Wie ich ein Präsent erwerben wollte – Eine Chronologie in PDF

Der Prolog

Wenn Freunde einen Geburtstag feiern und man dazu auch noch eingeladen ist, dann sind es wohl die gesellschaftlichen Konventionen, dass man ein Geschenk mitbringt. Aber man macht das auch auch gern. Manchmal – ganz selten – wird diese Geschenkangelegenheit zu einem Martyrium. Und dabei meine ich diesmal nicht die Auswahl eines Geschenkes. Der familieninterne Geheimdienst war mit ein paar Tipps behilflich, also war das größte Hemmnis bereits überwunden. Dachte ich.

Ein Gutschein eines Internetversenders sollte es werden; aber nicht so ein allgemeiner Generalist sondern schon ein spezieller Laden, man möchte ja auch nicht ganz so einfallslos erscheinen. Also wurde erstmal geprüft, ob es überhaupt Gutscheine gab … Zur allgemeinen Freude war das der Fall. Neben einer relativ flexiblen Werte-Auswahl stand die technische Form noch zu Disposition: gedruckte Karte oder E-Mail mit PDF-Anhang. Aus Zeitgründen habe ich mich doch für die PDF-Datei entschlossen, obwohl ich gerade keinen Drucker in meinem Dunstkreis habe, der einwandfreie Druckbilder liefert. Aber das Problem war einfach zu lösen. Immerhin war der Gutschein ein Gemeinschaftsgeschenk von mehreren …

Die Chronologie

Tag 1 (nennen wir ihn Montag, abends)

Dass in Internetshops nachts nicht gearbeitet wird, damit kann man ja nicht rechnen. Ein Indiz dafür könnte aber sein, dass es den Internetshop auch als realen Laden gibt. Nunja. Ich gab die Bestellung „Gutschein als E-Mail mit PDF-Anhang“ auf und scheiterte dann an der Bezahlung. Trotz auf der Webseite beworbene Bezahlung per Kreditkarte ging das bei Gutscheinen offensichtlich nicht. Rechnung war ebenfalls nicht möglich, so dass ich unwillig, aber wild entschlossen die Variante „Vorkasse“ wählte. Nach dem Abschicken der Bestellung sollte mir eine E-Mail die Zahlungsinformationen kundtun und sobald das Geld angekommen war, werde die PDF auf den Weg geschickt.

Tag 1 (etwas später)

Nach dem Abschicken der Bestellung öffnete ich meine Bankingsoftware und bereitete alles für die Überweisung vor. Was nicht kam, war die E-Mail mit den Zahlungsinformationen. Abwarten.

Tag 1 (kurz vor Mitternacht)

Oh, die erwartete E-Mail kam doch noch. Dann mal schnell das Geld überwiesen, die elektronische Übermittlung des Vermögens dauert ja auch immer noch ein bisschen, und am Samstag soll schon gefeiert werden …

Tag 2 (morgens)

Na, das ging ja fix. Während auf der Webseite noch gewarnt wurde, dass eine Überweisung bis zu 4 Tage dauern kann, kam nach 8 die E-Mail, dass das Geld eingetroffen ist. Über den Versand der Ware, heißt es da auch unter anderem, werde ich gesondert informiert.

Tag 2 (mittags)

Es kamen zwei E-Mails – im Abstand von 2 Minuten. Die zweite sogar mit PDF-Anhang. Dieser entpuppte sich – wie man aber auch schon dem begleitenden Text der E-Mail entnehmen konnte – als die Rechnung. Die andere E-Mail informierte unter der Überschrift „Lieferschein“ darüber, dass die Bestellung an den Versand gegeben wurde. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnte, aber wir sprechen immer noch von einer PDF mit Gutscheincode, idealerweise in schick, und den Versand derselben per E-Mail. Steht auch auf dem Lieferschein.

Tag 4 (tagsüber)

Man entwickelt schon etwas Phantasie, wenn es darum geht, für sich selber zu begründen, warum die PDF mit dem Gutscheincode immer noch nicht da ist. Wird die Datei von Hand mit Paint gemalt? Werden die Würfel für den wie zufällig aussehenden Gutschein-Code jedes mal mundgefräst und es bedarf für jede Stelle des Codes einen eigenen Würfel? Scheitert es womöglich daran, dass es keine 10-seitigen Würfel gibt, damit man das volle Zahlensortiment im Code verwendet? Bei letzterer Frage könnte ich helfen. Entweder, man nimmt statt des Würfels einen Dodekaeder, der mit seinen 12 Flächen auch noch Komma und Punkt zuließe, oder gleich einen Ikosaeder, der mit seinen 20 Flächen die Zahlen von 0 bis 9 zweimal vollständig unterbrächte. Wie alle fünf platonischen Körper sind die beiden gleichförmig aufgebaut, dass sich eine würfelartige Funktionalität anbietet.

