Eine alte Anekdote aus aktuellem Anlass

Zur Dokumentation eine Anekdote nacherzählt. Alle Namen sind frei gewürftelt, sollte es jemanden gleichen Namens geben, so ist er/sie NICHT(!) gemeint. Die Quelle ist eine nicht mehr erinnerliche Anekdotensammlung in Buchform, mindestens 30 Jahre alt. Sollte ich es noch wiederfinden, wird’s nachgetragen.

Irgendwo im US-amerikanischen Mittelwesten. Eine Zeitung sucht einen neuen Chefreporter. Ein Bewerber steht vor dem Besitzer und der gibt ihm die Aufgabe auf, eine Schlagzeile zu entwerfen, die die fünf Themen enthält, aus denen ein Amerikaner eine Zeitung kauft: Drogen, Rassenfrage, Mord, Sex, Kirche.
Wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort: „Heroinsüchtiger Schwarzer erdrosselt Mätresse eines Erzbischofs“.
Nicht schlecht, meint der Chef. Nun gilt es aber, zur Schlagzeile auch noch die passende Story zu finden. Der Bewerber zuckt mit den Schultern und geht los. Nach ein paar Stunden kommt er wieder und präsentiert einen minutiösen Bericht des Ereignisses.
Der Zeitungsbesitzer ist begeistert: „Und das stimmt alles?“
„Ja,“ meint der Bewerber, „mit dem kleinen Manko, dass sich ‚Schwarzer‘ nicht auf die Hautfarbe sondern auf die Farbe der Kleidung bezieht.“
„Und wo ist das alles passiert?“
„Im neusten Roman von Leslie Williams Scott.“
Und bevor der Besitzer aufbrausen kann, sagt der Bewerber: „Ok, ok, Sir. Der Leser hat seine Gruselstory, die Zeitung den Massenabsatz und das Pressegesetz unterlaufen wir mit einer Dreizeilenberichtigung auf der letzten Seite.“
Chef: „Eingestellt! Sie wissen, wie man eine Zeitung macht.“

Köln – Berlin 2:0 (im Radio)

Da hat die alte West-Elite letztendlich doch obsiegt und ihren Namen über das gesamtdeutsche Gebilde drübergestülpt. Es hat zwar ein wenig gedauert, aber manchmal muss man eben etwas warten bis ein guter Zeitpunkt kommt.

Alle Programme des DeutschlandRadio heißen jetzt irgendwas mit Deutschlandfunk. Letzterer wollte schon mit der Gründung des ersterem seinen Namen nicht der guten Idee opfern und beharrte starrköpfig auf etwas eigentlich verbrauchtes und verbranntes.

Der Name DeutschlandRadio war neu, zwei Programme sollten das beste aus den drei alten Radioprogrammen bringen, die mit der Wiedervereinigung überflüssig geworden warten, weil sie ihren Auftrag verloren. Aus Deutschlandsender, RIAS1 und Deutschlandfunk sollten DeutschlandRadio Berlin und DeutschlandRadio Köln werden. DeutschlandRadio Kultur und DeutschlandRadio Info wären genauso denkbar gewesen.

Naja: DeutschlandRadio Kultur wurde es dann ja auch – … und Deutschlandfunk. Lange Jahre. Irgendwann kam DR Wissen dazu. Dieser Tage wurde nun umgeflaggt. Aus dem Hause Deutschlandradio kommen nun drei Programme, die den Hausnamen nicht mehr im Titel tragen.

Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova. Bereits am 28.04. um 08:20 Uhr verkündete es der Intendant beim Deutschlandfunk, erst 08:40 Uhr – dann aber nur durch den Programmdirektor – wurde es über das noch-DeutschlandRadio Kultur verbreitet. Da könnte man jetzt auch seine Schlüsse drauß ziehen. Zumal das Berliner Gebäude auch modernen Ansprüchen nur noch bedingt genügt. Da kann man doch mal über was gemeinsames für alle nachdenken. In Köln.

Dragon4corner – Die Geometrie der Macht, oder die Macht der Geometrie?

