Zeit verbrennen im ÖPNV

Ein Gedanke gleich vorweg: Ich bin für einen gut ausgebauten ÖPNV (öffentlichen Personennahverkehr). Wenn er gut gemacht und bezahlbar ist, ist es ein schönes Ding. Aber bis dahin ist doch noch ein bisschen Luft nach oben.

Vor etwa 4 Jahren habe ich mich schon mal über entsprechende ÖPNV-Planungs-Apps ausgelassen. Das Webangebot hat sich mittlerweile verbessert, wie eine aktuelle Stichprobe ergab, aber … Naja. Routenanzeige VMVDas ist übrigens die angezeigte Route meines aktuellen, an damals angelehnten Beispiels, mit dem ÖPNV morgens von Neubrandenburg nach Greifswald zu kommen. Chic, chic.

Kommen wir aber vom Fern- zum Nahverkehr und spielen wir auch dieses an meinen persönlichen Bedarfen durch. Um es vorwegzunehmen: Der ÖPNV wird haushoch verlieren. Da muss sich auf irgendeine Art und Weise unbedingt etwas ändern. Ich weiß aber auch, warum die Lage im Moment so ist, wie sie ist. Vor Jahren bereits konnte ich in die Materie etwas tiefer hineinschnuppern und mich damit befassen. Soll heißen: Die Lösung, wie sie im Moment existiert, ist für die Allgemeinheit unter den gegebenen, historisch gewachsenen Rahmenbedingungen schon sehr optimal. Aber es geht hier jetzt nicht um die Allgemeinheit, sondern um mich. Und wenn mir auf dem Weg zur Arbeit der Bus, mit dem ich ggf. zum gleichen Ziel gefahren wäre, entgegenkommt(!), dann ist das schonmal ein Indiz, warum der ÖPNV hier leider im konkreten doch verliert.

Spielen wir also die Situationen mal durch und fangen mit den Rahmenbedingungen an. Ich habe zwar Gleitarbeitszeit und bin da durchaus etwas flexibel, was Anfangs- und Endzeiten betrifft, aber es gibt auch Öffnungszeiten, die abgesichert werden müssen, und so liegt mein Feierabend kurz nach der Schließzeit und mein Arbeitsbeginn sollte im Mittel so liegen, dass ich mein Stundensoll erreiche. Soweit, so einfach. Im allgemeinen pflege ich mit dem Pkw zur Arbeit zu fahren. Bei großer Flexibilität, was die Zeiten betrifft, bin ich in ca. 15 min. (inkl. notwendiger Fußwege) auf Arbeit. Rechne ich 20 Minuten, komme ich dort glücklicher, weil mit einem Milchkaffee in der Hand, an. Der Heimweg liegt auch bei ca. 15-20 Minuten, je nach Länge des „Umweges“ durchs naheliegende Einkaufszentrum für Abendbrotzubehör. Selten gibt es auch mal eine „Havariefahrt“, meist in Tagesrandlagen, dann bin ich auch in 10 Minuten auf Arbeit, ohne Kaffee und „wild“ parkend. Aber nachts um 2 Uhr stört das wenig.

Vorteil beim ÖPNV: Sowohl zu Hause als auch in Arbeitsstellennähe gibt es in gehfähiger Entfernung jeweils eine Haltestelle. Auch für Gehfaule wie mich. Aber nun gehts los. Zu Zeiten meines normalen Arbeitsbeginns fährt der Bus im Stundentakt. Er braucht zwischen beiden Haltestellen laut Plan-App 21 Minuten. Hinzu kommen etwa 15 Minuten Fußweg in Summe an beiden Enden und die Pufferzeit, die man sicherheitshalber früher an der Haltestelle ist, bevor der Bus abfährt. Der Weg zur Arbeit beläuft sich also auf 35 bis 40 Minuten. Ohne Kaffee. Den gibt es auf der Strecke nämlich nicht. Ein Minus für den Kaffeeeinzelhandel. 😉