Tag 4 (abends)

Langsam überkommen mich Bedenken, ob die Datei/E-Mail noch rechtzeitig ankommt. Eine Nachfrage beim Shop wird also angeleiert. Da es aber schon nach 18 Uhr ist und der Shop schon geschlossen hat, nutze ich das Ticketsystem auf der Webseite und frage nach dem Verbleib der Elektro-Post.

Tag 4 (abends, etwas später)

Endlich zu Hause. Ich freue mich auf das Abendbrot und leere auf dem Weg zum Herd noch den Briefkasten. Darin – etwas unerwartet – ein gepolsteter DIN A4-Umschlag. Ich entnehme diesem ein(!) A4-Blatt, ebenfalls mit der Überschrift Lieferschein. Und einem wunderschönen Widerspruch in sich:

Lieferschein

Ein Lieferschein für eine E-Mail? Und Versand über eine Spedition?

Ein zweiter Blick in den großen Umschlag entblößte noch einen kleinen, und in dem befand sich … Der Gutschein. Physisch. Im Postkartenformat. Mit Gutschein-Code.

Der Epilog

4 Tage für die Zusendung eines Gutscheincodes in einer PDF-Datei – zumindest war es so bestellt. Gründliche Arbeit gut und schön, aber so etwas ist eindeutig zu langsam. Aber vielleicht liegt es in der Natur der Sache und Bogenschützen können immer nur im Bogen arbeiten, direkt und gerade aus geht nicht. 😉
Vielleicht hätte ich ja zu Fuß in den anhängenden realen Shop laufen können und wäre schneller gewesen. Wenn ich denn 100 km in weniger als 4 Tagen bewältigen könnte. Wenn man dann bedenkt, dass der große Generalist seine Gutscheine in beinahe jedem Supermarkt/Discounter feil bietet, meist im Kassenbereich, fängt man wirklich an zu grübeln, ob man nicht damit beim nächsten Mal besser bedient wäre. Zumal der Jubilar auch eine Wunschliste beim Generalisten vorhält.

Das Post Scriptum

Am 5. Tag kam dann auch noch eine Antwort vom Support. Mit einer PDF-Datei als Anhang. Der Gutschein in elektronisch. Mit dem gleichen Code wie auf der Karte. Hätte ja sein können …

Lustige Newsletter vom Handynetzprovider

Wenn zwei zusammengehen und eine Familie … ähm … nein, eher eine Einheit bilden (sollen), gehts gern mal drunter und drüber. Wir wissen ja, dass Großprojekte in Deutschland zur Zeit immer wundervoll laufen. Warum nicht auch mal die Fusion  von zwei Funknetzbetreibern zu einem. E-Plus und O2 gingen ja bereits vor einiger Zeit organisatorisch und nach und nach auch technisch zusammen.

Noch ärgere ich mich nicht darüber, dass ich zum Beispiel mit meinem mobilen Router und mit meinem Datenstick seit einigen Tagen nur tröpfelnd Daten empfangen kann (2G wird angezeigt, auch 3G erzwingen geht, aber es tröpfelt trotzdem nur). Die beiden SIM-Karten laufen bei der schon immer O2-Tochter Fonic, also auch im Netz von O2. Heute stellte ich nun fest, dass bei meinem Smartphone (SIM von der ehemaligen E-Plus-Tochter Simyo und damit klassisch im E-Plus-Netz unterwegs) zwar HSPA+ und 42,2 Mbps steht, aber die Daten auch nur noch tröpfeln. (Guthaben bei allen 3 vorhanden, Surfvolumen ebenfalls).

Aber das soll eigentlich gar kein Thema sein, lässt aber vielleicht gerade meine Grundstimmung gegenüber O2 erahnen, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass ich mit Freunden E-Plus-Kunde der ersten Tage bin/war. Soweit zur Stimmungslage. In dieser Stimmung erhielt ich heute Abend dann ein E-Mail von meinem neuen Netzbetreiber. Zumindest las ich sie erst abends, das Absendedatum sagt nachmittags, gemütliche Kaffeezeit.

