Geständnis: Ich bin ein Dieb

Neulich ist es über mich gekommen, und beinahe hätte ich es Klaustrophobie genannt, aber es hat nichts mit Platzangst zu tun. Kleptomanie ist wohl das richtigere Fremdwort. Klebriger Finger wurde es auch mal genannt, wobei das in dem Zusammenhang durchaus ein stimmiger Aspekt ist. Ich gebe es hiermit zu, ich habe in einem Hotel Handtücher geklaut. Und dabei war ich nicht mal Gast in dem Hotel.

Alles fing an mit einer kleinen Reise. An deren Scheitelpunkt zwischen Start und Ende jeweils zu Hause stand der Wunsch der kultivierten Nahrungsaufnahme. Die misslang zwar, zumindest qualitativ, aber beim inkludierten Toilettenbesuch sprangen mir diese Handtücher ins Auge, die ich – ehrlich gesagt – vorher so noch nie gesehen habe. Natürlich war ich schon in diversen quasiöffentlichen Toiletten, es gab Warmluftgebläse, Frotteehandtücher, Papierhandtücher aus dem Stapel, aus der Rolle, aus dem Spender usw. usf. Kenne ich alles.

Aber das die Papierhandtücher aus dem elektronischen Spender (Also Handbewegung machen, dann kommt das Papier allein rausgeschossen. Keine Berührung nötig. Theoretisch) auch gleich als Werbeträger miss- … ähm … gebraucht wurden, war zumindest mir neu.

Papierhandtuchwerbung

Eine Firma für Garten- und Landschaftsbau, eine Film-/Fernsehfirma, eine IHK, ein Zahnarzt, eine Außendienstmitarbeiter suchende Vertriebsfirma, eine Firma, die Warteschleifen produziert und ein Akupunkteur haben sich hier für den kleinen Moment zwischen nassen und trocknen Händen verewigt. Und keine dieser Firmen arbeitete in der Gegend, wo ich das Handtuch zog. Sowas nennt man dann wohl Streuverluste.

 

 

Ein Gedanke zu „Geständnis: Ich bin ein Dieb“

  1. Vielen Dank für diese lustige Geschichte. Papierhandtücher kann man ja mittlerweile mit allem bedruckt kaufen. Mit Jobangeboten, das habe ich auch noch nicht gesehen.

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