DirkNB

alles querbeet, was bei den anderen nicht passt

Demokratie pur

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Manchmal guckt man ja nicht ungestraft Fernsehen. Im konkreten Fall waren es Nachrichten. Da gab es eine Meldung, wo in zwei Sätzen unsere “Demokratie” lupenrein beschrieben wurde. Heißt: Das, was dort beschrieben wird, ist alles, aber keine Äußerung über eine Demokratie.

“Neuer Klubchef (eines Vereins – DNB) wird der bisherige Vizevorsitzende XY. Der Finanzfachmann soll auf einer Mitgliederversammlung Anfang Mai gewählt werden.”

Schön, dass jetzt schon klar ist, wer im Mai gewählt wird. Schön, dass Journalisten sowas senden. Schön, dass in Vereinen (und auch der Politik) so gedacht wird. Schön, dass ggf. Bestätigungen einzelner als “Wahl” bezeichnet werden. Wahl hat für die Wähler auch immer was mit Auswahl zu tun! Und wenn zwei (oder mehr) zur Wahl stehen, dann ist das noch lange keine “Kampfabstimmung”, sondern einfach nur gute Demokratie.

Fastenzeit

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In der heute beginnenden Fastenzeit gilt es, auf irgendetwas aus seinem Leben für die kommenden 7 Wochen zum Zwecke der Läuterung zu verzichten.

Die Initiative “SCHAU HIN!“, ansonsten durchaus sinnvoll, springt auf den Zug auf und schlägt ein “Medienfasten” vor. Hier gibt es nähere Informationen zur Aktion.

Statt ständig nur ins Smartphone zu starren wird mal ein gewisser Abstand zum Netz empfohlen. „Eine Auszeit verschafft Kindern die Ruhe, Zeit und Aufmerksamkeit, eigene Fähigkeiten auszu­pro­bieren und aktiv ihre Freizeit zu gestalten.“

Gut, dass die Macher der Initiative echte Profis sind. Das Finden von alternativen Beschäftigungen wird dann doch den Eltern überlassen und nichts konkretes vorgeschlagen. Die üblichen Verdächtigen unter den sinnvollen Betätigungen sind da manchmal ein Austreiben des Teufels mit dem Belzebub.

So wird eben nicht empfohlen, statt im Smartphones mal ein gutes Buch zu lesen. Die Pointe wäre doch zu schön gewesen. Manchmal muss man in solchen Zeilen vielleicht auch mal auf’s Fasten verzichten.

Sammelalbum aus Patronenhülsenhaltern gesucht

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Der Mann braucht ein Hobby, am besten eins, dass auch ein Internetprojekt sein kann. Ich glaube, ich fange an, Q-Tipps zu sammeln.

Dafür bräuchte ich etwas, was wie ein Sammelalbum aussieht, in dem so Schlaufen drin sind wie für kleine Patronen. Da kann ich dann die Q-Tipps reinstecken. Immer schön sortiert.

Natürlich nicht irgendwelche Q-Tipps, sondern die von mir gebrauchten. Obwohl auf der Packung drauf steht, dass man sie sich nicht in die Ohren stecken soll, putze ich meine Gehörgänge damit.

Und die beschmalzten möchte ich sammeln. Immer montags, mittwochs und freitags wird ein Stäbchen ins Sammelalbum gesteckt. Bei dem Kram, den ich den ganzen Tag lang hören muss, kommt da sicher einiges zusammen.

Fortsetzung in pink

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Gestern schrieb ich über spannende Erlebnisse mit einem rosa Riesen. Meine Beschwerde über die Nichtnutzung der Lieferadresse habe ich natürlich nicht nur hier angebracht, sondern auch direkt an den Kundenservice geschickt.

Schon heute früh kam eine Antwort, bei der ich mir relativ sicher bin, dass sie trotz Unterschrift mit einem menschlichen Namen von einer Maschine beantwortet wurde. Dem Kundenservice hatte ich meinen Unmut über die Nichtnutzung der Lieferadresse und meine Gründe wie gestern geschriebenen Artikel dargelegt. Die Antwort darauf lautet nach einer freundlichen Anrede:

gern informieren wir Sie über den Lieferstatus. Dafür brauchen wir allerdings noch einige Informationen.