Falsche Route, richtige RouteAuf der Webseite wird übrigens eine sehr komische Route angezeigt. Die Linien im Grünton sind die Originale, die roten meine Korrekturen. Wo also der Bus wirklich langfährt. Und da ist der komische Knubbel am linken Rand in Höhe der Torgelower Straße noch gar nicht mit beachtet. Aber das kommt dabei heraus, wenn man dem Routenplaner nur die Haltestellenorte übergibt, aber eben nicht die eigentliche Fahrstrecke, und es werden die vermeintlichen Verbindungslinien gezogen, die mit den wahren Fahrstrecken leider nix zu tun haben. Aber auch hier ist die Angelegenheit noch steigerungsfähig, wie wir später sehen werden. Und was die stundengetakteten Fahrzeiten angeht, kann ich mir aussuchen, ob ich eine Dreiviertelstunde zu früh oder eine Viertelstunde zu spät zur Arbeit komme. Oder ich fahre Mo-Do spät und freitags dann früh. Gleicht sich nicht ganz aus, aber immerhin. Lösbar. Nur, dass ich am frühen Tag meine Wecker auch eine Stunde früher stellen müsste… Ganz abgesehen davon, dass ich mir gern sonstige, private Termine gern vor die Arbeitszeit lege (Hausarzt, Zahnarzt, …) Nunja, Hausarzt liegt sogar an der Route. Nur mit dem ÖPNV zu meinem Zahnarzt zu fahren … Dann wird es richtig absurd, obwohl ich das Gebäude, in dem er residiert, fast vom Balkon aus sehen kann … Luftlinie vielleicht 800 m (wenn nicht weniger), Pkw 4,3 km, Bus? Netto-Fahrzeit 33 Minuten. Plus 20 Minuten Fußweg. Mindestens. Und, holla: für die Rückfahrt werden mir auch mal nette 74 Minuten reine Fahrzeit angezeigt, inkl. 57 Haltestellenaufenthalt an einer der belebtesten Straßen der Stadt …

Aber zurück zur Anbindung an die Arbeit. Da bin ich ja nun und tue, was ich so tue. Aber irgendwann ist Feierabend und ich möchte wieder nach Hause. Knappe 17 Minuten nach Feierabend fährt ein Bus in ca. 14 Minuten nach Haus. Knappe halbe Stunden Weg, aber irgendwo noch etwas einkaufen auf dem Heimweg – sonst gelebte Praxis – entfällt. Das muss dann anders organisiert werden. Die Zeitangaben gelten aber nur für Montag, Dienstag und Donnerstag. Am Freitag habe ich etwas früher Feierabend. Aber auch da könnte es klappen. Nur eben eine Stunde früher. Der Mittwoch geht länger. Wenn ich pünktlich den „Laden“ verlasse und dann zur Haltestelle schlendere, harre ich dort noch eine halbe Stunde aus, wenn ich vorher den Rufbus bestellt habe. Wenn nicht, dann länger. Wobei es noch eine gewagte Lösung wohl gibt. Der Routenplaner im Web zeigt sie nicht immer an, aber in der Fahrplan-PDF steht sie auch drin:

FeierabendtourDafür muss ich zwar wirklich pünktlich Feierabend machen, dann schaffe ich den Bus, der nicht die gewohnte Linie ist; aber nach einer Nordstadtrundfahrt und vermutlich den Busfahrer in den planmäßigen Feierabend begleitend, bin ich dann auch nach 27 Minuten Nettofahrzeit, also einer knappen Dreiviertelstunde Wegzeit zu Hause.

Soweit die Situation: Wegzeiten, die sich mindestens verdoppeln bis verdreifachen, wenn man sich auf die Abfahrzeiten einstellt. Rechnet man spontanes, nicht fahrplankoordiniertes Losgehen mit ein, wird’s noch mehr. Dazu Routen-Apps von den Anbietern, die voller Fehler in den Anzeigen sind. Positiv: Das normale Monatsticket ist billiger als das, was ich nur fürs Parken in Arbeitsplatznähe bezahle. Dafür ist der Parkplatz aber dichter an der Arbeitsstelle als die Haltestelle und zwischen Parkplatz und Job gibt es frischen Milchkaffee. Rechnet man die wirklich nur gelegentlich stattfindenden „Havarie“-Einsätze hinzu, dann schlagen die mit ca. 30 Euro für’s Taxi (Hin- und Rückfahrt) und nicht abschätzbarer Wegzeit (mindestens 30 Minuten für eine Tour, wenn man die Wartezeit aufs Taxi mit einrechnet) zu Buche, wobei ich mit der Taxiverfügbarkeit nachts keine Erfahrungswerte habe.

Das Auto wird für mich also wohl in absehbarer Zeit Hauptfortbewegungsmittel bleiben. Und solange es am Zielort keine Dusche gibt, fällt das Fahrrad als Verkehrsmittel auch aus.

Hängt sie auf – an den Laternen!

Wie wichtig manchmal Groß- und Kleinschreibung ist …

Es ist Wahlkampf und die Laternen sind kaum noch zwischen den ganzen an ihnen befestigten Plakaten zu erkennen. Und wenn man sich zügig an ihnen vorbei bewegt, dann bekommt man ein eigentümliches Konglomerat an Werbeaussagen mit, und ist hinterher eigentlich genauso schlau wie vorher, wenn man sich die Frage beantworten will, was den am 26.09. zu wählen ist. Aber das Schöne an den Plakaten ist, dass man wunderbar erkennen kann, wer Amateur und wer Profi ist (oder zumindest Amateur, der mit Profis zusammenarbeitet.

