Was soll der Scheiß? Wem nutzt das?

Ja, ich weiß, die Überschrift ist etwas vulgär formuliert, aber manchmal geht’s eben auch mal mit mir durch. 😉 Auslöser dazu war eine kleine Meldung bei Satnews über die Auswirkungen des 12. Rundfunkstaatsvertrag. Dieser legt unter anderem Fest, wie lange bestimmte Informationen, die die öffentlich-rechtlichen Anstalten gesammelt haben, im Internet enthalten sein dürfen. Nachrichten, Hintergrundinformationen, Serviceangebote, Kochrezepte, Haushaltstipps, Rezensionen, Kulturangebote – zum Teil über Jahre angesammelt und systematisiert – bekommen ein Ablaufdatum.

Die Meldung bezieht sich zwar auf den WDR, aber ähnlich sieht es bei den anderen Anstalten aus. Geschätzte 80 bis 90% der Onlinebeiträge werden in Kürze gelöscht bzw. sind es bereits schon. Und das, ohne dass es einen ebenbürtigen Ersatz gibt!  Wenn man dann noch berücksichtigt, dass diese Angebote u.a. mit meinem Geld bezahlt wurden, ich (wie jeder andere Gebührenzahler) jetzt also bestohlen werde, fehlt mir dafür völliges Verständnis.

Die genauso offizielle wie fadenscheinige Begründung: Gebührenfinanzierte Wettbewerbsverzerrung. Dann will ich jetzt aber auch binnen kürzester Zeit privat finanzierte bzw. kommerzielle Internetangebote haben, in denen ich genau die Informationen wiederfinde, die durch den Vertragspassus in den Webseiten der öffentlich-rechtlichen Anstalten verschwunden sind. Aber bitte vollständig! Da es das aber vermutlich nicht geben wird, stellt sich wirklich die Frage: Wem nutzt diese Löschung der Daten im Netz?

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2 Gedanken zu „Was soll der Scheiß? Wem nutzt das?“

  1. Wo kommen wir denn hin, wenn von der Allgemeinheit finanziertes Wissen, auch noch jedem frei zugänglich gemacht wird?

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