Aaaaaaaahhhhhhhh – PAAAAAANIK!

Manchmal kann einem die ständige Panisierung schon ein wenig auf den Geist gehen. Vor allem, wenn eigentliche Nichtigkeiten zu Panik auslösenden Weltereignissen hochstilisiert werden. Ein paar Beispiele im kleinen? Gern:

Warum immer die Dramatisierung? Es geht (meistens) nur im Straßenverkehr! Wenn’s sonst nichts wichtigeres gibt …

Neue Angebote im Kabelfernsehnetz der neu.sw

Hurra, das Senderangebot wird erweitert. Die neu.sw haben über die Erweiterung ihres Kabelfernsehangebotes mit dem Hope Channel informiert (https://www.neu-sw.de/pressemeldungen/neuer-sender-im-neu-sw-kabelnetz-3).

Dagegen ist nichts zu sagen. Bleibt die offenen Frage, wann bei Euronews wieder die deutschsprachige Version eingespeist wird, oder wann Zee.One kommt, oder MTV (deutsch), alles frei empfangbar und vermutlich auch mit größerer Zielgruppe als die letzten Neueinspeisungen zusammen …

Gedanken zur Zeit

Nachfolgender Kommentar entstand als Anmoderation einer meiner Radiosendungen. Normalerweise quatsche ich da ja ohne Script, aber wenn es richtig vernünftig werden soll, dann hilft die schriftliche Niederlage doch. Und wenn ich’s schon schriftlich habe, kann ich es auch gleich verbloggen.

Sorry, wenn ich heute mal etwas disharmonisch anfange, aber ab und an platzt einem schon mal der Kragen und dann hat sich einiges aufgestaut, was raus muss. Zumal gerade in der letzten Zeit der Grad der Idiotie in der Gesellschaft exponentiell nach oben geschnellt ist. Es gibt offensichtlich zu viele engagierte Menschen, die letztendlich nur an ihren eigenen Vorteil denken und sich dabei immer weiter von den Vorteilen für die Gesellschaft als ganzes entfernen. Nur die vernunftbegabte Mehrheit, die es hoffentlich noch gibt, schweigt oder ist zumindest so schwach, dass sie nicht gehört wird. Das wiegt besonders schwer, wenn entsprechende Hörbarkeitsverstärker keinen Arsch in der Hose haben und auch mal nicht dem vermeintlichen Mainstream folgen, sondern einen Standpunkt, den sie für vernünftig halten, auch verteidigen.

Zu viele Entscheider und die, die sich dafür halten, sitzen in ihrer Filterblase und glauben sich im Recht mit ihren Äußerungen, nur weil sie darin mit zu vielen Ja-Sagern umgeben sind. Die wahre Gesellschaft befindet sich außerhalb derartiger Kreise, die Wirklichkeit kommt nicht mit ihnen in Berührung, so dass auf einer fehlerhaften Basis falsche Schlüsse gezogen und falsche Entscheidungen gefällt werden. Und dann wird’s sehr schnell unmenschlich, unsolidarisch, unchristlich, wenn ich als Atheist das Wort mal gebrauchen darf. Die sogenannten christlichen Werte werden gerade auch von denen im Munde und auf den Fahnen geführt, die sie mit Füßen treten, nur für persönliche Vorteile. Das Grundproblem ist nur, dass es eine ernstzunehmende andere Variante nicht gibt, haben sie doch alle – historisch betrachtet (und da reichen 20 Jahre) – irgendeinen Dreck am Stecken.

Leider komme ich aus diesem Gedanken nicht mit einem positiven Ende heraus. Auch eine Lösung oder zumindest ein Ansatz dafür kommt nicht, was mich wurmt. Aber ich weiß eins: Es gibt Menschen, die ich bei diesen doch recht pauschalen Aussagen mit über den Kamm geschert habe, die es nicht verdient haben, die ordentliche Arbeit leisten. Sie sind (hoffentlich) sogar noch die Mehrheit, aber leider sehr leise …

P.S.: Bzgl. Mainstream hat Heiner Müller mal so schön gesagt: „Zehn Deutsche sind natürlich dümmer als fünf Deutsche.“
Passt auch als Zitat kontra Schwarmintelligenz.

