DIN 5008 – … und wenn man sich nicht dran orientiert

Eigentlich wollte ich in der Überschrift schreiben „… und wenn man sich nicht dran hält“, aber so eine DIN ist ja auch nur eine Richtlinie. Deswegen reicht eine weitreichende Orientierung, nicht immer kann man alle Punkte erfüllen, wir wollen ja auch nicht zu pinschiettrich werden. Aber derartige Normen haben ja durchaus einen Sinn. Die DIN 5008 zum Beispiel demonstriert, wie ein Brief aussehen soll.

Nun nicht gleich an die Decke gehen. Dabei geht es nicht primär um private Korrespondenz, Liebesbriefe und ähnliches. Wobei es auch Regelungen für den Privatbriefbogen gibt. Aber das trifft eher auf die Korrespondenz in geschäftlichen oder amtlichen Vorgängen zu. Spätestens die Parfümierung von Liebensbriefen ist nicht genormt. 😉 Aber wie die weitestgehende Einhaltungen von Rechtschreibung und Grammatik ein Ausdruck der Höflichkeit gegenüber dem Leser ist, braucht der nicht immer drauf rumdenken, was mit dem geschriebenen wohl gemeint sein soll, ist die Einhaltung der äußeren Form bei geschäftlicher oder amtlicher Korrespondenz ein Maß für die Seriösität des Absenders.

Wer mich auf Twitter verfolgt, dem wird in der letzten Woche ein Thread aufgefallen sein. Eigentlich mag ich ja keine Threads. Twitter hat nicht umsonst 280 Zeichen als Begrenzung und das ist auch gut so. Aber Prinzipien sind auch dazu da, sie ab und zu mal nicht zu beachten. Ich fasse die wesentlichen Punkte aber hier nochmal zusammen: Am Mittwoch entnahm ich meinem Briefkasten ein Schreiben, wie es unseriöser nicht aussehen konnte. Auf dem Briefumschlag war nehmen einer QR-Briefmarke nur ein Aufdruck „Wichtige Dokumente“ und im Fenster des Umschlages erschien meine Adresse. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auf dem Umschlag vorn auch noch eine kryptische Zahl auf Kopf drauf stand, die mir aber keinen Sinn brachte. Ansonsten: Kein Absender, kein Hinweis auf einen Absender. Kein Hinweis auf den Ort des Absender (Poststempel oder so). Nichts.

Warum ich den Umschlag nicht wegschmiss sondern öffnete, weiß ich nicht. Es stellte sich aber als Schreiben meines Vermieters heraus, der dringend um die Zustimmung zu einer Mieterhöhung bat. Das Thema soll hier aber nicht weiter interessieren, das würde diesen Artikel nur unnötig aufblähen, wäre aber vielleicht einen eigenen wert. Was mich viel mehr aufregte, war die Form des Schreibens. In einer ensprechenden Antwort an den Vermieter schrieb ich: „Ich möchte keinem Mitarbeiter oder Azubi zu nahe treten, aber das sieht aus wie vom 8.-Klasse-Schülerpraktikanten ohne Anleitung durch den Betreuer.“ Das einzige, was gegen diese These sprach, war die orthografische und grammatikalische Fehlerfreiheit des Schreibens.

Was den fehlenden Absender betraf, ergoss ich mich wie folgt: «Wie kann man seinen Kunden/Mietern ein wichtiges Schreiben zukommen lassen, ohne einen Absender darauf zu drucken? Der Möglichkeiten gibt es viele: Da die Beschriftung eines Birefumschlages sicher nicht so einfach ist, könnte man es aber beim Frankieren in den Stempelautomaten mit einbauen. So wird es nicht vergessen. Aber auch im Adressfeld ist es nach wie vor üblich, eine Zeile über die Adresse im Kleindruck anzubringen, die den Absender erkenntlich macht. Das passt bei hinreichender Kleinschreibung alles in eine Zeile! Und sollte nun bei einem derartigen Seriendruckelement kein Problem des Einfügens sein und wäre dann durch das Umschlagfenster sichtbar.»

