Feine Sachen – noch besser

Navigationsgeräte sind schon eine feine Sache. Man findet (fast) immer nach Hause, egal, wo man sich wie verfahren hat: Navi an, „zuhause“ anklicken, leiten lassen. Und auch sonst sind sie bei der Zielfindung durchaus gut zu gebrauchen, auch wenn die Routenführung manchmal … aber lassen wir das.

Ein Ziel fehlt aber, soweit ich es beurteilen kann, bei den Navigationsgeräten. Zumindest  habe ich von der Funktionalität noch nichts gehört. Ich fände es manchmal aber Klasse, wenn mein Navi das könnte. Welches Ziel ich da meine? „Ins Blaue“.

Was ich damit meine? Nun, wir kennen den normalen Modus eines Navis: Man gibt ein Ziel ein, das Gerät berechnet die Route nach verschiedenen Kriterien und man folgt dieser. Ab und an fährt man auch mal woanders lang, aber das Navi ist flexibel und berechnet neu. Es gibt auch Systeme, die Alternativstrecken gleich mit anzeigen, inkl. Angaben über längere Fahrtzeit oder Strecke.

Aber manchmal ist ja einfach auch nur der Weg das Ziel und man möchte gewohnte Strecken verlassen. Hier sollte das Ziel „ins Blaue“ ansetzen. Nach der entsprechenden Eingabe setzt sich das Auto in Bewegung und im Navi werden die Wege und Straßen angezeigt (gern auch nach Kriterien wie befestigt oder unbefestigt ausgewählt, Autobahn meiden), die irgendwo hin- und weiterführen. Also nicht in einer Sackgasse enden.

Gerade, wenn man auf den einspurigen Straßen zwischen den Dörfern unterwegs ist und einfach nur die Gegend erkunden will, ist es eine schöne Hilfe, wenn man wüsste, ob die auszuwählenden Richtungen nicht am bzw. im Feld enden, sondern irgendwann wieder zu einer Land- oder Bundesstraße führen.

Also, das Ziel „ins Blaue“ könnten die Navi-App-Hersteller mal in ihre Programme integrieren. Mich würde das sehr interessieren.

Köln – Berlin 2:0 (im Radio)

Da hat die alte West-Elite letztendlich doch obsiegt und ihren Namen über das gesamtdeutsche Gebilde drübergestülpt. Es hat zwar ein wenig gedauert, aber manchmal muss man eben etwas warten bis ein guter Zeitpunkt kommt.

Alle Programme des DeutschlandRadio heißen jetzt irgendwas mit Deutschlandfunk. Letzterer wollte schon mit der Gründung des ersterem seinen Namen nicht der guten Idee opfern und beharrte starrköpfig auf etwas eigentlich verbrauchtes und verbranntes.

Der Name DeutschlandRadio war neu, zwei Programme sollten das beste aus den drei alten Radioprogrammen bringen, die mit der Wiedervereinigung überflüssig geworden warten, weil sie ihren Auftrag verloren. Aus Deutschlandsender, RIAS1 und Deutschlandfunk sollten DeutschlandRadio Berlin und DeutschlandRadio Köln werden. DeutschlandRadio Kultur und DeutschlandRadio Info wären genauso denkbar gewesen.

Naja: DeutschlandRadio Kultur wurde es dann ja auch – … und Deutschlandfunk. Lange Jahre. Irgendwann kam DR Wissen dazu. Dieser Tage wurde nun umgeflaggt. Aus dem Hause Deutschlandradio kommen nun drei Programme, die den Hausnamen nicht mehr im Titel tragen.

Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova. Bereits am 28.04. um 08:20 Uhr verkündete es der Intendant beim Deutschlandfunk, erst 08:40 Uhr – dann aber nur durch den Programmdirektor – wurde es über das noch-DeutschlandRadio Kultur verbreitet. Da könnte man jetzt auch seine Schlüsse drauß ziehen. Zumal das Berliner Gebäude auch modernen Ansprüchen nur noch bedingt genügt. Da kann man doch mal über was gemeinsames für alle nachdenken. In Köln.

Wenn (eigentlich) selbstverständliches gefeiert wird

Ein Radioprogramm zu gestalten und damit eine möglichst breite Hörermasse anzusprechen, ist eine Wissenschaft für sich. Wobei der Begriff „Wissenschaft“ in dem Zusammenhang eher etwas unpassend ist. Der Hörer als Gesamtheit ist doch sehr komplex, so dass sich eine echte statistische Auswertung seiner Wünsche gar nicht so einfach ist. Eigentlich unmöglich. Außerdem sind sie einem sehr dynamischen Wandlungsprozess unterworfen. Sollte man wirklich mal zu einem Zeitpunkt X ganz genau wissen, was gehört werden möchte, ist das einige Zeit später schon wieder völlig falsch.

