Eigentlich wollte ich in der Überschrift schreiben „… und wenn man sich nicht dran hält“, aber so eine DIN ist ja auch nur eine Richtlinie. Deswegen reicht eine weitreichende Orientierung, nicht immer kann man alle Punkte erfüllen, wir wollen ja auch nicht zu pinschiettrich werden. Aber derartige Normen haben ja durchaus einen Sinn. Die DIN 5008 zum Beispiel demonstriert, wie ein Brief aussehen soll.

Nun nicht gleich an die Decke gehen. Dabei geht es nicht primär um private Korrespondenz, Liebesbriefe und ähnliches. Wobei es auch Regelungen für den Privatbriefbogen gibt. Aber das trifft eher auf die Korrespondenz in geschäftlichen oder amtlichen Vorgängen zu. Spätestens die Parfümierung von Liebensbriefen ist nicht genormt. 😉 Aber wie die weitestgehende Einhaltungen von Rechtschreibung und Grammatik ein Ausdruck der Höflichkeit gegenüber dem Leser ist, braucht der nicht immer drauf rumdenken, was mit dem geschriebenen wohl gemeint sein soll, ist die Einhaltung der äußeren Form bei geschäftlicher oder amtlicher Korrespondenz ein Maß für die Seriösität des Absenders.

Wer mich auf Twitter verfolgt, dem wird in der letzten Woche ein Thread aufgefallen sein. Eigentlich mag ich ja keine Threads. Twitter hat nicht umsonst 280 Zeichen als Begrenzung und das ist auch gut so. Aber Prinzipien sind auch dazu da, sie ab und zu mal nicht zu beachten. Ich fasse die wesentlichen Punkte aber hier nochmal zusammen: Am Mittwoch entnahm ich meinem Briefkasten ein Schreiben, wie es unseriöser nicht aussehen konnte. Auf dem Briefumschlag war nehmen einer QR-Briefmarke nur ein Aufdruck „Wichtige Dokumente“ und im Fenster des Umschlages erschien meine Adresse. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auf dem Umschlag vorn auch noch eine kryptische Zahl auf Kopf drauf stand, die mir aber keinen Sinn brachte. Ansonsten: Kein Absender, kein Hinweis auf einen Absender. Kein Hinweis auf den Ort des Absender (Poststempel oder so). Nichts.

Warum ich den Umschlag nicht wegschmiss sondern öffnete, weiß ich nicht. Es stellte sich aber als Schreiben meines Vermieters heraus, der dringend um die Zustimmung zu einer Mieterhöhung bat. Das Thema soll hier aber nicht weiter interessieren, das würde diesen Artikel nur unnötig aufblähen, wäre aber vielleicht einen eigenen wert. Was mich viel mehr aufregte, war die Form des Schreibens. In einer ensprechenden Antwort an den Vermieter schrieb ich: „Ich möchte keinem Mitarbeiter oder Azubi zu nahe treten, aber das sieht aus wie vom 8.-Klasse-Schülerpraktikanten ohne Anleitung durch den Betreuer.“ Das einzige, was gegen diese These sprach, war die orthografische und grammatikalische Fehlerfreiheit des Schreibens.

Was den fehlenden Absender betraf, ergoss ich mich wie folgt: «Wie kann man seinen Kunden/Mietern ein wichtiges Schreiben zukommen lassen, ohne einen Absender darauf zu drucken? Der Möglichkeiten gibt es viele: Da die Beschriftung eines Birefumschlages sicher nicht so einfach ist, könnte man es aber beim Frankieren in den Stempelautomaten mit einbauen. So wird es nicht vergessen. Aber auch im Adressfeld ist es nach wie vor üblich, eine Zeile über die Adresse im Kleindruck anzubringen, die den Absender erkenntlich macht. Das passt bei hinreichender Kleinschreibung alles in eine Zeile! Und sollte nun bei einem derartigen Seriendruckelement kein Problem des Einfügens sein und wäre dann durch das Umschlagfenster sichtbar.»