P.S.II: Es war weder Tucholsky noch Ringelnatz, es war wohl Erich Kästner, der einmal reimte:
Freunde, nur Mut!
Lächelt und sprecht:
„Die Menschen sind gut.
Nur die Leute sind schlecht.“

Kommentar zum Kommentar

Auf der Webseite des Nordkurier wurde heute ein Kommentar zur Sportberichterstattung bzgl. der Fußball-WM 2018 veröffentlicht. Nachdem ich den kommentiert hatte, gab es ein „nicht berechtigt“ als Meldung der Webseite, als ich meinen Verbalerguss speichern wollte. Sehr zu meinem Missfallen übrigens. Leider war mein Text dabei auch in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Aber die Grundgedanken hatte ich natürlich noch. Sie folgen hier, da bin ich mir wenigstens sicher, dass ich „berechtigt“ bin.

Die Grundidee, ein gesellschaftlich solidarisches System zur Finanzierung eines unabhängigen und hochklassigen Journalismus zu schaffen, finde ich per se erstmal gut. Das lasse ich mir von den Zwangsgebührenfaslern auch nicht ausreden.
Dass die aktuelle Ausführung durchaus kritikwürdig ist und dringend umgebaut werden muss, steht auf einem anderen Papier. Gerade der aktuelle Sportjournalismus (also der, der aktuell von Ereignissen berichtet) ist eher mit Boulevard- oder Klatschjournalismus gleichzusetzen und gehört in die große Kategorie des Unterhaltungsjournalismus‘. Dort kritischen oder investigativen Journalismus zu erwarten, wäre genauso, als wenn man dies im Boulevard- oder Klatschbereich tun würde. Es gibt ihn. Aber nicht in den massentauglichen Sendungen (und wenn dort, dann nur am Rande). Er hat seine eigenen (Sende-)Plätze.
Andererseits ist die aktuelle Ausformung des (Sport-)Journalismus durchaus auch als Ergebnis der gesellschaftlichen Entwicklungen zu verstehen. Gerade auch die „Expertenrunden“ bzw. die locker flockigen Gesprächsrunden sind sehr preiswertes Füllmaterial zwischen den teuren Lizenzprogrammen á la Fußball-WM oder ähnlichem. Da kann der Zuschauer doch nur froh sein über diese Formate, geht doch der örR gerade hier sparsam mit den Rundfunkbeiträgen um.

Wenn wir hier aber gerade Kritiken verteilen, dann auch an die Kritiker. An anderer Stelle habe ich neulich mit einem anderen Kollegen der lokalschreibenden Zunft über die exakte Benutzung von Begrifflichkeiten und Zusammenhängen diskutiert. Zugegeben war mein letzter Tweet dazu provokativ überspitzt, aber zum sachlichen Gehalt stehe ich nach wie vor. Beim Kommentar auf der Webseite gibt es ebenfalls ein paar Kritikpunkte, die in die gleiche Richtung zielen. Seit fünf Jahren, fünf Monaten und fünf mal fünf Tagen (sorry, das Wortspiel bot sich an) gibt es eine „GEZ“ nicht mehr. Der 1. Januar 2013 brachte uns den „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“, was mittlerweile auch mal gelebt und nicht in dümmlich-volkstümelnder Art ignoriert werden sollte. Dass demzufolgen alle „Gebühren“ im Kommentar eigentlich „Beiträge“ heißen müssten, ist logisch.
Und dann noch die Forderung nach „objektiver Berichterstattung“! Ich habe ja nie Journalismus studiert, bin sozusagen „nur“ Konsument, aber man macht sich so seine Gedanken. Gibt es nicht in der Ausbildung ein Fach „Journalismustheorie“ oder auch „Journalismusphilosophie“, in der zumindest die These mal diskutiert werden müsste, ob es objektiven Journalismus überhaupt gibt/geben kann. Wie zu vermuten ist, bin ich nicht der Meinung. Aber es sollte immer die heilig zu nennende Aufgabe sein, der Objektivität so nahe wie möglich zu kommen.

