Fuchs und Hase arbeiten zusammen – Na, gute Nacht!

Wenn ich von Peta lese oder höre, kommt mir regelmäßig der letzte Grünkernbratling hoch. Wenn man solche Schlagzeilen liest, ist das wohl nachvollziehbar: „Vegane Lebensmittel – Peta verhandelt mit Wiesenhof“. Das muss man sich mal mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen. Vor allem, wenn man sich erinnert, das Peta-Aktivisten gern mal die Fleischerzeuger von Wiesenhof in Nacht-und-Nebel-Einsätzen ins Licht der Öffentlichkeit zerrten und unmögliche Haltungsbedingungen der Tiere völlig zu Recht anprangerten.

Nun stellt der Fleischkonzern (wie andere auch) auch vegetarische und vegane Produkte her. Etwa 5% seiner erzeugten Produkte fällt in den Bereich. Und Peta will da vor lauter Freude ein Label raufpappen. Hurra! Und will – warum auch immer – bei der Vermarktung der Produkte vor allem auch im Social-Media-Bereich helfen. Selbst diesbezügliche Pressemitteilungen aus dem Hause des Geflügelschlachters klingen wie in der Peta-Pressestelle formuliert. Bäh.

Und nun kommt’s: Veggie-Produkte, egal von welchem Hersteller (andere Wurstpressen sind ja auf den Trend auch schon aufgesprungen) sind immer hochverarbeitet und haben mit einer naturnahen oder regionalen Ernährung nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun. Belege sind hier die meist ellenlangen Zutatenlisten. Aber wie meint ein Peta-Manager dazu sinngemäß: Lieber soll sich der Mensch diese Sche.. ähm … *hüstel* … ähm … diesen Kram reinziehen als weiter auf tierische Produkte setzen. Tiefreundlich, aber Menschen verachtend? Es sollte sich mittlerweile auch in den Kreisen herumsprechen, das Vegetarismus oder Veganismus NICHTS mit Tierschutz zu tun hat.

(ausgelöst durch einen Artikel der taz).

Im Fonduefond ersoffen

Warum Kommentare in Blogs nicht veröffentlicht werden, kann unterschiedlichste Ursachen haben. Der Kommentator hat beim Captcha einen Fehler gemacht, hat die Pflichtfelder nicht richtig ausgefüllt, sein Kommentar kann aus diversen Gründen im Spam-Filter gelandet sein oder er hat im schlimmsten Fall dem Blog-Autoren einfach nicht gepasst. Einen verschütt gegangenen Kommentar hatte ich vor einiger Zeit schon mal, das klärte sich dann aber als technisches Problem. Wo der aktuelle Grund liegt, weiß ich nicht, deswegen sei er hier nachgetragen.

Unter dem Titel „Fünf Gründe, warum Fleischfondue mit Brühe einfach KEINEN SINN macht“ wird im Blog Schlaraffenwelt über Fondues philosophiert. Das geschah durchaus pointiert und leidenschaftlich, aber gerade solche Beiträge fordern ja Kommentare auch heraus. Zumal ich auch schon Fondues aus Brühe gemacht habe und so der vertretenen Meinung nicht so ganz zustimmen konnte.

Hier also mein im Original verlustig gegangener Kommentar:

Wenn man keine Ahnung h… ähm ..
Ach, naja, wollen wir mal nicht so hart sein. Die grundsätzlichen Aussagen, die oben gemacht wurden, sind ja nicht falsch. Vor allem die mit dem Röstaroma im Wasser. 😉 Wer natürlich bei einem Brühe-Fondue Röstaromen erwartet, gehört mit dem Baguette verprügelt.
Als Teilnehmer und Initiator von Brüh-Fondues ist einem natürlich klar, dass in der Brühe schon mal ordentlich Geschmack drin sein muss, um eine gute Basis zu bilden (nebenher wird die Brühe den Abend über immer besser und dient zusammen mit den reingefallenen und nicht wieder rausgeangelten Fleischstücken als Mitternachtssuppe). Die oben angesprochene Osmose funktioniert ja auch in die andere Richtung. Kommt nur immer drauf an, wo sich die konzentriertere Lösung befindet (und das sollte eben die Brühe sein und nicht das Fleisch).
Und solche Brüh-Fondues als „Gesundheits-“ oder „Diätessen“ abzuwerten, geht ja nun völlig am Thema vorbei. Ich schütte doch schließlich kein Wasser in den Fondue-Topf, sondern Fond, aber richtigen. So könnte ich mal unterstellen, dass die Öl- oder Käsefondue-Macher diese Sorten bevorzugen, weil sie billiger sind und trivialer.

