Da hatten mal ein paar Leute eine gute Idee: Anstatt, dass jeder Radiosender seine eigene App ins Netz stellt, damit seine Hörer sich mit den ganzen Lieblingssender-Apps die Smartphones vollmüllen, lasst uns doch eine App machen, mit denen man alle Radiosender hören kann.

Ta taaaa. Seit gestern gibt es sie jetzt fürs WindowsPhone, iOS und Andoid ist schon länger verfügbar: die Radioplayer-App. Unter Radioplayer.de ist auch eine Webversion verfügbar. Und eine Aussage auf der Startseite: „Alle deutschen Sender in einer App.“ Da sind wohl einige über ihren eigenen Schatten gesprungen: öffentlich-rechtliche und private Veranstalter unter einer Decke … ähm … *hüstl* … in einer App.

Aber auf zwei Beinen kann man nicht stehen. Zumindest nicht sicher. Geometrie und Tischlereiwesen lehren: ein Stuhl/Tisch mit drei Beinen steht immer sicher. Selbst schief. Stellt sich die Frage: Wo befindet sich im Radioplayer die 3. Säule deutscher Radiovielfalt: Bürgerfunk, NKLs, Offene Kanäle und ähnliches. Das sind auch (Radio-)Sender, die fehlen.

Manchmal darf man doch ins Grübeln kommen, ob bestimmte Medien noch zu den Qualitätsmedien gehören oder nicht. Denn wenn wir etwas lesen wollen, dann sind es Fakten, Fakten, Fakten, und stimmen sollen sie auch noch.

Focus Online listet in einem Artikel die wichtigsten Webradiosender, nach Bundesland sortiert, auf. Da freue ich mich, dass unter Mecklenburg-Vorpommern doch eine ganze Reihe Sender Platz finden und NB-Radiotreff 88,0 schon in der zweiten Zeile steht – noch vor dem On Air-Platzhirsch Ostseewelle. 😉

Lustig ist an der Liste nur, dass neben N-Joy, NDR 1 Radio MV, NDR 2 und NDR Info auch noch der NDR Hörfunk aufgelistet ist. Doppelt hält besser. Und wenn schon NDR, dann natürlich auch das Nordwestradio. Im Nordosten. Nordwestradio ist ein Gemeinschaftsprogramm von NDR und Radio Bremen und Bremen ist – wie wir alle wissen – eine große Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.

Letztendlich ist die ganze Meldung eigentlich eine Nichtmeldung. In der Webradio-Liste findet sich kein einziges Webradio, sondern nur die üblichen öffentlich-rechtlichen und privaten Radioveranstalter, die man vom normalen Radio her kennt. Und die Überschrift verspricht dann auch noch, dass man im Artikel was darüber erfährt, wie man Radiosender streamen kann. Erzählt wird dann aber (eigentlich auch nicht), wie man streamende Radiosender empfangen kann.