Sogenannte Berater ziehen von Radiostation zu Radiostation, um diese – so hat es den Anschein – durchzuformatieren und oftmals zu einer ununterscheidbaren Masse werden zu lassen. Welche Philosophie dahinter steckt, und ob diese wirklich die einzig wahre ist, darf bezweifelt werden. Immerhin kennt der berühmte Volksmund das Weistum: „allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“. Es gibt wohl auch noch eine Erweiterung: „Wer es versucht, wird es sich mit allen verscherzen.“

Vor diesem Dilemma stehen Musikredaktionen von Radiosendern, die eine möglichst große Hörerzahl erreichen wollen, immer. Neben diversen Zwischenformen gibt es dafür eigentlich zwei wesentliche Strategien: zum einen die allen Hörerwünschen entsprechende Vielfalt oder zum anderen ein „kleinster gemeinsamer Nenner“. Beide Wege haben ihre Nachteile. Treibt man es mit der Vielfalt zu bunt, könnte die Zahl der Hörer, die man mit bestimmten Musiken vertreibt, größer sein als der Zugewinn durch die Erfüllung der Hörerwünsche. Andererseits ist der kleinste gemeinsame Nenner die Musik, die keinen stört, und die keinen Hörer vertreibt, aber eben auch nicht wirklich zu Begeisterungsstürmen hinreißt, wenn man sie hört.

Am Orte meines hauptsächlichen Aufenthaltes buhlen 5 Radiostationen um möglichst breite Hörerbindung. Und alle scheinen – im Rahmen ihrer doch etwas unterschiedlichen Zielgruppendefinierung – sich eher des Konzeptes des „kleinsten gemeinsamen Nenners“ (zumindest in den Haupthörzeiten) zu bedienen. Entsprechend hat vor allem eines der Programme ein wenig mit enttäuschten Hörern zu kämpfen, die bestimmte Musikfarben arg vermissen. Wenn man sich deren in einer Bürgerinitiative vereinigten Meinung anhört, kommt man zu dem Schluss, dass diese zwar laute, aber doch kleine Minderheit (2000 zu 500’000) eine programmliche eierlegende Wollmilchsau verlangen. Natürlich ist es schön zu fordern, dass sich in einem regionalen Radioprogramm auch regionale Künstler wiederspiegeln, ich fürchte aber, dass da eher an Willi Freibier, De Plattfööt oder Jo&Josephine gedacht wird. Dass mit der gleichen Intention auch Feine Sahne Fischfilet, SmallC oder die Hardrock-Band „Lebenslaenglich“ zur besten Frühstücks- oder Kaffeezeit über den Sender gehen würden, dürfte nicht wirklich auf viel Gegenliebe stoßen.

Leider ist das Hörerverhalten nur sehr schwer messbar. Alle halbe Jahre wird per Telefonumfrage nach den Lieblingssendern gefragt – mal salopp ausgedrückt. Da sind die Kollegen vom Fernsehen besser dran. Sie bekommen eine minutengenaue Abrechnung der Zuschauerzahlen. Insofern ist schwer überprüfbar, wann der Hörer wirklich abschaltet oder sich einen anderen Sender sucht; ob es wirklich an der Musikauswahl liegt oder manchmal doch eher an den wortreichen Moderationen. Aber ein halb- oder einjähriger Testlauf mit einer anderen oder zumindest weiter gefassten Musikfarbe auf die Gefahr hin, auch noch den letzten gutwilligen Hörer zu vertreiben, will ja auch keiner machen. Aber es gibt ja zumindest kleine Lichtblicke.

Einer der hiesigen Radiosender bietet eine regelmäßige Musikwunschstunde an. Sie liegt etwas außerhalb (oder randnah) der weiten Primetime, aber immerhin gibt es sie. Was mich immer ein wenig wundert, wenn ich sie höre, dass da meist auch genau die Musik gespielt wird, die auch schon tagsüber im Programm zu hören war. Hat sich nun der Sender seine Hörer schon so erzogen, dass sie sich genau diese Musik auch wünschen oder werden allzu extrem abweichende Musikwünsche von vornherein aussortiert? Eigentlich nachvollziehbar.

