DirkNB

alles querbeet, was bei den anderen nicht passt

Tagesrückblick Sonntag, 03.03.2013

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Heute war es mal wieder soweit. Neubrandenburg erlebte einen kulturellen Höhepunkt, der mehr Menschen auf die Beine brachte, als so manches politischere und vor allem auch wichtigere Thema in der Vergangenheit. Selbst Rettungswagen mit Blaulicht waren dabei, um Teilnehmer, die nicht bis zum Ende durchgehalten haben, zu verarzten.

Beobachter der Szenerie würden behaupten, was waren mehr Menschen unterwegs als beim durch die Naziaufmärsche initiierten Fest der Demokratie, beim Tag der Familiengesundheit auf dem Marktplatz oder beim letzten Flohmarkt. Allein das Vier-Tore-Fest hat wohl mehr Menschen in die Neubrandenburger City gezogen. Der Vergleich hinkt dann aber, weil letzteres ein eher lokales Ereignis ist, das heutige aber landesweit in diversen Innenstädten stattfand: Rostock, Greifswald, Schwerin und eben auch Neubrandenburg.

Vielleicht hat das erste sonnige Wochenende diesen Jahres den Veranstaltern in die Hände gespielt, dass so viele kamen. Der Marktplatz war fast überlaufen zu nennen, in der Fußgängerzone der Treptower Straße war mehr los als zu manchen Haupteinkaufszeiten. Und dabei war noch nicht mal Grünmarkt. Auf den ersten Blick war gar nicht zu sehen, wo der Auslöser des Ereignisses stattfand. Der mediennutzende und damit informierte Bürger wusste aber, was ihn besser als jedes gesellschaftlich notwendige Thema in die Innenstädte zog: Der heilige Konsum. Es war verkaufsoffener Sonntag.

Hüh und Hott, mein Wunderpferdchen

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Auf die Gefahr hin, mindestens gelyncht (oder heißt das: geluncht?) zu werden und vermutlich dann auch in irgendeiner Handelsmarkenlasagne wieder aufzutauchen: Ja, ich habe auch schon mal Pferdefleisch gegessen. Offiziell und unter dem Namen wurde es auch erworben und zu einem Gulasch verarbeitet. Schon die Zubereitung zeigte die Vorteile gegenüber handelsüblichem Rind- oder Schweinefleisch und auch das Endprodukt war geschmacklich super.

Der momentane Lebensmittelskandal (der eigentlich kein momentaner ist) rund um das Pferdefleisch in Rindfleischprodukten (und anderen Panschereien) verwundert doch ein wenig, hat der wohlmeinende Kunde doch bisher Pferdefleisch als wertvoller sowohl für die Belastung des Portmonees als auch für die Ernährung angesehen. Ein Kommentar in der “Zeit” nimmt sich des Themas mal grundsätzlich an und titelt “Fleisch muss wieder Luxusgut werden“.

Dass am aktuellen Skandal eben nicht nur der Handel und die Hersteller Schuld tragen, sondern auch der Verbraucher, sollte man gerade letzterem endlich mal mit der hartgefrorenen Tortelloni-Packung einbleuen. Ein tiefgekühltes Fleischfertiggericht für unter zwei oder drei Euro – das geht nur mit Betrug, entweder am Tier oder am Menschen. Oder an beiden. Wenn bei meinem Antik-Händler für 100 Euro ein Rubens im Schaufenster steht, frage ich ja auch nicht nach, ob der echt ist oder eine Kopie.

Ob dafür Fleisch unbedingt zu einem Luxusprodukt werden muss, sei dahin gestellt. Wichtig ist, dass der Bauer so viel Geld erhält, dass er seine Tiere möglichst naturnah und natürlich aufziehen kann, wozu er verpflichtet werden muss. Dazu kommt eine Maximalgröße der Höfe und die Pflicht, das Futter selber anzubauen. Auf die Verpackungen der Endprodukte kommt dann noch der Herkunftsnachweis, Geschmacksverstärker werden verboten, und kein Tier darf lebend mehr als 30 km transportiert werden. Oder besser: die Tiere müssen auf dem Hof geschlachtet werden. Kein lebendes Tief darf mehr als 10 km in seinem ganzen Leben transportiert werden.