Journalismus ist die 4. Macht im Staate, eine Verantwortung, der sich dessen Ausübende vollumfänglich stellen sollten. Recherche, Abbildung (möglichst objektiv) der Wirklichkeit, Einordnung ins große Ganze, Exaktheit und auch Vorbildfunktion.

 

Erste Auswirkungen DSGVO spürbar

Das Ende der Übergangsfrist zur Einführung der DSGVO zeigt erste Opfer. Blogs, die bei Blogger.com, blogspot.de/-.com gehostet sind, stehen plötzlich in einer Art „Privat-Modus“, so dass normale Lesewillige sie nicht mehr erreichen. Das zeigt übrigens auch mal wieder die Macht derartiger Anbieter und die Nachteile für nicht selbst gehöstete Blogs. Im konkreten Fall die Abhängigkeit von Google, die erwähnten Hoster gehören in das Googleversum.

Aber auch andere Plattformen ändern was, so dass sie nicht mehr in gewohntem Maße nutzbar sind, ohne Lösungen anzubieten, wie man eine Nutzung wieder ermöglichen könnte, die den alten Gewonhnheiten nahe kommen. Tumblr.com ist ein Beispiel. Die dortigen Blogs sind zwar noch einfach erreichbar, aber aus bisher noch nicht ersichtlichem Grund sind die RSS-Feeds nicht mehr durch Reader nutzbar, obwohl auch vorhanden.

Es bleibt zu hoffen, dass sich das eine oder andere in den nächsten Tagen wieder normalisiert bzw. Lösungen angeboten werden. Oder es bestätigt sich doch die bereits ventilierte Meinung einiger Fachleute, dass die DSVGO die Freiheit im Internet einschränkt und Geist früherer Zeiten hinausjagt. Für sicherere Daten. Also für stimmigere, saubere Datensätze, aus denen unser Leben und unser Wesen abgeleitet werden kann, genauer, als wir es selber tun.

DSGVO (Kommentar und Datenschutzerklärungsergänzung)

Liebe gläserne Leserinnen und Leser dieses Blogs,

ihr nutzt ein Smartphone oder einen Rechner mit Internetzugang? Ihr seid bei einem sozialen Netzwerk oder habt schon mal was im Internet gekauft? Ihr habt Euch irgendwann mal irgendwo eingeloggt (E-Mail, Shop, …)? Egal. Euren digitalen Fingerabdruck habt ihr bereits hinterlassen, ihr seid bereits gläsern, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gibt es eine Firma/Einrichtung/Institution, die schon viel über Euch weiß, dank KI (Künstlicher Intelligenz) vielleicht schon mehr als ihr selber. Oder habt ihr so einen kleinen elektronischen Spion im Haus? Oder gar ein smartes Haus, wo ihr alles mit dem Handy steuern könnt? Spätestens dann ist die Datensammlung dieses Blogs euer kleinstes Problem.

Eins dürft ihr gewiss sein: Ich missbrauche Eure Daten, die ihr hier bewusst oder unbewusst hinterlasst, nicht. Zumindest nicht bewusst. Aber was weiß ich schon?

Bewusstes Datensammeln:
Wenn ihr hier einen Kommentar eingebt, dann speichert irgendwas das, was ihr eingegeben habt. Sonst könnte ich es nicht veröffentlichen. Klaro. Da ich ein bisschen neugierig bin, habe ich im Hintergrund Matomo (ehemals Piwik) laufen (auf dem gleichen Server wie diese Webseite), damit ich sehen kann, wie viele Leser ich habe (sehr viel mehr interessiert mich eigentlich nicht, aber Matomo sammelt etwas mehr Daten). Und der Anbieter meines Webhostingpakets (kein eigener Server, sondern ein sogenanntes „Webpack“) loggt auch noch einiges statisches mit. Nach bestem Wissen und Gewissen (für mich weiß ich es, für meinen Webhoster unterstelle ich es auch mal) tun wir alles, dass die Daten da liegen bleiben, wo sie sind und nicht unbefugt raus gehen. Die Server stehen übrigens in Deutschland. Sagt der Webhoster.