Aber die Form des Schreibens und des beigelegten Antwortschreibens war auch unter aller Würde. «Das Antwortblatt. Ich möchte keinem Mitarbeiter oder Azubi zu nahe treten, aber das sieht aus wie vom 8.-Klasse-Schülerpraktikanten ohne Anleitung durch den Betreuer. Wobei: Das „An“ in der Adresse deutet eher auf die 1960er Jahre. Das Adressfeld ist viel zu hoch eingeordnet. Wenn man selber das Antwortschreiben in einen Fensterumschlag stecken möchte, nutzt das nichts, wenn man das Blatt standardgemäß faltet. Es ist doch genug Platz nach unten! Vor allem auch, wenn man die 3 Zeilen Abstand zwischen den zweizeiligen Texten auf ein sinnvolles Maß verringert. Ich empfehle dringend die Lektüre von DIN 5008. Und dann der Bereich rund um die gewünschte Unterschrift. Ein heilloses Formatdurcheinander mit den Strichen mal unter „Unterschrift“, aber nicht unter Neubrandenburg. Und dann der Name des Unterschreibenden direkt unter dem Wort „Unterschrift“, das Wort „Datum“ aber mitten unterm Strich …»

In der DIN 5008 steht alles so schön drin. Hier zum Beispiel gibt es einen wunderbaren Musterbriefbogen. Aber auch dem Anschriftenfeld ist ein eigener Absatz gewidmet. Das kann doch nicht so schwer sein. Irgendwie kam mir das Schreiben wie ein Mensch in dreckigem T-Shirt und zerrissener Hose vor und nicht wie einer in Anzug und Krawatte.

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P.S.: Dieser Artikel wurde am Sonntag, 18.08. geschrieben (nach dem Absenden der E-Mail an den Vermieter) und wurde am 21.08., 00:00 Uhr veröffentlicht. Ich hoffte noch auf eine Antwort, die ich mit einarbeiten kann. Kam aber nicht.

Wenn einem nix einfällt, redet man übers Wetter. Alter Smalltalktrick. Probieren wir es also hier mal: Mir gehen die Wettermoderator(inn)en in den Medien auf den Geist, die erzählen nur Blödsinn. Und damit meine ich noch nicht mal ihre Prognosen sondern ihr Vokabular, dass dringend überarbeitet werden sollte. Die gängigen Floskeln unterstellen manchen Aussagen einen Sinn, der einfach nur falsch ist. Leider liegen Teile des Problems nicht nur bei den Moderatoren selber, selbst beim Deutschen Wetterdienst (DWD) habe ich derartig falsches gelesen, was mich – ehrlich gesagt – etwas verwundert. Die müssten es eigentlich besser wissen.

Auslöser ist das „Wetter vor acht“ der ARD vom 20.02.2018. Claudia Kleinert hat zwar die schon mehrfach von mir kritisierte Formulierung nicht benutzt, dafür aber eine – zumindest für mich – neue Variante, die genauso falsch war. Nachdem als Beispielwert für den aktuellen Tag die Höchsttemperatur von Weimar mit -1°C angegeben wurde, kam die 15-Tages-Prognose für die Stadt ins Bild mit ihrem immer größer werdenden Unsicherheitsfaktor. Soweit, so gut. Entgegen dem vielfach gesehenen Bild gab es noch eine Linie in der Grafik, die zwar aussah als überhaupt nicht dazugehörig, aber doch wohl einen Sinn hatte: die statistische Durchschnittstemperatur von Weimar, vermutlich seit Beginn der Erfassung. Sie lag deutlich über der Prognose.

Die FALSCHE Standard-Formulierung wäre jetzt gewesen, dass es in Weimar gerade „zu kalt“ ist. Aber: ES IST NICHT „ZU KALT“!!! Die Temperatur liegt nur unter dem langjährigen Mittel. Punkt. Der Satz hat eine völlig andere Bedeutung und vor allem keinen unterschwelligen Sinn. Die Formulierung von Frau Kleinert hatte einen ähnlichen, fehlerhaften Subtext, indem sie fabulierte, dass die durch die Linie angezeigte Temperatur eigentlich die wäre, die gerade zu erwarten wäre. Das ist hanebüchener Bullshit. Die Temperatur ist nicht zu erwarten, sie ist nur der Mittelwert aus den letzten Jahren/Jahrzehnten/Jahrhunderten … Die Chance, diesen Wert wirklich mal zu treffen liegt bei unter 10%.

