Der Amtsweg des Horrors

Dienstag ist (S)am(t)stag.

Na, alle Wortkombinationen herausbekommen? Hier die beiden wichtigen:

  • Dienstag ist Samstag. Das kann in einem Urlaub schon mal passieren: Man bringt die Wochentage durcheinander. Hier aber ist es eher so gemeint, dass ein Urlaubstag etwas mit einem schönen Samstag gemein hat: Ausschlafen.
  • Dienstag ist Amtstag. Ich war auf dem Amt, genauer: im Rathaus. Mein Betriebsausweis als Personal der BRD lief aus, da gilt es, sich einen neuen zu bestellen.

Und wenn jetzt einer meint, beides geht nicht am gleichen Tag, der irrt. Aber wie bei vielem gilt auch hier: erst informieren, dann los rennen. Das entspannt ungemein. Vor allem, wenn man nicht tagtäglich auf dem Amt zu tun hat. Nebenher grübele ich gerade, wann ich das letzte Mal da war … Es war schon dieses Jahrtausend, aber es war noch recht jung.

Wenn der Tag herankommt, an dem man ins Rathaus muss, bauen sich lange gelernte Klischees auf und dahinter kommt die Angst. Wieviele Stunden werde ich wieder ans Bein binden? Was habe ich vergessen oder unterlassen? Warum bin ich falsch? Die Allmacht der Staatsbeamten (oder auch nur Stadtangestellten) flößt einem schon irgend ein Gefühl zwischen Respekt und Angst ein.

Aber hier ist es wie im wahren Leben: Information schützt vor Ängsten. Und eine gute Informationsquelle ist der Onlineservice der Stadt im Internet. Dieses „Neuland“ hat wohl auch ein paar Vorteile. So las ich mir das durch und vereinbarte auch gleich online einen Termin* beim Bürgerservice. Das schöne daran ist, dass man sich den im Rahmen der sichtbaren Verfügbarkeit auch aussuchen kann. Praktisch für Spätschläfer.

Daneben stand dann auch noch, was alles mitzubringen ist: Lichtbild, alter Ausweis und Geburtsurkunde. Das war prinzipiell einfach. Am einfachsten war das mit dem alten Ausweis. Das Lichtbild brauchte dann doch zwei Anläufe; meinen gewohnten (das letzte Mal vermutlich auch vor 10+x Jahren) Lichtbildner gab es nicht mehr. Etwas schwieriger – zumindest im Vorfeld – wurde die Sache mit der Geburtsurkunde, aber tief im Familienarchiv wurde ich da auch fündig. So war dann alles bereit und nichts sollte vergessen werden: Bild, Ausweis, Geburtsurkunde.

Braucht noch jemand 4 Lichtbilder von mir? Die habe ich mir machen lassen. Es war die kleinste Einheit, die man kaufen konnte. Und ich habe immer noch alle vier. Eins wurde zwar eingescannt, aber das bekommt man dann wieder zurück. Ich erinnere mich an einen Zeitpunkt vor über 20 Jahren, als ich mal einen Betriebsausweis mit Foto drauf bekam. Bei der Ausstellung musste ich mich vor eine weiße Wand setzen und dann wurde mit einer Art Webcam das Bild gemacht. Wäre das nicht auch was für’s Amt? So teuer sind doch passende Cams nicht mehr? Und weiße Wände gibt’s doch in den Büros genug. Oder gehen die im Amt davon aus, dass man nicht immer biometrisch gucken kann?

Geburtsurkunde, Lichtbild, Ausweis, Termin und Terminnummer lagen bereit. Nun konnte es los gehen. 13 Uhr musste ich im Rathaus sein. Eine gute Zeit, vor allem, wenn man sich vorher noch etwas stärken möchte. Man weiß ja nicht, wann man da wieder raus kommt. Das nähere Rathausumfeld hält einige Möglichkeiten der Speisenaufnahme bereit, so dass man sich gut wappnen kann. Ein ungezwungenes Essen wurde es aber nicht. Wenn man so wichtige Dokumente wie eine Geburtsurkunde mitführt, achtet man ständig darauf, ob sie denn auch noch da ist. Und die ganze Zeit mit der Hand in oder auf der Tasche agieren, ist gar nicht so einfach, wenn man als wohlerzogenes Mitglied der Gesellschaft mit Messer und Gabel speisen will.

