DirkNB

alles querbeet, was bei den anderen nicht passt

Dokumentiertes Nichts

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Manchmal hat man Zukunftsängste. Die sind meist eher persönlich begründet: Job, Gesundheit, Beziehung … Aber manchmal wird die Zukunftsangst auch etwas globaler, vor allem, wenn man sich Gedanken über nachfolgende Generationen macht.

Ein Zitat aus einer Timeline bei Facebook (alles Original, nichts weggelassen – außer der Name – nichts hinzugefügt):

warum sind Leute die Mann sehr lieb hat immer so böse zu einen wenn Mann? Z.B :-(

Es folgt eine mitfühlende Antwort:

was los ??

Worauf der Ursprungsverfasser antwortet:

egal, weil wurde die nacht bestimmt 10mal angerufen weil ich mein fahne bei chris hatte weist und ich müde war und ich nicht um 23Uhr die Fahne hol weist deswegen

Der Name ist geändert, aber in Anlehnung an die Originalorthografie geschrieben.

Augenscheinlich ging nicht nur mir das mit dem Verständnis so.

alos Michael dich muss man nicht verstehen grade wegen dein ticker;!!!

Manchmal habe ich Angst um die Zukunft.

Chef brabbelt vor, Journalisten nach – falsch ist beides

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Großes Unglück ereilte vor 10 Jahren eine Region, Vertreter der hauptbeteiligten Firma treffen auf Opfer und Hinterbliebende. Das sei aber nicht das Thema. Aber der grammatikalische Faux pas sei herausgegriffen.

Der heutige Chef der Firma entschuldigt sich bei den Betroffenen. Das ist, vom Ansatz her, löblich, aber kann er das überhaupt? Kann er sich entschuldigen – im Wortsinne? Die einfach Antwort: Kann er nicht. Es wäre sogar sehr vermessen und anmaßend, wenn er das machen würde.

Er meint natürlich etwas anderes, aber dann sollte er es auch sagen: Er bittet die Hinterbliebenden um Entschuldigung. Nur die können ihn entschuldigen, er selber kann es nicht. Da sollte man dran denken, auch in solch ergreifenden Momenten.

Schlimm nur, dass die Journaille das nachplappert, obwohl sie es, die sie sich doch täglich mit der deutschen Sprache auseinandersetzen, eigentlich besser wissen sollten.

Mit Fachchinesisch auf Du und Du

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Von einer bekannten regionalen Familienzeitschrift fiel mir die aktuelle Ausgabe in die Hände. Gleich auf dem Titel entdeckte ich einen zusätzlich angebrachten Aufkleber, der so ein bisschen die kleinen grauen Zellen anregte. Darauf stand ein vermutlich in Zeitschriftenkreisen gängiger Fachbegriff, der Lust auf mehr machte.

Was unterscheidet ein Leseexemplar von den anderen Exemplaren der Zeitschrift? Und: Was für andere Arten gibt es? Da ist Phantasie gefragt.

Das Ansichtsexemplar hat nur Bilder drin, der Text ist nicht mitgedruckt. Das Ausmalexemplar zeigt nur Umrandungen für die eigene Farbgebung. Das Leihexemplar darf man zwar Leihen bzw. Verleihen, aber Lesen geht nur mit der o. g. Variante. Und vielleicht gibt es doch ein Wischexemplar, das auf saugfähigem Papier gedruckt ist.

Das Fliegenklatschenexemplar erklärt sich dann auch wieder von allein.

Komische Promotion

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Früher … Tja, Sätze, die so anfangen, klingen immer wie von vorm Krieg. Früher war alles besser. ;-) Zum Teil scheint es aber auch zu stimmen, bei dem Blödsinn, den manche heute so ausscheiden. Aber mit der geeigneten Betriebsblindheit passieren eben immer mal wieder Sachen, die für außen Stehende eher amüsant anmuten. Kommt dann noch Stress dazu, wird auch nicht mehr kontrolliert und drüber nachgedacht.

Musik-Promotions-Firmen sind dafür da, die von den Plattenpressern produzierten Scheiben unters Volk zu bringen. Dazu werden geeignete Medien entsprechend unterstützt. Die entsprechenden E-Mails sind manchmal von bestechendem Inhalt. So las ich heute nachmittag:

Mit “Ja” wird im Herbst der wohl intensivste und emotionalste Song des im März 2012 erschienenen Silbermond-Albums “Himmel auf” veröffentlicht.