„Quantensprung“ war auch mal so ein falsches Wort. Wer erinnert sich nicht daran, als es als Synonym für große Veränderungen benutzt wurde, obwohl er – physikalisch gesehen – eher kleinstmögliche Veränderungen beschreibt. Es ist vermutlich nicht das erste, derartig falsch verstandene Wort. Und sicher auch nicht das letzte. „Super-GAU“ als eigentlich unmögliche Steigerung des Größten Anzunehmenden Unfalls war auch sowas. Oder einfach nur die Steigerung des Wortes sicher in sicherer. Entweder, Onlinebanking ist sicher oder nicht. Es kann nicht sicherer gemacht werden. Aber das nur nebenbei.

Manchmal fragt man sich, wieso man auf manche offensichtliche Selbstverständlichkeiten eigentlich nicht viel früher gekommen ist. Ein TV-Beitrag über Bundeskanzlerin Merkel brachte mich heute drauf, dass in einem wichtigen Zusammenhang mit ihr ein Wort falsch benutzt wird. Ich weiß nicht mehr, in welcher Klassenstufe das Thema in der Schule behandelt wird, aber Geometrie zieht sich ja durch zahlreiche Schuljahre durch. Fragt mich, ich hab das mal studiert. 😉

Kramen wir mal in tiefen Gedächtnisschichten und werfen eine ganze Reihe von zusammengehörenden Begriffen in den Raum: Viereck, Rechteck, Parallelogramm, Rhombus, Drachenviereck, Trapez und Quadrat. Ausgehend vom allgemeinen Viereck (vier Punkte, die durch vier Seiten verbunden sind) werden unter Hinzunahme von weiteren Bedingungen immer speziellere Figuren begrifflich definiert bis hin zum Quadrat mit den schärfsten Anforderungen (4 gleichlange Seiten und in jeder Ecke ein rechter Winkel). Beim Parallelogramm sind gegenüberliegende Seiten gleich lang, beim Trapez sind zwei gegenüberliegende Seiten parallel.

Jetzt ist es am Leser dieser Zeilen, aktiv zu werden. Strecke bitte mal beide Arme halbwegs parallel nach vorn aus, die Handflächen nach unten. Früher haben wir mal mit der Armstellung Kniebeugen gemacht. 😉 In der Armhaltung klappe beide Hände so weit es aus eigener Kraft geht nach oben und spreize die Daumen ab, so dass sich dessen Spitzen fast berühren. Für Menschen mit Rechts-Links-Schwäche ist nun eindeutig zu sehen, wo die linke Hand ist. Daumen und Zeigefinger bilden nur auf einer Seite ein L. Aber wir sehen noch etwas anderes. Der Daumen ist kürzer als der Zeigefinger. Gut, das weiß man auch so, aber ich wollte es nur noch mal verdeutlichen. Und irgendwie die Eselsbrücke mit der Links-Rechts-Schwäche unterbringen.

Nun gibt es – um zum ursprünglichen Thema zurück zukommen – die sogenannte Merkel-Raute. Das müssten eigentlich zwei gekreuzte Victory-Zeichen mit den Fingern sein (das # ist eine Raute), aber auch in der Geometrie gibt es die Raute. Zu meiner Schulzeit hieß das Ding noch Rhombus, aber dass Begriffe sich in historischen Zeiträumen mal ändern, ist auch nicht neu. Schauen wir in die Systematik der Vierecke, so finden wir den Rhombus aka die Raute als spezielles Parallelogramm, bei dem alle 4 Seiten gleich lang sind. Oder als Quadrat, dem die Bedingung mit den rechten Winkeln abhanden gekommen ist.

Vier gleich lange Seiten bei der Merkel-Raute? Daumen und Zeigefinger gleich lang? Entweder, das ist eine anatomische Fehlstellung – was bedauerlich für Frau Merkel wäre – oder einfach nur der falsche Begriff. Schauen wir also mal genau hin und fragen uns, was wir sehen: ein Viereck, bei dem jeweils 2 nebeneinander liegende Seiten (Daumen-Daumen und Zeigefinger-Zeigefinger) gleich lang sind. Suchen wir in der Systematik und finden die eigentlich passende geometrische Figur. Der Name spricht Bände, ist aber schon älter als die politische Raute.

Es ist das DRACHENVIERECK!!!

Da dum!

Berlin wächst und wächst und wächst …

Unsere Hauptstadt wächst und wächst und das sogar über sich hinaus. Selbst der Autobahnring drumrum wird irgendwann – sehr Neubrandenburg-like – ein innerstädtischer Ringverkehr werden.

