Hilfe! Mailserver!

Dieser Beitrag ist ein kleiner Hilfeschrei, aber es ist nichts ernstes. Aber mich beschäftigt seit einiger Zeit ein kleines Problem und ich werde seiner nicht Herr. Salopp gesagt:

Gesucht wird ein sicherer SMTP-Server, der ohne Passworteingabe funktioniert.

Natürlich weiß ich, dass das ein Widerspruch in sich ist. Aber es gibt da noch ein paar Rahmenbedingungen, die das ganze (hoffentlich) realisierbar machen.

Der SMTP-Server befindet sich in einem Intranet und nimmt nur E-Mails von einem einzigen Rechner mit fester (interner) IP an. Die verschickt er dann aber ins Internet. Die Absender-E-Mail-Adresse ist jedes mal die gleiche und es werden auch immer nur die gleichen 3 E-Mail-Adressen angeschrieben. Der Mailserver, der diese 3 E-Mail-Adressen verwaltet, sollte natürlich die E-Mails nicht als Spam einordnen. Im Idealfall wird übrigens keinerlei E-Mail verschickt. Nur, wenn etwas bestimmtes passiert, verschickt der auslösende Rechner einzelne E-Mails. Im realen Betrieb liegt die Versanddichte statistisch bei unter einer E-Mail pro Tag. Der SMTP-Server muss übrigens unter Windows laufen. Es stehen verschiedene Versionen zur Verfügung – von WinXP, Windows Server 2003 bis Windows Server 2012(?) oder Windows 7 Pro.

Selber probiert habe ich es schon mit dem Virtuell-SMTP-Server von WinXP (lief eine Weile sehr gut, blockiert jetzt aber), JanaServer und hMailServer. Bei letzteren beiden scheiterte ich wohl, weil ich das Prinzip SMTP-Server nicht wirklich verstanden habe (und beim hMailServer an der englischen Bedienoberfläche).

Was ist eigentlich die Grundaufgabe? Ich habe auf einem Rechner eine Software mit technischen Überwachungsaufgaben laufen. Wenn bestimmte Kennwerte bestimmte Grenzen unter- oder überschreiten, kann diese Software eine E-Mail versenden. Bei der Konfiguration, über welchen SMTP-Server diese E-Mail verschickt werden soll, kann ich aber nur eine E-Mail-Adresse (Absender) und eine (IP-)Adresse für den Server eingeben. Ein Port ist wohl auch noch definiert. Es fehlt die doch sehr sinnvolle Passwort-Eingabe für den SMTP-Server. So komme ich zur oben genannten Aufgabe.

Vielleicht gibt es ja auch noch die Möglichkeit, das Passwort irgendwie in eins der Eingabefelder hineinzukodieren. Ich erinnere mich dunkel an FTP-Server, wo man das Passwort auch direkt in den Link auf den Server einbauen konnte, irgendwas mit @ und : oder so. Vielleicht gibt es sowas beim SMTP-Server ja auch.

Für Ideen wäre ich sehr dankbar, ggf. auch für die eine oder andere Hilfestellung oder eine gute Beschreibung der Problemlösung. Danke.

Wahlstrategie

Je näher die Bundestagswahl kommt, desto obskurer, abstruser oder – besser formuliert – überdenkenswerter kommt mir das System vor. Wobei ich damit nicht das System der (parlamentarischen) Demokratie meine. Das kann man sicher auch mal auf seine Verbesserungsmöglichkeiten hin abklopfen, aber die Aufgabe ist noch komplexer und hier nicht Thema.

Dass ich den Wahlkampf an sich für überflüssig und falsch halte, habe ich bei Twitter schon mal ventiliert. Geldverschwendung, Wählermanipulation (im schlechten Wortsinne), demokratisch kontraproduktiv sind so ein paar Vokabeln, die mir in Blickrichtung auf die Politik so einfallen. Und die Journaille lässt sich leider in diesen Politikbetrieb (Oder ist Politiktheater besser formuliert?) einspannen. Und selbst Wissenschaftler(?) drängen mit eigentümlichen Äußerungen in die Öffentlichkeit.