Oh technische Wunderwelt! Da kauft man also im Frühjahr ein Album, kann sich aber ohrenscheinlich nicht alles darauf anhören, da einzelne Titel erst im Herbst veröffentlich werden. Wie wird sowas eigentlich ermöglicht? Geht das nur auf speziellen CD-Playern oder ist das System umfassend kompatibel? Muss ich meinen CD-Player dazu ans Internet anschließen, und wenn ja, wie? Fragen über Fragen.

Oder wird da versucht, das gleiche Musikstück mehrfach zu verkaufen?

Weisheit

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Im aktuellen Duden-Newsletter steht ein interessanter Satz zur Kommasetzung. Irgendwie hatte ich die letzte Zeit auch öfter damit zu tun, vielleicht traf er deswegen mein Komikzentrum besonders.

Die Kommasetzung ist im Grunde das Einfachste der gesamten Rechtschreibung. Das kann fast jeder. Die Schwierigkeiten beginnen ja erst mit der tiefer gehenden Frage „Wohin?“.

Damit ist alles gesagt.

Bloggen wirkt

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Da sage nochmal einer, Bloggen wirkt nicht! Das Gegenteil ist der Fall. Vor einiger Zeit schrieb ich über ein fehlendes “h” im Straßennamen auf einem Haltestellenschild. Und siehe da, seit ein paar Tagen ist es wieder da:

Da kannste mal sehen …

Das Ende ist nah

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Bastian Sick ist so ein bisschen aus dem Schussfeld der Öffentlichkeit heraus, seine Deutschkurse haben aber durchaus einiges hinterlassen. Mir sind da vor allem seine Anglizismusbeispiele in Erinnerung geblieben, die nur aus deutschen Worten bestehen. Wörtlich übersetzte Redewendungen gehören ebenso dazu wie die einfache Floskel, dass irgendwas “Sinn macht”. “It’s make sense” ist die originale Entsprechung, heißt aber original im Deutschen, dass etwas sinnvoll ist.

Zur Zeit erlebe ich eine inflationäre Verwendung von “at the end of the day”, deutsch und sinnrichtig mit “letztendlich” oder “letzten Endes” übersetzt. Aber alle Welt spricht immer nur vom verfloskelten “Ende des Tages”, so dass die Frage lohnt, was die sonst noch alles abends bis Mitternacht machen wollen.

Die Krönung war neulich eine Dokumentation, die ich bei zdf_neo sah. In Folge 14 von “Einfach überirdisch” wird davon gesprochen, dass Roboter eine Silikon-Intelligenz haben. Das englische “silicon” hat mit dem deutschen Silikon aber auch sowas von gar nichts zu tun. “Silicon” heißt deutsch Silizium und ist eine Basis der Chipherstellung für die Computerindustrie. Silikon ist im Zweifelsfall wabbliges Plastik, dass in der Küche und in Brüsten eine gewisse Bedeutung erlangt hat und dem Übersetzer augenscheinlich ins Hirn gerutscht ist (bzw. dahin, wo normalerweise Hirn erwartet werden darf). Es ist aber auch keinem Redakteur oder Sendungsverantwortlichen bei zdf_neo oder Bavaria Synchron aufgefallen.

Solange es noch in der Mediathek ist, ist es hier nachzusehen (Minute 41:50 – 42:00). Ich warte nun nur doch darauf, dass eine Frau mit einem dicken Bauch einen prägnanten Eindruck hinterlässt, statt einfach nur schwanger (englisch: pregnant) zu sein.

Zu beklagen: Ein Verlust.

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Der Tunfisch hatte den Verlust auch schon zu beklagen, Goethe durfte seins behalten. Das ist das Privileg der Eigennamen. Den Hämorriden ging es mittlerweile ab und den Jogurt ziert es nicht mehr. Dem Kängeru ist hinten was abgefallen und auch aus der Myrre ist es herausgeschnitten. Rau ist nicht mehr glatt und die Spagetti kommen ohne aus.

Der geneigte Leser hat natürlich erkannt, dass es um das stimmlose oder stumme “h” geht, dass laut aktueller deutscher Rechtschreibung wegfallen kann. Der Franzose an sich hatte sowieso schon immer ein Problem mit dessen Aussprache, auch, wenn es mit Stimme gesprochen werden sollte. So wird die Geschichte von einer französischen Schülerin kolportiert, die in Deutschland Au pair machte und in der Zeit Haarausfall bekam. In der Apotheke fragte sie nach einem Mittel gegen ” ‘aarschwund” (ich liebe die französische Betonung, sie ist so süüüüüß.) und wundert sich seither, dass die Deutschen gegen Haarausfall Babypuder benutzen …

Ob nachfolgendes fehlendes “h” nun neue deutsche Rechtschreibung oder nur das Ergebnis eines frankophilen Druckers ist, wird eine Frage bleiben.

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