Einen ganz anderen Weg geht das Programm „Bayern 3“. Richtig groß zu einem fast echten Event aufgeblasen darf sich am 24.02. der Hörer alles wünschen. Alles. ALLES! Wie es in einer Pressemitteilung und der damit ausgelösten medialen Ventilation so schön heißt: „Vom „Pokémon“-Titelsong bis Marianne Rosenberg, von „Last Christmas“ bis Tomte. Ohne Rücksicht auf Verluste! Egal ob Rihanna oder der Radetzky-Marsch, Justin Bieber oder die Flippers, Robin Schulz oder Chopin, Pink oder Polka: an diesem Tag ist bei BAYERN 3 wirklich alles möglich.“ Interessante Idee, wenn der Hörer die Musikredaktion übernimmt, zumindest den Teil der Grundauswahl. Solange sowas wirklich „nur“ Eventcharakter hat, vertreibt man sicher auch nicht gar zu viele Hörer. Das hat diese Idee mit einigen Musikgenres gemeinsamt. Als Event erträglich, als ständiger Begleiter unmöglich.

Aber es ist schon erstaunlich, welch Hype um eine solche Aktion gemacht wird, wenn man bedenkt, dass die Sender eigentlich immer das spielen sollten, was sich die Hörer wünschen. Wobei, einen kleinen Unterschied zwischen den Situationen gibt es schon: Beim Event werden Wünsche einzelner berücksichtigt, im Tagesgeschäft soll die breite Masse abgebildet werden. In jedem Titel, immer.

Politik? Versteh‘ ich nicht.

Wobei: Eigentlich verstehe ich sie schon, aber ich bin mir nicht sicher, welcher der beiden Zustände der bessere ist.

Aktueller Aufhänger: Es soll an der Parteienfinanzierung geschraubt werden. Der Tipp kam schließlich vom obersten deutschen Gericht, nachdem ein Partei-Verbot mal wieder gescheitert war. Nun soll also mittels einer Grundgesetzänderung der Geldhahn für unliebsame Parteien(?) zugedreht werden.

Es wird also wieder an den Symptomen rumgedoktert, anstatt die Ursachen zu bekämpfen. Und das Quasi-Unisono von Politik und Presse versucht die Idee als den großen Bringer zu verkaufen. Ok, mit Geld kann man in dieser Gesellschaft alles „regeln“. Vielleicht klappt’s ja, und die Partei verschwindet. Aber die Menschen sind ja noch da und haben ihre Anhänger.

Die Sportfreunde Stiller haben in ihrem Titel „Applaus, Applaus“ eine schöne Textstelle: „Will ich mal wieder mit dem Kopf durch die Wand, legst Du mir Helm und Hammer in die Hand.“ Wenn jemandem der Kopf weh tut, dann man es mit einer schönen Nackenmassage versuchen, es gibt auch ätherische Öle, die helfen. Die Pharmaindustrie hält eine riesiges Portfolie von Schmerzmitteln bereit, mit denen man sich auch noch vergnügen kann. Augenscheinlich kommen die Schmerzen aber daher, dass derjenige einfach nur mit dem Kopf durch die Wand will. Also nimmt man den Helm. Die Kopfschmerzen werden weniger, weg gehen sie aber damit trotzdem nicht.

Dabei ist die Lösung so einfach wie schwer zugleich. Und damit spiele ich nicht auf den Hammer aus dem Liedtext an, für den ich bei diesen Bildern leider nichts adäquates gefunden habe. Man kann sich aber ein wenig zur Seite bewegen, etwas an der Wand entlang tasten und dann die Tür nehmen, um ohne Kopfschmerzen den Raum zu verlassen.

Aber das Bild zeigt auch, wo das Problem liegt: Die Politik müsste die eingetretenen Pfade verlassen (wobei das Verweilen auf diesen das Problem erst befördert), sich bewegen, neue Lösungen suchen. Aber da ist beim präsenten Teil leider wenig zu sehen. Außer heißer Luft (manchmal auch nur ein laues Lüftchen) ist leider wenig zu sehen. Vielleicht sollten wir es auch mal mit einem neuen Politikertypus probieren, jemand, der zu seinem Wort steht; bei dem das Wort aber auch eine konkrete Aussage beinhaltet und von allein steht. 😉

Vielleicht sollte man es auch mal mit einer verallgemeinerten Regel versuchen, die momentan wohl nur für Bundespräsidenten gilt: Für die aktive Politik muss man mindestens 40 Jahre als sein und darf zusätzlich vorher nix mit Politik zu tun gehabt haben. Der Bundestag wird als echtes Abbild der Bevölkerung des ganzen Landes besetzt. Und man darf nicht mittels Politik seinen Lebensunterhalt bestreiten (oder: jeder Bundestagsabgeordnete spiegelt z.Zt. ca. 130’000 Bürgerinnen und Bürger wieder. Von jedem pro Jahr ein Euro … reicht. 😉

Zurück zum Ernst: Ursachen bekämpfen und nicht an den Symptomen herumdoktern, auch, wenn’s weh tut und sich die Politik nicht nur hinterfragen sondern auch ändern muss!

