Ohne Augen hört man besser

Fernsehen – wenn man die Augen zumacht, ist es wie Radio. Ich weiß nicht, für welches der beiden Medien das ein Kompliment und für welches ein Armutszeugnis ist. Das kann nur der Zuschauer bzw. Zuhörer entscheiden. Es scheint ja auch die Entwicklung zu geben, dass das Fernsehen immer mehr zu einem Nebenbeimedium wird, was das Radio bei den meisten schon ist. Hauptsache, es dudelt was nebenher und es ist nicht so still. Das Flackern des Bildschirms ersetzt das Kaminfeuer, nur: Es wärmt nicht.

Seit einiger Zeit überträgt NDR 1 Radio MV um 20 Uhr den Ton der zeitgleich laufenden Tagesschau. Ab 6. September schließt sich NDR info dieser Praxis an (siehe: Tagesschau künftig auch im Radio auf NDR Info). Die Frage, die sich da stellt: Warum macht gerade der NDR das von ihm verantwortete “Nachrichtenflaggschiff” so schlecht? Warum zeigt er an zwei hauseigenen Beispielen, dass die Sendung offenbar ohne Bilder auskommt? Wenn man eine Fernsehsendung 1:1 im Radio übertragen kann, ohne, dass etwas wesentliches fehlt, könnte man sie im Fernsehen für zumindest überbewertet, wenn nicht gar überflüssig halten.

Der einzige Grund scheint nur zu sein, dass sie um die Uhrzeit exklusiv im Radio nicht die Aufmerksamkeit erreichen würde als bei einer einer Ausstrahlung im Ersten, in fast allen Dritten, in zwei von drei Digitalkanälen, auf 3sat und drei weiteren Radiosendern.

2 Gedanken zu „Ohne Augen hört man besser“

  1. Ich weiß gar nicht, was du hast. Es ist doch praktisch, wenn man abends noch mit auto unterwegs ist. Sie germeiden zwar worte wie wie sie hier sehen und lesen ohne pausen flott durch, aber manchmal fehlt das bild doch.

    1. Dann ist aber die Radioausstrahlung fragwürdig. Irgendwie ist die Aktion das Gegenteil einer Win-Win-Situation. 😉 Entweder, es fehlt das Bild, dann hat die Ausstrahlung im Radio nichts zu suchen, oder es fehlt nicht, warum läuft die Sendung dann aber im Fernsehen?

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