Früher hab ich ja mal was gelernt, studiert sogar. Und einer der Lehr-Gänge hieß AvUM. So weiß ich noch, wie es Episkop funktioniert und wieviele Zeilen man auf eine Polylux-Folie maximal schreiben sollte, damit die Lernenden den Inhalt auch erfassen können. Der Polylux heißt jetzt Overheadprojektor und ist auch nicht mehr uptodate. Aber das mit dem Inhalt gilt sicher noch. 11 Zeilen Text, auf die Gesamthöhe verteilt, sind die maximal empfohlene Menge für mittlerweile gebeamerte Infoanzeigen. Aber die Lernenden haben ja Zeit, sich die Anzeige anzuschauen.

Die Zeit hat der Verkehrsteilnehmende nicht, an den sich die Laternenwerbung richtet. Zwei oder drei Sekunden höchstens stehen zur Verfügung, um den Inhalt einer Laterne zu erfassen. Selbst der große Slogan der französischen Revolution 1789 ist in der Zeit schlecht unterzubringen.

Freiheit, Gleichheit, Brü …“

Hä? „Brü…“ was? Brühwurst? Neee, das Wort war länger.

Texte, mit Inhalt(!), teils auch ohne, stehen auf den Plakaten. Nichts gehen die Grundidee, Positionen und Einstellungen im Wahlkampf rüberbringen zu wollen, aber nicht mittels der Laternenplakate! Das bringt nichts. Und lenkt den Verkehrsteilnehmenden ggf. von der Verkehrsteilnahme ab.

Jetzt braucht ihr mir aber nicht mit den Fußgehenden zu kommen, die ja mehr Zeit zum Lesen haben. Stimmt. Aber an Durchfahrtsstraßen kommen die auch eher selten vor. Da könnten die Kandidierenden eher unterschiedliche Plakate für Bereiche nur mit Autos/Fahrrädern und solche mit Fußgehendenverkehr aufhängen. Natürlich passend zur Gegend. Und sagt mir jetzt nicht, das ginge nicht, man könnte doch nicht unterschiedliche Plakate drucken! Doch, das geht. Wer genau hinsieht, zeigen manche Plakate mit Inhalt auch jetzt schon unterschiedliches.

Die Profis machen es (zumindest in diesem Aspekt) richtig: Konterfei drauf, Namen, Partei, Zweiwortslogan. Punkt.

P.S.: Eine Bemerkung noch zu einer Wahlkampfplakataussage, die ich leider sehen musste: Ich zahle bereits seit Anfang 2013 keine GEZ-Gebühr mehr. Ganz legal, ohne Antrag, ohne Befreiung. Wer im heute lebt und den Blick nach vorn richtet, sieht auch, welche Kultur- und Medienkompetenzförderungen über die Rundfunkbeiträge mitfinanziert werden, und dass ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der sich mit den Bedürfnissen entwickelt, gut für eine Gesellschaft ist; bei allen offenen Baustellen, die es zu kritisieren gilt und die behoben gehören.

Durchsichtig und lächerlich

Törööö, der Wahlkampf ist eröffnet. Hier in der Gegend wählen wir am 26.09. für den zuständigen Landtag sowie – wie alle – für den Bundestag. Visionsstrotzende Reden und aussagekräftige Plakate  … wird es – wie immer – nicht geben. Im Wahlkampf geht es schließlich nicht darum, was der/die Bürger/in will, sondern nur darum, dass der/die Politiker/in gewählt wird. Das ist auf zwei Arten möglich.

Zum ersten mit der Erststimme: Hier hat man die Möglichkeit, aus einem kleinen Kreis ausgewählter regionaler Elite die/den Beste/n auszuwählen. Sowas nennt sich dann Direktkandidat/in und der/die Sieger/in vertritt den Wahlkreis im entsprechenden Parlament.

Die zweite Stimmabgabe erfolgt mit der Zweitstimme. Hier ist die Auswahl meist größer, wenn auch unspezifischer. Auf den ersten Blick stehen nur Parteien zur Wahl; die haben aber vorher schon ausgeklüngelt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ihre Mitglieder und Freunde ins Parlament einziehen können.

Nun haben Parteien als große, gewachsene Gebilde durchaus eine gewisse Vielfältigkeit auch in sich. So gibt es in der CDU Mitglieder, die sind linker als manches SPD-Mitglied und umgekehrt. Und an den Rändern bemerkt man, dass das politische Spektrum keine Linie sondern ein Kreis ist. Es soll Leute geben, die sind so weit links, dass sie rechts wieder raus kommen (und umgekehrt).