Betreff: Unser Dank für Ihre Treue. Ab jetzt sind Sie Silber-Kunde.

Da bin ich ja gerührt. Silber-Kunde. Wegen Treue. Treu wie Silber. Immerhin: Es gibt eine zweite Kinokarte umsonst, wenn eine Kinokarte kaufe. Donnerstags. In einem Kino, das über 100 km weit weg ist. Oder noch weiter. So einen Silberstatus muss man sich ja verdienen. Mit Treue.

Aber der Text geht wird ja noch besser. Nach einer einschleimenden Begrüßung („Lieber …“ – HALLO! Wir sind Geschäftspartner, da wird nicht mit „Lieber …“ angesprochen, sondern mit „Sehr geehrter Herr …“) wird erläutert, worum es eigentlich geht:

„Sie sind jetzt über 1 Jahr lang Kunde bei uns, und als Dank für Ihre Treue erhalten Sie den Silber-Status.“

Liebes O2, mein E-Plus-Vertrag wurde letzten Monat (20.06.) umgestellt. Ich bin also erst seit etwas über einem Monat Euer Kunde. Aber Stop! Nicht aufregen. Weiter lesen.

„Da E-Plus und o2 zusammengehören, zählen wir Ihre Zeit bei E-Plus natürlich mit.“

Achso, ja dann. Das könnte dann mit dem einsen Jahr hinkommen. Von März 1996 bis heute ist doch etwa eins Jahr, oder will jemand was anderes behaupten?

Irgendwie alles blamabel bis dort hinaus. Bringt mal euer Netz in Ordnung und verschont treue Kunden mit Kundenbindungsmaßnahmen. Ich gehöre zu denen, die ihr damit eher verscheucht als bindet.

Gerade nochmal Schwein gehabt

SCHE… – Beinahe hätte ich einen Fehler gemacht und wäre auf Phishing-E-Mail reingefallen. Ich hatte mein Passwort schon eingegeben…

Da bekomme ich eine E-Mail von meinem Internetkaufhaus mit dem Betreff „Kundenkonto“ und dem Text:

Wir benötigen Ihre Hilfe
Guten Tag,

Aufgrund jüngster Betrugsversuche haben wir einige Kundenkonten zum Schutz unserer Kunden vorsorglich gesperrt.

Dies ist ein automatischer Prozess und dient dazu Ihre Daten vor Missbrauch zu schützen.

Um Ihr Kundenkonto wieder wie gewohnt nutzen zu können müssen Sie einen Abgleich Ihrer Daten durchführen.

Nach Abschluss des Abgleichs können Sie Ihr Kundenkonto wieder uneingeschränkt nutzen. Um Die Sicherheit Ihres Kundenkontos zu erhöhen beachten Sie bitte folgende Sicherheitshinweise:

  • Nutzen Sie, falls möglich, immer die selben Geräte für den Zugriff auf Ihr Kundenkonto.
  • Geben Sie ihre Daten niemals an Dritte.
  • Nutzen Sie ein sicheres Passwort (Groß- und Kleinbuchstaben + Sonderzeichen).

Um den Abgleich jetzt durchzuführen besuchen Sie bitte folgenden Link: …

Die E-Mail kam auch über die Adresse rein, mit der ich mit dem Kaufhaus kommuniziere (und die sonst wenig öffentlich ist).

Den Link sah man nicht, was mich nur ein wenig wunderte, dass die Linkfläche einen Hauch unprofessionell aussah. Und ich wurde auf der nachfolgenden Seite, nachdem ich meine Kundendaten eingegeben hätte, nach meiner Bankverbindung gefragt, die ich bei dem Internetkaufhaus aber nicht hinterlegt habe und demzufolge nicht nutze. Deswegen guckte ich mir die aufgerufene Webadresse nochmal genau an.

Und dann bekam ich doch Panik. Was mit kaufhaus.de/… oder kaufhaus.com/… anfangen sollte, fing mit kaufhaus.com-sighup-kundenservice-userid.93478574923875.jweje4854z3ujh58tzh6.ru/… an.

Merke: Wenn nach der Länderkennung bzw. der TLD (also .de oder .com oder .net usw.) kein Schrägstrich kommt, ist es nichts dergleichen. Dann ist die Adresse noch nicht zu Ende, egal, wie es danach aussieht. Erst ein Schrägstrich / beendet die Adresse. Und davor steht .ru, was nicht auf mein Internetkaufhaus, sondern in diesem Zusammenhang auf böse Betrügerlein hinweist.