Aber die Form des Schreibens und des beigelegten Antwortschreibens war auch unter aller Würde. «Das Antwortblatt. Ich möchte keinem Mitarbeiter oder Azubi zu nahe treten, aber das sieht aus wie vom 8.-Klasse-Schülerpraktikanten ohne Anleitung durch den Betreuer. Wobei: Das „An“ in der Adresse deutet eher auf die 1960er Jahre. Das Adressfeld ist viel zu hoch eingeordnet. Wenn man selber das Antwortschreiben in einen Fensterumschlag stecken möchte, nutzt das nichts, wenn man das Blatt standardgemäß faltet. Es ist doch genug Platz nach unten! Vor allem auch, wenn man die 3 Zeilen Abstand zwischen den zweizeiligen Texten auf ein sinnvolles Maß verringert. Ich empfehle dringend die Lektüre von DIN 5008. Und dann der Bereich rund um die gewünschte Unterschrift. Ein heilloses Formatdurcheinander mit den Strichen mal unter „Unterschrift“, aber nicht unter Neubrandenburg. Und dann der Name des Unterschreibenden direkt unter dem Wort „Unterschrift“, das Wort „Datum“ aber mitten unterm Strich …»

In der DIN 5008 steht alles so schön drin. Hier zum Beispiel gibt es einen wunderbaren Musterbriefbogen. Aber auch dem Anschriftenfeld ist ein eigener Absatz gewidmet. Das kann doch nicht so schwer sein. Irgendwie kam mir das Schreiben wie ein Mensch in dreckigem T-Shirt und zerrissener Hose vor und nicht wie einer in Anzug und Krawatte.

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P.S.: Dieser Artikel wurde am Sonntag, 18.08. geschrieben (nach dem Absenden der E-Mail an den Vermieter) und wurde am 21.08., 00:00 Uhr veröffentlicht. Ich hoffte noch auf eine Antwort, die ich mit einarbeiten kann. Kam aber nicht.

Vorsicht Hitze

Da steht einer der heißesten Tage des bisherigen Jahres bevor und sogenannte Fachleute und die, die sich dafür halten, streiten darüber, wie man die Hitze am besten übersteht. Da gibt es welche, die plädieren für Durchzug und Ventilatoren, dann gibts andere, die dringend vor den Luftbewegern warnen.

Der Mensch hat – mal so ganz grundsätzlich – eine eingebaute Klimaanlage, die bis zu Temperaturen von weit über 40°C einwandfrei funktioniert. Über xunddrölfzig kleine Schweißdrüsen am Körper sondert er Wasser ab, dass auf der Haut verdunstet und damit dem Körper Wärme entzieht. Der natürlichste aller Vorgänge und gar nicht schlimm. Und beinahe 100%ig funktional. Durch das Verdunsten entsteht beim ruhenden Körper rundum eine Dampfschicht, die eine weitere Verdunstung behindert. Also muss die Dampfschicht weg und alles ist gut.

Das Wasser für die Kühlung muss natürlich auch irgendwo her kommen. Für den kleinen Schweißausbruch zwischendurch reichen die körpereigenen Reserven, wenn aber quasi ständig geschwitzt wird, muss natürlich mehr Wasser über die Nahrung bzw. einfach so durch Trinken nachgeliefert werden. Eigentlich trivial. Da steigt der Wasserbedarf von den üblichen anderthalb bis 2 Liter pro Tag gern mal auf 3 oder 4 oder noch mehr Liter. Auch das ist völlig normal. Da sollte man also auch drauf achten. Und trinken. Und sich dabei nicht selber im Weg stehen. „Soviel kann ich gar nicht trinken“ ist Ausdruck von psychosomatischen Störungen und sollten im Sinne der Gesundheit schnell überwunden werden (mal halbwegs gesunde Menschen vorausgesetzt). Noch bescheuerter ist allerdings die Äußerung: „Ich trinke mal nicht so viel, weil ich sonst so viel schwitze.“ Und sich dann über Beschwerden wie Hitzschlag und ähnlichem wundern. Alles schon erlebt bei Menschen in meiner Umgebung.

Nun ist es nicht jedem gegeben, sich hinreichend zu bewegen, dass die ihn umgebende Dampfschicht immer wegtransportiert wird, was für die Funktion der menschlichen Klimaanlage zwingend notwendig ist. Nun ist Bewegung aber relativ (ich muss da mal ein wenig den Physiklehrer raushängen lassen). Wenn sich also der Mensch nicht in der ruhenden Luft bewegen kann, muss ich um den ruhenden Menschen eben die Luft bewegen. So einfach ist das. Dabei ist es relativ egal, ob es der Wind selber ist, der die Luft bewegt oder ob es durch einen Ventilator passiert oder mittels Durchzug. Letzterer ist übrigens auch weniger tötlich als man denkt. Wer sich natürlich beim kleinsten Lüftchen verkrampft (ob nun bewusst oder unbewusst), braucht sich nicht zu wundern, wenn er einen steifen Hals oder Spannungskopfschmerzen bekommt. Auch alles nur psychosomatisch.