Bitte ergänzen Sie in dieser E-Mail folgende Angaben und senden Sie diese an uns zurück.

Kundennummer:

Unser Tipp: Die Kundennummer finden Sie oben rechts auf Ihrer Telekom Rechnung oder auf Ihrer Auftragsbestätigung.

Gern klären wir nach Eingang dieser Angaben Ihr Anliegen unverzüglich.

Liebe Telekom: Den Lieferstatus kenne ich. Sein Zustandekommen ist das, was ich kritisiere. Na, mal sehen, was sie daraufhin antworten.

Aller guten Servicefails sind drei

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Zum Einstieg mal eine pauschalisierte Aussage: Die (ehemaligen) Staatsunternehmen haben’s nicht so mit dem Service; vor allem diejenigen, die mal Bundespost hießen. Wie ich zu dieser völlig neuen Erkenntnis gekommen bin? Ganz einfach.

Servicefail 1: Meinen heimischen Internetzugang habe ich beim rosa Riesen, was im wesentlichen daran liegt, dass mir kein alternativer Betreiber die Anschlussqualitäten in gleicher Qualität liefern konnte. Das hat mit dem Internetzugang selbst nichts zu tun, aber mit dem drumrum. Punkt. Mein DSL-Router ist schon etwas in die Jahre gekommen, so dass ich mich nach einer Alternative umsah. Die war dann schnell bestellt und ich harr(t)e der Lieferung. Da ich zu normalen Paketdienstlieferzeiten normalerweise auf Arbeit bin, habe ich die Adresse als Lieferadresse angegeben. Aber wohin lässt die Telekom liefern? Natürlich trotzdem nach Hause.

Servicefail 2: Geliefert wird übrigens von einem anderen Bundespostnachfahren: DHL. Der weiß natürlich nicht, dass ich eigentlich eine andere Adresse als Lieferadresse angegeben habe. Der Bote traf mich natürlich nicht zu Hause an und so darf ich mir das Paket an einer Abholstation (also keiner Postagentur o.ä.) abholen. Das hat gleich zwei Failaspekte: Zum einen liegen die Öffnungszeiten innerhalb meiner Arbeitszeiten, zum anderen ist diese Abholstation ein simpler Bretterverschlag (es war wohl mal eine Art Selbstbau-Garage), die man im Zweifelsfall nur zu stark ansehen braucht, damit sie zusammen fällt. Sie sieht es jedenfalls aus.

Servicefail 3: Dieser hat mit den anderen beiden nichts zu tun, er passt nur hierher, weil das auch heute passiert ist und auch den rosa Riesen betrifft. Ich brauchte für eine Aktion eine mobile Internetzugangsmöglichkeit, um mittels Skype ein Tonsignal zu übertragen. Laptop mit Mikrofon und Skype via Handynetz zum gegenüber. Alles ganz einfach, flexibel und mit einem unschlagbaren Preis-Leistung-Verhältnis. Bisher habe ich mit dem dem Mobilfunknetz der Telekom keine eigenen Erfahrungen, also testete ich den frisch erworbenen Zugang ausgiebig. Die Bandbreiten, die entsprechende Testanwendungen anzeigten, waren gut ausreichend. Die Tonübertragung über Skype trotzdem gestört. Der Bandbreitentest brachte wieder gute Werte, Skype ging trotzdem nicht sauber. Also wurde mit einem anderen Netz getestet. Das Ergebnis: Bandbreite vergleichbar gut, Skype auch gut. Dann wieder das Telekom-Netz: Bandbreite gut, Skype … nicht. Hatte ich da im Kleingedruckten was übersehen? Augenscheinlich. Mit einem Trick, der dem Netz verschleierte, dass ich skypen will, der aber auch den Datenweg so ein wenig pervertierte, gelang dann auch über das rosa Netz einen gute Skype-Kommunikation.