Ach, ich phantasiere schon wieder … Erstaunlich, wozu man mit der “Zeit” kommt.

Hurra, wir sind im Recall!

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Flüchtiges Lesen, verbunden mit frei assoziierenden Gedanken, hat in den seltensten Fällen zu sinnvollen Informationen geführt. Meist sorgen die Ergebnisse eher für Heiterkeit. So auch im aktuellen Fall.

Der Hersteller meines Autos schickte ein Schreiben für ein Recall. Der schnelle Blick auf das Papier brachte die Stichworte “Bremsen” “lange Wege” und “Rückrufaktion” ins Auge und ins Hirn. Eine Rückrufaktion wegen langer Bremswege? Sowas nennt sich zur Zeit nicht Defekt, sondern glatte Straße, oder wie sehe ich das?

Beim genauen Lesen zerstob die Pointe ins Nichts. Nicht das Auto hat lange Bremswege, sondern das Bremspedal einen “übermäßigen Pedalweg”. Na, dass ist weniger originell, aber da ich sowieso zur Durchsicht muss, wird dann alles doch wieder ein ganz normaler Vorgang. Manchmal schreibt das Leben eben die langweiligeren Geschichten.

Abendbrot von Ronald

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Den US-Amerikanern soll das Service-Gen schon mit in die Wiege gelegt sein. Äußerungen eines deutschen Kabarettisten/Comediens zu folge kommen sie ja nicht mit einem hiesigen “Gnääääääääääääääääääää”, sondern mit einem “Hello, what can I do for you?” auf die Welt. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal den Namen des Urhebers nachreichen kann, er will mir aber partout im Moment nicht einfallen.

Der deutsche US-Amerikaner wäre an sich ja eine gute Mischung aus Serviceleistung und Korrektheit, es scheint ihn aber nur sehr selten zu geben. Vor allem, wenn neben allem redlichen Bemühen auch noch Stress mit dazu kommt, geht es mit den angesprochenen Tugenden doch manchmal schnell den Bach runter. Erst kennt die Bestellannahme das eigene Sortiment nicht, dann doch, und nachfolgend können, da mehrere Kunden in der Warteposition standen, die Bestellungen nicht richtig bzw. mit etwas durcheinander – was wohl auch ein wenig an den anderen Kunden lag – zugeordnet werden.

Der Nachteil von McDrive ist aber, dass man trotz einschlägiger schlechter Erfahrungen doch nie nachprüft, ob wirklich alles in der Tüte ist, was man bestellt hat. So kam dann die (nicht wirkliche) Überraschung zu Hause, als einer der drei “Stars of America (Teil 1)” fehlte. Da stellt sich die Frage, ob sie das mit Absicht machen und ihnen die nicht an die Kunden weitergegebene Steuerersparnis (im Restaurant 19% MWSt., McDrive 7%) nicht ausreicht und sie so die Kunden noch mehr abzocken wollen?

Hingefahren bin ich, um hinterher einen Beitrag über die Burger zu schreiben. So einer wie dieser sollte es eigentlich nicht werden, es war eher ein kulinarischer Ansatz geplant. Das wurde jetzt nichts. Aber dafür kann ich nicht. ;-)

Big Money Is Watching You (aktualisiert)

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Wenn ich mich manchmal so beobachte, ich werde wohl nie auf einen grünen Zweig kommen. Immer werde ich ein kleiner Angestellter bleiben. Mit traumwandlerischer Sicherheit schlage ich jede Chance aus, die sich mir bietet. Nicht mal Lotto spiele ich. Da kann ich ja nie so viel Geld bekommen, wie ich jetzt manchmal schon ausgebe.

