Ob man sich dagegen impfen lassen kann? Blödes Wortspiel. Aber manchmal kommt man eben auch auf sowas. Und bei der Steilvorlage sei es auch erlaubt.

Aber zurück zur Post: Nachsendeaufträge haben durchaus einen Sinn, vor allem, wenn man umzieht und noch Post an die alte Adresse geht. So weit, so klar. So bekam ich dieser Tage eben Post mit zusätzlichem Aufkleber. So sieht es also aus, wenn man einen Nachsendeauftrag laufen hat:

Sie haben Post

Soweit der amtliche Vorgang. Man beachte die linkshändig induzierte Neigung der Handschrift. Stellt sich aber nun die Frage, welche Adresse unter dem Aufkleber zu lesen ist, also durch das Fenster des Umschlages. Holen wir also mal das Schreiben heraus.

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Wer kann sich eigentlich noch an die guten alten Postämter erinnern? Meist backsteinverklinkert, auf jeden Fall ehrwürdig, respektfordernd. Sie waren Bollwerke der Logistik und der Dienstleistung: Briefe, Telegramme, Päckchen, Ferngespräche, Geldwechsel, Pakete, Lotto, Telefonanschlüsse, Postkarten, Briefmarken, alles bekam man dort, nachdem man sich andächtig in die Meditationsreihen eingeordnet und seine Zeit hat verstreichen lassen.

Damals hieß alles noch Deutsche Bundespost und war staatlich. Heute ist das anderes. Heute ist aber auch die Zeit, in der ich soweit bin, selbstständig Versandaufträge auszulösen und die Aktivitäten von Logistikdienstleistern auf mich zu fokussieren. Nun kommt es aber vor, dass ein solcher vor meiner Tür steht, ohne mich zu anzutreffen. Dann gab es der Varianten zwei: Das Versandstück war flach genug, um in den Briefkasten zu passen oder es war so dick, dass nur eine Benachrichtigungskarte am gleichen Orte hinterblieb. Dann begab man sich ins nächste Postamt oder die nächste Postagentur und nahm sein Versandstück entgegen.

Früher (vorm Krieg) ging man ins zwar Ehrfurcht erheischende,  aber nicht verklinkerte Hauptpostamt, reihte sich in die Reihe der wartenden und freute sich immer mehr. Vorfreude ist schließlich die reinste Freude. Später eilte ich in eine Postagentur in einem Supermarkt und danach in eine gleiche in einem Handyladen. Die aktuelle Krönung war dann aber eine absolute Spitzenleistung: Auf dem Abholschein sollte ich lt. Vordruck in einer Filiale abholen. Darunter war ein Stempel: Vorname, Name, Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort – natürlich mit konkreten Angaben. Eine normale Privatanschrift. Ohne Öffnungszeiten.

Mitten in einer Fußgängerzone, zwischen zwei Reihen Eigenheimen gelegen, fand sich dann eine „Paketausgabestelle“. Ein selbstgedrucktes Schild verwies auf ein paar wenige offene Stunden am Tag, allein, die Tür war geschlossen. Ein Klingelknopf bot seine Hilfe an. Nach seiner Betätigung regte sich etwas im nebenstehenden Privathaus, die Haustür entließ eine Frau, Typ Deutsche-Bundespost-Beamten-Gattin, die mir nach ein wenig Amtshandlungen mein Paket übergab.

Früher war der Postversand mal eine hoheitliche Aufgabe (glaub ich), heute wird er in alten Bretterschuppen – an einem solchen befand sich besagter Klingelknopf neben ebenfalls benanntem Schild – abgewickelt. Ich zitiere mal aus dem Wikipedia-Artikel zum Unternehmen: „Das Unternehmen … ist Weltmarktführer bei Luft- und Seefracht und weltweit das umsatzstärkste Logistikunternehmen.“ Und eine der Neubrandenburger Kundenschnittstellen befindet sich in einem Bretterschuppen.