Fail, fail, fail. Dreimal am Tag. Und dabei habe ich ein anderes Dauer-Fail der letzten Wochen noch gar nicht mitgezählt. Oder waren das sogar zwei?

Wunderoase in der Wüste

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Mein Tab hat rechts auf halber Höhe einen Fleck, so groß wie ein Hühnerei. Die Touchdisplays vergessen aber auch nichts. Wer sowas schon mal gesehen oder in der Hand gehalten hat, wird das nachvollziehen können. Bei intensivem Gebrauch wird selbst aus dem hochwertigsten Retina- irgendwann ein Patinadisplay. Alles voller Fingertapsen oder entsprechender Schleifspuren. Mikrofasertücher helfen da übrigens sehr gut. Aber das erklärt nicht den Fleck. Der ist eigentlich auch nicht rechts, sondern oben, weil ich das Tab bei der morgendlichen kontemplativen Entleerung hochkant halte, um Twitter, E-Mails und Spider Solitär zu lesen bzw. zu spielen.

Womit wir beim eigentlichen Thema wären: Wie kommt der Fleck auf’s Display? Das passiert, wenn man plötzlich und beinahe unvorbereitet lauthals lachen muss und dabei mit dem Kopf auf dem Tab aufschlägt (mangels Tischplatte). Der Auslöser sei Euch nicht vorenthalten, hat aber eine kleine Vorgeschichte. Aus Gründen brauchte ich eine SIM-Karte, die mit einer Tages-Flatrate für den Internetzugang verbunden werden konnte. Bei der Recherche im Internet wurde ich schnell fündig. Ein bekannter Discounter bot ein entsprechendes Angebot feil. Allein: In unserer schönen Stadt gibt es keine Filiale. Postversand war auch nicht vorgesehen, aber wozu hat man sich im Land rumtreibende Kollegen. “Kannst Du mir mal was mitbringen?”, war schnell in den Raum geworfen und – weil alles gut klappte – hatte ich am nächsten Tag die SIM-Karte auf dem Tisch.

Wenn nur alles so gut funktionieren würde. Aber noch ging es positiv weiter. Die Freischaltung der SIM-Karte war schnell erledigt. Online ist sowas ja einfach gemacht. Nachdem alles eingegeben war, wurde ich darüber informiert, dass der Vollzug bis zu 24 Stunden dauern könnte. So weit, so normal. Ich probierte ab und an, mich auf der Service-Webseite mit meinen neuen Zugangsdaten einzuloggen (manchmal gehts ja auch schnell), dann ging ich zu Bett (der ganze Vorgang spielte sich am Abend ab).

Der nächste Tag sah mich nach einem Brunch das Einloggen nochmals probieren und – Hurra! – es klappte. Die Karte war freigeschaltet. SMS-Empfang ging auch (die Karte steckte in einem Datenstick, so konnte ich das Anrufen nicht probieren), rausgehend konnte ich dank 0,- Euro Prepaid-Guthaben nicht testen. Aber das Netz wurde korrekt von der Einwahlsoftware angezeigt. Es galt, den Guthabenstand zu erhöhen, also suchte ich nach einer entsprechenden Eingabemöglichkeit von Kontoverbindung oder Kreditkarte auf der Serviceseite im Netz. Fündig wurde ich nicht. Sollte es solch selbstverständliche Möglichkeit hier nicht geben? Das wäre ja blöd.

Irgendwann auf der Suche nach der Möglichkeit, mein Geld loszuwerden, fand ich dann doch den Satz: “Sie können Guthaben im Wert von 15,- € oder 30,- € problemlos in jedem {Lebensmitteldiscountername} Markt in Deutschland aufladen.” Sollte das wirklich wahr sein? Ich erinnere daran, dass es vor Ort diesen Discounter nicht gibt. Der nächstgelegende ist ca. 30 km entfernt. Habe ich da wirklich so in die Sche… gegriffen? Das kann nicht sein! Also schrieb ich eine E-Mail an den Support und harrte einer Antwort.