Jörg Kachelmann hat sich im oben verlinkten Video schon ausreichend über die „Todesgefahr durch Durchzug“ geäußert. (Das war ironisch.) Was mir bei seinen Äußerungen ein bisschen fehlt, ist der Hinweis, dass zum guten Funktionieren der körpereigenen Klimaanlage nicht nur bewegte Luft um den Menschen gehört sondern auch vermehrte Wasserzufuhr, gern auch mit einem kleinen Spritz Geschmack durch Saft oder gute Limo. Aber nicht mehr als im Verhältnis 1:5. Dann übersteht man den Durchzug auch lebend und wohlbehalten.

Etwas mehr hanebüchenen Unsinn hat futurezone.de – bisher von mir eigentlich gut geschätzt – verzapft. Hier werden Experten zitiert, die vor dem Ventilatoreneinsatz bei über 35°C warnen. Sie können Hitzeschäden verursachen, den Menschen dehydrieren. Außerdem scheinen sie Ventilatoren und Klimaanlagen in einen Topf geschmissen zu haben. Folgender Satz bezieht sich im Kontext betrachtet auf Ventilatoren: „Die kalte und vor allem trockene Luft, die aus den Geräten ausströmt, könnte auch negative körperliche Folgen haben.“ Schwachsinn. Das gilt ggf. für Klimaanlagen, die hier nicht Thema sind. Für Ventilatoren gilt dieser Satz nicht. Zum einen ändern Ventilatoren nichts an der Luftfeuchtigkeit (sie bewegen die Luft nur), zum anderen heizen sie sie streng genommen sogar auf (Motorabwärme und die Luftbewegung als solche). Der kühlende Effekt eines Ventilators besteht einzig und allein darin, die Verdunstung der Feuchtigkeit auf unserer Haut zu forcieren (Dampfschicht wegblasen) und damit die kühlende Wirkung der Verdunstung zu verstärken. Hätten wir keine Wasser auf der Haut, würde ein Ventilator keinen kühlenden Effekt haben.

Was die befürchtete Dehydrierung betrifft, haben sie natürlich recht, die Kühlung passiert über das Wasser, das aus dem Körper kommt. Und dieses Wunderding menschlicher Körper erschafft das Wasser auch nicht aus dem Nichts. Er kann nur das Wasser ausschwitzen, was er vorher aufgenommen und zwischengelagert hat. Da kann man natürlich die Gefahr des Dehydrationstotes an die Wand malen, man kann aber auch nur immer wieder den Tipp geben, dass bei Hitze im allgemeinen und bei Hitze mit bewegter Luft um einen herum im besonderen mehr getrunken werden muss. Die Menschen in Südkorea haben laut des Artikels auch ein sehr gespaltenes Verhältnis zum Ventilator. Ein Aspekt, wo sich die Weisheit des fernen Ostens nicht zeigt.

Also: Wenn’s um Euch herum mal wieder so knackig heiß ist und ihr das ggf. vorher wisst: Ventilator benutzen, viel Wasser trinken, leichte Bewegung. Ist es doch ein wenig windig draußen, dann hilft das für einen schönen gepflegten Durchzug,  den man entspannt den ganzen Tag genießen sollte. Es ist nicht die Hitze, die für den menschlichen Körper schädlich ist, es ist die Behinderung des Schwitzens (durch stehende Luft und/oder fehlendes Wasser), was den Körper viel mehr zu schaffen macht!

Neubrandenburg kurios

Neubrandenburg ist schon manchmal eine komische Stadt. Ihr zu eigen ist Deutschlands meist befahrene Fußgängerzone. Das ist vermutlich pointierter als nachgewiesenerweise wahr, aber lustig.

Aber es gibt nicht nur das. Wenn man die Landkarte studiert, findet man im Stadtgebiet nicht nur eine Dorfstraße sondern im Norden auch eine Südstraße.

Und wenn wir dann von den Immobilien zu den Mobilien kommen, bleibt’s paradox. Bewegt man sich von besagter Südstraße in Richtung Stadtzentrum, kann es passieren, dass einem ein Stadtbus mit gleichem Ziel entgegenkommt. Planmäßig und mit Sinn.

Warum ich zu keinen Events gehe?

Vorweihnachtszeit ist auch eine Zeit der Events. Alles was  in Neubrandenburg zur Zeit los ist (Auszug) und das Umland teilweise nicht minder. Aktuell natürlich viele Adventsmärkte oder vergleichbare Ereignisse, die nur einen Tag stattfinden. Aber auch unterm Jahr gibt es immer wieder ein paar Sachen die regional interessant sind. Sachen im Speicher Woggersin oder auch die Feste in Alt Schwerin.

