Für Geld machen manche Leute alles

Gemütlich auf dem Sofa liegen und anderen beim Arbeiten zusehen, das ist genau das richtige für den Sonntagabend. Im konkreten Fall arbeitete u.a. Fernsehkoch Martin Baudrexel in der Vox-Sendung „Die Küchenchefs“ in einer Gaststätte in Duisburg. Nachdem die Promiköche einige Gerichte probierten – natürlich fielen alle durch – kam es zur Definition der Aufgabe. Besonderer Schwerpunkt lag im Entsorgen der Convenience-Produkte und geschmacksverstärkenden und -gleichschaltenden Zutaten. Fertigsoßen, Tütensuppen und dergleichen landeten um Müll (wo sie ja auch hingehören).

Dann kam die Werbung … und Martin Baudrexel machte Werbung für eins der sinnlosesten Convenience-Produkte, die es gibt. So hat sich der Ruf des Kochs und das Anschauen der Sendung für die Zukunft erledigt.

6 Gedanken zu „Für Geld machen manche Leute alles“

  1. Cf. enthält Tapetenkleister getarnt mit dem netten Wort Methylcellulose und wer gerne mit Tapetenkleister kocht der ist bei Cremafina auf der richtigen Seite. Auch beim Bedenken der Kalorien wegen, mal ehrlich literweise Sahne wer nimmt das denn für eine Soße oder Ähnliches… Geld ist Geil???

    1. @Andreas
      Ach, weißt Du, viele Grundprodukte sind eben multifunktional einsetzbar. Genau, wie es Putzmittel gibt, die Wäsche weißer, Silber glänzender und Blumen sprießender machen, gibt es Zutaten mit mannigfaltigen Verwendungen. Ein Beispiel ist hier auch die Ascorbinsäure (= Vitamin C). Es wird als Konservierungsmittel, als Antioxidationsmittel und als Vitaminzusatz/-präparat genutzt. Soll heißen: Wer seinen Vitamin-C-Haushalt nicht über Obst und Gemüse zu decken glaubt, braucht nicht zur (sowieso unnötigen) Pille zu greifen, da in den „normalen“ Nahrungsmitteln auch genug Vitamin C drin ist (gern in Wurst u.ä.).
      Und dann gibt es ja auch noch die Anekdote mit dem Zitronensaft: Nicht enthalten in manchen Zitronenlimonaden, dafür aber in Geschirrspülmitteln.

      1. Ich habe mich mal kundig getan und so ein Fläschchen besorgt. Was mir als erstes auffiel: Das Zeug ist etwa anderthalb mal bis doppelt so teuer wie Sahne, Schmand & Co. Hauptzutat ist erwartungsgemäß Wasser, gefolgt von einem fünftel Magermilch und etwas über einem siebentel pflanzliche Öle und Fette. Etwas modifizierte Stärke (mögliche Genfood-Quelle), Polyoxyethylen-sorbitan-monostearat (Verdacht: Allergie auslösend), Methylcellulose (synthetisches Produkt, Verwendung als Tapetenkleister, Verdickungsmittel, Emulgator), Xanthan und Carotin ergänzen die Rezeptur. Welches dieser Bestandteile den hohen Preis rechtfertigt, weiß ich allerdings nicht. Wasser, Magermilch, pflanzliche Öle/Fette können es aber nicht sein, die sind sehr preiswert zu haben.

        Jetzt habe ich hier so eine Flasche rumstehen, mindestens haltbar bis Februar 2010. Was soll ich jetzt damit tun?

  2. Cf. ist ein Sahnegemisch ohne jeden Geschmacksverstärker. Ich koche zwar nicht damit- aber man sollte nicht ungerecht werden. Ich mag den Baudrexel, weil er wirklich ehrlich ist. Und wieso sollte der sich nicht auch den ein oder anderen Euro einstecken, wenn er Werbung machen kann? Jedenfalls finde ich: Das ist doch nichts gegen Schubeck&Co. Ich kenne den Baudrexel nicht als Werbeikone oder ist jemand dabei, der mir das Gegenteil erzählt und meine Illusion vom geradlinigen Koch zerstört?

    1. @Korinna
      Ich habe dieses „Sahneersatzprodukt“ lange nicht mehr in der Hand gehabt, insofern ist mir die Zutatenliste nicht gegenwärtig. Aber ich wollte heute sowieso einkaufen gehen. Hoffentlich merke ich mir die Bestandteile bis zu Hause, um mir dann eine basiertere Meinung zu bilden. Wenn ich mir aber den Werbezirkus um dieses Produkt ansehe, dann darf ich es zumindest für überteuert ansehen, da die Werbungskosten durch den Verkauf ja auch wieder reinkommen müssen. Ich bin immer skeptisch, wenn Verpackung und Werbung einen scheinbar höheren Anteil am Endpreis haben als die Zutaten.

      Was Du über die anderen Fernsehköche sagst, ist leider wahr. In einem älteren Artikel habe ich das ja auch schon mal ausgeführt. Vermutlich sollten diese Herren, wenn sie denn schon unbedingt Werbung machen müssen, für Produkte/Dienstleistungen werben, die nichts mit Kochen und Essen zu tun haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.