Als erstes habe ich beim Kaufhaus mein Passwort geändert (sollte man ja sowieso regelmäßig machen). Ich hoffe, ich war schneller als die anderen. Überlege noch, auch die E-Mail-Adresse zu ändern …

Apropos: Eigentlich hätte mich die E-Mail selber schon stutzig machen müssen. Aber ich war wohl nicht mehr ganz wach. Die kam Absendertechnisch nicht vom Kaufhaus, obwohl da „Kaufhaus.de“ stand, aber dahinter stand meine E-Mail-Adresse und keine von kaufhaus.de

Leute,  passt bloß auf.

Wir machen dicht! Und bohren dann Löcher rein…

Wir lernen: „Nicht jede Idee, die spontan nach einer guten Idee aussieht, ist letztendlich auch eine.“ Ab und an sollte man die darauf beruhenden Aktivitäten einer Überprüfung unterziehen und auf Sinnvolligkeit abklopfen. Das Beispiel heute ist die Energieeinsparverordnung (EnEV). Bezogen auf Häuser kann man die salopp zusammenfassen in „Dämmen, Isolieren, Abdichten“.

Dass das aber nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, zeigt die Wirklichkeit. Die Praxis war ja schon immer ein Kriterium für die Wirksamkeit von Theorien. Und in dieser, also der Praxis, stellt sich nun heraus, dass sich durch die Isolation und Abdichtung in den Räumen die Schadstoffgehalte in der Luft sehr schnell und besser erhöhen. Früher führten die undichten Fenster zu einem regelmäßigen Luftaustausch, was die Schadstoffwerte niedrig hielt. Außerdem gab es früher sowieso weniger (künstliche) Schadstoffe. 😉

Regelmäßig Fenster aufreißen bringt übrigens nichts, wenn man das Gesamte betrachtet, da hierdurch zwar die Schadstoffe wieder auf ein erträgliches Maß gesenkt werden, dafür wird aber die Energieeinsparverordnung ad absurdum geführt, weil dann u.U. mehr Energie verbraucht wird als vor deren Einführung bzw. Umsetzung. Aber wozu gibt es eigentlich Lüftungsanlagen, die diesen Makel nicht haben, weil sie die zugeführte Luft mit Hilfe der Abluft vorwärmen?

Hurra! Ein Wirtschaftszweig freut sich. Der Einbau solcher Lüftungsanlagen kostet natürlich auch wieder Geld, selbst beim Hausneubau. Außerdem ist mit Folgekosten zu rechnen, die u.U. wieder höher sein können als die Einsparungen durch Dämmung u.ä. (was wohl, wie ich neulich irgendwo aufschnappte, manchmal schon allein für die Dämmung gilt: Dämmkosten auf Miete umgelegt, Miete steigt, Heiznebenkosten sinken, wenn die aber weniger sinken als die Steigerung durch die Dämmkosten …)

Die (Be-)Lüftungsanlagen erschließen dann aber gleich neue Geschäftsfelder, in denen Leute beschäftigt werden können und die Gewinne abwerfen. Einerseits müssen die Anlagen regelmäßig geprüft und gewartet werden. Immerhin wird Außenluft angesogen, die mit ihren ganzen Bestandteilen Filter füllt und ggf. in den angenehm warmen Milieus auch Krankheitserreger u.ä. vermehren könnte. Jährliche Wartungs- und Überprüfungstermine sind doch da sicher Pflicht (die Rauchwarner machen es vor).

Die zentrale Belüftung eines Hauses macht aber auch noch andere Wertschöpfungsketten denkbar. Man denke an Raumparfüms, die jetzt zentral für das ganze Haus eingesetzt werden können. Entsprechende Hersteller sollten die Produzenten von Belüftungsanlagen schon mal bedrängen, passende Schnittstellen zu ihren Druckduftamphoren mit einzubauen. Oder vielleicht noch eine Idee für die Abfüller dieser Gasdruckbehälter für die Wasseraufsprudler. In diese Kartuschen passt ja auch eine gute Menge Luft rein.