Es ist schön, dass diese Veranstaltungen so erfolgreich sind. Ganz unironisch. Aber das ist aus meiner Sicht genau das Problem: Menschenmassen, die sich auf die Wege zu den Veranstaltungsorten machen, alles ist überlaufen, man muss sich durch die Massen hindurchdrängeln und wenn man nicht spätestens eine halbe Stunde vor der jeweiligen Eröffnung da ist, braucht man es gar nicht mehr versuchen. Alles zugeparkt, verstopft oder – falls es was zu kaufen gibt – schon nix mehr da (oder nur noch ein sehr ausgesuchtes Sortiment).

Bei Tagesveranstaltungen kann man es auch mal am Nachmittag probieren, aber meist verschärft sich die Situation nur, inkl. der Beigabe von besonders liebenswürdigen Menschen (sehr ironiebeladen), die ihren Alkoholkonsum nicht unter Kontrolle haben. Und da reicht manchmal schon ein Glas leicht aufgespriteter Kinderpunsch.

Wenn man das so liest, kann man einen ausgewachsenen Festmuffel hinter den Worten vermuten. Dem ist nur bedingt so. Aber Menschen in größeren Gruppen haben die Tendenz, mich zu nerven; vor allem, wenn mindestens einer von ihnen der Meinung ist, dass Alkohol zu einer Party dazugehört. Und nix verträgt, und das nicht weiß.

Für etwas mehr Misantrophie in der Welt!

Strafe muss sein – aber ausgewogen

Sonntags nutzt man gern mal die Ruhe, um seine persönlichen Angelegenheiten zu erledigen, vor allem die unangenehmeren. Rechnungen bezahlen gehört beispielsweise dazu, und manchmal sind das welche, die man eigentlich nicht bestellt hat.

In den letzten Wochen war ich kein vorbildlicher Autofahrer. Wenn das ausnahmsweise passiert, dann knirscht man innerlich mit den Zähnen und bezahlt. Wenn sich aber zwei „Rechnungen“ angesammelt haben, wird man schon etwas reumütiger. Und man kann vergleichen.

Und Schlüsse ziehen. Aber manchmal widersprechen diese Schlüsse dem gesunden Menschenverstand. Frage: Welches Auto ist gefährlicher: ein stehendes oder ein fahrendes? Ohne viel darüber nachzudenken, wäre die Antwort: das fahrende.

Bei der Sanktionierung des Falschverhaltens wäre es also eigentlich logisch, falsches Fahren härter zu bestrafen als falsches Stehen. Der konkrete Fall zeigt – wer hätte es gedacht – genau das entgegengesetzte Bild. Mein stehendes Auto verursachte höhere Kosten als das fahrende. Hat dafür jemand ’ne Erklärung? Mir fällt zumindest keine logische ein.

Die genaue Kenntnis der Fälle vereinfacht die Auflösung übrigens auch nicht. Es sind beides Überschreitungen. Die billigere war eine Geschwindigkeitsüberschreitung, die teuere eine Parkzeitüberschreitung. Oder sind das die explodierenden Mieten, die sich bei letzterem ausgewirkt haben?

Gedanken zur Zeit

Nachfolgender Kommentar entstand als Anmoderation einer meiner Radiosendungen. Normalerweise quatsche ich da ja ohne Script, aber wenn es richtig vernünftig werden soll, dann hilft die schriftliche Niederlage doch. Und wenn ich’s schon schriftlich habe, kann ich es auch gleich verbloggen.

Sorry, wenn ich heute mal etwas disharmonisch anfange, aber ab und an platzt einem schon mal der Kragen und dann hat sich einiges aufgestaut, was raus muss. Zumal gerade in der letzten Zeit der Grad der Idiotie in der Gesellschaft exponentiell nach oben geschnellt ist. Es gibt offensichtlich zu viele engagierte Menschen, die letztendlich nur an ihren eigenen Vorteil denken und sich dabei immer weiter von den Vorteilen für die Gesellschaft als ganzes entfernen. Nur die vernunftbegabte Mehrheit, die es hoffentlich noch gibt, schweigt oder ist zumindest so schwach, dass sie nicht gehört wird. Das wiegt besonders schwer, wenn entsprechende Hörbarkeitsverstärker keinen Arsch in der Hose haben und auch mal nicht dem vermeintlichen Mainstream folgen, sondern einen Standpunkt, den sie für vernünftig halten, auch verteidigen.

