Wer hört was wielange?

Heute ist ja wieder der große Feiertag der Radiosender: Die ag.ma gibt die aktuellen Hörerzahlen heraus. Und jeder pickt sich das raus, was für ihn am besten ist. Beispiele? Gern.

Pressemitteilung NDR: „NDR 1 Radio MV ist sowohl bei der Tagesreichweite (30,1 Prozent) als auch beim Marktanteil (29,4 Prozent) klarer Marktführer im Land. Täglich hören 522.000 Menschen zu (MA 2008 I: 433.000). NDR 2 kann in Mecklenburg-Vorpommern auf eine Tagesreichweite von 9,2 Prozent blicken, N-JOY auf eine Tagesreichweite von 9,1 Prozent.“

Laut aktuellem Zahlenmaterial hat NDR 1 Radio MV eine Tagesreichweite von 30,1% in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind aber keine 522’000 Zuhörer sondern nur 462’000. Wo sind die 60’000 fehlenden Hörer geblieben? Einfache Antwort: An der Stelle hat der NDR die Hörer aus den anderen Bundesländern mitgezählt. In dem Satz seiner Pressemitteilung steht ja auch kein Landesbezug. Nur im Satz davor und danach…

So ergeben sich 3 Hitlisten für Mecklenburg-Vorpommern:

Die Marktanteile auf Landesbasis:
1. Ostseewelle 29,4%
2. NDR 1 Radio MV 28,0%
3. Antenne Mecklenburg-Vorpommern 20,1%
4. NDR2 7,0%
5. N-Joy 4,7%
6. NDRinfo 1,4%
7. NDRkultur  0,9%

Wenn man die Tagesreichweiten der Landesprogramme bundesweit betrachtet, kommt man auf diese Liste:

1. NDR1 Radio MV mit 522000 Hörern
2. Ostsewelle mit 479000 Hörern
3. Antenne Mecklenburg-Vorpommern mit 395000 Hörern

Die gleiche Top3 auf landesbasis:

1. NDR1 Radio MV mit 462’000 Hörer, entspricht 30,1%
2. Ostseewelle mit 414’000 Hörer, entspricht 27,0%
3. Antenne Mecklenburg-Vorpommern mit 361’000 Hörern, entspricht 23,5%

Ups … Wieso steht in der Top7 bei NDR2 ein Marktanteil von 7,0%, in der NDR-Pressemitteilung aber 9,2%. Die Basis der Zahlen in der Pressemitteilung sind Berechnungen aus den Tagesreichweiten und nicht die Marktanteile. Wenn man die 141’000 NDR2-Hörer ins Verhältnis setzt zu den 1’534’000 Einwohnern ab 10 Jahren, kommt man auf 9,2%. (Bei N-Joy funktioniert das Zahlenspiel auch). Und weil 9,2% besser klingt als 7,0%, nimmt man eben die Tagesreichweite und nicht den Marktanteil. Oder umgekehrt.

Ich habe auch mal versucht, eine Statiskik zu finden, in der Antenne Mecklenburg-Vorpommern Spitzenreiter ist, aber ich fand keine. 😉 N-JOY findet sich mal auf dem 2. Platz bei den 10- bis 19-jährigen.

Worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen Tagesreichweite und Marktanteil? Der Marktanteil eines Senders gibt an, wie groß der prozentuale Anteil der Hördauer des Senders an der Hördauer aller Sender ist. Zur Tagesreichweite zählen alle Personen, die im Tagesablauf während mindestens 15 Minuten einen Sender gehört haben. Alles klar?

Gern genommen bei Wahlen sind ja auch die Listen der Gewinner und Verlierer. Die Zahlen sind wieder die Tagesreichweiten auf Landesbasis, vergleichen mit der Mediaanalyse vor einem halben Jahr.

