In den Nachrichten hörte ich, dass im letzten Jahr, es muss also 2011 gewesen sein, durch ärztliche Fehlleistungen, meist als Kunstfehler bezeichnet, 99 Menschen in Deutschland den Tod fanden.

Klassische Terroropfer hatten wir keine.

 

Im Jahr 2009 starben 431 Menschen an AIDS. 389 waren es übrigens durch Ertrinken und Untergehen.

2824 Menschen starben an infektiösen Darmerkrankungen. Wo bleiben die Anti-Durchfall-Shows im Fernsehen, vielleicht mit dem Symbol der braunen Schleife?

… ist es nicht her, dass ich den Termin beim Arzt bekam, eher 7 oder 6. Aber das hätte sich als Schlagzeile nicht so gut gemacht.

Es ist also 6 oder 7 Wochen her, dass ich einen Termin beim Arzt bekam. Der Kalender sah da noch recht übersichtlich und leer aus – der beim Arzt. Meiner auch.

Mein Kalender füllte sich, der vom Arzt wohl auch. Was mich aber erstmal nicht störte, hatte ich ja einen Termin und war pünktlich. Nur kamen erst die anderen dran, die nicht vor 6 Wochen schon einen Termin hatten, sondern vielleicht erst seit einer Stunde. Ohne akute Notfälle zu sein.

So durfte ich dann gute anderthalb Stunden warten, Zeit genug, diesen Text zu schreiben, nachdem sich die „Motivation“ dazu langsam aber sicher aufgestaut hatte.

Gestern war ich beim Arzt.
Bevor einer fragt: Es geht ihm gut. 😉
Mir übrigens auch.
Aber das war nicht immer so. Deswegen war ich ja beim Arzt – wenn auch nicht gestern, sondern eine Woche davor und 2 Wochen davor auch. Mein Mittelohr hatte sich erdreistet, entzündlich auf eine Erkältung zu reagieren. Aber das ist alles wieder in Ordnung, die Überprüfung gestern brachte es an den Tag.

Bewusst war das meine erste Behandlung durch einen HNO-Arzt. So war ich auch sehr neugierig, was so alles passiert und wie es um mein Gehör steht. Im Laufe des Lebens durfte ich mir schon einigen Blödsinn anhören, da ist man sich ja nicht sicher, ob noch alles funktioniert, wie es soll. Einer der Tests lief halbwegs automatisch ab. Ich musste nur die Ohren hinhalten. Das Gerät, sicherlich für den internationalen Markt produziert, gab als Zusammenfassung sowohl für das linke und das rechte Ohr als Ergebnis „pass“ an. Da mein Englisch nicht so überragend ist, habe ich mal bei einem Anglophilen nachgefragt, was das bedeuten könnte. Seine Liste:

  1. passieren
  2. überholen
  3. übergehen
  4. weitergeben
  5. abgeben
  6. in Rechnung stellen
  7. durchlassen, vorbeilassen
  8. anerkennen
  9. gangbar machen bzw. sein
  10. durchbringen, verabschieden (Gesetz)
  11. rechtskräftig machen
  12. bestehen
  13. aussprechen, äußern …

Punkt 7 wird wohl die Bedeutung sein, die das Gerät meint. Der Weg vom rechten zum linken Ohr ist wieder frei, so dass nicht alles Gehörte in der Mitte stecken bleibt, sondern immer wieder schön zum anderen Ohr rausgelassen werden kann. Das ist im Leben wie im Beruf eine sehr wichtige Eigenschaft, vor allem, wenn was dazwischen ist, was es aufhalten könnte.

… – oder: Die Hälfte seines Lebens wartet der Patient vergebens. Wie komme ich auf solche Gedanken? Richtig: Ich hatte heute einen Arzttermin. 17 Uhr sollte der sein, ich war kurz vorher da.

Erfreulicherweise habe ich mit Ärzten bisher wenig Erfahrungen. Deswegen ist es für mich doch noch etwas besonderes, wenn ich länger als eine halbe Stunde warten muss. Da finde ich das Prinzip, was bei meiner Hausärztin genutzt wird, ganz praktisch: Fühle ich mich krank, rufe ich dort an und frage, wann ich vorbeikommen soll. So kann ich die 2 oder 3 Stunden Wartezeit noch zu Hause verbringen und mir bleibt das Ausharren im Wartezimmer erspart. Einmal hatte ich einen längerfristig geplanten Termin bei ihr, da bekam ich mit, dass sie Patienten, die sich am Vormittag bis 11 Uhr angemeldet hatten, um 15:45 Uhr „abgearbeitet“ hatte. Um 15 Uhr begann aber schon wieder die Nachmittagssprechstunde …

Mir fällt da eine Parallelität mit der Bahn ein. Über diese wurde ja immer schon gern gekalauert, warum man in Anbetracht der vielen Verspätungen überhaupt noch Fahrpläne drucke. Bei den Ärzten scheint die Frage manchmal auch berechtigt zu sein. Aber die Bahn hat den Ärzten noch was voraus: Auf den Bahnsteigen wird angezeigt, wie groß die Verspätungen sind. Sowas wünsche ich mir für das Wartezimmer. Als Patient hat man dann wenigstens die Chance, in seine Meditationsphase zu gehen und nicht ständig aufpassen zu müssen, wann man aufgerufen wird.

Gewartet habe ich übrigens eine gute Stunde, im Behandlungszimmer war ich knapp 2 Minuten. Ich war nur zur Kontrolle da nach einer Behandlung, die ich selber bezahlt hatte.

P.S.: Wie heißt es doch so schön: Lieber eine Stunde meditieren, als nur rumsitzen und nichts tun.