Stellt sich die Frage, woher ich diese Weisheit nehme? Ganz einfach. Neulich las ich mal einen Einleger eines Marken-Discounters der in der Werbebeilage eines Anzeigenblattes steckte. Dort fand ich Berlin in seiner vollen Größe. Ich habe das mal fotografiert:

Berlin wächst

Berlin, mit den Stadtteilen Neukölln, Wedding, Charlottenburg, Wilmersdorf, Friedrichshein, Schöneberg, Mitte, Spandau … usw. Soweit, so gut. Aber gucken wir uns die dritte Spalte doch mal genauer an:

Berlin wächst

Friedrichshagen, Rostock, Friedrichshain, …, Mitte, Schwerin, Hohen Neuendorf, … Kreuzberg, Neubrandenburg, Marzahn, …

Berlin wächst und wächst. Sind die drei mecklenburgischen Städte eigentlich direkt eingemeindet oder nur Enklaven?

Ironie im Internet funktioniert nicht (immer)

Wobei ich die Aussage in der Überschrift gleich wieder korrigieren muss. Schriftliche Ironie im Internet funktioniert nicht. Meine These in dem Zusammenhang ist, dass in der Schriftsprache noch nichts gefunden wurde, was der Mimik/Gestik in allen Nuancen entspricht. Sicher gibt es Smileys, aber die sind in dem Zusammenhang eher Holzhammer als wirklicher Ersatz für diesen Blick, dieses leichte Zucken im Augenwinkel, das Ironie dem direkten Gegenüber zumindest zu erkennen hilft. Natürlich kann man auch mangelnde Intelligenz unterstellen, wenn jemand Ironie – gemeinhin die feine – nicht erkennt. Aber der Fehler könnte dann auch auf Seiten des Autors liegen. Es ist also mitnichten ein gutes Argument.

So ist es doch als bedauerlich festzustellen, dass der eine oder andere ironische Text nicht als solcher erkannt, sondern wortwörtlich ernst genommen wird. Die eine oder andere Erfahrung durfte ich in dem Zusammenhang auch schon machen, was mich einerseits auch amüsierte, anderseits aber auch eine (möglicherweise) interessante Diskussion im Ansatz ersterben ließ. Aber wenn man nach einem ironischen Kommentar geblockt wird, misslingt selbst eine Klarstellung schon im Ansatz. Das aber nur so nebenbei.

Satire in einem Text zu erkennen, ist meist einfacher, Ironie hat eher die Tendenz unterzugehen. Sicher mag es eine Hilfe sein, wenn man als Autor dafür bekannt ist, ironisch zu kommentieren. Da ist der Leser dann schon etwas geeicht und erwartungsfroh und unterstellt manchmal mehr Ironie als eigentlich da ist. Aber was machen da nur Schreiber, die mal ironisch und mal nicht ironisch ihrer Tätigkeit nachgehen? Schwierig. Ein Beispiel? Gern.

Neulich las ich einen Text, der sich über die wetterbedingte Männermode etwas ausließ. Unter der Überschrift „Almost Fourty – Wenn das Outfit zu heiß wird“ wird mit allen Klischees gespielt, die es in dem Zusammenhang nur gibt. Im Stil einer Stilikone fordert der Autor die Vernichtung aller Kurzarm-Hemden, greift das Socken-und-Sandalen-geht-gar-nicht-Diktat auf und verbannt auch kurze Hosen in den Bereich des modisch Unmöglichen. Dabei wird auf’s beste fabuliert:

Socken und Sandalen – weltweit als absolutes Tabu erkannt – erfreuen sich überraschenderweise nach wie vor großer Beliebtheit, aber das ist nicht die einzige Möglichkeit anderen Leuten die Netzhaut zu verätzen.

Ist das nicht herrlich!? Ironie pur, die schon gefährlich dicht an eine Satire heranreicht. Aber genau hier zeigt sich die ironische Qualität des Autors, eben nicht den Schritt zu gehen, das Fehlen von Socken in den Sandalen auch gleich auf die Unterwäsche unter den Hosen auszudehnen. Nur dann wäre das „weltweite Tabu“ wirklich konsequent weiter gedacht.

Ähnlich übrigens wird auch beim Begründen abzulehnender Kurzärmligkeit ironisch überhöht. Das ist echt feine Kunst:

Denn … wirklich niemand (darf) kurzärmelige Hemden in der Öffentlichkeit tragen. Wenn einem wirklich so warm ist … kann man die Ärmel eines Hemdes einfach nach oben rollen.

