Das Fernsehen dient neben vielen anderen Aufgaben auch der Unterhaltung, an die man durchaus unterschiedliche Maßstäben ansetzen kann. Heute lief zum Beispiel die WokWM auf ProSieben, was sicher unter Unterhaltung läuft. Aber man kann auch mit entschieden weniger Aufwand gut unterhalten. Aber genau wie beim Kochen ist es hier genauso: Bei einfachen Gerichten entscheidet dann die Qualität der Zutaten.

Verkaufsfernsehen gibt es in Deutschland auch schon eine ganze Weile. Neben den Teleshoppingfenstern auf einer Reihe von „normalen“ Fernsehprogrammen – gern auch nachts – gibt es eine Reihe von Shoppingsendern. Der erste war da wohl H.O.T (Home Order Television), den man heute eher unter dem Namen HSE24 kennt. Neben den breit aufgestellen Anbietern gibt es auch Spezialisten wie Sonnenklar.TV für Reisen und Juwelo TV für Schmuck.

Letzterer sendet täglich bis 2 Uhr und in der letzten Woche (wohl auch öfters) stehen die letzten zwei Sendestunden unter der Überschrift „Schnäppchen“. Hier werden Schmuckstücke in kleinen Stückzahlen an Frau und Mann gebracht. Das Programm ist nicht sonderlich anstrengend zu schauen: entweder, man sieht den Moderator oder die Moderatorin Schmuck nehmen oder wegstellen oder man sieht die Hand des-/derselben mit dem zu verkaufenden Schmuckstück.

Anfang der Woche stieß ich beim Zappen auf diese Schnäppchennacht. Schmuck interessiert mich eher so mäßig, aber die Moderation war gut und unterhaltsam (und hatte mitnichten nur mit Schmuck zu tun). Einen Tag später die gleiche Situation und auch der gleiche Moderator. Allerdings weiß ich nicht, ob man ihm was ins Wasser getan hat oder ob er einen Clown zum Abendbrot hatte … Das war Unterhaltung pur und man darf leicht verwundert sein, dass sie trotzdem den Schmuck verkauft haben. Wer also mal in der Schnäppchennacht bei Juwelo TV auf Arion Ahrens als Moderator stößt: Dranbleiben. Das ist Fernsehunterhaltung im besten Wortsinn.

Sowas habe ich zwar noch nicht mitgemacht, aber manchmal ist eben alles das erste Mal. Gelesen habe ich hier davon, dort wird auf den Blog als Ursprung verwiesen. Es geht um 15 Serien, von denen man der Meinung ist, dass man die gesehen haben muss oder es zumindest getan haben sollte. Da wollen wir mal hoffen, dass ich auf 15 Serien komme, ich fürchte, das wird schräg. Die Reihenfolge stellt übrigens keine Rangfolge dar, ich habe versucht, mich ans Alphabet zu halten, wenn auch erst ab dem 2. Buchstaben.

  1. Babylon 5
  2. Hercule Poirot (mit David Suchet)
  3. Perry Mason (beide Generationen)
  4. Sherlock Holmes (natürlich die mit Jeremy Brett)
  5. Die 2
  6. Die blaue Elise
  7. Die Muppet Show
  8. Tiny Toons
  9. Animaniacs
  10. Columbo
  11. Freakazoid
  12. Star Trek – Raumschiff Voyager
  13. Star Trek – The Animated Series (beide Synchronfassungen)
  14. Star Trek – The Next Generation
  15. Bugs Bunny

Natürlich sind mir noch mehr Serien eingefallen, vor allem, wenn man den Serienbegriff nicht ganz so eng fässt. Aber ich lasse es jetzt hierbei mal bewenden. Mögen sich die Psychologen darauf stürzen und ihre Schlüsse ziehen … 😉

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu und so freuen wir uns schon mal auf das Silvester-Fernsehprogramm. Die Anstalten kehren so einiges aus den Archiven, aber das einzige, was wirklich sein muss, ist „Dinner for one“.

Damit ihr es nicht verpasst, gibt es hier wie jedes Jahr, den besonderen Service der Ausstrahlungstermine. Schaut einfach auf diese Seite und schon wisst ihr, wann über den Tigerkopf gestolpert wird.

Manchmal ist es doch echt schade, dass ich mich nicht für Fußball interessiere. Ich könnte die beiden Parallelspiele auch parallel gucken:

Links in HD von der TV-Karte meines Rechners, rechts via Zattoo. Wirklich schade, wie umsonst das alles ist.