Als ich nach Feierabend zu meinem Auto kam, steckte dort ein Zettel an der Türklinke. Will da schon wieder einer das Ding, auch zum Schrottwert, kaufen? Leicht durchgeweicht zerreiße ich das Papier beim Entfernen vom Auto und lese dort eine handschriftliche Notiz. Name und Nummer sind leider nicht vollständig, aber am Türgriff ist noch ein Fragment zu erkennen. Nun mit aller Vorsicht versuche ich alles zu retten und kann dann einen Namen und eine Handynummer erkennen. Ein Herr B. erheischt meinen dringenden Rückruf.

Dreimal gehe ich um mein Auto und schaue alles unter dem schummrigen Licht der Umgebung an, kann aber keinen Schaden feststellen. Stoßstange ist noch dran und vollständig, auch die Seiten oder die Rückfront scheint nicht eingebeult zu sein. Mit erhöhter Aufmerksamkeit lasse ich den Motor an und höre auf jedes Geräusch, auf jede Nuance. War da nicht was? Ich fahre vom Parkplatz, suche mir aber einen weiteren Stellplatz, will nur aber erst mal die Fahrfähigkeit des Pkw testen. Es scheint alles in Ordnung.

Das Handy ist schnell bei der Hand, die Nummer genauso schnell eingegeben. Dann das Freizeichen. Eine Männerstimme stellt sich als Herr B. vor. Ich verweise auf den Zettel mit dem dringenden Rückrufwunsch und er faselt etwas von einer Kollegin, die den wohl an mein Auto fabriziert hat. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, dürften auch noch ein paar andere Autos entsprechend dekoriert worden sein. Zur allgemeinen Beruhigung: Mit meinem Auto hatte der Zettel nichts zu tun, dem wäre nichts passiert.

Wo ich denn arbeiten würde, fragt mich Herr B. wie nebenbei. Und ob ich nicht ggf. etwas Geld nebenbei oder hauptberuflich verdienen wollte. Oder ob ich nicht jemanden kennen würde, der das will. Herr B. lud auch in sein Büro ein, wo es dann genauere Informationen zur Branche und der Art des Geldverdienens gegeben werden sollten. Dies war dann für mich der Zeitpunkt, das Gespräch mit dem Hinweis auf die Unseriösität seines Anliegens zu beenden.

Schade eigentlich. Vielleicht hätte ich ja mal drauf eingehen können. Das wäre mal eine schöne Quelle über das vermutliche Abzockverhalten einer neuen Masche, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, zu bloggen. Die Nummer müsste ich noch im Handy bei der Wahlwiederholung haben, spätestens auf der nächsten Rechnung taucht sie ja auch wieder auf. Sie fing mit 0157717578** an, das weiß ich noch. Aber vielleicht hat ja ein Leser dieses Beitrages auch so ein Zettelchen am Auto gehabt und weiß genaueres.

P.S. und Update: Jetzt habe ich mal nach dem Namen des Herrn Ba. gegoogelt. Schön, wenn man keinen 08/15-Namen hat. Welche Deutungen sind da nur möglich, wenn man keinen einzigen Treffer hat? Ein gutes Geschick im Datenschutz oder ein falscher Name sind wohl die wahrscheinlichsten, wobei die Chance, dass es der Datenschutz ist, bei <5% liegen dürfte.

Der Salamibaum

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Werbung ist doch immer wieder bildend. Im Werbespot für eine Pizza, “die im Ofen frisch hochbackt” heißt es unter anderem, dass sie mit erntefrischen Zutaten belegt ist. Danach und vor jedem weiteren gesprochenen Wort kommt eine Salami ins Bild, die in Scheiben geschnitten wird.

Stellt sich nur noch die Frage, ob Salamis Feldfrüchte, eher eine Art Getreide oder was andere sind. Sie könnten natürlich auch an einem Strauch oder Baum wachsen. Oder ist sie gar eine Wurzel?