Zugegeben, ich bin auf den leicht provokativen Ton im Artikel eingestiegen und habe es in vergleichbar ironisch probiert. Aber der Spam-Filter sah das wohl anders und beweist damit mal wieder, das Ironie im Internet nicht funktioniert. 😉

Die Webseite der Kaffeemaschine

Auf dem Deckel meines Kaffeebechers stand „Caution – Contents Hot!“ und bezog sich damit auf den Inhalt des Gefäßes.

Wenn ich mir vorstelle, das Kaffeegetränk käme aus so einem Automaten, der mehrere Heißgetränke auf Knopfdruck anbietet, spricht das zwar nicht unbedingt für meine Geschmack.

Aber ist dieser Automat nicht dann ein Content Management System?

Alkohol, Koffein, Taurin

Was es nicht alles gibt  … Manchmal blättert man nicht ungestraft die Werbebeilagen des Wochenendes durch, auch wenn es schon Mittwoch ist.

Mit den überschriftlichen drei Worten wird übrigens ein Getränk beworben. Und was wie Rum-Cola-Energy klingt, scheint doch eher die weibliche Zielgruppe ansprechen zu wollen., wobei der Name des Getränks doch wieder eher männlich wirkt.

Aber, was ist in der Flasche? Es ist ein Energydrink, aber nun sind noch drei weitere Begriffe mit unterzubringen: Cocktail, Früchte und Wein. Und was kommt dabei heraus? Ein Fruchtweincocktail Energy.

Wenn man den noch mit Kohlensäure versetzt, hätte man einen Frusecco Weincocktail Energy. Ich glaub, ich brauch jetzt ein Bier.

Widerspruch in sich

Eine deutsche Wurstküche macht Werbung für vegetarisches Essen. Was sich wie ein Widerspruch in sich anhört nennt sich „Vegetarischer Schinkenspicker“. Horizont schreibt hier darüber und zeigt da auch den aktuellen Werbespot.

Meine Freundin ist Vegetarierin; und neulich hat sie mir erzählt, dass sie mal Lust auf unseren … Schinkenspicker hätte.

Warum ist sie den dann nicht? Man darf die sinnliche Intelligenz des menschlichen Körpers nicht unterschätzen. Ist der nicht durch irgendwelche äußeren Einflüsse gestört, zeigt er durch sein Jieper-Verhalten, wenn ihm bestimmte Nährstoffe fehlen. Genau dann hat man nämlich Lust auf Lebensmittel, die diese Stoffe enthalten.

Was jetzt an besagter Wurst so wertvoll sein soll, wage ich nicht einzuschätzen. Aber wenn besagte Freundin einen solchen Jieper auf ein Fleischprodukt hat, sollte sie mal darüber nachdenken, was sie ihrem Körper mit der vegetarischen Ernährung zumutet.

Und ob die beworbene Nahrungsmittelsimulation da die Lösung ist …?

Nörgeln sublokal

Ich bin enttäuscht. Schiebe es aber mal auf den besonderen Tag. Und die besondere Uhrzeit. Aber wenn beim nächsten Mal auch wieder. Dann. Aber von Anfang an. Oder sogar noch davor.

An anderer Stelle wurde angeregt, im Viertel doch einen Frischemarkt zu etablieren. An sich eine gute Idee, aber als grundoptimistischer Mensch würde ich mal sagen: Das wird nichts. Durch die immer weiter fortschreitende Discounterisierung im Denkens der potenziellen Kunden haben derartige Fachmärkte keine Chance. Ein entsprechender Versuch in Wohnviertelrandlage ist nach absehbarer Zeit gescheitert. Die Schließung des letzten Obst-Gemüse-Ladens liegt schon länger zurück. Die vier regionalen Filialbäcker machen nicht in jedem Fall einen wirtschaftlich gesunden Eindruck, den fünften Laden wage ich nicht Bäckerei zu nennen. Bei den beiden regionalen Filialfleischern (einmal mit Fleisch aus dem Schlachthof, einmal aus eigener Aufzucht) bleibt zu hoffen, sie mögen uns noch lange erhalten bleiben.