Beispiel gefällig? Gern. Der Berliner Staatsrechtler Ulrich Battis (kann man gern mal suchen, er hat zu vielen Themen eine Meinung), lässt sich bzgl. der Briefwahl und ihren Fristen wie folgt zitieren: „Bei mehr als 25 Prozent Briefwählern wird es problematisch. Was hier stattfindet, ist eine unzulässige Verkürzung des demokratischen Willensbildungsprozesses.“ Warum das? Weil dann der Wähler nicht mehr durch die Wahlwerbung „informiert“ werden kann?

Immerhin hat sich ein bekannter deutscher Politiker schon vor einiger Zeit auch zum Thema geäußert: „Wir werden als Koalition an dem gemessen, was in Wahlkämpfen gesagt worden ist. Das ist unfair!“ Was lehrt uns also diese Äußerung von Franz Müntefering? Wahlkampf ist unnötig und irritiert nur. Echte politische Arbeit wird in der Zeit meistens sowieso nicht geleistet, alle sind im Wahlkampfmodus. Das lässt eigentlich nur einen Schluss zu.

Meine Wahlentscheidung (bei der Bundestagswahl zumindest bei der so wichtigen Zweitstimme) fälle ich dreieinhalb Jahre nach der letzten Wahl anhand der geleisteten (oder eben auch nicht) politischen Arbeit. Bei Landtagswahlen lasse ich mir viereinhalb Jahre Zeit (die werden ja auch nur alle 5 Jahre gewählt). Das Muster ist dann auch auf andere Wahlen übertragbar. Und so kann für mich die Briefwahl gern ein halbes Jahr vor der eigentlichen Wahl beginnen. Dann vergesse ich wenigstens nicht, was ich wählen werde.

Angenehmer Nebeneffekt: Ich kann beispielsweise alle Auftritte von Politikern im Fernsehen freundlich ignorieren. Warum sollte ich mir das ansehen? Meine Entscheidung ist gefallen. Ich koche mir ja auch nix zum Essen, wenn ich satt bin. Wählen gehe ich übrigens trotzdem am Wahlsonntag. Wann komme ich sonst schon mal in eine Turnhalle … ?

P.S.: Eine schöne Aufgabe für die Journaille in der Vorwahlzeit als Alternative zum Steigbügelhalten und Präsentationsleinwandbieten wäre in dem Zusammenhang eine Analyse, Systematisierung und Zusammenfassung der Arbeit der Politik. Welche Entscheidungen sind gefallen? Wem nützen diese? Wer hat also was davon? Usw., usf.

Es wird gewählt #Btw2017

Gestern hatte ich meine Wahlbenachrichtigungskarte im Briefkasten. Darin werde ich aufgefordert, mir mal wieder eine Turnhalle von innen anzusehen. Dazu komme ich ja sonst nicht so. 😉

Die Benachrichtung, dass man mal wieder was zu wählen hat, ist ja gut, aber irgendwie fehlt die Vorgabe, was man wählen soll. So muss man sich selber Gedanken machen. In dem Zusammenhang stelle ich leider für mich fest, dass meine „Wahlstrategie“ der letzten Jahre und Jahrzehnte mittlerweile nicht mehr aufgeht. Von der Partei, deren Ziele ich mochte, über die Partei, bei der die Übereinstimmung mit meiner Meinung am größten ist, bis hin zur Partei, die das kleinere Übel darstellte, führte der Weg.

Ob ich noch beim kleineren Übel bin oder jetzt doch darüber hinaus, bin ich mir nicht sicher. Ich habe mich jetzt auf drei grundsätzliche Gedanken zurückgezogen:

  • Ich wähle.
  • Ich wähle die Partei, die ich in den letzten Jahren am häufigsten gewählt habe, solange, bis mir mal eine richtig große Scheiße auffällt, die sie anrichten.
  • Wahlkampf meide ich.

