Aussagen werden auch dadurch nicht wahrer, indem man sie immer wieder wiederholt. Neulich habe ich Tim Mälzer mit dem für mich überraschenden Satz im Fernsehen erlebt, dass seine Kochsendung die einzige ist, in der im deutschen Fernsehen einfach nur gekocht wird – ohne Spiel, ohne Show, einfach nur die Zubereitung von schmackhaften Gerichten.

Nachdem ich diesen Gedanken jetzt auch auf einer Webseite über ihn las, möchte ich doch anmerken: Hier irrt der Meister. Auf Anhieb fallen mir zwei Sendungen im deutschen Fernsehen ein, die genau das gleiche auch machen: „Kochkunst mit Vincent Klink“ (SWR) und „2 Mann für alle Gänge“ (SR), beides auch Produktionen, die immer wieder auch neue Folgen hervorbringen.

Ehre, wem Kochehre gebührt, aber nicht über’s Ziel hinausschießen!

Was macht der ambitionierte Hobbykoch, der zum einen einer interessanten Sendung im Fernsehen folgen möchte, andererseits aber auch noch eine Kochexperimentalzutat im Kühlschrank hat? Erschwerend kommt hinzu, dass das Programm, das angesehen werden soll, irgendwie gerade nicht mit dem Fernseher empfangbar ist?

Glück im Unglück: DMAX ist erfreulicherweise ein Sender, der auch mittels der Internet-TV-Plattform Zattoo anzusehen ist. Also bauen wir mal ein wenig was auf: W-LAN, Netbook, Aktivlautsprecher (batteriebetrieben), Notenständer, Küche, Fotoapparat:

Das Gesamtensemble sieht dann so aus und alles ist machbar. Die Aktivlautsprecher sind eigentlich nur dabei, weil die Quäker des Netbooks gegen die Arbeitsgeräusche beim Kochen sicher nicht ankommen. Und nebenher kann man dann doch noch fernsehen.

Die kleinen Lautsprecher sind erstaunlich gut, der batteriebetriebene Verstärker liegt hinter dem Monitor, auf dem junge Zwiebeln zu sehen sind, die zu einer kleinen spanischen Leckerei verarbeitet werden. Was es in meiner Küche gab, gibt es beim Herdnerd zu sehen.

Unlängst fand in Berlin ein Nationales Symposium für Zoonosenforschung statt. 320 Teilnehmerinnen und Teilnehmer berieten unter anderem über die Hygiene im Haushalt, speziell in der Küche. Infektionsherde sind dort recht weit verbreitet, zumal vielen selbst einfache Regeln nicht geläufig sind.

Aufklärung zur Küchenhygiene müsste schon bei Kindern anfangen – in der Schule oder auch beim Kochenlernen in der Familie. Auch Kochshows im Fernsehen könnten aufklärend wirken, beispielsweise wenn der TV-Koch die Show mit dem Händewaschen beginnen würde. (Quelle)

Dem ist nichts weiter hinzuzufügen. Ergänzt sei nur der Hinweis, dass die Sendereihe EiTV (u.a. Youtube) seit der 1. Folge ganz bewusst gerade auch in diesem Aspekt eine entscheidende Vorbild- und Vorreiterrolle einnimmt.

Neulich schrieb ein hiesiger Miniblogger „Ich bin endgültig mit meiner Rede fertig geworden. Thema: Fernsehen trägt nicht mehr zur Bildung, sondern zur Verblödung des Zuschauers bei.“ (nbjojo) Ich würde das gern ein wenig relativieren: Es kommt immer auch auf die Uhrzeit und den Sender an.

Sonntag abends gegen 23:15 Uhr (aktuelle Folgen) und Montag bis Freitag gegen 9 Uhr (alte Folgen) gibt es auf DMAX die kulinarische Serie „Anthony Bourdain – Eine Frage des Geschmacks“. Tony reist durch die Welt und ist, was ihm vor die Futterluke kommt. Schweinefleisch, Innereien, Suppen und Würste gehören zu seinen Lieblingsspeisen, aber alles andere wird auch zumindest probiert.

Natürlich schaut er auch manchmal in die Spitzengastronomie – in New York hat Bourdain, selber auch Koch, ein Restaurant – rein, aber die Lieblingsorte sind für ihn die Straßencafés, Garküchen und Imbissstände, wo lokale Spezialitäten zubereitet werden. Frische Zutaten, viele Gewürze, Kräuter, Soßen, Brühen, Fonds, Gemüse, Fleisch (auch ungewöhnliche Teile), Fisch, … und es schmeckt.

Convenience: Keine Chance. Da stellt sich mir manchmal die Frage, wo er ähnliches in Neubrandenburg oder Umgebung finden könnte …