Kommen wir zum konstruktiven bei dieser Kritik: Zugegeben, die Formulierungen „über dem langjährigen Mittel“ bzw. „unter …“ sind etwas sperriger, aber mit ein wenig Übung sollte es elegant und leicht von den Lippen gehen. Und bei neuen grafischen Darstellungen mit der Mittelwertslinie bitte genau wie bei der Prognose die Wertvarianten mit anzeigen, also eine farbige Fläche ober- und unterhalb, die die Werte symbolisiert, die die Temperatur an den jeweilgen Tagen in der Vergangenheit auch alles angenommen hat. Die Statistik bietet da eine Reihe von Hilfsmitteln, diese Varianz-Flächen zu berechnen. Rechenmaschinen und die nötigen Daten scheinen ja vorzuliegen, also müssen sie nur noch genutzt werden.

Das beschriebene kritikwürdige Verhalten hat übrigens nicht nur Frau Kleinert. Sie ist hier nur exemplarisch erwähnt und letztendlich als Auslöser dieses kleinen Artikels gewürdigt. Den Unsinn mit „zu warm“ oder „zu kalt“ hat im wesentlichen jede(r) Wettermoderator(in) im Repertoire. Und sollte es doch jemanden geben, der das nicht macht, entschuldige ich mich für die pauschalistische Aussage. Aber mir ist noch keiner aufgefallen.

Man kann nicht alles mit der großen Hitze, die gerade herrscht, erklären. Sie als Grund zu nehmen, ist aber in der Bewertung harmloser als mögliche wahre Gründe. Ignoranz, Unkenntnis, Recherchefaulheit und vieles andere mehr könnte einem da einfallen.

Aus den E-Mails eines Tages.

Ein Anschreiben zu einer Pressemitteilung:

„Es ist so weit: Vom … bis … 2016 findet die <Veranstaltungsname> rund um die Höhenburg Stargard in Brandenburg statt.“

Solche Äußerungen mögen wir als Lokalpatrioten sehr gern. Ende der Ironie.
Aber was will man – gaaaanz klischeeesk – schon erwarten. Der letzte Absatz der Pressemitteilung lautet:

„Veranstalter der <Veranstaltungsname> in Stargard ist <Agenturname> mit Hauptsitz in Lübeck.“

Da stellt sich doch die Frage, wo die Veranstaltung wirklich stattfindet: In irgendeinem ominösen brandenburgischen Stargard, im westpommerschen Stargard jenseits der polnischen Grenze oder vielleicht doch im kleinen, feinen Örtchen Burg Stargard unweit von Neubrandenburg. Letzteres ist wohl der Fall.

Aber höflich sind sie, die Agenturen. Spätestens bei der Verabschiedung:

„Über Ihr Erscheinen und einem kurzen Feedback würden wir uns sehr freuen.“

Frühling ist eine gefährliche Jahreszeit: der Spargel schießt, die Bäume schlagen aus, der Rasen wird gesprengt und was es nicht sonst noch alles für Floskeln gibt. Wenn die Sonne den Äquator von Süden kommend überschreitet und der Tag genauso lang ist wie die Nacht, ist Frühlingsanfang. Soweit die Theorie (und die Wahrheit).

In unseren Medien, vermutlich gespeist von den Meteorologen, ist das aber anders. Ganz anders. Zumal die Wetterkundler so ziemlich die einzigen sind, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen den Frühlingsanfang auf den 01. März legen. Und die Schreiber- und Sprecherlinge in den Medien steigen auch voll drauf ein und verblöden ihre Nutzer mit entsprechend komischen Ansagen.

So durfte ich in diversen Medien gestern lesen, dass in der kommenden Woche der Frühling kommt. Ein sich offensichtlich seiner Idiotie bewusster und deswegen nicht namentlich erwähnter „Experte“ des Deutschen Wetterdienstes DWD – immerhin eine staatliche Einrichtung – sagt: „Zum Wochenende kommt etwas Fahrt in die Wetterküche mit der Hoffnung auf ein Frühlingserwachen.“

Für’s Protokoll: Wir haben noch knapp 2 Wochen Winter (ab Datum der Veröffentlichung dieses Beitrages). Der Frühling beginnt am 20. März 2016 und nicht einen Tag früher oder später. Das kann man den Meteorologen an ihrem Ehrentag, dem 23. März, gern mal ins Stammbuch schreiben. Vernünftige Prognosen machen und rechtzeitig vor Gefahren warnen, dass sollen sie machen. Für Blödsinn sind hierzulande (Vorsicht: Klischeebemerkung!) die Politiker zuständig.