Natürlich sollte man ab und an seine Entscheidung überprüfen. Eine gute Hilfe, um zumindest ein wesentliches Indiz dafür zu haben, ist der „Wahl-O-Mat„, näheres dazu dort. Meine Top 8 habe ich durch ein bisschen herumprobieren bekommen:

Die unteren beiden habe ich mal geschwärzt gegraut. Aus Gründen. Die nächsten Tage werde ich mich mal damit befassen, was das da oben für Parteien sind, mit denen ich sooo gut übereinstimme. Bei allem Respekt vor den Akteueren und ihrem Engagement für ihre Ziele, aber es gibt noch eine zweite Top8, wo ich mal die „üblichen Verdächtigen“ im Schwerpunkt habe.

Die gegrauten Parteien sind (die Reihenfolge ist hier jetzt zufällig): Die LINKE, die PARTEI, SPD und CDU/CSU. Wir wollen doch das Wahlgeheimnis wahren. 😉 Übrigens: Ich will nicht ergründen, warum es so ist, aber die Lage von „Die PARTEI“ in der Liste hat mich doch etwas verwundert. „Meine Wahl“ hat übrigens den gleichen Prozentwert. 😉

Wenn ich die nächsten Tage mal Zeit habe, werde ich eine komplette Liste aus dem Wahl-O-Maten herauskitzeln. Ich habe übrigens bei der Bewertung der Thesen nicht daran gedacht, welche Partei jetzt wie zu der jeweiligen Aussage stehen könnte, ich habe einfach spontan nach meiner Meinung die Klicks gesetzt.

Alle diese Betrachtungen betreffen natürlich nur die Zweitstimme bei der Bundestagswahl. Da dies aber die wichtigste Stimme für die Verteilung der Parteien im Parlament ist, sei die Ausführlichkeit der Betrachtung bitte zu entschuldigen. Meine Erststimme wird sich als Kompromiss zwischen „symphatische Nase“ und „wenigstens eine geringe Chance, den Wahlkreis zu gewinnen“ erweisen. Das lässt sich aber mit keinem Wahl-O-Maten ermitteln.

Das ist mir zu fix

Fix hat – wem es noch nicht aufgefallen ist – (mindestens) zwei Bedeutungen. Fixpreis, Fixstern, Fixangebot, … deuten darauf hin, dass es etwas festes, feststehendes bezeichnet. Wobei die Forschung sich ja auch weiter entwickelt. Fixsterne beispielsweise sind gar nicht so fix, wie sie ursprünglich mal angesehen wurden, sondern teilweise recht fix unterwegs. Hier haben wir dann die zweite Bedeutung: schnell.

Die Zeit brachte es, dass ich mir einen neuen PC zulegen musste. Neben seinen alten Macken entwickelte mein Rechner immer neue Eigenheiten, und als er seine Kommunikationsfähigkeit spontan einbüßte, wurde der Schlussstrich gezogen. Ein neues Gerät wurde bestellt, eingebaut und ist mittlerweile einige Wochen in Betrieb. Seither langweile ich meine Umgebung mit der Begeisterung über den neuen Mitbewohner.

Ein Blick zurück: Kam ich früher abends nach Hause, ging mein erster Gang meist direkt an den Rechner (alt). Erstmal anschalten. Danach gab es dann ein leckeres Abendbrot und nebenher infomierte ich mich televisionär über das Weltgeschehen. Kam ich dann zum Rechner zurück, war der hochgefahren und zur Arbeit bereit. Diesen Algorithmus musste ich nach dem Neuerwerb umarbeiten. Jetzt schalte ich ihn erst an, wenn ich auch wirklich mit der Beschäftigung anfange. Die Zeit des bequemen Hinsetzens reicht aus, um die Zeit zwischen dem Anschalten und der anmeldenden Passwortabfrage zu überbrücken. Und dann gehts auch gleich los.

