Spätestens seit Harry Potter kennen wir Tarnumhänge, von Tarnkappen hat die informierte Mensch meistens schon mal gehört. Ganz neu und vermutlich eine Kreuzung aus Kätzin und Chameleon: Die Tarnkatze.

Noch verrät sie das weiße Brustfell, aber das kriegen die Forscher und Züchter auch noch hin. Und dann ist sie verschwunden …

Irgendwer hat einmal gesagt: „Der Zoo ist die Einrichtung, in der die Tiere das Verhalten der Menschen studieren.“ Aber wie ist das mit den Haustieren? Was denken Katzen, wenn sie den Menschen und sein Treiben beobachten? Da ich gerade als Urlaubsvertretung amtierender Untertan eines Stubentigers bin, möchte ich gern mal hinter seine Maske, hinter die grünen Augen gucken und dem Rauschen der Gedanken lauschen.

Neulich füllte ich den für das feuchte Futter vorgesehenen Teller mit der katzentypischen Portion, das Tier wuselte mir zwischen den Füßen entlang, starrte – beinahe entsetzt – auf das Menü und machte einen plötzlichen Schritt zurück, um dann ganz auszuweichen. Unter egoistisch-menschlichen Gesichtspunkten sah das Fressen wie schon mal anverdaut aus, dabei wird es gerade auch für das herrcheneske Auge geschönt, aber dem Sofapanther ist die Optik beinahe egal. Warum die Katze flüchtete, es aber später dann doch restlos verspeiste, wird ihr immerwährendes Geheimnis bleiben.

Diesmal hat sie sich angewöhnt, mich beim Katzenkloreinigen anzustarren. Wobei ihr Hauptaugenmerk weniger auf mir, sondern auf dem, was ich mache, liegt. Was denkt sie dabei, wenn sie sieht, wie gewissenhaft ich nach ihren Exkrementen grabe, sie sorgfältig aus der Streu siebe und dann vorsichtig in ein Tütchen lege? Glaubt sie, sie hätte Diamanten oder Goldnuggets geschissen, dass unsereiner so viel Trara darum veranstaltet, oder ist dieser Gedanke doch wieder zu menschlich, als dass er einer Katze kommen könnte?