Unbewusstes Datensammeln:
Kundige Leser werden erkennen, dass der Blog WordPress benutzt. Ganz unten auf der Seite steht es wohl auch. Die WordPress-Installation liegt auch bei meinem Webhoster, was da im Code alles passiert oder was die installierten Plugins alles an Daten erfassen und ggf. verschicken, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich die Plugin-Zahl so gering wie möglich halte und übliche Verdächtige wie Akismet oder Jetpack nicht installiert habe. Ob andere unerwünschte Sachen passieren, wird sukzessive geprüft und nach Möglichkeit werden Schritte dagegen unternommen. Nach bestem Wissen und Gewissen.

Näheres zur DSGVO findet ihr in den Medien. Ich verlinke mal nix konkretes. Suchen gehört ja heute zu den Grundtechniken des Lebens wie Lesen, Schreiben und Atmen. Und den DSGVO-Missbrauchern sei gesagt: Zu holen ist nix, es würde nur die Existenz dieses Blogs beenden.

Otto in unlustig

Eigentlich finde ich ja Otto immer noch ganz witzig. Aber das bezieht sich auf den ostfriesischen Menschen. Es gibt da auch was in Hamburg. Schon länger. Und immer noch. Noch.

Mal eine Zahl:135426. Das ist keine Bestellnummer sondern die Zusammenfassung des Vorgangs: Eine Bestellung, 3 Produktkategorien, 5 Produkte, 4 Lieferungen an 2 Abholorte innerhalb von 6 Tagen.

Es mag Gründe geben, warum sowas passiert. Ich hoffe aber, dass es nicht normal ist. Jedenfalls werde ich sowas nicht mehr auslösen. Andere Läden haben auch schöne Produkte.

 

Populärmeteorologie verkürzt verfälschend

Wenn einem nix einfällt, redet man übers Wetter. Alter Smalltalktrick. Probieren wir es also hier mal: Mir gehen die Wettermoderator(inn)en in den Medien auf den Geist, die erzählen nur Blödsinn. Und damit meine ich noch nicht mal ihre Prognosen sondern ihr Vokabular, dass dringend überarbeitet werden sollte. Die gängigen Floskeln unterstellen manchen Aussagen einen Sinn, der einfach nur falsch ist. Leider liegen Teile des Problems nicht nur bei den Moderatoren selber, selbst beim Deutschen Wetterdienst (DWD) habe ich derartig falsches gelesen, was mich – ehrlich gesagt – etwas verwundert. Die müssten es eigentlich besser wissen.

Auslöser ist das „Wetter vor acht“ der ARD vom 20.02.2018. Claudia Kleinert hat zwar die schon mehrfach von mir kritisierte Formulierung nicht benutzt, dafür aber eine – zumindest für mich – neue Variante, die genauso falsch war. Nachdem als Beispielwert für den aktuellen Tag die Höchsttemperatur von Weimar mit -1°C angegeben wurde, kam die 15-Tages-Prognose für die Stadt ins Bild mit ihrem immer größer werdenden Unsicherheitsfaktor. Soweit, so gut. Entgegen dem vielfach gesehenen Bild gab es noch eine Linie in der Grafik, die zwar aussah als überhaupt nicht dazugehörig, aber doch wohl einen Sinn hatte: die statistische Durchschnittstemperatur von Weimar, vermutlich seit Beginn der Erfassung. Sie lag deutlich über der Prognose.