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte: Gerade auch an der Basis gibt es Leute, die durchaus sympathisch rüberkommen und sich das auch in der politischen Diskussion durchaus herüberkommt, aber wenn man dann das Führungspersonal der gleichen Partei in der medialen Ventilation verfolgt, fällt man doch vom Glauben ab und  hält – zumindest die Partei – für unwählbar. Das scheint den Basisarbeitern aber durchaus auch bewusst zu sein, der Führungsebene aber auch.

Wer mit ein bisschen Lebenserfahrung erinnert sich nicht an die Wahlplakate eines Helmut Kohls, auf denen neben dem Namen nur noch CDU stand? Keine Aussage, keine Vision, kein Versprechen, nichts. Und er hat die Wahl gewonnen, wenn ich mich richtig erinnere. In diesem Jahr sieht es aber so aus, als ob die Kandidat/inn/en den umgekehrten Weg gehen. Das SPD-freie Plakat von Ministerpräsidentin Schwesig ist aktenkundig, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie von der Bundes-SPD Abstand gewinnen wollte oder die kleinen SPD-Kandidat/inn/en in den Wahlkreisen schützte.

Eine weitere Kröhnung aus dem Bereich entnahm ich heute meinem Briefkasten. Mittlerweile lache ich nicht mehr darüber, aber der Flyer ist so absurd und handwerklich schlecht, da ist es gut, wenn man darüber lacht. Andere Reaktionen wären auch denkbar gewesen. Welchen Flyer ich meine? Den hier:

Wahlkampfflyer Bromberger (CDU)

Wer ihn kennt, oder allgemein halbwegs gut informiert ist, oder sich die Leute auf dem Flyer anguckt, der weiß, dass der Kandidat Mitglied der CDU ist. Bei den Ereignissen und Possen rund um den Spitzenkandidaten der Partei glaube ich gern, dass er nicht gern als in seinem Dunstkreis stehend bekannt werden will. Es stellt sich aber noch eine zweite Frage: Für welche Wahl tritt er an? Schauen wir mal auf die Rückseite.

Wahlkampfflyer Bromberger (CDU)Ah ja. Alles klar. Ähm … Vielleicht im klein gedruckten?

Postkarte von Wahlkampfflyer Bromberger (CDU)Ah! Es geht um die Landtagswahl. Immerhin. Aber diese „Postkarte“ für die 3 Wünsche ist auch sehr interessant. Wer sie wirklich nutzen will, wird sie auch frankieren müssen. Damit wäre ich aber vorsichtig, denn die große Frage ist, wohin man die Karte schicken soll. Auf dem gesamten Flyer fehlt die mögliche Anschrift. Das spitzt das Problem mit dem Flyer aber noch zu, denn auch für Flyer besteht eine Impressumspflicht. Wer möchte, kann dem Kandidaten ordentlich ans Bein pieseln … im übertragenen Sinn natürlich.

Was mich noch am meisten wundern. Im Team ist mindestens eine Person, die das eigentlich wissen müsste …

So’n Quark: Das perfekte Dinner

In einem Blog ist ein Beitrag über die Vox-Sendung „Das perfekte Dinner“ erschienen, den ich kommentierte, leider ist mein Kommentar  dazu irgendwie verschwunden … Deswegen hier nochmal der gleiche Wortlaut:

Ohje, was ist das denn? Fragen über Fragen. Zum Beispiel: „wir haben mehrere Folgen analysiert“ Wer ist „wir“?
Als alter, medienpädagogisch Tätiger sei erwähnt: In der besprochenen Sendung ist nix live. Allein durch die Wahl der Ausschnitte oder allein auch durch eine Kameraperspektive ist eine Manipulation der Subjektivität möglich. Nicht umsonst findet man mehrfach Beschwerden von Teilnehmern, die in der Sendung nicht so dargestellt wurden, wie sie sind.
Zugegeben, bewusste Manipulation muss man dabei nicht unbedingt vorwerfen, aber allein dadurch, dass das Fernsehen immer nur einen Ausschnitt der „Wirklichkeit“ zeigt, ist das abgebildete subjektiviert, es ist fürs Fernsehen hergerichtet und selbst der Off-Kommentar beeinflusst das Sehergebnis beim Zuschauer.
Und der beschriebene Rest sind nette Trivialitäten, die die Bedeutung von Fernsehen und den dargestellten Kleinigkeiten total überbewerten. Das ist Unterhaltung, damit wir uns die Werbespots und das Produktplacement (das es natür.ich nicht gibt) zwischendurch ansehen! Mehr nicht.

Der Kommentar zeigt, warum er nicht am Originalort veröffentlicht wurde. Aber schön, wenn man ein alternatives Medium hat. 😉

Apropos: Im Beitragsstext gab es noch einen schönen Satz: „Die Forschungsabteilung von …<Blogname>“ Irgendwie ein Fall von multibler Persönlichkeit, würde ich sagen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass in dem Blog nur eine Person aktiv ist (zuzüglich der genehmen Kommentierenden).