Wie wäre es für die Hausparty mal mit einer Druckgaspatrone „Berliner Luft“, Originalabfüllung aus der Hauptstadt, in den Regionalvariationen Kreuzberg, Marzahn oder Regierungsviertel. Oder „Mecklenburger Landluft“ in den Spezialrichtungen „Rapsfeld“, „Frisch gejaucht“ oder „Grillabend“. Und für die speziellen Genießer: „Hamburger Fischmarkt“, „Sportlerumkleide“ oder „Chillige Studenten-WG“, der irre Duft nach frischen Gras mit einer Nuance alter, übervoller Spüle und feuchten Pizzakartons.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wie auch beim Erhaltungswillen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Mittlerweile gibt es doch so viele Indizien, dass eine sinnvolle Überarbeitung denkbar und notwendig erscheint. Aber sicher wird das bis zur Wahl nichts mehr. Welche Wahl ich damit auch immer meine.

(entstanden mit freundlicher Anregung durch einen welt.de-Artikel)

Milch macht nicht munter, sondern populismusaktiv

An die Bauern gezahlte Milchpreise von <20 Cent/Liter gehen gerade durch die Medien. Grund – das ist wohl Konsens – ist eine Überproduktion im Vergleich zum gefallenen Bedarf. Das dabei die Preise fallen, haben wir alle mal in der Schule gelernt. Der Bauer ruft nach Hilfe aus der Politik, dort wird zwar was gefaselt, aber Skepsis allenthalben.

Dabei ist es doch recht einfach, da die Ursache klar ist. Jeder Milcherzeuger bekommt für jede stillgelegte RGVE* eine Prämie, die etwa der Größe des abzuwerfenden Gewinns bei normalem Preisniveau entspricht. So was ähnliches haben die Landwirte schon mal hinter sich, als sie mit Prämien für Flächenstilllegungen bezahlt wurden. Warum nicht auch die Viehwirte? Eine Milchquote will ja offensichtlich niemand.

Es dauert zwar ein wenig, bis die Maßnahme wirkt, aber bis dann steigt der Milchpreis wieder. Die Biobauern machen es mit ihrer Biomilch vor: Begrenzte Menge < Nachfrage = hoher Preis.

Ein paar zusätzliche Rahmenbedingungen, die Missbrauch weitestgehend ausschließen und die das Tierwohl bewahren, gehören noch mit dazu, und es wäre eine sinnvolle Maßnahme.

Man könnte es auch einfach nur aussitzen. Der Markt reguliert sich schon von allein. Irgendwann werden Milchbauern massiv die Milchproduktion einstellen und sich ein anderes Betätigungsfeld suchen (müssen). Aber das könnte lawinös zu einem zu starken Rückgang der Erzeugerzahlen führen. Aber Aussitzen geht nicht. Nächstes Jahr ist Bundestagswahl und bis dahin regelt es sich nicht von selbst.

Manchem Milchbauern (und manchem Politiker) darf alternativ der Einstieg in den Kartoffelanbau empfohlen werden. Gerade die Pommesindustrie braucht dicke Kartoffeln.

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*) Rauhfutterverzehrende Großvieheinheit

Humorvolle Unternehmen

Die besten Gags schreibt immer noch das Leben selbst. Zumindest hat mich folgende Äußerung sehr amüsiert. Genau mein Humor.

Der Netzbetreiber Telefonica (O2 und (noch) e-plus) wundert sich – inwiefern sich ein Netzbetreiber wundern kann – über den mobilen Datenverbrauch der Deutschen. Der liegt nämlich unter 1 GB im Monat. Das liegt weit unter dem Durchschnitt. Unsere europäsichen Nachbarn verbrauchen deutlich mehr.

Hallo, Telefonica! Kling Klong! Jemand zu hause? Habt Ihr Euch mal Eure Tarife angesehen? Vor allem von den „Flatrates“? Da sind 1 GB Standard und wer mehr verbraucht, zahlt auch mehr. Und da wundert Ihr Euch, wenn unter 1 GB verbraucht wird?

Nicht wirklich, oder?

Notfall Handy

Wenn man Positronen zu viel Sauerstoff gibt, kommt eben manchmal Blödsinn bei raus. Da bin ich mal gespannt, wie das endgültig ausgeht.

Als Mobiltelefonierer bin ich Positron-Kunde der (beinahe) ersten Stunde. Seit dem 1. Quartal 1996 bin ich dabei, auch wenn damals die Mobilfunkversorgung an der Stadtgrenze versiegte. Wenn man aber eine Verbindung hatte, war die Sprachqualität top, besser als meine Erfahrungen mit allen anderen damaligen Netzen. Anrufer einer umgeleiteten Festnetznummer erkannten nicht, ob ich mich im Büro oder unterwegs befand. Ich war immer sehr zufrieden mit Positron, bis auf ein Ereignis, dass ich aber mitverschuldet hatte und das dazu führte, dass ich eine Weile nicht die Positron-Netzkennung auf meinem Handy hatte, sondern sie in die eines Elektrons änderte. Aber das nur nebenbei.