 

Lehrerausbildung in M-V

Wie ich dem Online-Angebot der SVZ entnahm, beschäftigte sich der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns u.a. mit der Lehrerausbildung. Die Bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion Simone Oldenburg sieht es als sehr kritisch an, dass etwa die Hälfte der Lehramtstudenten in M-V ihr Studium abbrechen. Sie befürchtet einen großen Lehrermangel deswegen.

Ob die Befürchtungen wirklich gerechtfertigt sind, kann ich nicht einschätzen. Was ich aus eigener Erfahrung weiß, ist, dass die Abbrecherquote vermutlich schon immer so hoch war. Und das gilt systemübergreifend. 😉 Als ich 1986 mein Lehrerstudium begann (damals hieß das Ziel noch Diplomlehrer), waren wir 20 Studenten in der Seminargruppe (so hieß das damals). Und auch wir hatten einen Teil unserer Vorlesungen zusammen mit den Fachdiplomanten, einen weiteren Teil nur zusammen mit Lehrerstudenten anderer Fachrichtungen und einen dritten studiumrichtungssübergreifend. Den hatten alle. 😉

20 Studenten zu Beginn des ersten Studienjahres. Im vierten waren wir noch 10 und wie viele den Abschluss gemacht haben, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, da das in den Wendewirren ein wenig unterging. Einige führten – wie ich – ihr Studium halbwegs planmäßig zu Ende, um dann als Haupt- und Realschullehrer ins Leben entlassen zu werden. Andere hingen noch zwei oder drei Jahre dran, um sich dann Gymnasiallehrer nennen zu können. Man verlor sich aus den Augen, einige sprangen sicher auch ohne Abschluss ab.

Um es klar zu stellen: Sicher, dieses Studium fand nicht in Mecklenburg-Vorpommern statt, das gab es noch nicht. Aber es fand an einer der beiden im SVZ-Artikel erwähnten Universitäten des Landes statt: in Greifswald.

Und damit nicht genug: Ein Bekannter von mir versuchte sich in den 2000er Jahren auch an einem Studium an der heute mittlerweile namenlosen Universität Greifswald. Es war eine Ersti-Vorlesung eines beginnenden Wintersemesters, in der der Dekan seiner präferierten Fachrichtung im Hinblick auf den gut gefüllten Hörsaal sinngemäß meinte: Bis Weihnachten ist der Hörsaal nur noch halb voll.

Es ist also nichts neues, dass die Hälfte der Lehramtsstudenten das Studium nicht überstehen. Das trotzdem etwas verändert werden muss, ist klar. Die Erzählungen über die Zustände während des Studiums meines Bekannten ließen den etwas klischeeüberlasteten Gedanken „Es war nicht alles schlecht.“ an mein Studium aufkommen. Wenn ich das mal auf heutige Zeiten transformieren würde, kämen acht Semester Ausbildung (zwei Fachrichtungen, Pädagogik, Psychologie, Didaktik, Methodik) und zwei bis vier Praxissemester zusammen. Die ersten Semester wären eher fachlich angelegt, mit zunehmender Studiumsdauer kämen die lehramtspraktischen Seiten dazu. Fertig.

Frühstücken oder nicht Frühstücken

Blogsoftware ist schon ein wenig komplex. Und wenn man dann noch die Kommentarspammer dazu nimmt und die Plugins, die diese abwehren sollen, wird es genauso komplex wie bei der Spam-E-Mail_Filterung. Und wer damit zu tun hat, der weiß, dass da auch mal Sachen im Papierkorb landen, die eigentlich kein Spam sind. Aber für sowas gibt es ja das Backup.