Gucken, so lange es geht, u.a. hier: youtube

Schon komisch

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Früher, als noch Häuschen mit Herzchen in der Tür vorherrschten, hatte der Akt der Entleerung, speziell im Winter, meist sogar etwas hektisches. Aber mit der Entwicklung der Sanitärkeramik, einer entsprechend hölzern gearbeiteten Oberfläche, teils plasteüberzogen, und mit dem Einzug derselben in die beheizten Räumlichkeiten der Wohnhöhle hat sich hier einiges geändert. Der Akt des kontemplativen Besuchs der Porzellan-Abteilung dehnte sich zeitlich aus, was nach den körperlichen auch geistige Verrichtungen in der Ruhe der Abgeschiedenheit ermöglichte.

Nachdem anfangs “Totholzmedien” die Begleitung darstellten, um ggf. nach der geistigen Aufnahme auch der Resteentsorgung zu dienen, haben sich  immer mehr mehr oder weniger kleine elektronische Geräte auf Grund ihres praktischeren Formats durchgesetzt. Das ist vor allem dann sinnvoll zu verwenden, ist die Wohnung WLAN-verseuchtversorgt. Die treten dann auch meist noch gehäuft auf, so dass entsprechende Anzeigen auf den Tabs oder Smartphones nicht ohne Interesse gelesen werden können.

wlanscan

Originell sind vor allem die selbstbenannten Netze wie Daddelkisten-WLAN oder Schlappi. Was ich nur irgendwie erstaunlich und bedenklich finde, ist, dass an meinem Ort beschaulicher Entleerung mein eigenes WLAN-Netz zeitweise nicht mal das am stärksten einstrahlende ist. Das wird wohl auch daran liegen, dass mein AP dafür am diagonal entgegengesetzt liegenden Ende der Wohnung liegt. Aber der andere strahlt schon ganz schön …

Lachen im Kasten und nicht im Keller

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Wer den folgenden, sinngemäß wiedergegebenen Satz mal zu wem gesagt hat, weiß ich leider nicht mehr. Ich habe ihn auch aus einer Anekdote, so ist die Echtheit sowieso nicht verbürgt. Aber zu einem gestandenen Maler kam mal ein aufstrebender junger Kollege und erheischte einen helfenden Kommentar über die Qualität eines gerade fertig gewordenen Bildes. Die Koryphäe meinte dazu: “So können Sie erst malen, wenn sie bekannt und berühmt geworden sind. Bis dahin müssen ihre Bilder wirklich gut sein.”

Dieser Gedanke sei dem folgenden Geschreibsel über deutsche Kabarettisten vorangestellt, wobei ich hier Kabarett mal im weiteren Sinn, aber doch im Unterschied zur Comedy meine. Die entsprechende Grenze in wenigen Worten zu definieren fällt schwer, ich werde mich damit wohl noch mal separat befassen müssen. Aber das hatte ich anderswo schon mal angedeutet. Eine gewisse Form von Anspruch würde ich ggf. unterstellen, wäre das Wort “anspruchsvoll” nicht bereits ironisch hinterlegt (siehe Reinhard Mey – Anspruchsvoll). Soll heißen, Comedy ist einfach lustig, bei Kabarett muss der Rezipient schon noch etwas mitdenken.

Nun stelle ich seit geraumer Zeit fest, dass mir die Programme einiger Kabarettisten, nachdem sie mit und durch das Fernsehen immer erfolgreicher geworden sind, nicht mehr so gut gefallen. Es scheint der oben bei der Maler-Bemerkung beschriebene Effekt eingetreten zu sein. Erfreulich nur, dass es immer noch welche gibt – mehr so aus der zweiten Reihe – bei denen es (noch) nicht so ist. Und es kommt auch immer noch neues nach, was hoffnungsfroh stimmt.

Als Kronzeuge sei hier Dieter Nuhr aufgerufen. Lange Zeit wollte ich es nicht wahr haben, aber spätestens die ihm gewidmete Ausgabe der “Lachgeschichten” – eine WDR-Produktion – und seine dortigen Äußerungen brachten wohl einen Damm zum Brechen. Seine moderativen Fähigkeiten möchte ich ihm dabei nicht absprechen, aber wer seine Programme kennt merkt schnell, dass er sich hier oftmals selbst zitiert und damit recycelt. Lorbeeren, auf denen man sich ausruht, welken doch manchmal sehr schnell.