Kollegen sind doch immer wieder eine gute Anregung, wenn es um Informationen, die man eigentlich selber kennt, geht, nur gerade nicht präsent hat. Meine Hausbank bietet neben allerlei anderer Dienstleistungen auch das Aufladen von Handyguthaben an. Ein Blick auf den nächstgelegenen Geldautomaten bot zwar nicht die Auswahl des Lebensmitteldiscounters, aber den des technischen Betreibers, der dahinter steht. Also habe ich den ausgewählt, die Telefonnummer der SIM-Karte eingegeben und 15 Euro beauftragt. Meine Bank meldete erfolgreichen Vollzug. Auf der Servicewebseite zur SIM-Karte erschien die Summe vorerst nicht, wohl aber das Startguthaben von 5,- Euro. Datum und Uhrzeit dieser Buchung in Verbindung mit dem Erscheinen auf der Webseite deuteten an, dass hier immer erst etwas Zeit vergehen muss. Also machte ich mir erstmal um meine überwiesenen 15 Euro keine Gedanken. Der nächste Morgen brachte dann den Fleck auf’s Tab.

Bei der morgendlichen E-Mail-Schau bedeutete mir eine Nachricht, dass bei einem meiner Mailprovider eine Mitteilung in einem Spamverdachtsordner läge. Ich vermutete – wie sich herausstellte: völlig zu Recht – dort die Antwort auf meine Supportanfrage. Als ich sie vom Makel der Unredlichkeit befreit hatte, las ich nach einer freundlichen Anrede zu meinem Erstaunen und auch zu meiner Verwirrung folgendes:

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie Ihre Karte von {Lebensmitteldiscountermobilfunktarifname} ausschließlich in allen teilnehmenden Märkten aufladen lassen können.
Alternative Wege zur Aufladung bieten wir nicht an.
Aufladekarten erhalten Sie im Wert von 15,- EUR und 30,- EUR.
Bei Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Sollten meine 15 Euro entgegen der Nachricht meiner Hausbank einfach so verschwunden sein? Das Banken gern mal Geld verschwinden lassen, ist ja an sich nichts neues, aber so kleine Summen? Blitzschnell loggte ich mich in den Servicebereich des Betreibers meiner neuen SIM-Karte ein. Standen da nach wie vor nur die 5 Euro Startguthaben oder waren sie auf 20 Euro durch meine Überweisung aufgestockt? Ist das Geld verloren? Oder kann ich es zu Übertragungszwecken nutzen? Wie kann ich die 15 Euro, sollten sie nicht auf dem Prepaid-Konto auftauchen, wieder zurückbuchen? Geht das überhaupt, und wenn ja, wie? Laut E-Mail kann das Geld ja nicht auf dem Prepaid-Konto ankommen …

Als ich den Kontostand sah, schlug ich dann doch vor Lachen auf dem Tab auf. Entgegen der Supportnachricht gibt es offensichtlich doch mindestens eine weitere Möglichkeit, Geld auf die SIM-Karte zu laden. Da stellt sich vermutlich die Frage, warum der Support dies nicht mitteilte. Über die Antwort auf diese Frage darf spekuliert werden. Ich vermute mal entsprechende Vertragsbedingungen zwischen SIM-Karten-Anbieter (=Lebensmitteldiscounter) und Dienstanbieter (=Mobilfunkprovider). Letzterer wird dazu verpflichtet sein, diese Antwort zu geben, weil in der Kalkulation des Angebots (der Dienstanbieter hat vergleichbares im Portfolio, aber teurer) durch den Lebensmitteldiscounter eine Rolle spielt, die Kunden mehr an den Laden zu binden und ihn immer wieder in die Räume zu locken, dass er weitere Umsätze generiert. Außerdem wird im Verkauf der Aufladekarten mehr Geld zu verdienen sein als im Verkauf der SIM-Karten. Soweit meine kleine Spekulationsblase.