Dabei sei eine kleine Zwischenbemerkung erlaubt: Ich weiß nicht, was die vielen kritschen Stimmen, die mit der Oberfläche von Windows 10 ein Problem haben, eigentlich haben. So groß fand ich die Umstellung nicht (ich komme von Windows 7) und finde sehr viele Ähnlichkeiten. Bei den Einstellungsmöglichkeiten muss man manchmal etwa suchen, aber dafür gibt es eine Suchfunktion und bisher habe ich spätestens darüber alles gefunden. Zugegeben, auch das Startmenü ist etwas lang und damit unübersichtlich. Aber wenn man ein wenig mitdenkt und die Möglichkeiten des Systems nutzt, braucht man das Startmenü eigentlich recht selten.

Aber nicht nur das Starten des PCs geht fix, auch das Runterfahren ist gewöhnungsbedüftig zügig. Da mein Rechner am Schreibtisch und der Schreibtisch im Schlafzimmer steht, war es mit dem alten immer ganz praktisch, wenn man das Ausschalten mit dem Zubettgehen verband. Die Zeit, bis die Monitore wirklich deaktiviert wurden, reichte meist aus, um das Fenster zu schließen, den Wecker zu kontrollieren, das Rollo herabzulassen und die tönende Einschlafhilfe in Betrieb zu nehmen. Dann wurde noch die Bettdecke aufs Bett gelegt und ich mich zwischen diese und das Laken geschoben. Danach wurde es dunkel.

Jetzt reicht das „Restlicht“ der Monitore, nachdem ich auf Herunterfahren geklickt habe, gerade noch dazu, um den Schreibtischstuhl zu verlassen. Danach tapse ich dann durch die Finsternis, wenn nicht noch von irgendwo her ein Lichtschein die Gütigkeit hat, mich an den harten Bettkanten vorbeizuleiten. So hat der technische Fortschritt nicht nur Vorteile und greift doch immer wieder in den Lebensalgorithmus ein.

Gut so. Sonst wäre es ja auch langweilig.

Journalismus und die Aussage an sich

Zugegeben, meine Überschriften in den Blogs haben auf den ersten Blick mnachmal wenig mit dem zu tun, was dann drunter steht, aber meist habe ich mir noch etwas dabei gedacht. Irgendwo im Artikel findet sich dann doch noch die Verbindung. Aber manchmal – bei anderen – wird es doch schwierig.

Bei den Krautreportern steht (zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Artikels noch nicht komplett, aber im RSS-Feed war er vollständig) ein Interview, dessen Überschrift eine dialektische Herausforderung darstellt und nicht durch den unterstellten Aussagemacher untersetzt ist.

„Wir müssen aufpassen, dass wir unser Gehirn kontrollieren und es nicht uns kontrolliert.“

Wer sind „wir“? Sind wir nicht das, was unser Gehirn aus uns macht? Oder besser: Sind wir nicht unser Gehirn? Oder ist mein Gehirn nicht ich?

Der Gedanke wird übrigens Albert Wenger unterstellt, seineszeichens deutscher Twitter-Investor und soooo dicht dran an der technologischen Entwicklung. Ich habe sein Interview intensiv überflogen, fand den Gedanken allerdings nicht.

Was der Aussage insofern nahe kam (Apfel-Birnen-Vergleichssyndrom), war folgender Satz:

Bei der psychologischen Freiheit stellen wir uns eine andere Frage: Wie viel Kontrolle haben wir über unser eigenes Gehirn?

Eine völlig andere Aussage, die sich nicht nur aus der veränderten grammatikalischen Form ergibt. Ob man etwas als Aussage oder als Frage formuliert, sollte die Botschaft dahinter nicht verändern. Aber die Frage hat eine andere Botschaft als die Aussage aus der Überschrift. Letztendlich ein Vergleich zwischen Paranoia und Manipulation, wenn man es „etwas“ überspitzt formulieren will.

Preiskartell

Wo wir gerade im Autosektor waren. Momentan sehr medienpräsent ist das Preiskartell – Autohersteller sollen Preise untereinander abgesprochen haben. Kunden sind möglicherweise betrogen worden und die könnten Geld zurück verlangen. 

