Mein Leben mit G.P. und L. (ein Fortsetzungsroman), 3. Episode

Linux begeistert mich immer noch. Allerdings spielt dabei vermutlich eine Rolle, dass ich kein Gamer bin. Mit dem großen Bereich der Nutzung von Rechentechnik bin ich außen vor, über Solitär, Majong und irgendein Bubble-abschießen auf dem Smartphone und/oder Tablet bin ich bisher nicht hinaus gekommen. Mehr ist nicht. Ab und an habe ich mal entsprechende Beiträge im TV über Games verfolgt (als es die noch gab), aber gepackt hatte es mich nicht. Wobei, ein Spiel, dass ich dort sah, hatte doch ein wenig mein Interesse … entzündet wäre zu groß für die Beschreibung. Angewärmt vielleicht. Meine damalige Rückfrage von kundigen Menschen in meiner Umgebung bestätigten meine Vermutung, dass mein PC (es gab wohl eine Version dafür) gerade so nicht ausreicht, um das Spiel flüssig zu spielen. Für’s Aufrüsten reichte mein Interesse dann aber auch wieder nicht, und: Welches Spiel es war, kann ich auch nicht mehr sage. Also Punkt. Strich drunter. Haken dran.

Seit einigen Jahren betreibe ich neben diesem Blog auch noch ein paar andere, nicht unbedingt als Blogs, aber auch auf Basis eines CMS, dass auch gut für Blogs ist. Das alles läuft auf einer eigenen „Instanz“ im Netz, soll heißen, ich habe mir ein „Webpack“ bei einem entsprechenden Anbieter gemietet, der die technische Basis für die Blogs zur Verfügung stellt. Das ist (aus meiner Sicht) kein eigener Server im Internet, aber ein Stückchen davon. Ich teile mir also mit einigen anderen, mir unbekannte Menschen, die Möglichkeiten dieses Servers, ohne selbst an das System zu kommen. Was vermutlich auch gut so ist, da kann ich wenigstens nichts kaputt machen. Aber, und das ist der wichtige Punkt in dieser Ausführung, in diesem Webpack kann man nicht nur Webseiten betreiben und veröffentlichen. Als Fan von RSS betreibe ich darauf einen Online-Feed-Reader, der mich mit allerlei Informationen versorgt und mein entsprechendes nutzendes Treiben sehr unterstützt. Einiges von dem, was ich so in meiner Freizeit treibe, ginge ohne das Instrument RSS + Reader nicht so wie gewohnt, wenn überhaupt. Oder nur sehr viel aufwendiger.

Aber – um endlich zum Kern zu kommen – das Webpack reicht auch aus, um eine „Nextcloud“ zu betreiben, mein eigenes kleines Wölkchen. Große Sprünge kann ich auf Grund des Webpacks als Basis nicht machen. Zum (kleinen) Office reicht es wohl nicht, da braucht man mehr Kapazitäten. In den letzten Wochen erstaunte es mich aber dann doch, was selbst auf der Basis so alles funktioniert. Dabei stellt sich die Frage, was man alles damit machen kann, denn eine Nextcloud ist mehr als nur für Dateiaustausch gut. Aber dafür eben auch. Bilder, die ich mit dem Smartphone mache, landen automatisch in der Cloud, die Datensicherung der Kontakte vom Handy auch. Dateien, die ich sowohl am Rechner als auch mobil brauche, liegen ebenfalls dort, und über gemeinsam genutzte Ordner mit der dienstlichen Nextcloud (ja, mein Arbeitgeber betreibt auch eine) kann ich mir größere Datenmengen einfach von zu Hause ins Büro schicken und umgekehrt.

Natürlich kann man für diese Aufgaben auch andere Clouds nutzen. In manchen Betriebssystemen sind welche quasi integriert, es gibt aber auch viele andere Anbieter und spätestens bei den beiden Hauptbetriebssystemen von Smartphones gehört auch immer sowas dazu. ABER: Das Vertrauen in die Datensicherung und Datenschutz bei den einschlägigen Anbietern ist in der letzten Zeit doch recht erschüttert. Viele von Ihnen wollen die Daten, die ihnen zur Aufbewahrung anvertraut werden, auswerten, lesen, zu Profilen formen und die gewonnenen Erkenntnisse im besten Fall nur verkaufen. ABER 2.0: Man kann den Abstand zu diesen Firmen vergrößern, den Datenfluss langsam aber stetig minimieren. Ihn ganz auf Null runter zu bringen ist bei gleichzeitiger Nutzung von Rechentechnik wohl unmöglich. Und wer möchte schon auf die Vorteile gerade auch mobiler Geräte verzichten?

Strategien für dieses Weg sind einschlägig verfügbar. Eine schöne Zusammenfassung auf dem Weg zur „Digitalen Unabhängigkeit“, wie das Ziel genannt wird, findet man bei der Initiative DI.DAY (oder auch DUT – Digitaler Unabhängigkeitstag). Jeden ersten Sonntag im Monat kann man als Anlass nehmen, sich von einem der Datensauger zu befreien. Mein Umstieg auf Linux gehört für mich genauso dazu wie die Verabschiedung von Threads, WhatsApp, Facebook, GoogleKalender (zu 95%), GoogleNotes (zu 95%), GoogleDrive (zu 95%) u.a. Für vieles gibt es ernstzunehmende Alternativen und teilweise zieht man dann auch seine Umgebung mit in die richtige Richtung … Manchmal muss man etwas suchen, bis man eine passende Lösung für konkrete Anwendungen findet (deswegen auch u.a. die 95%). Aber wenn man ein Ziel vor Augen hat und sich immer mal wieder (auch zwischen den 1. Sonntagen im Monat) damit befasst, kommt man Schritt für Schritt vorwärts.

Was die 95%er mit meiner Nextcloud zu tun haben, und wer eigentlich G.P. ist – eine der Fragen die auch noch nicht beantwortet wurden – könnt ihr dann in der nächsten Episode lesen. Oder in der übernächsten. 😉

2 Kommentare zu „Mein Leben mit G.P. und L. (ein Fortsetzungsroman), 3. Episode“

  1. @dirknb.de Gaming ist unter Linux noch nicht gleichauf, bei vielen Titeln geht es aber auch gut oder sogar besser. Immerhin ist die Steam Box Linux basiert.

    Schau mal bei https://www.protondb.com/ 😉
    Habe selbst auch noch nichts davon probiert, da scheint sich jedoch viel getan zu haben…

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