Tagesrückblick Sonntag, 03.03.2013

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Heute war es mal wieder soweit. Neubrandenburg erlebte einen kulturellen Höhepunkt, der mehr Menschen auf die Beine brachte, als so manches politischere und vor allem auch wichtigere Thema in der Vergangenheit. Selbst Rettungswagen mit Blaulicht waren dabei, um Teilnehmer, die nicht bis zum Ende durchgehalten haben, zu verarzten.

Beobachter der Szenerie würden behaupten, was waren mehr Menschen unterwegs als beim durch die Naziaufmärsche initiierten Fest der Demokratie, beim Tag der Familiengesundheit auf dem Marktplatz oder beim letzten Flohmarkt. Allein das Vier-Tore-Fest hat wohl mehr Menschen in die Neubrandenburger City gezogen. Der Vergleich hinkt dann aber, weil letzteres ein eher lokales Ereignis ist, das heutige aber landesweit in diversen Innenstädten stattfand: Rostock, Greifswald, Schwerin und eben auch Neubrandenburg.

Vielleicht hat das erste sonnige Wochenende diesen Jahres den Veranstaltern in die Hände gespielt, dass so viele kamen. Der Marktplatz war fast überlaufen zu nennen, in der Fußgängerzone der Treptower Straße war mehr los als zu manchen Haupteinkaufszeiten. Und dabei war noch nicht mal Grünmarkt. Auf den ersten Blick war gar nicht zu sehen, wo der Auslöser des Ereignisses stattfand. Der mediennutzende und damit informierte Bürger wusste aber, was ihn besser als jedes gesellschaftlich notwendige Thema in die Innenstädte zog: Der heilige Konsum. Es war verkaufsoffener Sonntag.

Hurra, wir sind im Recall!

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Flüchtiges Lesen, verbunden mit frei assoziierenden Gedanken, hat in den seltensten Fällen zu sinnvollen Informationen geführt. Meist sorgen die Ergebnisse eher für Heiterkeit. So auch im aktuellen Fall.

Der Hersteller meines Autos schickte ein Schreiben für ein Recall. Der schnelle Blick auf das Papier brachte die Stichworte “Bremsen” “lange Wege” und “Rückrufaktion” ins Auge und ins Hirn. Eine Rückrufaktion wegen langer Bremswege? Sowas nennt sich zur Zeit nicht Defekt, sondern glatte Straße, oder wie sehe ich das?

Beim genauen Lesen zerstob die Pointe ins Nichts. Nicht das Auto hat lange Bremswege, sondern das Bremspedal einen “übermäßigen Pedalweg”. Na, dass ist weniger originell, aber da ich sowieso zur Durchsicht muss, wird dann alles doch wieder ein ganz normaler Vorgang. Manchmal schreibt das Leben eben die langweiligeren Geschichten.

Abendbrot von Ronald

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Den US-Amerikanern soll das Service-Gen schon mit in die Wiege gelegt sein. Äußerungen eines deutschen Kabarettisten/Comediens zu folge kommen sie ja nicht mit einem hiesigen “Gnääääääääääääääääääää”, sondern mit einem “Hello, what can I do for you?” auf die Welt. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal den Namen des Urhebers nachreichen kann, er will mir aber partout im Moment nicht einfallen.

Der deutsche US-Amerikaner wäre an sich ja eine gute Mischung aus Serviceleistung und Korrektheit, es scheint ihn aber nur sehr selten zu geben. Vor allem, wenn neben allem redlichen Bemühen auch noch Stress mit dazu kommt, geht es mit den angesprochenen Tugenden doch manchmal schnell den Bach runter. Erst kennt die Bestellannahme das eigene Sortiment nicht, dann doch, und nachfolgend können, da mehrere Kunden in der Warteposition standen, die Bestellungen nicht richtig bzw. mit etwas durcheinander – was wohl auch ein wenig an den anderen Kunden lag – zugeordnet werden.