80s vs. 80er

Wenn ich abends am Rechner sitze, im mich zu informieren oder zu unterhalten (oder auch die eine oder andere Sendung beim OK vorzubereiten), dann läuft im Nebenraum meist der Fernseher. Nun kann es aber doch mal vorkommen (im Sommer offensichtlich mehr als im Winter), dass ich nix vernünftiges im Fernsehen finde, was der Hintergrundbeschallung dient; dann weiche ich auf das Radioangebot aus und suche was, was man gut durchlaufen lassen kann und was wenig stört, aber trotzdem gute Musik spielt. Zumindest in meinen Ohren. Während ich morgens zum Aufstehen eher aktuelle Musik und Informationen vorziehe, darf es abends schon mal die schönste Musik der 1980er Jahre sein, wobei gegen ein paar Einsprenkelungen aus den 70ern und den Jahrzehnten bis heute nicht stören würden. Da gibt es ja auch einiges, was in den 80er-Kontext passt.

Zur Zeit scheint es ja so, dass die 1980er Jahre musikalisch ein wenig gehypet werden. Aber es ist doch auch ein wenig verwunderlich, – positiv ausgedrückt – wie vielfältig doch diese Epoche gewesen sein muss. Mein Fernseher bietet ohne langes Suchen zwei Programme feil, die von ihrem Ansatz her genau das richtige bieten würden: 80s80s MV, das ehemalige „Antenne MV“, dass sich vor einiger Zeit zum 80er-Radio umfirmiert hat, und harmony.fm, ein Privatradio aus dem hessischen, was man ihm zumindest abends wohltuend nicht anhört. Wenn ich mich richtig erinnere, kommen beide aus unterschiedlichen Mutterhäusern, was man ihnen auch anhört.

Der Vergleich fällt mir ein wenig schwer. Während ich Antenne MV auch schon nicht gern gehört habe, bin ich schon länger ein wenig Fan vom harmony.fm Abendprogramm. Leider hat sich daran auch mit der Umwandlung des ersten hiesigen privaten Landesprogrammes in 80s80s MV nicht viel geändert. Mit traumwandlerischer Sicherheit wird da Musik gespielt, die immer ein kleines bisschen neben dem liegt, was ich gern hören würde. Und das liegt nicht nur an der Programmgestaltung. Bei 80s80s musste ich mal das Tagesprogramm in die Bewertung mit einbeziehen, da es abends meist Musikspezials gibt, die den Eindruck weiter verfälschen könnten. Immerhin hat die Musikauswahl auch einen Vorteil: Man hört auch mal 80er, die man nicht kennt. Und ich bin in den 80ern aufgewachsen! Da ist harmony.fm ganz anders. Wenn ich den einschalte, kenne ich den Titel (nicht immer mit Namen), der gerade läuft, und ich finde ihn gut. Klappt in 99% der Fälle. Im Autoradio habe ich seit dem Programmstart 80s80s MV mehr Platz eingeräumt, aber wenn ich da den Einschaltmoment betrachte … höchsten 50% kennen und/oder mögen.

Und dabei spielen beide Sender nur die 80er! Wobei sich die Frage stellt, warum man sich auf die Zeit vom 01.01.1980 bis 31.12.1989 beschränkt. Ich bin auch ein Kind der 80er, würde aber „meine“ 80er (im Sinne von: mein prägendes Musikjahrzehnt) eher von 1982 bis 1992 definieren … Aber da hat eben jeder seins.

So werde ich wohl als abendliche Nebenbeibeschallung doch beio harmony.fm bleiben. Aber ich merke schon, dass es Zeit wird, dass das Fernsehprogramm aus dem Sommerloch rauskommt. Die Musik der 80er ist zwar schön, aber man sollte sie wohldosiert nutzen, sonst ist sie einem in der Masse und Dichte schnell über.

Manchmal ist es schade, keine Zeitung abonniert zu haben

Es gibt so viele Gründe, Abos zu kündigen.

Und manchmal ist es gut, wenn der Artikel dann hinter der Zahlschranke versteckt ist und man nicht mehr rausbekommt, ob der weitere Artikel den Schwachsinn noch auflöst oder weiter verschärft. Beim Nordboten ist ja beides drin, wie die Geschichte zeigt.

Mit der Schlagzeile und im Untertext kann man sich nur nicht ganz sicher sein, was passiert: Werden die „Fachleute“ weiter schlecht geschrieben, oder sind es doch Fachleute und sie sind eigentlich nicht erstaunt.