Im Foodblog Schlaraffenwelt philosophiert der Autor über das Thema Frühstück und wie wichtig es ist. Darüber kann man geteilter Meinung sein. Da dort mein Kommentar bis heute nicht erschienen/freigeschaltet ist, hier das Backup:

Ganz ehrlich: Solange die Ernährungswissenschaft nur eine statistische und keine biologisch/medizinische Wissenschaft ist, bleibe ich bei den beiden einzig belegten grundsätzlichen Erkenntnissen: a) Wasser, in Maßen genossen, ist unschädlich. b) Jeder Organismus reagiert anders, allgemeine Empfehlungen mögen für viele mehr oder weniger richtig sein, aber sie geben nur Klischees oder gepflegtes Halbwissen wieder.
Für mich ist und bleibt das Frühstück die am meisten überschätzte Mahlzeit. Schon als Schüler nahm ich eher irgendwann ein – heute würde man es so nennen – Brunch ein, also eine Mahlzeit irgendwo zwischen Frühstück und Mittag. Und es gibt auch ganze Nationen, Frankreich zum Beispiel, die doch dem Klischee nach morgens nur einen Caffé au lait und eine Zigarette zu sich nehmen und nicht unbedingt durch Fettleibigkeit auffallen. 😉 Aber die Franzosen machen, was die Ernährung betrifft, sowieso alles falsch. Viel Weißmehl, viel Fett, größte Mahlzeit am Abend, der Rotwein … und sie werden älter als wir. 😉
Zurück zum Frühstück: Als Spätschichtler und damit auch Spätschläfer (gegenüber dem Standard-Tagesablauf bin ich ca. 2,5 Stunden hinterher) fällt das Frühstück sowieso und aus mehreren Gründen aus: Ersten bekomme ich nach dem Aufstehen sowieso nichts mit Genuss runter, andererseits gibt es knapp 3 Stunden nach dem Weckerrasseln Mittag auf Arbeit. In der Zeit schafft es mein Körper nicht, irgendwelche Hungergefühle auszubilden. Würde es den firmeninternen „Zwang“ nicht geben, wäre meine Mittagspause (an der Magenfülle gemessen), irgendwann bei 14 oder 15 Uhr. Dann bekomme ich langsam Hunger und das Leistungsniveau sinkt.
Letztendlich muss jeder selber entscheiden, wie er sich mit oder ohne Frühstück fühlt. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen: Wenn ich klassisch Frühstück essen würde, ginge es mir schlechter, als wenn ich es lasse. Ich merke es immer an den einzelnen Tagen, wo wg. Dienstreisen o.a. Ereignissen das Mittag ausfällt und ich mir „vernünftigerweise“ doch morgens etwas einverleibe. Es bekommt mir nicht und ich trage das Unwohlsein meist gute 2 oder 3 Stunden mit mir rum, was auch nicht im Sinn des Erfinders sein kann.

Soweit der verschwundene Kommentar. Nicht der erste, der vermutlich im Spamordner eines Blogs gelandet ist. Vermutlich muss ich mal eine andere E-Mail-Adresse zulegen, mein jetziger Mailprovider scheint auf einer Blacklist zu stehen. 😉

Was fehlt: Film- und Seriensuche

Wir kennen sie alle: VoD-Dienste, die um die Kunst der Zuschauer dealen: Netflix, Amazon Prime Video, Clipfish, … Video on demand ist in; es ist Mode, sich das Wochenende mit dem Ansehen ganzer Staffeln der Lieblingsserien um die Ohren zu hauen. Oder um die Augen.

Wenn man selber in diese Möglichkeiten einsteigen will, stellt sich für den Interessierten erstmal die Frage: Zu welchem Dienst geht man? Die Frage ist zwar mit der Zeit immer einfacher zu beantworten, aber noch haben wir die Qual der Wahl. Aber einer der Player hat zum Jahresende seine Schließung angekündigt.

Nun aber kommt das, was fehlt: Eine Suchmaschine, ein Vergleichstest oder etwas ähnliches für VoD-Anbieter. Es gibt Hotelsuchmaschinen, es gibt Flug-Suchmaschinen, es gibt sogar eine Wettersuchmaschine (Wunschwetter eingeben und die Suchmaschine zeigt an, wo das Wetter gerade herrscht)! Wo ist die VoD-Suchmaschine?

Wie soll die funktionieren? Ganz einfach: Man gibt den Wunschfilm oder die Wunschserie ein und die Suchmaschine zeigt, bei welchem Anbieter man sich das ansehen kann. Als Premium-Version wäre vielleicht die Übergabe einer ganzen Liste von Filmen und Serien möglich, und es wird berechnet, bei welchem Anbieter man das meiste davon sehen kann. Oder eben auch, ob es das überhaupt irgendwo zu sehen ist?