Seit 2014 bekommt das Positron nun ordentlich Sauerstoff, man versucht beide zu vereinen und dabei das Positron komplett aus den Namen, Marken und Verträgen zu verbannen. That’s Life. Aber nun kommen die fremden Menschen mit dem Sauerstoff und wollen mich hinüberlocken. Sie belästigen mein Handy und fordern mich postalisch zum Rückruf auf. Immerhin gibt es wenigstens dafür eine Portokasse. Für das Zusenden eines Angebotes oder Vertragsentwurfes gibt es die nicht, wie ich beim Rückruf erfuhr.

Mit dem Inhalt meines Positron-Vertrages bin ich eigentlich glücklich. Man könnte ihn vielleicht optimieren, aber ich vermute, viel besser zugeschnitten auf meine Bedürfnisse geht’s schon nicht mehr. Nun bieten die Sauerstoffler vergleichbares. Identische Leistungen gibt es natürlich nicht. Das wäre ja auch zu einfach. Irgendwo schimmert immer das Wort „Flatrate“ durch, wobei ich das dazu sinnvolle passende Telefonierverhalten nicht habe. Eine Datenflat brauche ich auch nicht, nicht umsonst spreche ich hier die ganze Zeit von Handy und nicht von Smartphone.

Erreichbarkeit, ab und an ein Rückruf, ab und an eine SMS und die zum Handy gehörige Festnetznummer, mehr habe ich nicht, mehr nutze ich nicht, mehr will ich nicht. Das offizielle, am Telefon gemachte Angebot, ist 30% teurer als das, was ich jetzt zahle. Das angepasste ist aber immer noch 20% teurer. Und ob wirklich alle Leistungen in der Form mit dabei sind, wie ich sie gern hätte, bleibt dahin gestellt.

Manchmal ist es doch erstaunlich, wie Nicht-Einzigartig ich bin. Das betrifft vor allem Eigenschaften, die ich mit Call-Center-Mitarbeitern gemeinsam habe. Der eine hat fast genau das gleiche Telefonierverhalten wie ich, der andere geht genauso selten wie ich ins Kino. Ey! Call-Center-Coacher! Auf diese simulierte Art eine Beziehung zwischen Agent und Kunden aufzubauen nervt! Ich will Zahlen, Daten, Verträge und keine gefühlsduseligen Vertretergespräche. Punkt.

Mein Positron-Vertrag läuft noch eine Weile. Ihr habt also noch eine Chance, mich zu bekommen bzw. zu behalten. Oder ihr kündigt mich. Ginge natürlich auch. Denkt aber daran, dass das dann für immer wäre. Und ich habe nicht nur ein Vertragsverhältnis mit Euch. Die würde ich dann alle mitnehmen zu einer von den beiden Alternativen. Oder zu einem Service-Provider (brrr *schüttel*).

Die ziehen das wirklich durch

Die Leute von Facebook ziehen das wirklich durch. Auslöser war das.

Nun sollte also das Nutzerprofil zu einer Seite und dann mit der vorhandenen vermischt werden. So war der Plan. Und die Frage, die im Kopf rumgeisterte, war: Gibt es Facebook-Zugänge, die ohne persönliches Profil direkt eine Seite administrieren können. Die Frage darf als beantwortet betrachtet werden: Es gibt sie nicht.

Irgendwann im Umwandelprozess kommt die Frage, welches persönliche Profil denn der Administrator werden soll. Aber hier genau beißt sich die Katze wieder in den Schwanz. Die Seite hat mit den eventuell vorhandenen persönlichen Profilen der möglichen Bearbeiter nichts, aber auch gar nichts zu tun. Unterstellen wir also mal, dass sich auch kein Mitarbeiter bereit erklären würde, sein persönliches(!) Nutzerprofil für dienstliche(!) Angelegenheiten zu nutzen.

Wie machen das eigentlich andere Institutionen? Legen sich da verantwortliche Mitarbeiter einen institutionellen Zweitaccount an, um die Institutionsfacebookseite zu pflegen? Oder läuft das auch über deren Privataccounts?

Und ein Gedanke noch: Vorsicht, liebe Facebooknutzer, die keinen richtigen Namen als Usernamen haben: Es kann nicht mehr lange dauern, und ihr seid raus.