Dabei wird, was die Richtung der Preisbeeinflussung betrifft, immer nur eine Richtung unterstellt. Man stelle sich vor, dass die Ermittlungen hier mal das Gegenteil feststellen…

Das wäre doch mal lustig, wenn ein Gericht Preisabsprachen feststellt, die zu Gunsten des Kunden ausgefallen sind und jetzt alle nachzahlen müssten. 

Das wird nie passieren. Aber der Gedanke ist nicht ohne Komik.

Was Werbung nicht erzählt

Zitieren wir mal eine aktuelle Autowerbung. Überlegt selbst, wo das originale Zitat aufhört:

Hey, digitale Welt! Verbinde mich! Und überrasch‘ mich! Mach mir eine Freude und zieh‘ mit mir um die Häuser! Verschleudere meine Daten! Ist doch egal, wer was von mir weiß.

Smarte Technologien bieten sicher auch viele Vorteile, aber wir bezahlen es mit unserer Vergläserung. Denkt immer daran: Nur Daten, die nicht erhoben wurden, können auch nie missbraucht werden.

Nochmal die Werbung zitiert: „… mit der Connectivity von morgen.“ Das kann man auch als Drohung verstehen.

Wie ich ein Präsent erwerben wollte – Eine Chronologie in PDF

Der Prolog

Wenn Freunde einen Geburtstag feiern und man dazu auch noch eingeladen ist, dann sind es wohl die gesellschaftlichen Konventionen, dass man ein Geschenk mitbringt. Aber man macht das auch auch gern. Manchmal – ganz selten – wird diese Geschenkangelegenheit zu einem Martyrium. Und dabei meine ich diesmal nicht die Auswahl eines Geschenkes. Der familieninterne Geheimdienst war mit ein paar Tipps behilflich, also war das größte Hemmnis bereits überwunden. Dachte ich.

Ein Gutschein eines Internetversenders sollte es werden; aber nicht so ein allgemeiner Generalist sondern schon ein spezieller Laden, man möchte ja auch nicht ganz so einfallslos erscheinen. Also wurde erstmal geprüft, ob es überhaupt Gutscheine gab … Zur allgemeinen Freude war das der Fall. Neben einer relativ flexiblen Werte-Auswahl stand die technische Form noch zu Disposition: gedruckte Karte oder E-Mail mit PDF-Anhang. Aus Zeitgründen habe ich mich doch für die PDF-Datei entschlossen, obwohl ich gerade keinen Drucker in meinem Dunstkreis habe, der einwandfreie Druckbilder liefert. Aber das Problem war einfach zu lösen. Immerhin war der Gutschein ein Gemeinschaftsgeschenk von mehreren …

Die Chronologie

Tag 1 (nennen wir ihn Montag, abends)

Dass in Internetshops nachts nicht gearbeitet wird, damit kann man ja nicht rechnen. Ein Indiz dafür könnte aber sein, dass es den Internetshop auch als realen Laden gibt. Nunja. Ich gab die Bestellung „Gutschein als E-Mail mit PDF-Anhang“ auf und scheiterte dann an der Bezahlung. Trotz auf der Webseite beworbene Bezahlung per Kreditkarte ging das bei Gutscheinen offensichtlich nicht. Rechnung war ebenfalls nicht möglich, so dass ich unwillig, aber wild entschlossen die Variante „Vorkasse“ wählte. Nach dem Abschicken der Bestellung sollte mir eine E-Mail die Zahlungsinformationen kundtun und sobald das Geld angekommen war, werde die PDF auf den Weg geschickt.

Tag 1 (etwas später)

Nach dem Abschicken der Bestellung öffnete ich meine Bankingsoftware und bereitete alles für die Überweisung vor. Was nicht kam, war die E-Mail mit den Zahlungsinformationen. Abwarten.

Tag 1 (kurz vor Mitternacht)

Oh, die erwartete E-Mail kam doch noch. Dann mal schnell das Geld überwiesen, die elektronische Übermittlung des Vermögens dauert ja auch immer noch ein bisschen, und am Samstag soll schon gefeiert werden …

Tag 2 (morgens)

Na, das ging ja fix. Während auf der Webseite noch gewarnt wurde, dass eine Überweisung bis zu 4 Tage dauern kann, kam nach 8 die E-Mail, dass das Geld eingetroffen ist. Über den Versand der Ware, heißt es da auch unter anderem, werde ich gesondert informiert.