Die FALSCHE Standard-Formulierung wäre jetzt gewesen, dass es in Weimar gerade „zu kalt“ ist. Aber: ES IST NICHT „ZU KALT“!!! Die Temperatur liegt nur unter dem langjährigen Mittel. Punkt. Der Satz hat eine völlig andere Bedeutung und vor allem keinen unterschwelligen Sinn. Die Formulierung von Frau Kleinert hatte einen ähnlichen, fehlerhaften Subtext, indem sie fabulierte, dass die durch die Linie angezeigte Temperatur eigentlich die wäre, die gerade zu erwarten wäre. Das ist hanebüchener Bullshit. Die Temperatur ist nicht zu erwarten, sie ist nur der Mittelwert aus den letzten Jahren/Jahrzehnten/Jahrhunderten … Die Chance, diesen Wert wirklich mal zu treffen liegt bei unter 10%.

Kommen wir zum konstruktiven bei dieser Kritik: Zugegeben, die Formulierungen „über dem langjährigen Mittel“ bzw. „unter …“ sind etwas sperriger, aber mit ein wenig Übung sollte es elegant und leicht von den Lippen gehen. Und bei neuen grafischen Darstellungen mit der Mittelwertslinie bitte genau wie bei der Prognose die Wertvarianten mit anzeigen, also eine farbige Fläche ober- und unterhalb, die die Werte symbolisiert, die die Temperatur an den jeweilgen Tagen in der Vergangenheit auch alles angenommen hat. Die Statistik bietet da eine Reihe von Hilfsmitteln, diese Varianz-Flächen zu berechnen. Rechenmaschinen und die nötigen Daten scheinen ja vorzuliegen, also müssen sie nur noch genutzt werden.

Das beschriebene kritikwürdige Verhalten hat übrigens nicht nur Frau Kleinert. Sie ist hier nur exemplarisch erwähnt und letztendlich als Auslöser dieses kleinen Artikels gewürdigt. Den Unsinn mit „zu warm“ oder „zu kalt“ hat im wesentlichen jede(r) Wettermoderator(in) im Repertoire. Und sollte es doch jemanden geben, der das nicht macht, entschuldige ich mich für die pauschalistische Aussage. Aber mir ist noch keiner aufgefallen.

Eine alte Anekdote aus aktuellem Anlass

Zur Dokumentation eine Anekdote nacherzählt. Alle Namen sind frei gewürftelt, sollte es jemanden gleichen Namens geben, so ist er/sie NICHT(!) gemeint. Die Quelle ist eine nicht mehr erinnerliche Anekdotensammlung in Buchform, mindestens 30 Jahre alt. Sollte ich es noch wiederfinden, wird’s nachgetragen.

Irgendwo im US-amerikanischen Mittelwesten. Eine Zeitung sucht einen neuen Chefreporter. Ein Bewerber steht vor dem Besitzer und der gibt ihm die Aufgabe auf, eine Schlagzeile zu entwerfen, die die fünf Themen enthält, aus denen ein Amerikaner eine Zeitung kauft: Drogen, Rassenfrage, Mord, Sex, Kirche.
Wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort: „Heroinsüchtiger Schwarzer erdrosselt Mätresse eines Erzbischofs“.
Nicht schlecht, meint der Chef. Nun gilt es aber, zur Schlagzeile auch noch die passende Story zu finden. Der Bewerber zuckt mit den Schultern und geht los. Nach ein paar Stunden kommt er wieder und präsentiert einen minutiösen Bericht des Ereignisses.
Der Zeitungsbesitzer ist begeistert: „Und das stimmt alles?“
„Ja,“ meint der Bewerber, „mit dem kleinen Manko, dass sich ‚Schwarzer‘ nicht auf die Hautfarbe sondern auf die Farbe der Kleidung bezieht.“
„Und wo ist das alles passiert?“
„Im neusten Roman von Leslie Williams Scott.“
Und bevor der Besitzer aufbrausen kann, sagt der Bewerber: „Ok, ok, Sir. Der Leser hat seine Gruselstory, die Zeitung den Massenabsatz und das Pressegesetz unterlaufen wir mit einer Dreizeilenberichtigung auf der letzten Seite.“
Chef: „Eingestellt! Sie wissen, wie man eine Zeitung macht.“

Lost in Space* – ÖPNV in MV

Die Wege des ÖPNV sind untergründlich.
(Ein Freund, dem ich vorab von diesem Blogartikel erzählte)

Beruflich bin ich ab und zu mal in Greifswald. Von Neubrandenburg aus sind das etwa 60 km. Oder auch etwas mehr, kommt immer drauf an, wo man langfährt. Bzw. langfahren lässt. Mein Arbeitgeber orientiert stark darauf, bei Dienstreisen den Öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Also habe ich zwei Varianten. Grundsätzlich.