1. NDR Kultur +33,3%
2. NDR1 Radio MV +18,5%
3. NDR Info +10,5%
4. N-Joy +1,5%
5. NDR2 -10,2%
6. Ostseewelle -11,5%
7. Antenne Mecklenburg-Vorpommern -16,0%

Wenn wir diese Liste umdrehen, hätten wir eine, in der Antenne Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze steht: Die Top7 der Verlierer der Mediaanalyse.

(Zahlen und Daten von reichweiten.de)

Obamanie oder Die große Gebührenverschwendung

Liebe Fernsehsender,

was soll das? Am Donnerstag Barack Obama auf allen Kanälen: n-tv, N24, SAT.1, RTL, ARD, ZDF, Phoenix, sicherlich auch EinsExtra. Lass die privaten doch senden, wovon sie glauben, Zuschauer binden und Werbeeinnahmen generieren zu können. Ich kaufe die beworbenen Produkte sowieso nicht.

Aber drei- (bzw. vier-)mal öffentlich rechtlich??? Das ist mit dem Informationsauftrag nicht mehr zu erklären, da alle das gleiche ausstrahlen: Die Rede eines Kandidaten.

Ich nennen sowas Verschwendung von Gebührengeldern. Phoenix überträgt live und ausführlich (dafür ist der Sender schließlich da), bei ARD und ZDF wünsche ich mir eine gekonnte Zusammenfassung in den Nachrichten. Das wäre die richtige Wichtung.

Spitze Feder oder spitze Schaufel

Wichtig in der deutschen Sprache sind ja auch Füllwörter, „Gänsefüßchen“ und ähnliche Wortkonstruktionen, die andeuten, dass nicht immer alles, was geschrieben steht, auch wörtlich zu nehmen ist. So passiert in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Zitat:

Am 17. Juni 2008 um 14 Uhr nimmt Oberbürgermeister Dr. Paul Krüger den symbolischen ersten „Spatenstich“ zur Neugestaltung des Marktplatzes Neubrandenburg vor.

Zitat Ende.

Man stelle sich das mal wortwörtlich vor. Bei dem Betonboden würde unser OB aber eine ganz spitze Schaufel benötigen. 😉

Was Werbung über ein Produkt sagt

Das Werbung nicht immer so ganz die Wahrheit sagt, ist eine gesicherte Erkenntnis. Wobei es da mittlerweile Regeln gibt, die falsche Versprechungen ausschließen. Normalerweise darf nur noch mit Eigenschaften geworben werden, die auch nachweisbar sind.

Also wirbt man überhöht mit den (vermeintlich) positiven Eigenschaften eines Produktes und verschweigt die negativen. Ein schönes Beispiel sind da die LCD- und Plasmafernseher. Die Bilder sind wirklich gut, und die Flachheit der Geräte schafft Platz im heimischen Wohnzimmer. Sie können immer mehr und werden dabei auch immer preiswerter. Nur: Hat schon mal jemand den Hinweis in einer Werbung gesehen, dass diese neuen Geräte bei gleicher Größe im Betrieb z. T. mehr Strom verbrauchen als Röhrenfernseher, die es ja auch 16:9 gibt gab und die, richtig eingestellt, in der Bildqualität mithalten können, wenn nicht besser sind.

Aber zurück zur Werbung. Hat man ein Produkt, dass man am Markt durchsetzen will, so geht das nicht ohne Werbung. Und wer den größten Werbeetat hat, der setzt sich auch durch. Als Videorekorder aktuell wurden, gab es 2 konkurrierende Formate: VHS und Video2000. Letzteres war technisch besser, ersteres hat sich aber dank Werbung und entsprechender Partner durchgesetzt. Nachdem beim DVD-Nachfolger entscheidene Partner auf Blu-Ray umgeschwenkt sind, ist HD-DVD auch tot. Welches von beiden das bessere wäre, entzieht sich meiner Kenntnis.