Tag 2 (mittags)

Es kamen zwei E-Mails – im Abstand von 2 Minuten. Die zweite sogar mit PDF-Anhang. Dieser entpuppte sich – wie man aber auch schon dem begleitenden Text der E-Mail entnehmen konnte – als die Rechnung. Die andere E-Mail informierte unter der Überschrift „Lieferschein“ darüber, dass die Bestellung an den Versand gegeben wurde. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnte, aber wir sprechen immer noch von einer PDF mit Gutscheincode, idealerweise in schick, und den Versand derselben per E-Mail. Steht auch auf dem Lieferschein.

Tag 4 (tagsüber)

Man entwickelt schon etwas Phantasie, wenn es darum geht, für sich selber zu begründen, warum die PDF mit dem Gutscheincode immer noch nicht da ist. Wird die Datei von Hand mit Paint gemalt? Werden die Würfel für den wie zufällig aussehenden Gutschein-Code jedes mal mundgefräst und es bedarf für jede Stelle des Codes einen eigenen Würfel? Scheitert es womöglich daran, dass es keine 10-seitigen Würfel gibt, damit man das volle Zahlensortiment im Code verwendet? Bei letzterer Frage könnte ich helfen. Entweder, man nimmt statt des Würfels einen Dodekaeder, der mit seinen 12 Flächen auch noch Komma und Punkt zuließe, oder gleich einen Ikosaeder, der mit seinen 20 Flächen die Zahlen von 0 bis 9 zweimal vollständig unterbrächte. Wie alle fünf platonischen Körper sind die beiden gleichförmig aufgebaut, dass sich eine würfelartige Funktionalität anbietet.

Tag 4 (abends)

Langsam überkommen mich Bedenken, ob die Datei/E-Mail noch rechtzeitig ankommt. Eine Nachfrage beim Shop wird also angeleiert. Da es aber schon nach 18 Uhr ist und der Shop schon geschlossen hat, nutze ich das Ticketsystem auf der Webseite und frage nach dem Verbleib der Elektro-Post.

Tag 4 (abends, etwas später)

Endlich zu Hause. Ich freue mich auf das Abendbrot und leere auf dem Weg zum Herd noch den Briefkasten. Darin – etwas unerwartet – ein gepolsteter DIN A4-Umschlag. Ich entnehme diesem ein(!) A4-Blatt, ebenfalls mit der Überschrift Lieferschein. Und einem wunderschönen Widerspruch in sich:

Lieferschein

Ein Lieferschein für eine E-Mail? Und Versand über eine Spedition?

Ein zweiter Blick in den großen Umschlag entblößte noch einen kleinen, und in dem befand sich … Der Gutschein. Physisch. Im Postkartenformat. Mit Gutschein-Code.

Der Epilog

4 Tage für die Zusendung eines Gutscheincodes in einer PDF-Datei – zumindest war es so bestellt. Gründliche Arbeit gut und schön, aber so etwas ist eindeutig zu langsam. Aber vielleicht liegt es in der Natur der Sache und Bogenschützen können immer nur im Bogen arbeiten, direkt und gerade aus geht nicht. 😉
Vielleicht hätte ich ja zu Fuß in den anhängenden realen Shop laufen können und wäre schneller gewesen. Wenn ich denn 100 km in weniger als 4 Tagen bewältigen könnte. Wenn man dann bedenkt, dass der große Generalist seine Gutscheine in beinahe jedem Supermarkt/Discounter feil bietet, meist im Kassenbereich, fängt man wirklich an zu grübeln, ob man nicht damit beim nächsten Mal besser bedient wäre. Zumal der Jubilar auch eine Wunschliste beim Generalisten vorhält.