Zu viele Entscheider und die, die sich dafür halten, sitzen in ihrer Filterblase und glauben sich im Recht mit ihren Äußerungen, nur weil sie darin mit zu vielen Ja-Sagern umgeben sind. Die wahre Gesellschaft befindet sich außerhalb derartiger Kreise, die Wirklichkeit kommt nicht mit ihnen in Berührung, so dass auf einer fehlerhaften Basis falsche Schlüsse gezogen und falsche Entscheidungen gefällt werden. Und dann wird’s sehr schnell unmenschlich, unsolidarisch, unchristlich, wenn ich als Atheist das Wort mal gebrauchen darf. Die sogenannten christlichen Werte werden gerade auch von denen im Munde und auf den Fahnen geführt, die sie mit Füßen treten, nur für persönliche Vorteile. Das Grundproblem ist nur, dass es eine ernstzunehmende andere Variante nicht gibt, haben sie doch alle – historisch betrachtet (und da reichen 20 Jahre) – irgendeinen Dreck am Stecken.

Leider komme ich aus diesem Gedanken nicht mit einem positiven Ende heraus. Auch eine Lösung oder zumindest ein Ansatz dafür kommt nicht, was mich wurmt. Aber ich weiß eins: Es gibt Menschen, die ich bei diesen doch recht pauschalen Aussagen mit über den Kamm geschert habe, die es nicht verdient haben, die ordentliche Arbeit leisten. Sie sind (hoffentlich) sogar noch die Mehrheit, aber leider sehr leise …

P.S.: Bzgl. Mainstream hat Heiner Müller mal so schön gesagt: „Zehn Deutsche sind natürlich dümmer als fünf Deutsche.“
Passt auch als Zitat kontra Schwarmintelligenz.

P.S.II: Es war weder Tucholsky noch Ringelnatz, es war wohl Erich Kästner, der einmal reimte:
Freunde, nur Mut!
Lächelt und sprecht:
„Die Menschen sind gut.
Nur die Leute sind schlecht.“

Otto in unlustig

Eigentlich finde ich ja Otto immer noch ganz witzig. Aber das bezieht sich auf den ostfriesischen Menschen. Es gibt da auch was in Hamburg. Schon länger. Und immer noch. Noch.

Mal eine Zahl:135426. Das ist keine Bestellnummer sondern die Zusammenfassung des Vorgangs: Eine Bestellung, 3 Produktkategorien, 5 Produkte, 4 Lieferungen an 2 Abholorte innerhalb von 6 Tagen.

Es mag Gründe geben, warum sowas passiert. Ich hoffe aber, dass es nicht normal ist. Jedenfalls werde ich sowas nicht mehr auslösen. Andere Läden haben auch schöne Produkte.

 

Lost in Space* – ÖPNV in MV

Die Wege des ÖPNV sind untergründlich.
(Ein Freund, dem ich vorab von diesem Blogartikel erzählte)

Beruflich bin ich ab und zu mal in Greifswald. Von Neubrandenburg aus sind das etwa 60 km. Oder auch etwas mehr, kommt immer drauf an, wo man langfährt. Bzw. langfahren lässt. Mein Arbeitgeber orientiert stark darauf, bei Dienstreisen den Öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Also habe ich zwei Varianten. Grundsätzlich.

Immerhin haben sowohl Neubrandenburg als auch Greifswald einen Bahnhof, der von der Deutschen Bahn AG bedient wird. Der Nachteil ist, dass es kein direktes Gleis zwischen den Orten gibt. Mit etwas gutem Willen könnte man eine Stichstrecke in die richtige Richtung erkennen, allerdings fehlt seit den 1940/1950er Jahren die Verbindung zwischen Friedland und Anklam, aber selbst die Stichstrecke wird für Personenvekehr nicht mehr genutzt. Also bleiben nur die beiden Umwege entweder über Stralsund oder über Pasewalk, was die Reisezeit unwesentlich verlängert (mindestens verdoppelt).

Erinnerlich meiner eigenen Studienzeit in Greifswald fallen mir die damals doch recht guten Busverbindungen zwischen den Städten ein. Dazu gibt es weiter unten ausführlichere Informationen, die Mischformen möchte ich deswegen mal erwähnend vorziehen. Wenn man beispielsweise auf der Webseite der Deutschen Bahn nach einer Verbindung sucht, findet man auch welche, die der Ideallinie näher kommen. So kann man mit dem Zug bis nach Grimmen fahren und von dort mit dem Bus weiter. Bei tieferer Recherche findet sich sicher auch noch eine Variante über Demmin nach dem gleichen Prinzip. Zwei Stunden Reisezeit muss man dann aber einplanen. Wenn alles klappt. Das gilt übrigens auch für die reinen Zugverbindungen.