Immerhin haben sowohl Neubrandenburg als auch Greifswald einen Bahnhof, der von der Deutschen Bahn AG bedient wird. Der Nachteil ist, dass es kein direktes Gleis zwischen den Orten gibt. Mit etwas gutem Willen könnte man eine Stichstrecke in die richtige Richtung erkennen, allerdings fehlt seit den 1940/1950er Jahren die Verbindung zwischen Friedland und Anklam, aber selbst die Stichstrecke wird für Personenvekehr nicht mehr genutzt. Also bleiben nur die beiden Umwege entweder über Stralsund oder über Pasewalk, was die Reisezeit unwesentlich verlängert (mindestens verdoppelt).

Erinnerlich meiner eigenen Studienzeit in Greifswald fallen mir die damals doch recht guten Busverbindungen zwischen den Städten ein. Dazu gibt es weiter unten ausführlichere Informationen, die Mischformen möchte ich deswegen mal erwähnend vorziehen. Wenn man beispielsweise auf der Webseite der Deutschen Bahn nach einer Verbindung sucht, findet man auch welche, die der Ideallinie näher kommen. So kann man mit dem Zug bis nach Grimmen fahren und von dort mit dem Bus weiter. Bei tieferer Recherche findet sich sicher auch noch eine Variante über Demmin nach dem gleichen Prinzip. Zwei Stunden Reisezeit muss man dann aber einplanen. Wenn alles klappt. Das gilt übrigens auch für die reinen Zugverbindungen.

Schön ist, dass man auf der Bahn-Seite auch die direkten Busverbindungen der regionalen Anbieter findet. Nicht alle, aber sinnvolle. Wenn man bei den regionalen Busanbietern sucht … *schreiendhysterischerLachanfall*
Sorry, ich fang den Satz nochmal neu an: Wenn man den regionalen Busanbieter sucht, stellt man fest, dass eine MVVG unter anderem für Neubrandenburg zuständig ist. Entgegen ihres Names „Mecklenburg-Vorpommersche-Verkehrsgesellschaft mbH“ ist sie NICHT für das ganze Land zuständig, sondern nur für die Bereiche rund um Waren/Röbel/Malchow, Neubrandenburg/Demmin/Malchin und Neubrandenburg/Neustrelitz/Friedland. Kein Greifswald. Auch nicht auf den per PDF-Dateien verbreiteten Fahrplänen. Aber einen interessanten Link gab es doch … Dazu später.

Wenn man das Problem von der anderen Seite her aufzäumt, wird es übrigens auch nicht besser. Die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald fand ich erst im Rahmen der Nachrecherche zu diesem Artikel. Als ich erstmalig nach einer Busverbindung suchte, kam ich zu dem Schluss, Greifswald hat keinen Regionalbusanbieter. Zumindest nicht so direkt. Auf der Webseite der Anklamer Verkehrsgesellschaft, zuständig auch für Greifswald, findet man dann endlich einen Fahrplan, wo auch Greifswald vorkommt. Nur kein Neubrandenburg in den Fahrplänen. Aber einen interessanten Link gibts hier auch.

Folgen wir doch mal dem Link und finden die VMV mbH, die Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH. Die ist immerhin für’s ganze Land zuständig. Zwar findet sich auf deren Webseite unter dem Stichwort Fahrplan 2018 kein Fahrplan, aber es gibt auch eine Fahrplanauskunft. Wenn man in die dortige Suchmaske Start- und Endhaltestelle eingibt, beginnt die Lotterie der Verbindungen. Grundsätzliches Plus: Es werden nicht nur Busverbindungen angezeigt. Grundsätzliches Minus: Bei manchen vorgeschlagenen Routen bin ich mir nicht sicher, ob man eher das harrypottersche DurchdieWandaneinenanderenOrtkommen bräuchte oder das startreksche Beamen zum gleichen Zwecke.