Kurz vor 13 Uhr (man will ja pünktlich sein) betrat ich das Rathaus und platzierte mich, immer mit der Anzeigetafel im Blickfeld. Man will seinen Termin nicht verpassen. Die Nummern waren zwar schon größer als die eigene, aber das wird schon seine Richtigkeit haben. Nervosität macht sich ein wenig breit. Ist die Geburtsurkunde noch da? Die Bilder? Habe ich die richtige Zahl im Kopf? Die Urkunde? Der Ausweis?

Da! Plötzlich eine Änderung der Anzeige und die Zahl, die dort steht, ist mit der identisch, die ich auf meinem Zettel habe. Zimmernummer merken und los stiefeln. Und das in Slippern. Vor dem Raum nochmal prüfen: Ausweis, Geburtsurkunde, Bilder, alles da. Eine nette Frau im Büro, ein kurzes sachliches Gespräch,  ein Amts- und ein Bezahlvorgang – 13:15 Uhr war ich wieder an der frischen Luft, hatte noch alle Passbilder in der Tasche und die Geburtsurkunde nicht mal herausgenommen. Warum musste ich sie mitbringen?

Einiges an den Amtswegen wird der normale Bürger vermutlich nie verstehen, aber sie scheinen kürzer geworden zu sein. Und die Begleiter/-innen sind netter. Da kann man doch auch mal positives drüber schreiben. Das schlimmste wird dann vermutlich das Bild von mir auf dem neuen Ausweis sein, aber das ist ja meistens so. Für’s nächste Mal machen ich mir jetzt schon mal einen Knoten in den elektronischen Kalender, damit ich rechtzeitig an einen neuen Ausweis denke. Aber diesmal hatte ich noch Glück, die Frau in dem Büro war wirklich sehr nett …

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*) Letzte Woche funktionierte das mit dem Termin noch ohne Probleme. Als ich zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Textes es nochmals probieren wollte, ging’s nicht. Man muss also auch etwas Glück haben. Ich vermute mal, dass es weit außerhalb der Amtszeiten einfacher ist. 😉

Berlin wächst und wächst und wächst …

Unsere Hauptstadt wächst und wächst und das sogar über sich hinaus. Selbst der Autobahnring drumrum wird irgendwann – sehr Neubrandenburg-like – ein innerstädtischer Ringverkehr werden.

Stellt sich die Frage, woher ich diese Weisheit nehme? Ganz einfach. Neulich las ich mal einen Einleger eines Marken-Discounters der in der Werbebeilage eines Anzeigenblattes steckte. Dort fand ich Berlin in seiner vollen Größe. Ich habe das mal fotografiert:

Berlin wächst

Berlin, mit den Stadtteilen Neukölln, Wedding, Charlottenburg, Wilmersdorf, Friedrichshein, Schöneberg, Mitte, Spandau … usw. Soweit, so gut. Aber gucken wir uns die dritte Spalte doch mal genauer an:

Berlin wächst

Friedrichshagen, Rostock, Friedrichshain, …, Mitte, Schwerin, Hohen Neuendorf, … Kreuzberg, Neubrandenburg, Marzahn, …

Berlin wächst und wächst. Sind die drei mecklenburgischen Städte eigentlich direkt eingemeindet oder nur Enklaven?

UFO in Neubrandenburg gelandet

Sie sind gelandet. Ich habe es im heutigen Nebel sehr genau gesehen. Als ich durch eine Neubrandenburger Straße fuhr, sah man es am Straßenrand hinter den Bäumen.

ufo1

Sehr ihr das helle kalte Licht hinter den Straßenlaternen. Da steht ihr Raumschiff. Nur für sind E.T. und Co?

ufo2

Also passt auf. Sie sind unter uns! Ihr Raumschiff steht hier. Es ist gelandet. Seit wachsam!

Bloggertreffen Neubrandenburg

Für alle, die etwas spontaner sind als ich, noch schnell ein kleiner Hinweis: Der hiesige Hackerspace will es auch mit einer Fachgruppe Blogging probieren. Am Dienstag, den 21.04.15, um 19 Uhr, ist ein erstes Treffen angesetzt.

Und da Blogging ein weites Feld ist, soll das erste Treffen auch dazu genutzt werden, Interessen auszuloten und zu gucken, wo die meisten Bedarfe bestehen. Schreiben, gegenseitige Kritik, Fotografie, Planung, WordPress-Anpassungen, Selbsthosting oder irgendwo unterschlüpfen, Grafik, Logo, Joomla, blog.de, blogger.com, wordpress.com, … Das Feld ist weit.

Und wer interesse hat, und entweder den Termin verpasst hat oder grundsätzlich dienstags 19 Uhr nicht kann, kann gern in den Kommentaren alternative Vorschläge machen.