Schön ist, dass man auf der Bahn-Seite auch die direkten Busverbindungen der regionalen Anbieter findet. Nicht alle, aber sinnvolle. Wenn man bei den regionalen Busanbietern sucht … *schreiendhysterischerLachanfall*
Sorry, ich fang den Satz nochmal neu an: Wenn man den regionalen Busanbieter sucht, stellt man fest, dass eine MVVG unter anderem für Neubrandenburg zuständig ist. Entgegen ihres Names „Mecklenburg-Vorpommersche-Verkehrsgesellschaft mbH“ ist sie NICHT für das ganze Land zuständig, sondern nur für die Bereiche rund um Waren/Röbel/Malchow, Neubrandenburg/Demmin/Malchin und Neubrandenburg/Neustrelitz/Friedland. Kein Greifswald. Auch nicht auf den per PDF-Dateien verbreiteten Fahrplänen. Aber einen interessanten Link gab es doch … Dazu später.

Wenn man das Problem von der anderen Seite her aufzäumt, wird es übrigens auch nicht besser. Die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald fand ich erst im Rahmen der Nachrecherche zu diesem Artikel. Als ich erstmalig nach einer Busverbindung suchte, kam ich zu dem Schluss, Greifswald hat keinen Regionalbusanbieter. Zumindest nicht so direkt. Auf der Webseite der Anklamer Verkehrsgesellschaft, zuständig auch für Greifswald, findet man dann endlich einen Fahrplan, wo auch Greifswald vorkommt. Nur kein Neubrandenburg in den Fahrplänen. Aber einen interessanten Link gibts hier auch.

Folgen wir doch mal dem Link und finden die VMV mbH, die Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH. Die ist immerhin für’s ganze Land zuständig. Zwar findet sich auf deren Webseite unter dem Stichwort Fahrplan 2018 kein Fahrplan, aber es gibt auch eine Fahrplanauskunft. Wenn man in die dortige Suchmaske Start- und Endhaltestelle eingibt, beginnt die Lotterie der Verbindungen. Grundsätzliches Plus: Es werden nicht nur Busverbindungen angezeigt. Grundsätzliches Minus: Bei manchen vorgeschlagenen Routen bin ich mir nicht sicher, ob man eher das harrypottersche DurchdieWandaneinenanderenOrtkommen bräuchte oder das startreksche Beamen zum gleichen Zwecke.

Aber fangen wir positiv an. Auf bahn.de gibt es einen Bus um 7:40 Uhr von NB nach HGW. Den gibt es auch bei der VMV.

Ab und zu muss ich auch mal nach Malchin. Da wäre vielleicht folgende Linienführung interessant (ich habe übrigen keine gewünschten Zwischenstationen eingegeben):

Die nachfolgende Linie führt auch über Demmin, aber dafür braucht man offensichtlich oben genannte besondere Fähigkeiten.

Um das mal zu übersetzen: Man fährt zuerst Richtung Burg Stargard, um in dessen Ortsteil Lindenhof auszusteigen. Hoffentlich steht dort dann auch ein Haltestellenhäuschen. Die Frage ist nur, gegen welche der Wände man springen muss, um in einem ähnlichen Häuschen in dem Örtchen Lindenhof bei Demmin (ca. 41 km Luftlinie entfernt) herauszukommen. Oder gibt es eine Beamzelle?

Geht es noch abstruser? Wenn ich schon so frage: JAAAA!

Hier ist etwas Fahrplan- und Kartenkunde nötig, vor allem für den ersten Abschnitt. Der erste Bus fährt wirklich Richtung Strasburg, allerdings gibt es dort kein zweites Mirow an der Strecke. Wäre ja auch blöd, weil es dann das gleiche Prinzip wie bei Lindenhof wäre (das wir übrigens bei den beiden, ca. 84 km auseinander liegenden Drosedows anwenden). Aber in Woldegk, an der beschriebenen Strecke gelegen, gibt es einen Edeka-Markt … Offensichtlich sind sich diese Supermärkte nicht nur einander ähnlich sondern auch noch via Raumkrümmung o.ä. miteinander verbunden. Wie sonst sollte man in 7 Minuten vom Woldegker in den Mirower Edeka-Markt kommen? Nun liegen sowohl Mirow als auch Woldgk, wenn man von Neubrandenburg nach Greifswald möchte, nicht unbedingt auf dem Weg. Was man allerdings südlich der Müritz soll (schöne Gegend übrigens), wenn man eigentlich an den Greifswalder Bodden möchte, werden nur die Programmierer des Webtools bzw. der App wissen.