Wenn ich es mir richtig überlege, vermute ich bzw. fürchte ich sogar, dass ich andersartige Neigungen oder perverse Vorlieben habe. Manchmal habe ich sogar vor mir selber Angst. Aber was will ich machen? Ich bin nunmal wie ich bin. Von allem viel, und immer nur das beste – eine schöne Vision, aber darin liegt wohl das verkorkste.

Nehmen wir zum Beispiel das Fernsehen. Dessen Image ist zwar denkbar schlecht, aber es gibt immer noch die eine oder andere gute Sendung, sozusagen die Perlen zwischen den Säuen. Dafür (meist sind die dann bei den öffentlich-rechtlichen) zahlt man doch gern seine Rundfunkgebühren. Aber auch hier gibt es viel Schatten.

Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender können und müssen es sich leisten, ihre Zuschauer umfassend zu informieren und bei den wirklich wichtigen Sachen im Leben Aufklärung zu liefern. Dazu klären sie über Zusammenhänge oder auch Missstände auf, bringen unterschiedliche Meinungen zusammen und bieten sie mediumgerecht aufbereitet dar. Entsprechend arbeitende Magazine gibt es einige, die sich teilweise auch auf die Teilbereiche spezialisiert haben. Politik, Soziales, Wirtschaft, Wissenschaft, Geld, Gesundheit u.v.a.m. sind auffindbar.

Die Frage ist nur, wie diese mediumgerechte Aufbereitung aussehen kann. Wie können die Ergebnisse investigativer Recherche, tiefgehender Interviews, aufklärender Tests und einordnender Systematisierung zum Beispiel fernsehtauglich umgesetzt und den Zuschauern dargeboten werden? Die Antwort ist einfach: Als Unterhaltungsshow vor Publikumskulisse mit Szenenapplaus und allerlei Effekten, dramatisierenden Jinglen und Musikunterlagen, populistischer Produkt-Battles und einem Buchhalter als Moderator.

Wenn ihr jetzt denkt, was ist das für ein Blödsinn, dann empfehle ich mal das wirtschafts- und sozialpolitische Magazin des ZDF „WISO“, dortselbst montags um 19:25 Uhr zu sehen. Natürlich weiß ich, dass es das in der Form schon eine ganze Weile gibt, aber mir fiel es jetzt unangenehm auf, weil ich nicht so der Magazinschauer bin und nach der Sendungsansicht auch nicht werde. Man fragt sich unwillkührlich, für wen diese Sendung gemacht wird.

Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte, blieb ich dran, um mir das ganze Grauen anzutun. Der angekündigte Produkttest interessierte mich inhaltlich, die dargebotene Form war so 1987, ich war mehrfach drauf und dran, doch wegzuschalten. Natürlich wurde vor dem alles entscheidenden letzten, man möchte fast sagen: finalen, Aspekttest, Werbung gezeigt. Alles in allem wurde ich das Gefühl nicht los, dass bei Verzicht auf die Showeffekte und das Publikum (wegfallende Beifallszeiten) mindestens ein weiteres Thema zeitlich sehr gut in die Sendung gepasst hätte.

Wenn Mittsechziger etwas für die jüngeren machen wollen und es dann wie für Mittfünfziger wirkt. Ziel erreicht.

 

Zur Zeit feiern die Fernsehsender, seien sie privat oder öffentlich-rechtlich, einen großen Feiertag, oder, genauer gesagt: Sie bereiten ihn vor. Es ist der 30. April 2012. Zelebriert wird die Abschaltung des analogen Fernsehens, auf das in zahlreichen, manche sagen auch in zu zahlreichen,  Fernsehspots hingewiesen wird. Selbst unsere hiesige Lokalzeitung nahm sich jetzt des Themas an. Grund dafür dürfte u.a. sein, dass beim ebenfalls hiesigen Kabelfernsehbetreiber die Nachfragen häuften.

Was lernen wir daraus? Werbung im Fernsehen, wenn sie die Leute anspricht, hat durchaus eine überragende Wirkung, vor allem bei denjenigen, die nicht so in der Materie stehen. Die Bedingung ist dabei, dass es die Leute direkt betreffen muss. Ein Fernsehabend ist ohne Fernsehprogramme, die man empfangen kann, auch nur halb so schön, aber dieses Szenario drohte ja laut TV-Spot. Irgendwie erinnert mich das an den Werbespot eines „Erkältungsheilmittels“, dass nach eigenen Angaben Deutschlands meist verkauftes und vor allem auch meist überschätztes ist.