Bloggertreffen Neubrandenburg

Für alle, die etwas spontaner sind als ich, noch schnell ein kleiner Hinweis: Der hiesige Hackerspace will es auch mit einer Fachgruppe Blogging probieren. Am Dienstag, den 21.04.15, um 19 Uhr, ist ein erstes Treffen angesetzt.

Und da Blogging ein weites Feld ist, soll das erste Treffen auch dazu genutzt werden, Interessen auszuloten und zu gucken, wo die meisten Bedarfe bestehen. Schreiben, gegenseitige Kritik, Fotografie, Planung, WordPress-Anpassungen, Selbsthosting oder irgendwo unterschlüpfen, Grafik, Logo, Joomla, blog.de, blogger.com, wordpress.com, … Das Feld ist weit.

Und wer interesse hat, und entweder den Termin verpasst hat oder grundsätzlich dienstags 19 Uhr nicht kann, kann gern in den Kommentaren alternative Vorschläge machen.

Die Rache der „Stadttheater“-Zuschauer

Das hätte sich der in Neubrandenburg und Umgebung weltberühmte Kabarettist Silvio Witt auch nicht träumen lassen: Jahrelang begleitet er das Wirken von Dr. Paul Krüger, dem Oberbürgermeister der letzten 14 Jahre, durchaus kritisch, und nun besteht eine berechtigte Chance, dass er es mal besser machen kann.

Mit sage und schreibe 43% aller abgegebenen Stimmen vereint er als parteiloser Kandidat die meisten Wählerstimmen auf sich. Abgeschlagen die Mitbewerber:

  1. Silvio Witt (parteilos): 43,1%
  2. Torsten Koplin (Die Linke): 26,8%
  3. Dr. Diana Kuhk (CDU): 16,7%
  4. Michael Nötzel (parteilos): 8,9%
  5. Michael Stieber (SPD): 4,2%
  6. Manfred Pawlowski (FDP): 0,4%

Bei der Betrachtung diesen Ergebnisses kann man sich jetzt eine Reihe von Fragen stellen. Am wenigsten überraschend ist wohl das Ergebnis von Torsten Koplin. Manfred Pawlowski hätte man durchaus ein paar mehr Prozentpunkte zugetraut. Für das Abschneiden unseres ehemaligen Kreistagspräsidenten Michael Stieber fehlt mir das passende Adjektiv, Irgendwas zwischen erschreckend, enttäuschend, unverständlich, aber keins davon trifft es wirklich. Mich würde der Grund des Wählers interessieren. Ist es die grundsätzliche Schwäche der SPD in der Region, schwabt da noch etwas gestörtes Ansehen der Bundes-SPD mit hinein oder waren es doch die zwei Gesichter des Michael S., die uns von den Werbeplakaten einer- und von den Postkarten andererseits entgegenblickten.

Den Mutti-Merkel-Effekt konnte Dr. Diana Kuhk offensichtlich nicht für sich nutzen. Trotzdem stellt sich die Frage nach dem Grund für das unterdurchschnittliche Abschneiden der CDU-Kandidatin. Spielt bei einer Oberbürgermeisterwahl eher die Persönlichkeit eine Rolle als die Parteizugehörigkeit? Waren die 14 Jahre des bisherigen CDU-Oberbürgermeisters eine zu große Bürde? Fragen, auf die man sicher aus dem eigenen Gefühl heraus (oder aus der Meinung seiner Filterbubble) Antworten finden kann, ob sie an die Realität heranreichen, werden wir wohl nicht erfahren.

Mit seinen über 10000 Stimmen vereinte Silvio Witt die Mehrheit der zur Wahl gegangenen Neubrandenburger hinter sich. In der Finalrunde muss er sich aber nochmal gegen Torsten Koplin behaupten. Der Bürger ist also nochmal gefragt. Das jetzt vorgelegte Ergebnis nutzt bei der Stichwahl am 15. März nichts, nur die an dem Tag abgegebenen Stimmen bestimmen unseren neuen Oberbürgermeister. Und, wer weiß, vielleicht wird die Rache der „Stadttheater“-Zuschauer dann wahr, wenn es für Silvio Witt danach heißt: Nicht mehr meckern – selbst besser machen.