Apropos App. Die hat einen „Mailen-Sie-uns-Ihre-Fragen-und-Anregungen“-Button (der anders heißt, aber den gleichen Sinn hat). Ich habe versucht, die VMV mbH auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Die E-Mail kam wegen Unzustellbarkeit zurück.

Hintergründe über den Zustand des Öffentlichen Personennahverkehrs, Schwerpunkt Bus, im Land Mecklenburg-Vorpommern kenne ich nicht. Sicherlich spielt das Zusammenspiel der Dreiheiligkeit Nutzungszahlen, Kostenersparnissen und Angebotsumfang eine wesentliche Rolle. Die aktuellen Momentaufnahmen, vor allem, was die Informationspolitik über Fahrpläne und Verbindungen betrifft, sind unterhalb jedes vernünftigen Niveaus. Ich habe für meine Fahrt nach Greifswald übrigens trotzdem die Straße genutzt. Etwas über eine Stunde habe ich braucht. Allerdings nicht von Busbahnhof zu Busbahnhof, sondern von Haustür zu zielnahem Parkplatz. Mit dem Auto.

P.S.: Weitere Alternativen: Wenn ich unbedingt Bus fahren möchte, könnte ich natürlich auch einen Fernbus nehmen. Was die Dauer der Fahrt betrifft, sind diese Busse übrigens unschlagbar. Mit ihren Fahrzeiten katapultieren sie sich aber sogar ins Aus des Nachbarstadions.

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*) Verloren in Mecklenburg-Vorpommern

Das ist mir zu fix

Fix hat – wem es noch nicht aufgefallen ist – (mindestens) zwei Bedeutungen. Fixpreis, Fixstern, Fixangebot, … deuten darauf hin, dass es etwas festes, feststehendes bezeichnet. Wobei die Forschung sich ja auch weiter entwickelt. Fixsterne beispielsweise sind gar nicht so fix, wie sie ursprünglich mal angesehen wurden, sondern teilweise recht fix unterwegs. Hier haben wir dann die zweite Bedeutung: schnell.

Die Zeit brachte es, dass ich mir einen neuen PC zulegen musste. Neben seinen alten Macken entwickelte mein Rechner immer neue Eigenheiten, und als er seine Kommunikationsfähigkeit spontan einbüßte, wurde der Schlussstrich gezogen. Ein neues Gerät wurde bestellt, eingebaut und ist mittlerweile einige Wochen in Betrieb. Seither langweile ich meine Umgebung mit der Begeisterung über den neuen Mitbewohner.

Ein Blick zurück: Kam ich früher abends nach Hause, ging mein erster Gang meist direkt an den Rechner (alt). Erstmal anschalten. Danach gab es dann ein leckeres Abendbrot und nebenher infomierte ich mich televisionär über das Weltgeschehen. Kam ich dann zum Rechner zurück, war der hochgefahren und zur Arbeit bereit. Diesen Algorithmus musste ich nach dem Neuerwerb umarbeiten. Jetzt schalte ich ihn erst an, wenn ich auch wirklich mit der Beschäftigung anfange. Die Zeit des bequemen Hinsetzens reicht aus, um die Zeit zwischen dem Anschalten und der anmeldenden Passwortabfrage zu überbrücken. Und dann gehts auch gleich los.

Dabei sei eine kleine Zwischenbemerkung erlaubt: Ich weiß nicht, was die vielen kritschen Stimmen, die mit der Oberfläche von Windows 10 ein Problem haben, eigentlich haben. So groß fand ich die Umstellung nicht (ich komme von Windows 7) und finde sehr viele Ähnlichkeiten. Bei den Einstellungsmöglichkeiten muss man manchmal etwa suchen, aber dafür gibt es eine Suchfunktion und bisher habe ich spätestens darüber alles gefunden. Zugegeben, auch das Startmenü ist etwas lang und damit unübersichtlich. Aber wenn man ein wenig mitdenkt und die Möglichkeiten des Systems nutzt, braucht man das Startmenü eigentlich recht selten.

