Die anstehenden Kreis- und Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern rücken mal wieder die Parteien und ihre politische Arbeit in den Mittelpunkt des Interesses. Wahlaussagen und sonstige Äußerungen, auch und vor allem über den politischen Gegner, lassen den Beobachter doch manchmal über den Sachverstand der Beteiligten verzweifeln und migränische Anfälle simulieren. Ein schönes Bild für eine Fabel.

Wer kennt sie nicht: Kopfschmerzen. Laut Werbung gibt es 37 Arten von Kopfschmerzen, die man wohl selber behandeln kann, und das alles mit nur einer einzigen Pille. Ob das sinnvoll ist oder nicht, wird nicht hinterfragt. Andere Pillen warben mit einem Abschaltimpuls für den Kopfschmerz. Das Prinzip erscheint einfach: Kopfschmerzen -> Pille -> Problem gelöst.

Ursachenforschung ist natürlich aufwendiger, verursacht Denkprozesse, die dann auch noch zu anderen Schlussfolgerungen führen könnten. Aber ein Gedanke sei in dem Zusammenhang doch erwähnt: Vielleicht ist es mal eine Idee, statt das Symptom Kopfschmerzen einfach mit einer Pille zu unterdrücken, doch mal die Ursachen zu beheben. Wie wäre es mit etwas mehr Bewegung an frischer Luft, gesunder, maßvoller Ernährung oder weniger ungesunder „Hobbys“ wie Rauchen oder Besaufen?

Das Schlimme daran: Man muss sich selber ändern, aber wer will das schon? Nur ist es das bisherige Leben, das heute dazu führt, dass es immer wieder Kopfschmerzen gibt. Mittlerweile scheinen diese sogar zum guten Ton zu gehören, werden gerade die pochenden, klopfenden durch einen hämmernden Specht satirisch geadelt. Blogs beschäftigen sich ausführlich mit dem Thema, was zu einer immer weiter führenden Normalisierung von Kopfschmerzen führt. Pille rein, und das Problem ist behoben. Oder auch nicht.

Muss eigentlich eine Fabel immer einen Moral haben? Völlig ohne Zusammenhang sei erwähnt, dass mal irgendein Papst eine Verbindung zwischen den Worten Pille und Verbot herstellte. Das ist allerdings ein anderes Thema. Unheil richtete es aber auch an. In der Hoffnung, dass die Fabel nicht zu fabulös daher kommt, bekämpfe ich meine Angst vor den hoffentlich nie kommenden großen Kopfschmerzen in der Zukunft mit der Geisteskraft des Verdrängens und einer Nullplattform.

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