Die Wissenschaft hat gezeigt: Eine Erkältung dauert ohne medizinische Behandlung 7 Tage und mit medizinischer Behandlung eine Woche. Was sollen Wirkstoffe in der Kapsel wie Paracetamol, Ascorbinsäure, Coffein, Chlorphenaminhydrogenmaleat (genau die sind da drin) schon ausrichten? Die Kopfschmerzen (so vorhanden) werden gelindert, das künstliche Vitamin C geht sowieso gleich in den Ausguss, Coffein kriegt man auch durch einen Espresso oder eine Cola und das letzte soll wohl die Nasenschleimhäute zum Abschwellen bringen. Das heißt: Es werden die körperlichen Reaktionen unseres Immunsystems unterdrückt, die eigentlich die beste Strategie gegen Erkältungen sind: Ruhe, Entspannung und Nasenfluss. Denn, das muss einem auch erst mal einer sagen, was wir als Erkältungssymptome wahrnehmen, sind eigentlich die Abwehrreaktionen unseres Körpers auf die Erkältung.

Der Erkältungstipp: Die drei oder vier Tage, wo die Erkältung am schlimmsten ist, einfach auf Krankenkassenkosten frei nehmen und es sich bei heißem Tee und heißer Hühnerbrühe auf dem Sofa bequem machen und etwas leiden. Das muss ja nicht nur durch das Nachmittagsprogramm der Fernsehsender sein, womit wir dann beim eigentlichen Ursprungsthema wären. 20 Fernsehsender stehen ab 1. Mai im Neubrandenburger Kabelfernsehnetz analog noch zur Verfügung. Ich vermute aber, dass zu dem Zeitpunkt eine Kanalsuche durchgeführt werden muss, nicht alle werden ihren Kanalplatz behalten. Der Auswahl der Sender standen sicher verschiedene Kriterien zu Grunde, Zuschauerinteresse war dabei nicht als Spitzenreiter dabei. Rechtliche Vorgaben und wirtschaftliche Interessen hatten vermutlich Vorrang. Wer mehr sehen möchte, kommt um den Kauf eines Receivers (DVB-C) oder eines neuen Fernsehers (ebenfalls mit DVB-C) nicht herum. Der Fachhändler ihres Vertrauens berät sicher gern.

Die Einschaltquoten sind die Währung in Fernsehen und Radio. Während bei den Hörern nur zweimal im Jahr eine telefonische Befragung gestartet wird, gibt es die Quoten beim Fernsehen täglich frisch auf den Tisch. Für viele Macher gehört die morgendliche Lektüre in Videotexten oder neuerdings auch im Internet zum Frühstück wie das Marmeladenbrötchen, die Kopfschmerztablette oder das Glas Wodka. 😉

Greifen wir mal spontan den gestrigen Tag heraus und bedienen uns bei den Daten. Für eine Sendung wird u.a. angegeben: 3,46 Millionen Zuschauer =  10,8 % beim Gesamtpublikum (ab 3 Jahre). Für eine andere 6,34 Millionen Zuschauern = 34,1 % bei den 14- bis 49-jährigen. Hier nochmal Zahlen bezogen aufs gesamte Publikum: 1,96 Millionen Zuschauer = 6,2 %, 730 Tausend Zuschauer = 2,6 %, 2,61 Millionen Zuschauer = 8,6 % oder 5,56 Millionen Zuschauer = 15,9 %. Die Sendungszeitpunkte lagen zwischen 20 und 22:30 Uhr, also nicht alle gleichzeitig.

Probieren wir es mal strukturiert und etwas übersichtlicher:

  • 3’460’000 entspr. 10,8 %, also sind 100% = 32’000’000
  • 1’960’000 entspr. 6,2%, also sind 100% = 31’600’000
  • 730’000 entspr. 2,6%, also sind 100% = 28’100’000
  • 2’610’000 entspr. 8,6%, also sind 100% = 33’000’000
  • 5’590’000 entspr. 15,9%, also sind 100% = 35’200’000

Wir lernen also: Gestern abend saßen insgesamt etwas über 30 Millionen Zuschauer vor dem Fernsehgerät. Es war ein Freitag. Also fast Wochenende. Es war dunkel und kalt, soll heißen, also ungemütlich draußen.