35, 30, 15, 10, 5, 5

Neubrandenburg wählt. Es ist zwar noch ein paar Tage hin, aber die ersten Auswirkungen des Wahlkampfes sind schon zu spüren. Zumal ja auch sooo viel Zeit nicht mehr ist. Am 01. März wählen wir einen neuen Oberbürgermeister. Und wenn es keiner auf Anhieb schafft, machen wir das am 15. März gleich nochmal, nur die Auswahl ist dann kleiner. So ist das bei einer Stichwahl: 2 aus 6.

Im ersten Wahlgang stehen 6 Kandidaten zur Auswahl. Die Presse hat ja schon mit einer gewissen Ausführlichkeit darüber  geschrieben (wertungsfrei alphabetisch sortiert):

  • Torsten Koplin (Die Linke)
  • Diana Kuhk (CDU)
  • Michael Nötzel (parteilos)
  • Manfred Pawlowski (FDP)
  • Michael Stieber (SPD)
  • Silvio Witt (parteilos)

Da gilt es wohl mal, den Zahlen aus der Überschrift den entsprechenden Bewerbern zuzuordnen. Alles bitte aus Sicht vom 18.01.2015 mit einer gefühlten Spanne von +/- 5%.

Manfred Pawlowski (FDP): 5%
Manfred wer? Sicherlich gibt es einen Reihe Wähler, die ihn kennen. Die seiner Partei nahestehenden werden ihn wohl wählen. Könnte also auch noch weniger werden.

Michael Nötzel (parteilos): 5%
Unkonventionelle Denkweisen sind noch kein abendfüllendes Programm (wobei so ein „Abend“ 7 Jahre dauert). Für einen politischen Gestaltungs-Job sicher besser geeignet, aber, bei allem Respekt: Ein Oberbürgermeister ist ein Verwaltungschef. Das schränkt kreative Gestaltung ein. Zumal die Stadtvertretung alle Ideen absegnen muss. Und, das, was Geld kostet, bedarf die Zustimmung von Herrn Caffier.

Michael Stieber (SPD): 10%
Es ist zu befürchten, dass hier die Partei das größte Verhinderungspotenzial hat. Es gilt zu hoffen, dass Michael Stieber wenigstens in seiner eigenen Partei genug Wahlgänger hat, die für ihn stimmen. Das ist auch nicht bei jedem Kandidaten so.

Diana Kuhk (CDU): 35%
Ihr erster Faux pas wird bis zur Wahl vergessen sein, wenn er nicht wieder aufgefrischt wird. Ansonsten würden wir mit ihr auf jeden Fall die bestaussehenste Wahl treffen. Auch resolute Durchsetzungskraft wird unterstellt. Es bleibt nur zu hoffen, dass nicht zu viele Sozialpädagogen zur Wahl gehen, von diesem Berufsstand sind wohl eher keine Stimmen zu erwarten.

Tosten Koplin (Die Linke): 30%
Rote Hochburg Neubrandenburg. Wobei es zu befürchten ist, dass selbst aus der Partei nicht alle Stimmen für ihn abgegeben werden. So lauten jedenfalls Gerüchte. Wobei, so ein Verwaltungsjob wäre schon was passendes.

Silvio Witt (parteilos): 15%
Neubrandenburg ist nicht Reykjavík. Silvio Witt ist nicht Jón Gnarr. Und er ist auch nicht Hans-Joachim Schröder. Wobei das durchaus positiv bewertet werden kann. Immerhin spielt Silvio Witt seine Rollen selbst und schreibt sich auch seine Texte.
Schade ist, dass zur Stichwahl nur zwei Kandidaten antreten. Bei dreien hätte Silvio Witt durchaus eine Chance, nur, dass er so schon in der Vorrunde rausfliegt. Die Frage ist auch, ob ihm als kreativen Kopf die Arbeit als Oberbürgermeister wirklich gefallen würde.

Am 1. März wird gewählt. Gegen 19 Uhr wird spätestens klar sein, wer in die Entscheidungsrunde geht. Mal sehen, was die Wochen davor noch für Erkenntnisse bringen. Der Wahlkampf möge beginnen.

Kultur und Tradition

Ein Zitat:

„Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass die Volksfeste zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland gehören. Jahrmärkte sind über Jahrhunderte Tradition – sie sind Kultur, und zwar Kultur für alle. Die Menschen identifizieren sich vor Ort mit ihren Kirmessen und Jahrmärkten. Volksfeste gehören zu unserer Kultur wie Musik, Architektur und Literatur.“ (Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf dem Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes e.V. im Jahr 2009)

Wie komme ich jetzt auf dieses Zitat? Es wurde mir dieser Tage zugespielt. An sich ist vielleicht wenig an diesem Zitat auszusetzen, es gibt ja schließlich eine ganze Reihe Kirmessen und Jahrmärkte, zum Teil in Jahrhunderte alter Tradiotion, für die man wirklich mal darüber nachdenken kann.

