Lange nix mehr hier geschrieben. Sorry. Aber vielleicht ist es auch ganz gut so. Und dann stelle ich noch gleich fest, dass ich über das, worüber ich gerade schreiben möchte, gerade erst als letztes geschrieben habe. Sorry für die Redundanz. Aber den nachfolgenden Text habe ich – fast so – gerade einem Fernsehsender geschickt. Vermutlich wird die Wirkung verpuffen, deswegen seien die Gedanken hier nochmal dokumentiert.
Vorhin wurde ich mit einem Programmhinweis für den kommenden Dienstagabend betrailert, der das Thema Abnehmspritzen betrifft. Am 14.07. um 21 Uhr läuft auf ARD alpha ein Beitrag aus dem Jahr 2024, den ich anderswo bereits schon sah. Er ist auch in der Mediathek verfügbar. Nebenbei verstärkt das Filmchen meine Aversion gegen „Dokus“, in der sich der/die Erstellende in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Aber es soll ja um die „Abnehmspritzen“ gehen.
Das Thema beschäftigt mich als Betroffener. Leider finde ich, dass die Wirkung des Medikaments in den meisten Dokus darüber, die ich gesehen habe, glorifiziert wird (oder es wird von glorifizierten Annahmen über die Wirkung ausgegangen). Es wäre mal ganz schön, wenn die Spritzen mal richtig dargestellt werden.
Der Wirkstoff hilft primär Diabetikern, ihre „inneren Werte“ in Ordnung zu halten. Durch eine „Nebenwirkung“, die leider auch von den Herstellern als Hauptwirkung dargestellt wird*, nimmt man auch damit ab. Aber: Man nimmt nicht einfach durch das Medikament ab, sondern durch die Regulierung/Bremsung der Verdauung und damit verbunden des Appetits.
Wenn man es richtig betrachtet, ist die Therapie mit den Abnehmspritzen eine medikamentös unterstützte FDH-Diät – mit allen Folgen, die diese Betrachtung hat, inklusive des Jojo-Effekts beim Beenden der Therapie. Ein Gedanke, der leider immer untergeht.
Andererseits sind die beschriebenen Nebenwirkungen (Übelkeit etc.) eigentlich keine echte Nebenwirkungen. Hier könnte man einen Vergleich mit „Fieber“ anstrengen, der ein wenig hinkt. Aber: Fieber ist ja i.Allg. auch keine Krankheit, sondern die Reaktion des Körpers auf „Ungezieferbefall“. Mit der Erhöhung der Körpertemperatur versucht er, die Infektion einzudämmen, in der Hoffnung, dass die Plagegeister die Temperatur nur aushalten. Ähnlich ist es mit den Nebenwirkungen der Abnehmspritzen. Wenn die anfangen zu wirken, man selber aber weiter so ist wie bisher, überfrisst man sich einfach und es wird einem übel.
Außerdem wird ein Thema auch gern ausgeklammert: Die begrenzte Wirksamkeit der Abnehmspritzen zum Abnehmen. Nun könnte man meinen, dass die 20 kg, die ich mithilfe des Medikaments abgenommen habe, doch ganz gut sind, aber seit vielen Monaten befinde ich mich auf einer Plateau-Phase. Meine Blutwerte werden in Ordnung gehalten, aber das Gewicht bleibt da, wo es ist. Nicht ganz ohne Ansage: Mehr als 10-15% kann man eben mit den Abnehmspritzen nicht abnehmen. Dann ist Feierabend, wenn man nicht auf andere Arten (Klassiker: mehr bewegen, besser essen) unterstützend eingreift. Und ohne diese Änderungen wird es auch kein Erhalt des Gewichts nach dem Absetzen des Medikaments geben. Fakt.
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*) Ich nenne das gern den Viagra-Effekt. Eigentlich war das Medikament auch für ein völlig anderes Krankheitsbild da, bis eine der „Nebenwirkungen“ zur „Hauptwirkung“ hochstilisiert wird.