Auf Wunsch kann ich gern mal eine kleine Suchliste zur Verfügung stellen, die für mich Kriterium zum Kriterium der vertraglichen Bindung an einen VoD-Dienst wären. Falls ihr bereits Kunden irgendwo seit, könnt ihr bitte mal nachsehen, ob es die Sachen dort zu sehen gibt. Bei möglichst vielen Übereinstimmungen wäre ich dann als Kunde zu werben. 😉

Der Amtsweg des Horrors

Dienstag ist (S)am(t)stag.

Na, alle Wortkombinationen herausbekommen? Hier die beiden wichtigen:

  • Dienstag ist Samstag. Das kann in einem Urlaub schon mal passieren: Man bringt die Wochentage durcheinander. Hier aber ist es eher so gemeint, dass ein Urlaubstag etwas mit einem schönen Samstag gemein hat: Ausschlafen.
  • Dienstag ist Amtstag. Ich war auf dem Amt, genauer: im Rathaus. Mein Betriebsausweis als Personal der BRD lief aus, da gilt es, sich einen neuen zu bestellen.

Und wenn jetzt einer meint, beides geht nicht am gleichen Tag, der irrt. Aber wie bei vielem gilt auch hier: erst informieren, dann los rennen. Das entspannt ungemein. Vor allem, wenn man nicht tagtäglich auf dem Amt zu tun hat. Nebenher grübele ich gerade, wann ich das letzte Mal da war … Es war schon dieses Jahrtausend, aber es war noch recht jung.

Wenn der Tag herankommt, an dem man ins Rathaus muss, bauen sich lange gelernte Klischees auf und dahinter kommt die Angst. Wieviele Stunden werde ich wieder ans Bein binden? Was habe ich vergessen oder unterlassen? Warum bin ich falsch? Die Allmacht der Staatsbeamten (oder auch nur Stadtangestellten) flößt einem schon irgend ein Gefühl zwischen Respekt und Angst ein.

Aber hier ist es wie im wahren Leben: Information schützt vor Ängsten. Und eine gute Informationsquelle ist der Onlineservice der Stadt im Internet. Dieses „Neuland“ hat wohl auch ein paar Vorteile. So las ich mir das durch und vereinbarte auch gleich online einen Termin* beim Bürgerservice. Das schöne daran ist, dass man sich den im Rahmen der sichtbaren Verfügbarkeit auch aussuchen kann. Praktisch für Spätschläfer.

Daneben stand dann auch noch, was alles mitzubringen ist: Lichtbild, alter Ausweis und Geburtsurkunde. Das war prinzipiell einfach. Am einfachsten war das mit dem alten Ausweis. Das Lichtbild brauchte dann doch zwei Anläufe; meinen gewohnten (das letzte Mal vermutlich auch vor 10+x Jahren) Lichtbildner gab es nicht mehr. Etwas schwieriger – zumindest im Vorfeld – wurde die Sache mit der Geburtsurkunde, aber tief im Familienarchiv wurde ich da auch fündig. So war dann alles bereit und nichts sollte vergessen werden: Bild, Ausweis, Geburtsurkunde.

Braucht noch jemand 4 Lichtbilder von mir? Die habe ich mir machen lassen. Es war die kleinste Einheit, die man kaufen konnte. Und ich habe immer noch alle vier. Eins wurde zwar eingescannt, aber das bekommt man dann wieder zurück. Ich erinnere mich an einen Zeitpunkt vor über 20 Jahren, als ich mal einen Betriebsausweis mit Foto drauf bekam. Bei der Ausstellung musste ich mich vor eine weiße Wand setzen und dann wurde mit einer Art Webcam das Bild gemacht. Wäre das nicht auch was für’s Amt? So teuer sind doch passende Cams nicht mehr? Und weiße Wände gibt’s doch in den Büros genug. Oder gehen die im Amt davon aus, dass man nicht immer biometrisch gucken kann?

Geburtsurkunde, Lichtbild, Ausweis, Termin und Terminnummer lagen bereit. Nun konnte es los gehen. 13 Uhr musste ich im Rathaus sein. Eine gute Zeit, vor allem, wenn man sich vorher noch etwas stärken möchte. Man weiß ja nicht, wann man da wieder raus kommt. Das nähere Rathausumfeld hält einige Möglichkeiten der Speisenaufnahme bereit, so dass man sich gut wappnen kann. Ein ungezwungenes Essen wurde es aber nicht. Wenn man so wichtige Dokumente wie eine Geburtsurkunde mitführt, achtet man ständig darauf, ob sie denn auch noch da ist. Und die ganze Zeit mit der Hand in oder auf der Tasche agieren, ist gar nicht so einfach, wenn man als wohlerzogenes Mitglied der Gesellschaft mit Messer und Gabel speisen will.

