Manchmal ist es schade, keine Zeitung abonniert zu haben

Es gibt so viele Gründe, Abos zu kündigen.

Und manchmal ist es gut, wenn der Artikel dann hinter der Zahlschranke versteckt ist und man nicht mehr rausbekommt, ob der weitere Artikel den Schwachsinn noch auflöst oder weiter verschärft. Beim Nordboten ist ja beides drin, wie die Geschichte zeigt.

Mit der Schlagzeile und im Untertext kann man sich nur nicht ganz sicher sein, was passiert: Werden die „Fachleute“ weiter schlecht geschrieben, oder sind es doch Fachleute und sie sind eigentlich nicht erstaunt.

Solange sich der Schwerpunkt des Turms über der Grundfläche befindet, kippt das Ding auch nicht um. Und so schräg sieht er jetzt beim besten willen nicht aus. Wenn man auf der Neigungseite des Turmes steht und sieht von dort aus die gegenüberliegende Dachkante, dann wird’s eng. Aber solange das nicht passiert und da fehlen noch einige Meter an Neigung, solange kippt das Ding nicht um. Punkt.

Es ist allerdings zu befürchten, dass mit der Neigung die Stabilität des Turmes immer mehr zu wünschen übrig lässt. Er könnte also u.U. irgendwann in sich zusammenfallen, förmlich implodieren, wenn auch ohne den eigentlich dem Begriff immanenten Unterdruck. Nur umkippen, das wird sobald nix.

Irgendwie erinnert mich das an eine alte Geschichte. Ein Zitat aus der gleichen Zeitung vor längerer Zeit „Die neuen Leitungen haben eine Leistung von 75 Ohm.“ Die Autorin legte dabei sogar den Fachleuten ihren Artikel vorab zur Kontrolle der Fachlichkeit vor und das wurde zur Korrektur vorgeschlagen. Dringestanden hat’s trotzdem. Als Journalist ist man offensichtlich unfehlbar.

Wer in Physik nicht zu lange gefehlt hat, wird sich erinnern, dass „Leistung“ und „Ohm“ nicht wirklich zusammenpassen. Insgesamt bleibt der Satz sowieso fragwürdig, weil, was auch immer damit ausgesagt werden sollte, die alten Leitungen hatten das auch.

Rechnungen

Freitags (19:00 Uhr, Torcafé Neubrandenburg) findet ein Bloggerstammtisch statt, der zwar größtenteils von Piraten gekapert wurde, aber trotzdem immer noch existiert, da auch Piraten bloggen. Gestern hatten wir mal ein schönes und vor allem auch praxisnahes Thema: Wie hoch könnte man Neubrandenburg heben, wenn man 100 kg verlustfrei in Energie umsetzen könnte. Da ich bei solchen Themen ohne Zettel und Stift etwas hilflos (alte Schule) bin, trage ich hier mal mein Ergebnis nach, das sich vom gestrigen doch etwas unterscheidet.

Der Ansatz: 100 kg in Energie umsetzen läuft natürlich auf die berühmte Einsteingleichung hinaus, also steht zum Anheben von Neubrandenburg E = m * c² zur Verfügung, wobei c die Lichtgeschwindigkeit und m die 100 kg sind.
Mit der Anhebung von Neubrandenburg führen wir der Stadt potenzielle Energie zu. Epot = mNB * g * h. Die Fallbeschleunigung g nehmen wir mal mit 9,81 m/s² an, die Höhe h ist ja gesucht. Fehlt nur noch die Masse von Neubrandenburg. Die Masse eines Körpers berechnet sich aus m = ρ * VNB, mit ρ als Dichte und VNB als Volumen. Das Volumen wiederum ist das Produkt aus der Grundfläche A und die Dicke d.

Bauen wir mal alles zusammen.

E = Epot

m * c² = mNB * g * h

m * c² = ρ * VNB * g * h

m * c² = ρ * ANB  * d * g * h

Wir suchen die Höhe h, also wird die Formel umgestellt.

h = (m * c²)/(ρ * ANB * d * g)

m = 100 kg
c = 300’000’000 m/s
ρ = 5,5 g/cm³ = 5500 kg/m³ (mittlere Erddichte)
ANB = 85,7 km² = 85’700’000 m²
g = 9,81 m/s²
d = 5 m (Arbeitsthese)

Überprüfung: Alles Größen in SI-Einheiten: check.

h = (100 * 300’000’000²) / (5500 * 85’700’000 * 5 * 9,81)

h = 389278 m

h ≈ 390 km

Das heißt: Die physikalische Energie jedes leicht übergewichtigen Neubrandenburgers reicht aus, um die Stadt 390 km anzuheben. 1000 Neubrandenburger würde man benötigen, um die Stadt hinter den Mond zu befördern. Die sollten wir mal finden. Wieviele Leute arbeiten eigentlich in der Verwaltung?

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