Zur Ergänzung: Sprachökonomie ist eine schöne Sache, spart sie doch Zeit in der Kommunikation. Im Idealfall fallen damit ausufernde Floskeln und sprachliche Schnörkel weg. Das ist solange gut, solange der Sinn nicht entstellt wird und im schlimmsten Fall noch mit einer Wertung untersetzt ist, die falsche Botschaften mitschwingen lässt. Immer gern genommenes Beispiel (auch hier schon im Blog) ist der Vergleich der aktuellen Temperatur mit dem langjährigen Mittel. Warum kann man nicht sagen: Die aktuellen Temperaturen liegen über resp. unter dem langjährigen Mittel? Sicher: „Es ist für die Jahreszeit zu warm resp. zu kalt.“ ist einfacher in der Formulierung, aber mit der damit verbundenen Wertung wird unterschwellig die Unnormalität der Werte unterstellt, was schwachsinnig ist.

Das gleiche gilt übrigens für den aktuellen Anlass dieses Beitrages. Wir erwarten vielleicht frühlingshaftes Wetter. ABER NICHT DEN FRÜHLING! Der kommt in diesem Jahr erst am 20. März. Punkt.

Übrigens: Früher war alles besser und das Wetter auch? Da hilft ein Blick in alte Volkslieder, zum Beispiel „Der Mai ist gekommen“ oder Goethes Osterspaziergang aus Faust I. Lesen und sich Gedanken darüber machen, über welche Zeitpunkte da für das Ende des Winters philosophiert wird: Ostern (Ende März – Ende April) oder Mai.

In den letzten Tagen las ich einige (Blog-)Beiträge, in denen die beiden Begriffe immer mal wieder auftauchten.

Beide Worte sind für mich extrem negativ besetzt, man sollte sie vermeiden.

Wenn man sich überlegt, was aus verletztem Stolz oder gekränkter Ehre schon für Leiden über Menschen gebracht wurde. Auch historisch.

„Rindviech“ ist noch eins der harmlosesten Schimpfwörter, „Dickschädel“ schon fast wieder ein Kompliment. „Himmel, Arsch und Zwirn“ ist dann ja auch eher ein Fluch als ein Schimpfwort. Schon deftiger wird es beim „dreimalverfluchten Riesenquadratarschloch“. Wobei sich die Frage stellen kann, wie groß ist eigentlich so ein „Riesenquadratarschloch“? Oder anatomisch ausgedrückt: Gibt es Unterschiede in der Größe des enddarmabschließenden Anus‘? Es soll da ja Fachleute geben, die den Unterschied kennen.

Sind die aber so groß, dass man „Zubehör“ mit entsprechenden Größenangaben versehen muss. Nur zur Verdeutlichung: Ich meine hier keine Schlüppies oder ähnliches. Da gibt es offensichtlich Unterschiede in der Größe. Ich meine wirklich nur die zentrale Öffnung im Gesäß. Sind da die Unterschiede wirklich so signifikant?

12,0 cm mal 9,4 cm steht auf dem Zubehör drauf, auf das ich gerade anspiele. Nachvollziehen kann ich ja, wenn auf einer Getränkeflasche ihre beinhaltete Menge drauf steht. Oder bei einem Paket Mehl das Gewicht. Aber hier? Die 12 cm sind übrigens die Länge. Aber es sind noch mehr Angaben auf der Verpackung.

Papieraufdruck

Und wer es nicht erkannt hat: Es geht um Klopapier – 8-Rollen-Pack á 140 Blatt. Jedes Blatt ist eben 12 cm x 9,4 cm groß und alle zusammen ergeben eine Länge von ca. 16,8 m. Warum steht das auf der Packung?

Und wo sind die wirklich wichtigen Angaben? Ein Maß für die Weichheit und die Reißfestigkeit des Papiers und die Angabe der Lagen? Das fehlt mal wieder.

Manchmal hat man Zukunftsängste. Die sind meist eher persönlich begründet: Job, Gesundheit, Beziehung … Aber manchmal wird die Zukunftsangst auch etwas globaler, vor allem, wenn man sich Gedanken über nachfolgende Generationen macht.

