Das Ende der Übergangsfrist zur Einführung der DSGVO zeigt erste Opfer. Blogs, die bei Blogger.com, blogspot.de/-.com gehostet sind, stehen plötzlich in einer Art „Privat-Modus“, so dass normale Lesewillige sie nicht mehr erreichen. Das zeigt übrigens auch mal wieder die Macht derartiger Anbieter und die Nachteile für nicht selbst gehöstete Blogs. Im konkreten Fall die Abhängigkeit von Google, die erwähnten Hoster gehören in das Googleversum.

Aber auch andere Plattformen ändern was, so dass sie nicht mehr in gewohntem Maße nutzbar sind, ohne Lösungen anzubieten, wie man eine Nutzung wieder ermöglichen könnte, die den alten Gewonhnheiten nahe kommen. Tumblr.com ist ein Beispiel. Die dortigen Blogs sind zwar noch einfach erreichbar, aber aus bisher noch nicht ersichtlichem Grund sind die RSS-Feeds nicht mehr durch Reader nutzbar, obwohl auch vorhanden.

Es bleibt zu hoffen, dass sich das eine oder andere in den nächsten Tagen wieder normalisiert bzw. Lösungen angeboten werden. Oder es bestätigt sich doch die bereits ventilierte Meinung einiger Fachleute, dass die DSVGO die Freiheit im Internet einschränkt und Geist früherer Zeiten hinausjagt. Für sicherere Daten. Also für stimmigere, saubere Datensätze, aus denen unser Leben und unser Wesen abgeleitet werden kann, genauer, als wir es selber tun.

Für alle, die etwas spontaner sind als ich, noch schnell ein kleiner Hinweis: Der hiesige Hackerspace will es auch mit einer Fachgruppe Blogging probieren. Am Dienstag, den 21.04.15, um 19 Uhr, ist ein erstes Treffen angesetzt.

Und da Blogging ein weites Feld ist, soll das erste Treffen auch dazu genutzt werden, Interessen auszuloten und zu gucken, wo die meisten Bedarfe bestehen. Schreiben, gegenseitige Kritik, Fotografie, Planung, WordPress-Anpassungen, Selbsthosting oder irgendwo unterschlüpfen, Grafik, Logo, Joomla, blog.de, blogger.com, wordpress.com, … Das Feld ist weit.

Und wer interesse hat, und entweder den Termin verpasst hat oder grundsätzlich dienstags 19 Uhr nicht kann, kann gern in den Kommentaren alternative Vorschläge machen.

Es sollte noch eine Handvoll Menschen geben, die sich an das erste Mal erinnern. Am gestrigen Sonnabend ist das genau fünf Jahre her und viel ist seither passiert. Manche sagen auch: zu viel. Die Handvoll Leute trafen sich in der höchsten Bar Neubrandenburgs; wer eigentlich der Initiator war, weiß ich gar nicht mehr so genau. Aber gefragt wurde ich auch, ob ich nicht auch vorbei kommen wolle …

Dann saßen wir da, in der rauchigen Atmosphäre des (alten) Koni’s. Die Männer – mal wieder – in der Mehrheit, aber sonst auch in großer Vielfältigkeit, wenn man die Ambitionen und die persönlichen Hintergründe betrachtete, aber sie alle einte ein gemeinsames Interesse, dessenwegen sie zusammengekommen waren. Obwohl auch einige der beteiligen so was ähnliches mal gelernt hatten, waren die meisten doch eher Autodidakten im Schreiben, im Fotografieren, im Gestalten und im – und jetzt kommt das wesentliche – im Bloggen. Am 14. September 2008 fand der erste Neubrandenburger Bloggerstammtisch statt.

Seither ist viel Wasser die Datze/Tollense herunter geflossen. Die positive Nachricht vorweg: Den Stammtisch gibt es immer noch. Böse Zungen behaupten vielleicht, dass er sich mittlerweile doch stark verändert hat, aber das stimmt so nicht ganz. Man könnte meinen, die Piraten hätten ihn geentert und zu einem Parteistammtisch gemacht, dem darf aber durchaus widersprochen werden. Wie hieß es doch am letzten Freitag so schön: Der Neubrandenburger Stammtisch ist der unpolitische Arm der Piratenpartei. 😉

In einem ständigen Stand-by ist dieser Stammtisch, mittlerweile freitags um 19 Uhr im Torcafé angesiedelt, immer noch der Bloggerstammtisch. Microblogging („Twitter“) macht fast jeder, und mindestens vier Neubrandenburger Blogs sind fast ständig vertreten. 😉 Und sollten doch mal mehr Blogger die Zeit und die Laune finden, an dem Stammtisch teilzunehmen, dann wird’s auch wieder ein ganz richtiger Bloggerstammtisch. Es gibt doch ein paar aktive Blogger in der Region und vielleicht werden es auch noch mehr …

Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob sowas überhaupt gebraucht wird? Als gemütliches Beisammensein taugt er immer. Aber auch als Ort, wo Hilfe erheischt oder Erfahrung ausgetauscht werden kann, dient so ein Stammtisch. Stellt sich ggf. die Frage, warum doch so wenig Blogger aus der Region, und ein paar gibt es durchaus, so wenig Gebrauch davon machen. Aber damit ist die Frage gestellt und die Kommentarfunktion als Antwortmechanismus eröffnet.