Solange sich der Schwerpunkt des Turms über der Grundfläche befindet, kippt das Ding auch nicht um. Und so schräg sieht er jetzt beim besten willen nicht aus. Wenn man auf der Neigungseite des Turmes steht und sieht von dort aus die gegenüberliegende Dachkante, dann wird’s eng. Aber solange das nicht passiert und da fehlen noch einige Meter an Neigung, solange kippt das Ding nicht um. Punkt.

Es ist allerdings zu befürchten, dass mit der Neigung die Stabilität des Turmes immer mehr zu wünschen übrig lässt. Er könnte also u.U. irgendwann in sich zusammenfallen, förmlich implodieren, wenn auch ohne den eigentlich dem Begriff immanenten Unterdruck. Nur umkippen, das wird sobald nix.

Irgendwie erinnert mich das an eine alte Geschichte. Ein Zitat aus der gleichen Zeitung vor längerer Zeit „Die neuen Leitungen haben eine Leistung von 75 Ohm.“ Die Autorin legte dabei sogar den Fachleuten ihren Artikel vorab zur Kontrolle der Fachlichkeit vor und das wurde zur Korrektur vorgeschlagen. Dringestanden hat’s trotzdem. Als Journalist ist man offensichtlich unfehlbar.

Wer in Physik nicht zu lange gefehlt hat, wird sich erinnern, dass „Leistung“ und „Ohm“ nicht wirklich zusammenpassen. Insgesamt bleibt der Satz sowieso fragwürdig, weil, was auch immer damit ausgesagt werden sollte, die alten Leitungen hatten das auch.

Richtig lesen und dann erst denken

Tja, das kommt dabei heraus, wenn man von Artikeln nur die Überschrift und das fettgedruckte liest.

100.000 Klicks für Justizvollzug Mecklenburg-Vorpommern

Justizministerin Katy Hoffmeister: „Wir erreichen online die Interessenten von morgen.“ JVA Stralsund und die Online-Plattform JOBBOX drehten Ausbildungsfilm

Jetzt machen sie schon Werbung für Kapitaldelikte. Und Clickbaiting gehört auch endlich dazu. JVAs sind auf der Suche nach den Verbrechern der Zukunft, sie wollen ja schließlich als Institution auch überleben und brauchen nachhaltige Lösung zur Existenzsicherung. Und: Wie groß sind eigentlich die Zellen, wenn man sie auch als „BOX“ bezeichnen kann?

Ähm, … ich sollte wohl doch erstmal frühstücken …

Ich bin enttäuscht – Ein Impfbericht (aktualisiert)

25 Stunden ist es jetzt her, dass ich meine erste Impfung gegen Corona erhalten habe. Ein enttäuschender Vorgang, vor allem unter dem Aspekt, welche Informationen ich vorher darüber in mich aufgenommen habe. Eine in der Reihenfolge wertungsfreie Liste.

  • In den 15 Minuten nach der Impfung sass ich mit Blick auf ein Rollfeld (für alle nichthiesigen: Impfzentrum = Flughafen), und sah in der Zeit zwei (Zivil-)Flugzeuge starten und eins landen.
  • Meine Wartezeit vom Eintreffen bis zur Impfung war praktisch gleich Null, und ich war nicht der einzige im Wartebereich, sprich: gute Organisation.
  • Apropos: Meinen Termin hatte ich problemlos von der Impfhotline, die mich nach einer Onlineregistrierung anrief*.
  • Im Impfzentrum waren alle sehr angenehm im Umgang mit den Menschen (auch wenn der Arzt vorweg etwas angefressen wirkte).
  • Das Hautdesinfizieren direkt vor der Impfung habe ich mehr gespürt als die Impfung selber. Muskelentspannung ist so wichtig. Genau genommen habe ich den Pieks gar nicht gemerkt, und die Injektion auch nicht. Da kenne ich anderes.
  • Mein Handy hat trotzdem immer noch kein 5G.
  • In den Stunden nach der Impfung spürte ich natürlich ein wenig in mich hinein und einige Male dachte ich mir ‚Oh, jetzt geht’s los.‘, aber es kam nix.
  • Gestern Abend spürte ich ein wenig die Region, in die die Impfung hinein ging, vor allem, wenn ich den Arm bewegte. Ist jetzt auch noch so. Aber sowas kenne ich auch schlimmer, allein schon, wenn ich mich nachts mal verlegen habe.
  • Mein Windows-PC startet auch nicht schneller.
  • Nicht mal eine allergische/sensible Reaktion auf das Pflaster hinterher habe ich bekommen (da hatte ich im letzten Jahr nach meiner OP andere Erfahrungen).

Insgesamt ein enttäuschender Vorgang, alles hat geklappt, es gab keinen Stress, keinen Grund, sich aufzuregen, quasi keine Nebenwirkungen und der eingepflanzte Chip funktioniert offensichtlich auch nicht.