Aber fangen wir positiv an. Auf bahn.de gibt es einen Bus um 7:40 Uhr von NB nach HGW. Den gibt es auch bei der VMV.

Ab und zu muss ich auch mal nach Malchin. Da wäre vielleicht folgende Linienführung interessant (ich habe übrigen keine gewünschten Zwischenstationen eingegeben):

Die nachfolgende Linie führt auch über Demmin, aber dafür braucht man offensichtlich oben genannte besondere Fähigkeiten.

Um das mal zu übersetzen: Man fährt zuerst Richtung Burg Stargard, um in dessen Ortsteil Lindenhof auszusteigen. Hoffentlich steht dort dann auch ein Haltestellenhäuschen. Die Frage ist nur, gegen welche der Wände man springen muss, um in einem ähnlichen Häuschen in dem Örtchen Lindenhof bei Demmin (ca. 41 km Luftlinie entfernt) herauszukommen. Oder gibt es eine Beamzelle?

Geht es noch abstruser? Wenn ich schon so frage: JAAAA!

Hier ist etwas Fahrplan- und Kartenkunde nötig, vor allem für den ersten Abschnitt. Der erste Bus fährt wirklich Richtung Strasburg, allerdings gibt es dort kein zweites Mirow an der Strecke. Wäre ja auch blöd, weil es dann das gleiche Prinzip wie bei Lindenhof wäre (das wir übrigens bei den beiden, ca. 84 km auseinander liegenden Drosedows anwenden). Aber in Woldegk, an der beschriebenen Strecke gelegen, gibt es einen Edeka-Markt … Offensichtlich sind sich diese Supermärkte nicht nur einander ähnlich sondern auch noch via Raumkrümmung o.ä. miteinander verbunden. Wie sonst sollte man in 7 Minuten vom Woldegker in den Mirower Edeka-Markt kommen? Nun liegen sowohl Mirow als auch Woldgk, wenn man von Neubrandenburg nach Greifswald möchte, nicht unbedingt auf dem Weg. Was man allerdings südlich der Müritz soll (schöne Gegend übrigens), wenn man eigentlich an den Greifswalder Bodden möchte, werden nur die Programmierer des Webtools bzw. der App wissen.

Apropos App. Die hat einen „Mailen-Sie-uns-Ihre-Fragen-und-Anregungen“-Button (der anders heißt, aber den gleichen Sinn hat). Ich habe versucht, die VMV mbH auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Die E-Mail kam wegen Unzustellbarkeit zurück.

Hintergründe über den Zustand des Öffentlichen Personennahverkehrs, Schwerpunkt Bus, im Land Mecklenburg-Vorpommern kenne ich nicht. Sicherlich spielt das Zusammenspiel der Dreiheiligkeit Nutzungszahlen, Kostenersparnissen und Angebotsumfang eine wesentliche Rolle. Die aktuellen Momentaufnahmen, vor allem, was die Informationspolitik über Fahrpläne und Verbindungen betrifft, sind unterhalb jedes vernünftigen Niveaus. Ich habe für meine Fahrt nach Greifswald übrigens trotzdem die Straße genutzt. Etwas über eine Stunde habe ich braucht. Allerdings nicht von Busbahnhof zu Busbahnhof, sondern von Haustür zu zielnahem Parkplatz. Mit dem Auto.

P.S.: Weitere Alternativen: Wenn ich unbedingt Bus fahren möchte, könnte ich natürlich auch einen Fernbus nehmen. Was die Dauer der Fahrt betrifft, sind diese Busse übrigens unschlagbar. Mit ihren Fahrzeiten katapultieren sie sich aber sogar ins Aus des Nachbarstadions.

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*) Verloren in Mecklenburg-Vorpommern

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