Marcels Pinselsprengung

Man kann ja zu Marcel Reich-Ranicki stehen wie man will. Aber sein Auftritt bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2008 ist doch wohl das beste, von dem ich seit längerem gelesen habe (gesehen habe ich den Auftritt (noch) nicht). Das sich da jemand, dessen Worte ein gewisses Gewicht haben, hinstellt und der ganze Bauchpinselei der Fernsehbranche schonungslos die Maske herunterreißt … Top!

Ohne die Sendung gesehen zu haben und ohne die anderen Preisträger zu kennen postuliere ich mal den Gedanken, dass viele positiv bewertete Sendungen nur deswegen so herausragend gut sind, weil das sie umgebende mediale Umfeld immer weiter probiert, die Tiefen des Niveaus auszuloten.

Update I (14.10.2008): Mittlerweile habe ich Teile der Verleihung gesehen. Gelungen fand ich eine Moderation von Thomas Gottschalk irgendwann nach dem Eklat, als er den Schauspieler Edgar Selge, übrigens Schwiegersohn von Martin Walser, begrüßte mit den Worten: „Mir hat ‚Tod eines Kritikers‘ (von Walser – Dirk) übrigens sehr gut gefallen.“ Bezieht sich das Buch (und damit der „Kritiker“ auf Marcel Reich-Ranicki

2 Gedanken zu „Marcels Pinselsprengung“

  1. Ich hätte es besser gefunden, wenn Gottschalk die Situation nicht so „gemeistert“ hätte … so wird dieser Abend eine nette Episode bleiben.

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