Der Nachteil von McDrive ist aber, dass man trotz einschlägiger schlechter Erfahrungen doch nie nachprüft, ob wirklich alles in der Tüte ist, was man bestellt hat. So kam dann die (nicht wirkliche) Überraschung zu Hause, als einer der drei “Stars of America (Teil 1)” fehlte. Da stellt sich die Frage, ob sie das mit Absicht machen und ihnen die nicht an die Kunden weitergegebene Steuerersparnis (im Restaurant 19% MWSt., McDrive 7%) nicht ausreicht und sie so die Kunden noch mehr abzocken wollen?

Hingefahren bin ich, um hinterher einen Beitrag über die Burger zu schreiben. So einer wie dieser sollte es eigentlich nicht werden, es war eher ein kulinarischer Ansatz geplant. Das wurde jetzt nichts. Aber dafür kann ich nicht. ;-)

Vom Backsteinklinker zum Brett nature

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Wer kann sich eigentlich noch an die guten alten Postämter erinnern? Meist backsteinverklinkert, auf jeden Fall ehrwürdig, respektfordernd. Sie waren Bollwerke der Logistik und der Dienstleistung: Briefe, Telegramme, Päckchen, Ferngespräche, Geldwechsel, Pakete, Lotto, Telefonanschlüsse, Postkarten, Briefmarken, alles bekam man dort, nachdem man sich andächtig in die Meditationsreihen eingeordnet und seine Zeit hat verstreichen lassen.

Damals hieß alles noch Deutsche Bundespost und war staatlich. Heute ist das anderes. Heute ist aber auch die Zeit, in der ich soweit bin, selbstständig Versandaufträge auszulösen und die Aktivitäten von Logistikdienstleistern auf mich zu fokussieren. Nun kommt es aber vor, dass ein solcher vor meiner Tür steht, ohne mich zu anzutreffen. Dann gab es der Varianten zwei: Das Versandstück war flach genug, um in den Briefkasten zu passen oder es war so dick, dass nur eine Benachrichtigungskarte am gleichen Orte hinterblieb. Dann begab man sich ins nächste Postamt oder die nächste Postagentur und nahm sein Versandstück entgegen.

Früher (vorm Krieg) ging man ins zwar Ehrfurcht erheischende,  aber nicht verklinkerte Hauptpostamt, reihte sich in die Reihe der wartenden und freute sich immer mehr. Vorfreude ist schließlich die reinste Freude. Später eilte ich in eine Postagentur in einem Supermarkt und danach in eine gleiche in einem Handyladen. Die aktuelle Krönung war dann aber eine absolute Spitzenleistung: Auf dem Abholschein sollte ich lt. Vordruck in einer Filiale abholen. Darunter war ein Stempel: Vorname, Name, Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort – natürlich mit konkreten Angaben. Eine normale Privatanschrift. Ohne Öffnungszeiten.

Mitten in einer Fußgängerzone, zwischen zwei Reihen Eigenheimen gelegen, fand sich dann eine “Paketausgabestelle”. Ein selbstgedrucktes Schild verwies auf ein paar wenige offene Stunden am Tag, allein, die Tür war geschlossen. Ein Klingelknopf bot seine Hilfe an. Nach seiner Betätigung regte sich etwas im nebenstehenden Privathaus, die Haustür entließ eine Frau, Typ Deutsche-Bundespost-Beamten-Gattin, die mir nach ein wenig Amtshandlungen mein Paket übergab.

Früher war der Postversand mal eine hoheitliche Aufgabe (glaub ich), heute wird er in alten Bretterschuppen – an einem solchen befand sich besagter Klingelknopf neben ebenfalls benanntem Schild – abgewickelt. Ich zitiere mal aus dem Wikipedia-Artikel zum Unternehmen: “Das Unternehmen … ist Weltmarktführer bei Luft- und Seefracht und weltweit das umsatzstärkste Logistikunternehmen.” Und eine der Neubrandenburger Kundenschnittstellen befindet sich in einem Bretterschuppen.