Laut Wikipedia hat Deutschland zum Stichtag 81,8 Millionen Einwohner. Ziehen wir die bei den obigen Zahlen auch nicht gezählten 0- bis 3-jährigen ab, sollten wir bei etwas unter 80 Millionen potenzielle Fernsehzuschauer liegen. Es waren aber nur weniger als die Hälfte! Von fünf Einwohnern haben nicht mal zwei ferngesehen. Was haben denn die anderen getan? Wozu haben sie sich die teuren Flatscreens gekauft? Wozu werden Jahr für Jahr 15 bis 20 Milliarden Euro dafür ausgegeben, über 70 frei empfangbare Fernsehprogramme herzustellen?

Obwohl es eigentlich zu viel Geld in Deutschland gibt – die aktuelle Krise ist auch eine Überflusskrise, so komisch das klingt -, wird es auch irgendwie immer knapper. So ist es durchaus einzusehen, dass zum Beispiel die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bei ihren TV-Produktionen zusammenarbeiten. Eine lange, in der letzten Zeit wieder immer mehr auflebende Kooperation gibt es zwischen dem NDR und dem WDR.

Schaut man ins Radioprogramm, so findet man viele Beispiele: das Nachtprogramm von NDR2 und WDR2, mindestens drei Nachrichtenmagazine in den Infoprogrammen usw. usf. Auch im Fernsehbereich wird sichtbar gemeinsame Sache betrieben, zum Beispiel bei der Sendung „Von und zu lecker“, zur Zeit mittwochs um 21 Uhr auf beiden Kanälen.

Bei der Sendung geht es darum, dass sich adlige Landfrauen im Wettbewerb gegenseitig bekochen; nebenbei gibt es etwas Home-Story für die Zuschauer, viel ländliche Idylle und leckeres Essen. So weit, so gut. Das ergäbe noch keinen Eintrag in diesem Blog. Die Ausstrahlung der Sendung wirft eine Frage auf: die nach den Unterschieden und dem Grund dafür.

Obwohl oder weil diese Sendung bei den beiden beteiligten Sendern gleichzeitig ausgestrahlt wird, fallen die beiden Unterschiede vielleicht nicht gleich auf. Ok, der eine läuft unter Pillepalle: Natürlich hat NDR und WDR jeweils ihr eigenes Logo eingeblendet. Aber es gibt noch einen Unterschied, der die Frage nach dem Sinn aufwirft.

Bei derartigen Sendungen gibt es – wie bei vielen anderen auch – einen „Off-Sprecher“ bzw. eine „Off-Sprecherin“. Das ist die nette Stimme, die vor der Kamera keine Rolle spielt, aber inhaltlich den roten Faden webt, an dem sich die Handlung entlanghangelt. „Von und zu lecker“ hat sogar beides: einen Sprecher und eine Sprecherin. Das ist auch noch nicht verwunderlich, gibt es dafür auch zahlreiche Beispiele. Meist haben die Sprecher dann unterschiedliche Aufgaben. Aber hier? Wer sich die Sendung nur auf einem der beiden Sender anschaut, bemerkt nur einen Sprecher. Beim WDR eine weibliche Stimme, beim NDR eine männliche. Da stellt sich dann aber die Frage nach dem „Wozu?“. Zumal beide, den Eindruck gewann ich durch Stichproben, praktisch das gleiche sagen.

Was macht der ambitionierte Hobbykoch, der zum einen einer interessanten Sendung im Fernsehen folgen möchte, andererseits aber auch noch eine Kochexperimentalzutat im Kühlschrank hat? Erschwerend kommt hinzu, dass das Programm, das angesehen werden soll, irgendwie gerade nicht mit dem Fernseher empfangbar ist?

Glück im Unglück: DMAX ist erfreulicherweise ein Sender, der auch mittels der Internet-TV-Plattform Zattoo anzusehen ist. Also bauen wir mal ein wenig was auf: W-LAN, Netbook, Aktivlautsprecher (batteriebetrieben), Notenständer, Küche, Fotoapparat:

Das Gesamtensemble sieht dann so aus und alles ist machbar. Die Aktivlautsprecher sind eigentlich nur dabei, weil die Quäker des Netbooks gegen die Arbeitsgeräusche beim Kochen sicher nicht ankommen. Und nebenher kann man dann doch noch fernsehen.

Die kleinen Lautsprecher sind erstaunlich gut, der batteriebetriebene Verstärker liegt hinter dem Monitor, auf dem junge Zwiebeln zu sehen sind, die zu einer kleinen spanischen Leckerei verarbeitet werden. Was es in meiner Küche gab, gibt es beim Herdnerd zu sehen.