Letzterer Wunsch hat einen ganz konkreten Grund. Nach meinem heutigen Eindruck scheint gerade auch auf diesem Gebiet ein im Nachbarviertel liegender Supermarkt, zu dem ich bisher immer ganz gern gegangen bin, abzubauen. Es ist zwar nur ein kleines Indiz, aber mit Kleinigkeiten fängt es an. Der Vorteil bisher war die eigene Fleischereiabteilung. Eine recht umfangreiche Bedientheke mit scheinbar auch selbst hergestellten Produkten sowie ein Kühlregal mit im Supermarkt abgepackten Fleischerzeugnissen sprach für den Markt. Es mag dem Zeitpunkt meines Einkaufs (Montag, zwei Stunden vor Ladenschluss) geschuldet sein, dass die Wursttheke schon einen recht aufabgeräumten Eindruck machte. Die Fleischtheke bot noch einiges dar, aber im Kühlregal tummelten sich nur noch fremdabgepackte Waren.

„Isch möschte das nischt!“ – Wer brachte das doch so treffend auf den Punkt? Am Käseregal suchte ich noch nach einem Stück Parmesan, eigentlich Standardausstattung jeder Milchprodukteanhäufung. Auch hier versagte entweder mein Auge oder die Lieferkette. So verließ ich den Laden doch etwas ernüchtert. Lang es wirklich an der Uhrzeit oder doch am Serviceabbau? Nach langjähriger Verbundenheit gibt es natürlich noch eine zweite Chance, aber wenn sich das Bild nicht wieder zum Guten wandelt, werde ich mich, was meine Einkäufe betrifft, wohl doch umorientieren müssen.

 

Hüh und Hott, mein Wunderpferdchen

Auf die Gefahr hin, mindestens gelyncht (oder heißt das: geluncht?) zu werden und vermutlich dann auch in irgendeiner Handelsmarkenlasagne wieder aufzutauchen: Ja, ich habe auch schon mal Pferdefleisch gegessen. Offiziell und unter dem Namen wurde es auch erworben und zu einem Gulasch verarbeitet. Schon die Zubereitung zeigte die Vorteile gegenüber handelsüblichem Rind- oder Schweinefleisch und auch das Endprodukt war geschmacklich super.

Der momentane Lebensmittelskandal (der eigentlich kein momentaner ist) rund um das Pferdefleisch in Rindfleischprodukten (und anderen Panschereien) verwundert doch ein wenig, hat der wohlmeinende Kunde doch bisher Pferdefleisch als wertvoller sowohl für die Belastung des Portmonees als auch für die Ernährung angesehen. Ein Kommentar in der „Zeit“ nimmt sich des Themas mal grundsätzlich an und titelt „Fleisch muss wieder Luxusgut werden„.

Dass am aktuellen Skandal eben nicht nur der Handel und die Hersteller Schuld tragen, sondern auch der Verbraucher, sollte man gerade letzterem endlich mal mit der hartgefrorenen Tortelloni-Packung einbleuen. Ein tiefgekühltes Fleischfertiggericht für unter zwei oder drei Euro – das geht nur mit Betrug, entweder am Tier oder am Menschen. Oder an beiden. Wenn bei meinem Antik-Händler für 100 Euro ein Rubens im Schaufenster steht, frage ich ja auch nicht nach, ob der echt ist oder eine Kopie.

Ob dafür Fleisch unbedingt zu einem Luxusprodukt werden muss, sei dahin gestellt. Wichtig ist, dass der Bauer so viel Geld erhält, dass er seine Tiere möglichst naturnah und natürlich aufziehen kann, wozu er verpflichtet werden muss. Dazu kommt eine Maximalgröße der Höfe und die Pflicht, das Futter selber anzubauen. Auf die Verpackungen der Endprodukte kommt dann noch der Herkunftsnachweis, Geschmacksverstärker werden verboten, und kein Tier darf lebend mehr als 30 km transportiert werden. Oder besser: die Tiere müssen auf dem Hof geschlachtet werden. Kein lebendes Tief darf mehr als 10 km in seinem ganzen Leben transportiert werden.

Ach, ich phantasiere schon wieder … Erstaunlich, wozu man mit der „Zeit“ kommt.