Weitere Beispiele sind Florian Schröder und Hennes Bender. Dabei hatte ich bei meinen Vorlieben letzteren eigentlich nicht wirklich auf dem Schirm. Aber seine Kurzauftritte bei diversen Kabarett- und Satiresendungen gefielen durchaus, so dass ich mir neulich “Erregt” zulegte, eines seiner Programme auf CD. Leider dokumentiert diese Aufzeichnung an ein, zwei Stellen ein Verhältnis zum Publikum, dass nicht rolleneigen ist, sondern aus ihm selbst heraus zu kommen scheint, und das ich so nicht erwartet habe und nicht goutiere. Mein geschwächtes Interesse an Auftritten von Florian Schröder könnte ich zwar im Moment nicht an konkreten Ereignissen fest machen, es hat aber auch nicht mit der Qualität des von ihm moderierten “Das Er(n)ste” zu tun; es war schon vorher da bzw. nicht mehr da.

Solange Mathias Richling, der Harry Potter deutschen Kabarett-Fernsehens, noch im Ensemble des Scheibenwischers aktiv war, fand ich seinen Part passend, wichtig und gut. Letztendlich ist er aber ein typischer Vertreter sogenannter Polit-Comedy geworden, der ich so gar nichts abgewinnen kann. Hier tummeln sich aber auch andere in teils unterschiedlichen Qualitäten.

Natürlich gibt es eine Reihe von Wortkünstlern mit aktuellen Programmen, die man durchaus empfehlen kann (die Reihenfolge ist keine Wertung, ich habe es mal alphabetisch versucht): Urban Priol, Jochen Malmsheimer, Max Uthoff, Frank Lüdecke, das Duo Henning Venske und Jochen Busse, Marc-Uwe Kling, Matthias Deutschmann, Werner Koczwara, Mathias Tretter, Vince Ebert (Vorsicht! Der absteigende Ast ist in Reichweite), Josef Hader, Niels Heinrich, Piet Klocke, HG Butzko, Christoph Sieber, Sebastian Pufpaff, Philip Simon (Maler-Effekt?), Alfred Dorfer, Jens Neutag usw.

Klassiker sind natürlich Dieter Hildebrandt, Werner Schneyder, Werner Finck, Dietrich Kittner, Thomas Freitag (ich weiß, der ist noch nicht soooo alt, aber trotzdem), Matthias Beltz, Georg Kreisler und noch ein paar andere, die das Feld Kabarett von den verschiedensten Richtungen aus beackert haben und es z.T. auch noch tun. Und wer sich jetzt wundert, dass solche Namen wie Heinz Erhardt oder Bodo Wartke hier unabhängig von ihrer Qualität nicht auftauchen, dem sei gesagt, dass sie hier nicht reingehören. Aber dazu irgendwann später mehr.

Viereckig, praktisch, vielseitig, gut(?)

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Smartphones sind schon eine feine Sache. Die kleinen Alleskönner (außer Kaffee kochen) zeigen Wetter- und Kontostände an, informieren über Neuig- und Nichtigkeiten, bestellen Pizza und MP3s, rufen den ADAC oder auch himmlischen Beistand, übersetzen, navigieren, kommunizieren und vibrieren, was das Zeug hergibt. Auch außerhalb des telefonischen Kontakts bleibt man mit Freunden verbunden, soziale Netzwerke und Messengerdienste machen es möglich.

Mein Smartphone ist schon etwas älter, irgendwo verrät eine vermutlich schon leicht angegilbte Rechnung sein Alter. Aber es stört mich nicht. Es tut seinen Dienst, der Akku schwächelt auch noch nicht, obwohl (oder auch weil) ich es ständig in Betrieb halte. Twitter, Facebook, Google+, E-Mail, Solitär, Adressbuch, Kochrezepte, Paketüberwachung, Navigation – das und mehr nutze ich regelmäßig.