Kurz vor 13 Uhr (man will ja pünktlich sein) betrat ich das Rathaus und platzierte mich, immer mit der Anzeigetafel im Blickfeld. Man will seinen Termin nicht verpassen. Die Nummern waren zwar schon größer als die eigene, aber das wird schon seine Richtigkeit haben. Nervosität macht sich ein wenig breit. Ist die Geburtsurkunde noch da? Die Bilder? Habe ich die richtige Zahl im Kopf? Die Urkunde? Der Ausweis?

Da! Plötzlich eine Änderung der Anzeige und die Zahl, die dort steht, ist mit der identisch, die ich auf meinem Zettel habe. Zimmernummer merken und los stiefeln. Und das in Slippern. Vor dem Raum nochmal prüfen: Ausweis, Geburtsurkunde, Bilder, alles da. Eine nette Frau im Büro, ein kurzes sachliches Gespräch,  ein Amts- und ein Bezahlvorgang – 13:15 Uhr war ich wieder an der frischen Luft, hatte noch alle Passbilder in der Tasche und die Geburtsurkunde nicht mal herausgenommen. Warum musste ich sie mitbringen?

Einiges an den Amtswegen wird der normale Bürger vermutlich nie verstehen, aber sie scheinen kürzer geworden zu sein. Und die Begleiter/-innen sind netter. Da kann man doch auch mal positives drüber schreiben. Das schlimmste wird dann vermutlich das Bild von mir auf dem neuen Ausweis sein, aber das ist ja meistens so. Für’s nächste Mal machen ich mir jetzt schon mal einen Knoten in den elektronischen Kalender, damit ich rechtzeitig an einen neuen Ausweis denke. Aber diesmal hatte ich noch Glück, die Frau in dem Büro war wirklich sehr nett …

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*) Letzte Woche funktionierte das mit dem Termin noch ohne Probleme. Als ich zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Textes es nochmals probieren wollte, ging’s nicht. Man muss also auch etwas Glück haben. Ich vermute mal, dass es weit außerhalb der Amtszeiten einfacher ist. 😉

Sollte Politik wirklich auf’s Volk hören?

Da kann man schon mal drüber nachdenken. Sollte Politik wirklich aufs Volk hören? Oder auf Umfragen?

Beispiel Seehofer: Der Bayer an sich wollte keine Windräder im Freistaat. Also sorgte der Ministerpräsident dafür, dass die nicht kommen. Aber Energie braucht man schon in Bayern. So soll jetzt Strom aus Norddeutschland „importiert“ werden, aber effiziente Stromübertragungssysteme wollen sie auch nicht. Also wird teuer unterirdisch verkabelt und mögliche Nebenwirkungen ignoriert. Aber Energie brauchen man schon in Bayern. Die großen Überlandleitungen und die teure Erdverkabelung könnte man vermeidbar machen, aber dazu wäre eine dezentrale Energieerzeugung zum Beispiel mit Windrädern nötig, aber das will man auch nicht. Aber Energie will man schon in Bayern. Soweit das Beispiel.

Wenn Politik ihr Mäntelchen nach jedem Wind hängt, reicht ein Pups, um neue Richtungen einzuschlagen. Die Meinung der sogenannten Basis ist immer nur ein Ausschnitt, eine Teilmenge, und NIE aussagekräftig darüber, was die Gesamtheit denkt und fühlt. Wobei es „des Volkes Meinung“ per se nicht gibt. Dazu sind wir einfach zu viele Individuen in zu vielen Filterbubbles.

Da bekommt man immer wieder den Eindruck, dass Demokratie auf dem Irrtum basiert, dass es eine Schwarmintelligenz beim Menschen gäbe. Diesen Gedanken muss man sich mal langsam abschminken. Das ist einer der größten Irrtümer seit Frank Schätzing.

Politik sollte ihre Richtlinienkompetenz ausnutzen und Vorbild sein. Im Handeln und im Fordern. Dazu bedarf es allerdings Persönlichkeiten, die stark sind, meinungsfest, aber lernfähig, selbstkritisch und unabhängig. Sehe ich aber nirgends. Zumindest nicht in der Politik.

