss sie sich allerdings suchen und durchlesen, um das zu prüfen, gekennzeichnet ist nichts. Die anderen Rezepte zeigen dann doch recht deutlich, dass kein Vegetarier bin. Der entsprechende philosophische Blogbeitrag liegt übrigens seit Ewigkeiten unvollendet auf Halde.

Aber zurück zu Manuela P., die laut der E-Mail mit 2 Kollegen und 55 Veggie-Bloggern “kollaboriert” hat, um einen “Gourmet-Reiseführer” zu erstellen. Nachdem sie in wenigen Worten das Projekt vorgestellt hat, fragt sie ganz offen,

… ob vielleicht die eine oder andere Möglichkeit besteht, unser Projekt auch über „Der Herdnerd” vorzustellen? Ich würde mich super freuen, wenn Ihnen der Veggie-Guide gefällt und Sie ihn vielleicht bei Ihnen mit aufnehmen – natürlich gegen eine kleine Aufwandsentschädigung.

Konkreter wird sie allerdings nicht. Nur an mir ist jetzt die Entscheidung hängen geblieben, was ich mache. Schicke ich ihr gleich die E-Mail, die sich höflich bedankt, aber dann doch darauf hinweist, dass die E-Mail beweist, dass sie (also Manuela P.) sich meinen Blog nicht angesehen hat, sonst hätte sie durchaus bemerken können, dass ich spätestens Veganismus und die noch weiter gehenden Philosophien für Ess- und/oder Verhaltensstörungen halte, oder schicke ich zuerst ein Angebot für die Aufwandsentschädigung und lehne dann ab.

Nebenbei: In dem zu bewerbenden Internetangebot werden insgesamt 55 Restaurants aus London, Paris und Berlin beschrieben. Mehr nicht. Und ich dachte immer, sich fleischlos zu ernähren hat auch was mit Umweltschutzbewusstsein zu tun, aber dafür werde ich dann aufgefordert, nach 200 km nach Berlin zu fahren, entweder, um dort dann zu speisen oder mich noch in ein Flugzeug nach Paris oder London zu setzen. Werden da nicht die Grundfesten der Philosophie, die sich hinter dem Vegetariertum befinden, doch massiv pervertiert? Dann bleibe ich doch bei meinem naturnah in der Region erzeugten Fleisch, was viel ökologischer ist.

Den letzten Gedanken werde ich wohl als Tenor in meine Antwort-E-Mail einfließen lassen. Da bin ich mal gespannt, ob ich darauf eine Antwort bekomme …

Jetzt reicht’s: Gelbe Karte

Da schrieb doch am Nachmittag des 9. September jemand: “Der Gottesdienst fängt an!” Irgendso ein Handy-Laden brachte wohl ein neues Handy raus und kündigte eine neue Armbanduhr an. Und große Teile der Journalie schaltete das Hirn aus und geiferte einem gewissen Herrn Cook nach. Selbst Edelblogger aus dem Krautreporter-Umfeld waren sich für großflächige PR nicht zu schade, nahmen Kosten und Mühen in Kauf, um den interessierten Fanboy zu “informieren”.

Beispiel: Richard Gutjahr. Er berichtete wohl sogar live von dem Event. Oder wollte es zumindest. Für nur -,99 € war man dabei. Interessnt an seiner Ankündigung ist die Begründung, warum der Leser dafür bezahlen soll:

Warum bezahlen?

Die Preise für Flug und Hotel waren happig – auf diese Weise möchte ich wenigstens einen Teil meiner Reisekosten wieder reinholen. Zugleich ist Euer Beitrag für mich ein besonderer Ansporn, möglichst viele Eindrücke einzufangen und unmittelbar bereit zu stellen, um Euch den Abend über so gut wie irgend möglich zu unterhalten.

Fassen wir also zusammen: Da bringt ein Handy-Entwickler und -händler ein neues Modell heraus und kündigt zeitgleich eine neuartige Armbanduhr mit Kinderkrankheiten an. Dafür lädt er zu einer PR-Pressekonferenz und die Journalisten, die da sind, lassen sich dann auch noch von ihren Lesern dafür bezahlen, dass sie die Werbung der Firma übermitteln? Da stimmt doch was nicht.

Liebe Krautreporter,

wenn ihr noch mehr solche PR-Journalisten in Euren Reihen habt, kündige ich Euch nicht nur meine Liebe. Immerhin ist Herr Gutjahr nicht der erste, der mir – aus den unterschiedlichsten Gründen – negativ aufgefallen ist, auch wenn ich mein Unbehagen bei den anderen nicht öffentlich ventiliert habe.