16.05., 15:00 Uhr: 100 h später (oder 125 h nach der Impfung)

Es ist immer noch nix. Weder vorteilig (5G, besseres Win10) noch nachteilig. Der Arm ist noch dran, es gab keine Verfärbungen, nur ein wenig Druck im Muskel, als ob man sich verlegen hat. Das habe ich aber bei Grippeschutz- oder anderen Impfungen schon ganz anders erlebt. Und ist auch schon wieder weg.

Vielleicht ist es Idee, sich die 2. Impfung in den anderen Arm geben zu lassen … Mal sehen, noch ist das ja ein bisschen hin. Das wäre dann zwar der Arm, auf dem ich beim Einschlafen liege, aber wenn die 2. Impfung die gleichen Nebenwirkungen hat wie die erste, dann soll’s mir recht sein. Es gibt mehr andere Gründe, die mich wecken bzw. nicht schlafen lassen, wie so ein wenig spürbarer Druck im Arm (als Schmerz kann man das definitiv nicht bezeichnen).

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*) Die Geschichte mit der Impfhotline ist eigentlich etwas länger. Aber im Nachhinein und auch mittendrin eher lustig als nervig. Einige Zeit nach der Onlineregistrierung sah ich eine mir unbekannte Schweriner Telefonummer als vergeblichen Anruf auf meinem Handy. Sie sah ein wenig der Impfhotline ähnlich, ohne dass ich einen direkten Vergleich vornahm. Ich rief zurück und landete quasi sofort und wie vermutet bei der Impfhotline. Dort konnte man zwar erstmal nichts mit meinem Rückruf anfangen (kommt wohl nicht so häufig vor), aber offensichtlich war man auch darauf vorbereitet: ich wurde zweimal sehr nett weitervermittelt und dann war ich richtig. Jetzt erfolgte das Mysterium der Terminfindung, was für die Erstimpfung recht schnell ging, obwohl ich eine Wunschuhrzeit vorgegeben hatte. Ende April sollte es sein. Aber da fand sich dann kein Zweittermin. Die Abstimmung mit der Terminverwaltung des hiesigen Impfzentrum erfolgte etwas schleppend, aber etwas Smalltalk überbrückte die Zeit. Der dritte Anlauf brachte dann das gewünschte Impfterminpärchen, nachdem auch der zweite Versuch am Zweittermin zerstob. Insgesamt hat der ganze Vorgang eine knappe halbe Stunde gedauert, was die kolportierte schlechte Erreichbarkeit der Terminhotline erklärt, aber mit etwas Gelassenheit und Anständigkeit kann man das wunderbar händeln.

Die nächste Wahl kommt bestimmt

Es wird wohl noch September werden, bis ich mal wieder aufgerufen bin, mich an einer Wahl zubeteiligen. Aus heutiger Sicht bin ich unschlüssig. Nicht ob, sondern was ich wählen werde. Dem liegt eine historische Entwicklung zu grunde. Im Laufe des Lebens entwickelt man sich ja weiter. Zugegeben, auf das konkrete Wahlverhalten hat das wenig Einfluss gehabt, aber ein paar kleine Schwenker gab es schon, vor allem, wenn eher Menschen als Parteien gewählt wurden.

Die erste Wahl erfolgte eher „naiv“, geprägt durch Unkenntnis. Ich könnte mich aber damit herausreden, dass im allgemeinen Konsens zur Zeit die Wahl nicht unbedingt als demokratisch bezeichnet wird und ich sie also ignorieren kann. Auch die zweite war „naiv“, geprägt durch Unkenntnis, aber es war eine neue Unkenntnis; die Zeiten hatten sich gewandelt bzw. waren im Wandel begriffen.

Ab der nächsten oder übernächsten Wahl war ich dann aktiv am Geschehen beteiligt, wenn auch eher im Berichterstatten als am eigentlichen Wahlvorgang. Der aktive Part hier war nur der, hingegangen zu sein. Im Laufe der Jahre sah ich so eine Grundschule, eine berufliche Schule und eine Turnhalle teils mehrfach von innen. Aus dem naiven Wähler wurde einer, der das, was er da tat, bewusst und (beinahe) mit Überzeugung machte.

Aber die schmolz im Laufe der Zeit dahin. Aus der Überzeugungs-Wahl wurde eine Richtungswahl, eine Grundsatzwahl und irgendwann die Wahl des kleineren Übels. Und dabei blieb es nicht. Wie bei vielen auftauchenden kleinen Dingen des Lebens wuchs das Übel, so dass das kleinere Übel irgendwann gar nicht mehr so klein war. Aber wer so ein Übel mit Wissen und Erfahrung, also Informationen füttert, der braucht sich nicht zu wundern. Es wurde immer schwerer, wenigstens grundsätzliches als Wahlargument heranzuziehen, um mit seiner Wahlentscheidung im Reinen zu sein.