Schön zu sehen ist ja, dass das mit der Werbung und dem Durchsetzen eines Produktes nicht immer klappt. Ich bin ja bei allen Sachen skeptisch, die zu stark beworben werden. Je mehr die Werbetrommel gerührt wird, desto mehr Fehler vermute ich im Produkt. Oder: Wenn die Marge auf ein Produkt (BWLer mögen mich bitte nicht lynchen, wenn ich erkläre, dass die Marge die Differenz zwischen allen Kosten eines Produktes und dem Verkaufspreis ist) so groß ist, dass massiv Werbung dafür gemacht werden kann, es aber zu einem halbwegs vernünftigen Preis verkauft wird, kann es selber nur sehr billig sein. Und wenn sich das Produkt dann nicht durchsetzt, wird viel Geld in der Werbung verbrannt.

Warum ich diesen Beitrag im Bereich Politk schreibe? Weil ich viel verbranntes Geld im OB-Wahlkampf gesehen habe.

Lehrermobbing im Internet

Zur Zeit geistern (wie schon vor einigen Wochen) Meldungen über das Lehrermobbing im Internet durch dasselbe (unter anderem hier, aber auch an vielen anderen Stellen).

Grundsätzlich finde ich an Lehrerbewertungsforen oder ähnlichem nichts auszusetzen. Auch Lehrer sind nicht unfehlbar und in der täglichen Routine bilden sich ja manchmal Eigenheiten heraus, die man selber nicht bemerkt und die auch nicht sonderlich gut sind. Da ist man für einen entsprechenden Hinweis doch manchmal dankbar.

Nach §5 des deutschen Grundgesetzes hat jeder das Recht, seine Meinung frei zu äußern. So soll es auch sein. Aber im Grundgesetz steht nicht drin, dass man unter dem Deckmantel der Anonymität des Internets z.T. unsachlich verleumdet, beleidigt und mobbt.

Also: Freie Meinungsäußerung ja! Aber bitte mit klarer Urheberangabe. Wie bei jeder anderen veröffentlichten Sache auch.

Wahlkampf ohne Kämpfe?

Ich glaube, mit dem heutigen Tag fängt Herr Schröder an, in seinem stark amerikanisierten Wahlkampf Fehler zu machen.
Warum geht er wirklich(!) direkten Diskussionen mit dem aktuellen Amtsinhaber aus dem Weg. Auf seiner Webseite gibt es ja eine Pressemitteilung zum Thema, der Grund dadrin ist m. E. gut gefunden und vorgeschoben.
Weiß er, dass er allein, ohne seine Crew im Hintergrund, gegen den OB keine Chance hat?
Hat es im gesamten bisherigen Wahlkampf überhaupt schon mal eine direkte Diskussion, die den Namen auch verdient, zwischen den Kandidaten gegeben? Und wenn nein, warum nicht?

Diskussionen sind ja einige geplant gewesen:

  • Nordkurier (22.05.2008)
  • NDRkultur, Mecklenburgische Literaturgesellschaft e. V. (22.05.2008)
  • neu’eins
  • Zebra (26.05.2008)
  • NB-Radiotreff 88,0 (28.06.2008)

Da bleibt abzuwarten, welche von den Veranstaltungen wirklich in der Form stattfindet, wie sie geplant ist.

Vorbei die Wahl – Warum alle verloren haben

Die Wahl zum Oberbürgermeister ist vorbei, die Stichwahl steht vor der Tür. Für manche Wählerinnen und Wähler wir diese eine Auswahl zwischen Pest und Cholera sein. Nicht nur deswegen vermute ich eine Wahlbeteiligung am 1. Juni 2008 von unter 30%, würde mich aber freuen, wenn ich mich irre.

Aber verloren haben sie ja eigentlich alle. Die Frage ist, warum?

Klaus Schier hat wohl nicht bedacht, dass der, der allgemein unzufrieden ist, gar nicht erst zur Wahl geht. Sein Ergebnis zeigt es deutlich.