Aber dieses Zitat erreichte mich im Zusammenhang mit dem Neubrandenburger Oktoberfest, eine der am künstlichsten aufgepfropftesten und traditionsfreisten importierten Sauf- und Fress-Veranstaltungen in der Stadt. Mich erheitert sowas maßlos. Ich hoffe, Euch gehts ähnlich.

Es ist vollbracht

Und das nicht erst eben, sondern bereits letzte Woche Dienstag. Datieren wir es irgendwo am 17.12.2013, so zwischen 9 und 10 Uhr. Einige E-Mail-Wechsel, Telefonate in verschiedensten Richtungen und zwischenzeitliche Enttäuschungen lagen zwischen dem Tag der Auslösung, dem 25. September 2013, und der Herstellung eines sinnvollen Status letzten Dienstag. Und man lernt immer wieder dazu.

Angefangen hat alles mit der Erkenntnis, dass die Realität die Tendenz hat, die Satire einzuholen. Volker Pispers sagte einmal: Die Deutschen sind das einzige Volk, dass etwas in der Hand halten kann, es ansehen und dann sagen: „Das gibt es nicht.“ (jedenfalls so ähnlich). So in etwa las sich dann auch die Antwort auf meine erste Eingabe: Das. was Sie da gerade hören, gibt es nicht.

Eine weitere Erkenntnis, die sich im Laufe der Zeit Bahn brach, war diejenige, dass in Anlehnung an das Klischee „drei Juristen, vier Meinungen“ selbst halbwegs für den Laien eindeutige Gesetzestexte nicht wirklich eindeutig sind. Wir lernen: Wenn in einem Gesetz steht:

Der Betreiber einer analogen Kabelanlage ist verpflichtet, zeitgleich, vollständig und unverändert weiterzuverbreiten:
1. die für das Land Mecklenburg-Vorpommern gesetzlich bestimmten sowie die auf Grund einer Zulassung nach § 8 veranstalteten landesweiten Programme …

heißt das noch lange nicht, welche Regionalversionen eingespeist werden. Zu den gesetzlich bestimmten Programmen gehören eben auch die fünf Radioprogramme des NDR, Regionalisierungen werden aber nicht berücksichtigt. Komische Regelungen. Und wo liegt – mal wieder – die Grenze, ob man einen Kabelnetzbetreiber zwingen kann, die mit normalem Verstand einzig sinnvolle Lösung durchzusetzen: die wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung. Das heißt im Umkehrschluss: Wenn es wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, wird geltendes Recht weitestmöglich ausgelegt. Vornehm formuliert.

Bleibt das Ergebnis zu benennen: Seit 17.12. wird endlich die richtige Regionalversion von NDR2 ins Neubrandenburger Kabelnetz eingespeist.

Das Resümee: Ist schlecht zu ziehen. War es Unkenntnis oder Ignoranz, die dazu führte, das falsche Programm ins Kabelnetz einzuspeisen. Ein gutes Licht werfen beide Alternativen nicht.

Der Geschichte fünfter Teil und alle Wege offen

Natürlich ist das Problem nicht zum 01.12.2013 gelöst worden.

Aber warum „Natürlich …“?

Ich will doch nicht in Klischees baden.

Nur: Was kann ich dafür, wenn es immer wieder bedient wird?

Der 01.12. war immerhin ein Sonntag. Es stand aber auch ein „spätestens bis zum“ davor.

Aber früher? Nein …. (Klischeealarm!!!).

Die kurze Zusammenfassung: Seit dem Umzug der Neubrandenburger Kabelkopfstation am 25.09.2013 wird im analogen Radiobereich nicht mehr das vom Landesrundfunkgesetz vorgeschriebene Programm NDR 2 für Mecklenburg-Vorpommern, sondern, der Einfachheit des Empfangs für den Netzbetreiber wegen, das NDR2-Programm für Niedersachsen eingespeist.

Seither bin ich in E-Mail-Kontakt mit dem Kundenservicecenter. Nachdem die selbst gesetzte Frist (01.12.) und ein weiterer Tag verstrichen war, ohne das irgendetwas hörbares passierte, habe ich heute früh nochmals nachgefragt. Eine Antwort ist bisher nicht eingetroffen.

Was kann man nun noch tun? Ich fühle mich verarscht.