Der Wahl-O-Mat – bei allen bekannten Vor- und Nachteilen – half dabei und ein paar Wahlen sind so zu Wahl-O-Mat-Wahlen geworden. Ich bin mir durchaus bewusst, wie die Ergebnisse bei diesem Internetangebot entstehen, aber wenn Wahl-O-Mat sich mit grundsätzlichem ein wenig in Übereinstimmung bringen lässt, dann soll es wohl so sein.

Einmal, es war nicht die letzte Wahl, aber eine kurz davor, habe ich sogar geschwänzt. Es hat mir auch nicht gefallen. Wer nicht wählen geht, darf sich hinterher auch nicht beschweren. 😉 Aber so stellt sich die Frage mit Blick auf den 26. September: Was wähle ich? Die aktuelle Politik auf Bundes- und Landesebene macht einem da die Entscheidung nicht leichter. Leicht ist nur die Feststellung, welche Parteien man nicht wählen möchte. Das ist einfach.

Aber bleibt auch etwas vernünftiges übrig?

Webshop-System für lokalen Einzelhandel – Eine Idee

Das kann doch nicht so schwer sein, dem lokalen Einzelhandel ein Webshopsystem zusammenzuzimmern, dass den Besonderheiten dieses Handelsegmentes gerecht wird. Klassische Shop-Systeme fallen da schon mal wegen unnötiger Größe und Komplexheit aus. Immerhin geht es ja beim lokalen Einzelhandel nicht nur um reinen Produktverkauf. Deswegen ist ein klassischer Webshop der falsche Ansatz.

Sicher: Ein Modul des LEH*-Shops (* Lokaler EinzelHandel) kann durchaus ein klassischer Webshop sein. Aber wer will wirklich alle seine Produkte dort eingeben und ansprechend präsentieren? Da lohnen Aufwand und Umsatz nicht. Also gilt es, neue Wege zu denken und entsprechend vorhandene Lösungen schwungvoll miteinander zu vereinen. Es muss doch ein paar Programmierer geben, die folgendes zusammenzimmern können.

Der oder die Verkäufer/in/nen befindet sich mit einer Art Videokonferenzsystem beweglich im Laden (Smartphone mit WLAN), ggf. gibt es noch eine zweite Webcam im Laden (Totale, oder durch die Gegend wandernd). Kommt ein potenzieller Kunde auf die Webseite / in die App, landet er nach einer registrierung/Anmeldung erstmal in der „Schlange“, bekommt das Bild der zweiten Cam auf den Schirm und eine Anzeige, wieviele Kunden vor ihm in der „Schlange“ sind, sprich: sich vorher eingeklinkt haben. Die Anzeige kann man mit voraussichtlicher Wartezeit u.a. Angaben sicher ausbauen.

Der erste in der Schlange kommt auf das Smartphone eine(s/r) Verkäufer(s/in), sieht diese/n auf seinem Smaprtphone/Rechner und man kann sich unterhalten. Gibt es mehrere Verkäufer/innen, werden die Kunden aus der „Schlange“ entsprechend zugeteilt. Jetzt kann der/die Verkäufer/in mit dem Kunden durch den Laden wandern, ggf. zu Produkten beraten und diese gleich in einen realen Warenkorb legen. Ist der Einkauf fertig, sind oder werden Bezahlwege festgelegt und der Kunde bekommt die Info, ab wann er den Einkaufskorb an einer geeigneten Ausgabestelle gegen irgendeine geeignete Identifizierung (QR-Code auf dem Handy oder sowas) abholen kann.

Gerade bei kleineren Geschäften sollte das doch im Prinzip funktionieren. Schwierig wird’s bei Bekleidungs- oder anderen Geschäften, wo man auch etwas an- oder ausprobieren muss. Aber bei vielen standardisierten Produkten sollte das funktionieren, gerade auch bei denen, die einen gewissen Beratungsbedarf haben.

Und natürlich wird sowohl de(m/r) Verkäufer/in und dem/der Kund(i/e)n angezeigt, wie lang die „Schlange“ ist, damit sie wissen, ob sie sich Zeit lassen können oder doch lieber etwas sputen. Wie im wahren Leben also. Natürlich können die Wartenden sich nicht umschauen (außer, die 2. Webcam ist steuerbar), aber man könnte auch Produkte aus dem klassischen Webshop werbend einblenden, oder auch von benachbarten Läden, gleich mit der Info, wie lang dort die Schlangen gerade sind …

Und dann gibt es vielleicht bald doch das Webangebot www.innenstadt-nb.de/Shop

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