Das Post Scriptum

Am 5. Tag kam dann auch noch eine Antwort vom Support. Mit einer PDF-Datei als Anhang. Der Gutschein in elektronisch. Mit dem gleichen Code wie auf der Karte. Hätte ja sein können …

Unter Strom gestellt, kam aber trotzdem nix bei raus.

Da gibt es einen Werbespot eines bekannten Vertragsvermittlungsportales (meist fälschlich als Vergleichsportal bezeichnet), dass mit folgendem Satz (ggf. nicht völlig exakt, aber sinnentsprechend widergegeben) endet:

„Jetzt Stromanbieter vergleichen und bis zu 500€ sparen.“

Interessanter Satz. Was will uns der Dichter damit sagen? 😉

Wobei die Frage anders gestellt werden sollte: Nicht, was uns der Dichter sagen will, ist interessant, sondern was er uns wirklich sagt.

Schauen wir also mal auf die sachlich enthaltende Aussage. Auf den ersten Blick scheint da ja eine zu sein. Immerhin kann ich wohl bei meiner Stromrechnung Geld sparen. Schaut man aber genauer hin, stellt man doch sehr schnell fest, dass sich diese Aussage schnell in heiße Luft auflöst. Und das, obwohl man mit Strom ja eigentlich nicht heizen sollte.

Dieser Satz klingt zwar irgendwie schön, hat aber keinerlei Aussage. Wenn’s hart auf hart kommt, könnte man hinterher sogar mehr bezahlen als vorher und der Satz stimmt in seiner Nichtaussage immer noch. Die 500€ in dem Satz sind entweder gewürfelt oder anhand von Verbraucherumfragen als ansprechendster Wert ermittelt worden. Vermute ich mal.

Leider weiß ich nicht mehr, woher ich einen ähnlichen, aber noch schärferen Satz habe, der mir durch den Hinterkopf schwebt. Aber es gab mal eine Steigerung, wer weiß, für welches Produkt? „Sparen Sie bis zu 500€ oder mehr.“ Hier hat die konkrete Zahl im Satz überhaupt keinen Sinn und kann durch jede andere ersetzt werden.

Wo wir gerade beim Strom sind. Folgt man der Werbung, taucht dort auch (mindestens) ein Stromanbieter auf, dessen Strom von entsprechenden Zählern besonders gern gezählt wird. Und es ist alles so einfach und unkompliziert. Und güüüüüüüüüüüüüüüüünstig. Erstaunlich, dass man den Anbieter nicht beim Vermittlungsportal findet. Vielleicht ist der „ab 47 €/Monat“-Tarif doch nicht sooo günstig?

Wenn man beide Webseiten vergleicht, fällt noch etwas auf: Beim Vermittlungsportal wird ca. der doppelte Stromverbrauch angenommen als beim Stromverkäufer. Letzter setzt beim Single-Haushalt 1000 kWh/a voraus, ersterer 2000 kWh/a. Ist ja nun auch kein Unterschied, der unter statistischen Schwankungen läuft. 😉

Über Kalorien und seine Verbraucher

Auf dem Blog „Vorspeisenplatte“ veröffentlichte Inés heute einen interessanten Beitrag über die Kalorien im Essen, den ich mit viel Vergnügen las; was sich erst abkühlte, als ich einen Kommentar dazu abgeben wollte. „Spam deleted“ meldete mich die Webseite. Warum mein Kommentar so eingestuft wird, weiß ich nicht, aber damit ich ihn mir nicht umsonst aussgedacht habe, sei er hier veröffentlicht:

Der wichtige Punkt, der noch gar nicht erwähnt wurde, ist der, dass es immer gut ist, über das Thema intensiv nachzudenken. Es könnte auch ein anderes Thema sein. Oder einfach nur der bewusste, sprich denkbegleitete Umgang mit dem täglichen Leben. Denn das Gehirn ist einer der größten Energieverbraucher, den der menschliche Körper kennt (Sport mal außen vor gelassen). Also: Denkt nach, bevor ihr schreibt oder sprecht, das hilft schonmal beim Kalorienverbrauch. 😉

Es hilft vermutlich, wenn man vorher den Artikel gelesen hat. 😉