Überraschung!

Wer liebt sie nicht, diese „Wir-machen-gar-keine-große-Party-aber-wenn-der-zu-befeiernde-nach-Hause-kommt-ist-es-ein-Riesenfest-und-alle-rufen-wenn-er-reinkommt-‚Überraschung!'“-Parties? Einfache Antwort: Ich. Nicht umsonst habe ich ja auch den Wahlspruch: „Bei dreimonatiger Voranmeldung Spontanität gesichert.“ Aber Scherz beiseite.

Im anglophilen Sprachraum wird, passend zum Zwecke der allgemeinen Verständlichkeit, meist nicht „Überraschung!“ gebrüllt, sondern „Surprise!“.  Das ist, Mitdenker und Englisch kundige wird das nicht wundern, die ortssprachliche Entsprechung. Vermutlich gibt es dort auch genauso viele Liebhaber der Unsitte wir hier.

Nur welchen Sinn hat das Wort „Surprise“, wenn man es hinter einen eingeführten Produktnamen schreibt? Wahrscheinlich ist dann eine Überraschung mit drin. „Die Pille Surprise“ enthält dann wohl an einer Stelle eine Schokolinse, eine Kiste Cola light koffeeinfrei Surprise enthält eine Flasche mit braungefärbtem Süßstoffwasser und bei Tütensuppe Surprise ist mal kein Glutamat/Hefeextrakt drin.

Was passiert aber, wenn eine, wie ich es jetzt auf einem großen Werbeaufsteller im Stadtgebiet gesehen habe, Zigarettenmarke mit der Produktvariante „Surprise“ wirbt? Sind bei gleichen Preis unterschiedlich viel Zigaretten drin? Oder sind die aufgedruckten Krankheiten, die man vom Rauchen bekommen kann, vielfältiger? Oder gibt es in einer Packung jetzt viele Geschmacksrichtungen? Ich werde es nie erfahren. Das Schicksal eines Nichtrauchers.

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