Ein Zitat aus einer Timeline bei Facebook (alles Original, nichts weggelassen – außer der Name – nichts hinzugefügt):

warum sind Leute die Mann sehr lieb hat immer so böse zu einen wenn Mann? Z.B 🙁

Es folgt eine mitfühlende Antwort:

was los ??

Worauf der Ursprungsverfasser antwortet:

egal, weil wurde die nacht bestimmt 10mal angerufen weil ich mein fahne bei chris hatte weist und ich müde war und ich nicht um 23Uhr die Fahne hol weist deswegen

Der Name ist geändert, aber in Anlehnung an die Originalorthografie geschrieben.

Augenscheinlich ging nicht nur mir das mit dem Verständnis so.

alos Michael dich muss man nicht verstehen grade wegen dein ticker;!!!

Manchmal habe ich Angst um die Zukunft.

Großes Unglück ereilte vor 10 Jahren eine Region, Vertreter der hauptbeteiligten Firma treffen auf Opfer und Hinterbliebende. Das sei aber nicht das Thema. Aber der grammatikalische Faux pas sei herausgegriffen.

Der heutige Chef der Firma entschuldigt sich bei den Betroffenen. Das ist, vom Ansatz her, löblich, aber kann er das überhaupt? Kann er sich entschuldigen – im Wortsinne? Die einfach Antwort: Kann er nicht. Es wäre sogar sehr vermessen und anmaßend, wenn er das machen würde.

Er meint natürlich etwas anderes, aber dann sollte er es auch sagen: Er bittet die Hinterbliebenden um Entschuldigung. Nur die können ihn entschuldigen, er selber kann es nicht. Da sollte man dran denken, auch in solch ergreifenden Momenten.

Schlimm nur, dass die Journaille das nachplappert, obwohl sie es, die sie sich doch täglich mit der deutschen Sprache auseinandersetzen, eigentlich besser wissen sollten.

Von einer bekannten regionalen Familienzeitschrift fiel mir die aktuelle Ausgabe in die Hände. Gleich auf dem Titel entdeckte ich einen zusätzlich angebrachten Aufkleber, der so ein bisschen die kleinen grauen Zellen anregte. Darauf stand ein vermutlich in Zeitschriftenkreisen gängiger Fachbegriff, der Lust auf mehr machte.

Was unterscheidet ein Leseexemplar von den anderen Exemplaren der Zeitschrift? Und: Was für andere Arten gibt es? Da ist Phantasie gefragt.

Das Ansichtsexemplar hat nur Bilder drin, der Text ist nicht mitgedruckt. Das Ausmalexemplar zeigt nur Umrandungen für die eigene Farbgebung. Das Leihexemplar darf man zwar Leihen bzw. Verleihen, aber Lesen geht nur mit der o. g. Variante. Und vielleicht gibt es doch ein Wischexemplar, das auf saugfähigem Papier gedruckt ist.

Das Fliegenklatschenexemplar erklärt sich dann auch wieder von allein.

Früher … Tja, Sätze, die so anfangen, klingen immer wie von vorm Krieg. Früher war alles besser. 😉 Zum Teil scheint es aber auch zu stimmen, bei dem Blödsinn, den manche heute so ausscheiden. Aber mit der geeigneten Betriebsblindheit passieren eben immer mal wieder Sachen, die für außen Stehende eher amüsant anmuten. Kommt dann noch Stress dazu, wird auch nicht mehr kontrolliert und drüber nachgedacht.

Musik-Promotions-Firmen sind dafür da, die von den Plattenpressern produzierten Scheiben unters Volk zu bringen. Dazu werden geeignete Medien entsprechend unterstützt. Die entsprechenden E-Mails sind manchmal von bestechendem Inhalt. So las ich heute nachmittag:

Mit „Ja“ wird im Herbst der wohl intensivste und emotionalste Song des im März 2012 erschienenen Silbermond-Albums „Himmel auf“ veröffentlicht.

Oh technische Wunderwelt! Da kauft man also im Frühjahr ein Album, kann sich aber ohrenscheinlich nicht alles darauf anhören, da einzelne Titel erst im Herbst veröffentlich werden. Wie wird sowas eigentlich ermöglicht? Geht das nur auf speziellen CD-Playern oder ist das System umfassend kompatibel? Muss ich meinen CD-Player dazu ans Internet anschließen, und wenn ja, wie? Fragen über Fragen.

Oder wird da versucht, das gleiche Musikstück mehrfach zu verkaufen?