Da wird der Autor doch fast wieder satirisch, weiß man doch, dass dieses aufgerollte in den meisten Fällen einfach nur ungeschickt und peinlich aussieht und gern als Bizepssimulanz missbraucht wird. Aber in der heutigen, auf Oberflächlichkeiten geeichten Zeit wird jeder Trick genutzt, um da ein paar Pluspünktchen einzufangen.

Alles in allem finden wir in „Almost Fourty – Wenn das Outfit zu heiß wird“ auf heldth.com ein schönes Beispiel für einen ironischen Text, der mit den gängigen Meinungsklischees spielt und durch eine entsprechende Überhöhung ad absurdum führt. Er ist ein guter Beleg dafür, dass man auch ohne die Holzhammer á la Smileys oder Hashtags auskommt, und trotzdem einen schönen, amüsant zu lesenden Text hinbekommt, der herrlich ironisch ist, aber so, wie er da steht, durchaus auch ernst genommen werden könnte. Meine Gratulation!

UFO in Neubrandenburg gelandet

Sie sind gelandet. Ich habe es im heutigen Nebel sehr genau gesehen. Als ich durch eine Neubrandenburger Straße fuhr, sah man es am Straßenrand hinter den Bäumen.

ufo1

Sehr ihr das helle kalte Licht hinter den Straßenlaternen. Da steht ihr Raumschiff. Nur für sind E.T. und Co?

ufo2

Also passt auf. Sie sind unter uns! Ihr Raumschiff steht hier. Es ist gelandet. Seit wachsam!

Lest die Klassiker!

Europa kämpft im Moment mal wieder um Geld. Oder hat man schon den Grexit beschlossen? Manchmal achtet man einmal nicht auf die Nachrichten, und schon ist was anderes aktuell. Da liebe ich mir doch die Klassiker, die man dann doch ab und an mal lesen sollte – immer aktuell. Wie wäre es mit der Europa-Hymne?

Van Helsing … ähm … Beethoven schrieb die Musik, Schiller (Friedrich) hat den Text dazu gemacht. Ok, historisch gesehen war es wohl irgendwie anders herum. Zum aktuellen Bezug wird zwar immer die 9. Zeile etwas verhunzt, indem daraus „seit verschlungen Millionen“ machte. Aber manchmal lohnt es sich doch auch, weiter zu lesen; wenn es nicht daran scheitert, dass man mal wieder nur die erste Strophe kennt …

Zeile 69 hilft vielleicht doch, bestehende Probleme zu lösen. Oder zumindest bei einer teilweisen Nutzung zumindest zu helfen. Vor allem, wenn man die nachfolgenden Zeilen mitnimmt und das Sternenzelt zum Sternenkranz á la Europa(-Flagge) uminterpretiert.

Unser Schuldbuch sey vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder – überm Sternenzelt

So sei es. Immerhin unsere Europahymne.

Mindestlohn

Schöner Gedanke:

Wenn Dein Geschäftsmodell in Zeiten des Mindestlohnes nicht mehr funktioniert, weil es auf Sklavenarbeit und Sozialbetrug aufgebaut ist, dann ist Dein Geschäftsmodell ein dreckiges. Lass es. Oder überarbeite es. (Nils Heinrich)

Und wenn man dann noch bedenkt, dass selbst der Mindestlohn nicht ausreicht, um Altersarmut zu verhindern …

Sammelalbum aus Patronenhülsenhaltern gesucht

Der Mann braucht ein Hobby, am besten eins, dass auch ein Internetprojekt sein kann. Ich glaube, ich fange an, Q-Tipps zu sammeln.

Dafür bräuchte ich etwas, was wie ein Sammelalbum aussieht, in dem so Schlaufen drin sind wie für kleine Patronen. Da kann ich dann die Q-Tipps reinstecken. Immer schön sortiert.

Natürlich nicht irgendwelche Q-Tipps, sondern die von mir gebrauchten. Obwohl auf der Packung drauf steht, dass man sie sich nicht in die Ohren stecken soll, putze ich meine Gehörgänge damit.

Und die beschmalzten möchte ich sammeln. Immer montags, mittwochs und freitags wird ein Stäbchen ins Sammelalbum gesteckt. Bei dem Kram, den ich den ganzen Tag lang hören muss, kommt da sicher einiges zusammen.