Unsere Hauptstadt wächst und wächst und das sogar über sich hinaus. Selbst der Autobahnring drumrum wird irgendwann – sehr Neubrandenburg-like – ein innerstädtischer Ringverkehr werden.

Stellt sich die Frage, woher ich diese Weisheit nehme? Ganz einfach. Neulich las ich mal einen Einleger eines Marken-Discounters der in der Werbebeilage eines Anzeigenblattes steckte. Dort fand ich Berlin in seiner vollen Größe. Ich habe das mal fotografiert:

Berlin wächst

Berlin, mit den Stadtteilen Neukölln, Wedding, Charlottenburg, Wilmersdorf, Friedrichshein, Schöneberg, Mitte, Spandau … usw. Soweit, so gut. Aber gucken wir uns die dritte Spalte doch mal genauer an:

Berlin wächst

Friedrichshagen, Rostock, Friedrichshain, …, Mitte, Schwerin, Hohen Neuendorf, … Kreuzberg, Neubrandenburg, Marzahn, …

Berlin wächst und wächst. Sind die drei mecklenburgischen Städte eigentlich direkt eingemeindet oder nur Enklaven?

Da ist man auf einer geführten Tour quer durch die heimlische Hauptstadt des Landes Rostock, erfährt viel über die Backsteinbauten dortselbst, sieht die „ältesten“ Häuser der Stadt und darf sich anschließend doch wundern. Stimmt das alles, was einem da erzählt wurde? Ist Rostock wirklich elf- oder zwölfhundertsowieso gegründet bzw. erstmals urkundlich erwähnt worden? Oder werden die ganzen alten Bauten nur für die Touristen hingestellt und sind im schlimmsten Fall aus Pappmaché?

Konkretisieren wir die Frage: Wurde Rostock 1218 oder 1952 gegründet? Die Stadtführerin auf der eine Seite oder diese Info, auf der gleichen Tour fotografiert, auf der anderen Seite:

Knapp 800 Jahre oder 60? Gesprochenes Wort vs. geschriebenes.