Anco Beisler würde ich gern mal fragen, was der Scherz mit der OB-Bewerbung gekostet hat. Was anderes als ein Scherz kann es ja eigentlich nicht gewesen sein.

Claudia Dietrich säbelte sich wohl mit ihrer Parteinähe selber die Beine weg, und wäre mit einem Degen vielleicht eleganter rüber gekommen.

Gisela Ohlemacher, da fällt mir nix ein, weil ich nichts von ihr wahrgenommen habe.

Michael Nötzel ist wohl der einzige mit einem Achtungserfolg: Von Null auf über 10%. Gratulation.

Irina Parlow verlor wohl wegen ihrer negativen Ausstrahlung. Wahlkampf (und auch die Zeit zwischen den Wahlen) ist nicht die Zeit, über Probleme zu reden, sondern Lösungen anzubieten.

Hans-Joachim Schröder hat verloren, weil Neubrandenburg nicht Amerika ist. Ihm hilft nur, wenn er sich aus dem persönlichen Wahlkampf raushält. Je weniger öffentliche Auftritte, umso besser.

Und nicht zuletzt hat auch Dr. Paul Krüger verloren. 7 Jahre Amtszeit gehen nicht spurlos an einem vorbei.

Wie wird die Stichwahl ausgehen? Eine gute Frage. Rein rechnerisch (die Stimmen der anderen Kandidaten auf die Kontrahenten aufgeteilt) sieht es wie ein 40%-zu-44%-Sieg für Karl-Heinz Schröder aus (die Summe sind keine 100%, da sich nicht alle Stimmen zuordnen ließen). Die geringe Wahlbeteiligung dürfte wohl auch noch einen Einfluss nehmen, die Frage ist nur, in welche Richtung. Am 01. Juni ab ca. 19 Uhr sind wir schlauer.

Ausflugtipps für den 7. Juni 2008

Sonnabend, der 7. Juni 2008, wird mal wieder ein Tag werden, in dem man die wunderschöne Umgebung Neubrandenburgs erkunden sollte. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem Auto bieten sich die verschiedensten Ziele an. Lasst uns also für alle, die noch ein paar Anregungen brauchen, hier die Ideen für Ausflugsziele sammeln.

Ausflugsbeginn ist nach einem kräftigen Frühstück um 9 Uhr. Für die Rückkehr sollte frühstens der Nachmittag eingeplant werden. Wer also Tipps für Ausflugsziele hat, sollte das berücksichtigen.

Noch 21 Tage

Jetzt sind es nur noch geschlagene 3 Wochen, bis in Neubrandenburg der erste Wahlgang zur Wahl des/der neuen Oberbürgermeister/in stattfindet. Mittlerweile hängen ja auch schon fast alle Kandidatinnen und Kanditaten an den Laternen aufgehangen. Bei zweien steht bemerkenswerterweise sogar eine Botschaft drauf. Sie ist zwar klein, aber es gibt sie. Und zumindest Fußgänger können sie lesen.

Keine Botschaft, aber zumindest vielfältig wechselnde Hintergrundfarben, hat ja auch ein Kandidat auf seinem ansonsten recht puristischen Wahlplakat. Kopf, Name, „Neubrandenburg wählt“, mehr ist ansonsten nicht drauf. Nur: Was sollen die wechselnden Farben bedeuten? Ändert er auch so oft seine Meinung? Oder wird da alles in allem ein Regenbogen draus? Oder will er damit nur eine möglichst breite Masse ansprechen?

Interessant sind ja auch die Vorabumfragen zum Thema. Neben anderen hat ja auch NB-Radiotreff 88,0 eine auf seiner Webseite, mit interessanten Zwischenständen.

Ich bin wirklich gespannt, was bei der Wahl herauskommt. Ich gehe auch hin. Aber ich weiß nach wie vor noch nicht, wen ich wählen soll …

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