Aber nicht nur das Starten des PCs geht fix, auch das Runterfahren ist gewöhnungsbedüftig zügig. Da mein Rechner am Schreibtisch und der Schreibtisch im Schlafzimmer steht, war es mit dem alten immer ganz praktisch, wenn man das Ausschalten mit dem Zubettgehen verband. Die Zeit, bis die Monitore wirklich deaktiviert wurden, reichte meist aus, um das Fenster zu schließen, den Wecker zu kontrollieren, das Rollo herabzulassen und die tönende Einschlafhilfe in Betrieb zu nehmen. Dann wurde noch die Bettdecke aufs Bett gelegt und ich mich zwischen diese und das Laken geschoben. Danach wurde es dunkel.

Jetzt reicht das „Restlicht“ der Monitore, nachdem ich auf Herunterfahren geklickt habe, gerade noch dazu, um den Schreibtischstuhl zu verlassen. Danach tapse ich dann durch die Finsternis, wenn nicht noch von irgendwo her ein Lichtschein die Gütigkeit hat, mich an den harten Bettkanten vorbeizuleiten. So hat der technische Fortschritt nicht nur Vorteile und greift doch immer wieder in den Lebensalgorithmus ein.

Gut so. Sonst wäre es ja auch langweilig.

Lehrerausbildung in M-V

Wie ich dem Online-Angebot der SVZ entnahm, beschäftigte sich der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns u.a. mit der Lehrerausbildung. Die Bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion Simone Oldenburg sieht es als sehr kritisch an, dass etwa die Hälfte der Lehramtstudenten in M-V ihr Studium abbrechen. Sie befürchtet einen großen Lehrermangel deswegen.

Ob die Befürchtungen wirklich gerechtfertigt sind, kann ich nicht einschätzen. Was ich aus eigener Erfahrung weiß, ist, dass die Abbrecherquote vermutlich schon immer so hoch war. Und das gilt systemübergreifend. 😉 Als ich 1986 mein Lehrerstudium begann (damals hieß das Ziel noch Diplomlehrer), waren wir 20 Studenten in der Seminargruppe (so hieß das damals). Und auch wir hatten einen Teil unserer Vorlesungen zusammen mit den Fachdiplomanten, einen weiteren Teil nur zusammen mit Lehrerstudenten anderer Fachrichtungen und einen dritten studiumrichtungssübergreifend. Den hatten alle. 😉

20 Studenten zu Beginn des ersten Studienjahres. Im vierten waren wir noch 10 und wie viele den Abschluss gemacht haben, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, da das in den Wendewirren ein wenig unterging. Einige führten – wie ich – ihr Studium halbwegs planmäßig zu Ende, um dann als Haupt- und Realschullehrer ins Leben entlassen zu werden. Andere hingen noch zwei oder drei Jahre dran, um sich dann Gymnasiallehrer nennen zu können. Man verlor sich aus den Augen, einige sprangen sicher auch ohne Abschluss ab.

Um es klar zu stellen: Sicher, dieses Studium fand nicht in Mecklenburg-Vorpommern statt, das gab es noch nicht. Aber es fand an einer der beiden im SVZ-Artikel erwähnten Universitäten des Landes statt: in Greifswald.

Und damit nicht genug: Ein Bekannter von mir versuchte sich in den 2000er Jahren auch an einem Studium an der heute mittlerweile namenlosen Universität Greifswald. Es war eine Ersti-Vorlesung eines beginnenden Wintersemesters, in der der Dekan seiner präferierten Fachrichtung im Hinblick auf den gut gefüllten Hörsaal sinngemäß meinte: Bis Weihnachten ist der Hörsaal nur noch halb voll.

Daarentegen meldt minder dan vijf procent van de vrouwen een consistent seksleven. Het gebrek aan steun voor de seksuele behoeften van mannen blijkt uit het feit dat de American Medical Association (AMA) nooit officieel het idee heeft gekocht dat mannen een lagere seksuele drang hebben dan vrouwen.

Es ist also nichts neues, dass die Hälfte der Lehramtsstudenten das Studium nicht überstehen. Das trotzdem etwas verändert werden muss, ist klar. Die Erzählungen über die Zustände während des Studiums meines Bekannten ließen den etwas klischeeüberlasteten Gedanken „Es war nicht alles schlecht.“ an mein Studium aufkommen. Wenn ich das mal auf heutige Zeiten transformieren würde, kämen acht Semester Ausbildung (zwei Fachrichtungen, Pädagogik, Psychologie, Didaktik, Methodik) und zwei bis vier Praxissemester zusammen. Die ersten Semester wären eher fachlich angelegt, mit zunehmender Studiumsdauer kämen die lehramtspraktischen Seiten dazu. Fertig.