Dragon4corner – Die Geometrie der Macht, oder die Macht der Geometrie?

„Quantensprung“ war auch mal so ein falsches Wort. Wer erinnert sich nicht daran, als es als Synonym für große Veränderungen benutzt wurde, obwohl er – physikalisch gesehen – eher kleinstmögliche Veränderungen beschreibt. Es ist vermutlich nicht das erste, derartig falsch verstandene Wort. Und sicher auch nicht das letzte. „Super-GAU“ als eigentlich unmögliche Steigerung des Größten Anzunehmenden Unfalls war auch sowas. Oder einfach nur die Steigerung des Wortes sicher in sicherer. Entweder, Onlinebanking ist sicher oder nicht. Es kann nicht sicherer gemacht werden. Aber das nur nebenbei.

Manchmal fragt man sich, wieso man auf manche offensichtliche Selbstverständlichkeiten eigentlich nicht viel früher gekommen ist. Ein TV-Beitrag über Bundeskanzlerin Merkel brachte mich heute drauf, dass in einem wichtigen Zusammenhang mit ihr ein Wort falsch benutzt wird. Ich weiß nicht mehr, in welcher Klassenstufe das Thema in der Schule behandelt wird, aber Geometrie zieht sich ja durch zahlreiche Schuljahre durch. Fragt mich, ich hab das mal studiert. 😉

Kramen wir mal in tiefen Gedächtnisschichten und werfen eine ganze Reihe von zusammengehörenden Begriffen in den Raum: Viereck, Rechteck, Parallelogramm, Rhombus, Drachenviereck, Trapez und Quadrat. Ausgehend vom allgemeinen Viereck (vier Punkte, die durch vier Seiten verbunden sind) werden unter Hinzunahme von weiteren Bedingungen immer speziellere Figuren begrifflich definiert bis hin zum Quadrat mit den schärfsten Anforderungen (4 gleichlange Seiten und in jeder Ecke ein rechter Winkel). Beim Parallelogramm sind gegenüberliegende Seiten gleich lang, beim Trapez sind zwei gegenüberliegende Seiten parallel.

Jetzt ist es am Leser dieser Zeilen, aktiv zu werden. Strecke bitte mal beide Arme halbwegs parallel nach vorn aus, die Handflächen nach unten. Früher haben wir mal mit der Armstellung Kniebeugen gemacht. 😉 In der Armhaltung klappe beide Hände so weit es aus eigener Kraft geht nach oben und spreize die Daumen ab, so dass sich dessen Spitzen fast berühren. Für Menschen mit Rechts-Links-Schwäche ist nun eindeutig zu sehen, wo die linke Hand ist. Daumen und Zeigefinger bilden nur auf einer Seite ein L. Aber wir sehen noch etwas anderes. Der Daumen ist kürzer als der Zeigefinger. Gut, das weiß man auch so, aber ich wollte es nur noch mal verdeutlichen. Und irgendwie die Eselsbrücke mit der Links-Rechts-Schwäche unterbringen.

Nun gibt es – um zum ursprünglichen Thema zurück zukommen – die sogenannte Merkel-Raute. Das müssten eigentlich zwei gekreuzte Victory-Zeichen mit den Fingern sein (das # ist eine Raute), aber auch in der Geometrie gibt es die Raute. Zu meiner Schulzeit hieß das Ding noch Rhombus, aber dass Begriffe sich in historischen Zeiträumen mal ändern, ist auch nicht neu. Schauen wir in die Systematik der Vierecke, so finden wir den Rhombus aka die Raute als spezielles Parallelogramm, bei dem alle 4 Seiten gleich lang sind. Oder als Quadrat, dem die Bedingung mit den rechten Winkeln abhanden gekommen ist.

Vier gleich lange Seiten bei der Merkel-Raute? Daumen und Zeigefinger gleich lang? Entweder, das ist eine anatomische Fehlstellung – was bedauerlich für Frau Merkel wäre – oder einfach nur der falsche Begriff. Schauen wir also mal genau hin und fragen uns, was wir sehen: ein Viereck, bei dem jeweils 2 nebeneinander liegende Seiten (Daumen-Daumen und Zeigefinger-Zeigefinger) gleich lang sind. Suchen wir in der Systematik und finden die eigentlich passende geometrische Figur. Der Name spricht Bände, ist aber schon älter als die politische Raute.

Es ist das DRACHENVIERECK!!!

Da dum!