Die neuste Version des Betriebssystems habe ich nicht drauf. Aber für das Gerät gibt es wohl auch keine neuere. Aber vielleicht will ich auch keine neue Version. Weil: Ein Manko hat das Gerät dann doch: Der Speicherplatz. Und wenn die neuen Betriebssysteme mehr Platz als das alte brauchen, was ja meist der Fall ist, wird mein Unwillen auch nicht besser.

Die Apps, mit denen ich o. g. Dienste nutze, zeigen die Tendenz auch schon. Länger. Ich verstehe ja, wenn die Anbieter immer wieder mehr Funktionen einbauen, aber das frisst dann auch jedes Mal Speicherplatz. Und ohne ein Mindestmaß an freiem Speicher arbeitet kein Smartphone. Außerdem gibt es nicht nur Apps, sondern auch “Systemprogramme”. Das sind zwar irgendwie auch nur Apps, im Gegensatz zu diesen lassen sie sich aber nicht wieder vollständig deinstallieren. Nur die Updates gehen weg, dann verlangt sie das Smartphone aber beständig zurück.

Sicher: Die Apps können immer mehr, aber sie verbrauchen auch immer mehr Platz. So ist es an mir, nach jedem Update eines Speicherfressers, der ihn noch größer gemacht hat, unwichtige Programme so weit es geht zu deinstallieren. Kleinere, aber auch schon ein paar Dickschiffe sind diesem Zwang schon zum Opfer gefallen: BarcodeScanner, Goggle, Angry Bird, Bahn, … Die Liste ist lang. Aber auch die sozialen Netzwerke sind jetzt dran: Xing ist schon länger auf Minimum geschrumpft (SystemApp), Waze flog auch raus, danach Google+. Ich weiß nicht mehr, wie groß die erste Facebook-App war, als sie das erste Mal fehlerfrei lief. Beim letzten Update dieser Tage warnte das Smartphone mal wieder zu geringen Speicher an, was jetzt auch dieses Netzwerk von ihm entfernte (nicht ganz, da SystemApp). Einzig Twitter ist noch geblieben.

Vermutlich sollte ich mir langsam ernsthaft Gedanken darüber machen, ein neues Smartphone zu erwerben. Da sehe ich aber auf Grund der ansonsten fehlerfreien Funktionabilität nicht ein. Was blasen die App-Anbieter ihre Programme auch immer so weit auf? Und gerade die großen können nicht auf SD-Karte teilweise ausgelagert werden. So bin ich sozial nur noch vom Rechner aus vernetzt. Geht auch. Man soll ja sowieso besser unter Leute gehen als nur mit ihnen zu chatten.

Das Er(n)ste

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Die ARD versucht sich in Satire. “Das Ernste” heißt das Ergebnis der Bemühungen, eine Art “tagesthemen” mit Fips Asmussen als Chefredakteur. Jetzt lief eine Doppelfolge – die (hoffentlich) erste und letzte Sendung dieses Formates.

Mit einem gewissen personellen und strukturellem Aufwand wurde etwas geschaffen, dass von ggf. vorhandenen Vorbildern so weit entfernt ist, dass man “heute-show” oder “switch reloaded” nur beleidigt, wenn man sie damit vergleicht.

Plumpe Polit-Comedy, die von Satire oder (politischem) Kabarett so weit entfernt ist wie ein Grünkernbratling vom weihnachtlichen Gänsebraten oder wie ein Vorschlaghammer vom Laserskalpell. Flache Witze, wo Ostfriesen, Blondinen, Österreicher u.ä. durch einen Politiker ersetzt werden, geben wenig Niveau.

P.S.: Memo an mich: Mal einen Artikel schreiben über Satire, Kabarett und Comedy, ihre feinen und groben Unterschiede und das Verhältnis zur Politik. Mach ich mal “zwischen den Jahren”.