Unlängst wurde ich mal darauf gebraucht, mir etwas mehr Gedanken über Geld zu machen. Nun heißt es zwar: „Über Geld redet man nicht, Geld hat man.“ Und genau hier lag das Problem. Was fängt man so alles mit seinem Geld an. Einige Bemerkungen als Anregung dazu.

Jeder Mensch mit einem geregelten bzw. regelmäßigem Einkommen ist in der luxuriösen Lage, sich zu überlegen: Was mache ich mit meinem Geld? Die Dringlichkeit der Beantwortung hängt so ein bisschen von der Menge des verfügbaren Geldes ab, aber man kann darüber ja mal sinnieren. Erster Punkt ist die Absicherung des gegenwärtigen Lebens: Miete/Hauskredit, Nebenkosten, Kleidung, Ernährung, Mobilität gehören sicher zu den größeren Posten, für die das Einkommen aufgewendet wird. Das kann man also alles schon mal abziehen.

Kommen wir zum Thema Versicherungen: Haftpflicht ist klar, da brauchen wir nicht drüber zu diskutieren. Für die Gegenwart braucht es sicher auch noch eine Hausrat- bzw. eine vergleichbare Versicherung, um das Eigentum wertmäßig zu schützen. Hat man ein eigenes Haus/Auto oder andere wertvolle Sachen, gibts da auch überall was für. Mit dem Blick auf die Zukunft ist eine EU/BU-Versicherung keine schlechte Idee. Unfallversicherungen sind dann schon eher ein nice to have, aber das muss man selber einschätzen, wie risikoreich man lebt. Für die Altersvorsorge gibt es private Rentenversicherungen. Sind andere Menschen vom eigenen Einkommen abhängig (Familie, Kinder, Angestellte), empfiehlt sich eine Risiko-Lebensversicherung. Die Kombination aus beiden ist dann die vielverkaufte Lebensversicherung = Altersvorsorge und Angehörigenabsicherung. Meist sind noch ein paar andere Module wie Sterbegeld u.ä. mit drin, da muss man dann genau gucken, nicht, dass man einiges doppelt und dreifach versichert. Da man mit der Altersvorsorge frühestmöglich anfangen sollte, die Angehörigenabsicherung aber meist später interessant wird, ist die Renten- und zusätzlich eine Risiko-Lebensversicherung eine interessante Option.

Ist jetzt immer noch Geld da, kann man erstmal prüfen:

  • Ist die Gegenwart und Zukunft ausreichend abgesichert?
  • Habe ich Reserven für größere Anschaffungen?
  • Habe ich einen Sparplan für größere Anschaffungen?
  • Was ist verfügbar, wenn was passiert?

Nun könnte man ggf. noch etwas mehr in die Altersversorgung investieren. Aber wenn die zusammen mit der gesetzlichen genügend einbringt: Was kann man dann mit dem Geld machen?

Einfache Antwort: Ausgeben. Anlegen bringt nix. Oder ist unmoralisch.

Klassische Geldanlagen bringen nichts ein. Dazu gibt es, auch wenn es komisch klingt, einfach zu viel Geld. Verlockend und lockend sind Aktien (entweder direkt oder über Fonds). Immobilien gibts auch noch und andere Geldmarktprodukte. Allen gemeinsam ist, dass ihr Wert auf Null sinken kann. Ja, auch bei Gold oder anderen Edelmetallen. Der Wert des Goldes wird im wesentlichen von dessen Image als Geldanlage gebildet. Wenn irgendwann die Elektronikindustrie die einzigen wären, die noch Gold für ihre Geräte brauchen, rutscht der Wert des Edelmetalls in den Keller. Irgendwo auf dem Niveau von Kupfer.

Für den Erwerb von Aktien wird immer wieder mal getrommelt. Da hilft ein Blick auf diejenigen, die da trommeln (lassen). Momentan hat nur ein kleiner Bruchteil der Deutschen überhaupt Aktien; und es sind die, die schon welche haben, die immer mehr dazu einladen, auch welche zu nehmen. Nachvollziehbar. Je höher die Nachfrage, desto höher der Preis. Da ist es wie mit jedem Schneeballprinzip: Gewinnen können nur die ersten, die mitmachen. Je mehr dabei sind, desto wenig bekommen die letzten. Okay, es sind so wenig Deutsche zur Zeit mit dabei, dass man noch zu den ersten gehören könnte, wenn man jetzt anfängt. Wer weiß … Wichtig ist nur: Gewinne, die man mit Geldmarktanlagen macht, sind immer auf Kosten anderer. Schließlich gibt es den Baron Münchhausen, der sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zog, nicht wirklich. Und so kommen mir Geldmarktgeschäfte meist vor.

Fazit: Wenn das gegenwärtige und zukünftige Leben abgesichert ist, bleibt nur noch Geld ausgeben und Spaß haben.

Geld zu haben lohnt zur Zeit nicht. „Legt es in Alkohol an! Da gibts bis zu 40% und mehr!“, möchte man bankengeplagten Pekunärbesitzern zuraunen. Tagesgeld oder Festgeld sind als Möglichkeit aber eher sowas von out. Da freut man sich natürlich, wenn man Post von seiner Hausbank bekommt und auf dem zugeschickten Werbezettel bei dessen flüchtigem Anblick 2,9% erblickt. Aber wie sagt schon Kollege Volksmund immer so schön: Der erste Eindruck trügt.

Bei genauem Blick ins Papier stellte ich dann ernüchtert fest, dass da keine 2,9% Zinsen angeboten werden sondern mir Mitteilung gemacht wird, dass meine Kontoführungsgebühr um 2,90 € pro Monat steigt. Oder genauer 26,80 € im Jahr (unter Berücksichtigung einer bisher jährlich zu bezahlenden Leistung, die neu dann inklusive ist). Da dachte ich mir: ‚Das muss nicht sein.‘ und ging mit zwei Fragen zu meiner Hausbank.

  1. Ist das ernst gemeint?

  2. Was können wir tun, damit ich nicht von der Möglichkeit der fristlosen Kündigung gebrauch mache?

Die erste Frage wurde mit „Ja.“ und die zweite mit – kurzgefasst und auf das wesentliche reduziert – mit „Nichts.“ beantwortet. Mit einem „Schade.“ auf den Lippen verließ ich die Räumlichkeiten, um mich zu informieren.

Wenn man sich umschaut, kann man den Eindruck bekommen, dass man mit kostenlosen Girokonten nur so zugeschissen wird. Commerzbank, Postbank, DKB-Bank, Spardabank, ING-Diba und noch einige andere Anbieter mit mehr oder weniger bekannten Namen sind dabei. Meist gibt es zwar ein paar Bedingungen, aber wenn man die erfüllt … Bisher hatte ich ja bei meiner Hausbank auch ein kostenloses Konto. Das musste ich denen zwar unter Androhung von Kündigung aus dem Kreuz leiern, aber ich hatte es denn. Mit komplettem Banking von zu Hause aus. Aber jetzt kostet das eben 2,90 €/Monat mehr.

Und dann die Begründung für die Preiserhöhung!

Seit 11 Jahren halten wir die Preise … stabil. In diesem langen Zeitraum haben wir unsere Leistungen stets weiterentwickelt …

Ha! Um den Preis für das Konto stabil zu halten, musste ich alle Überweisungen usw. selbst eingeben. Ein Abgeben von Überweisungsträgern bei der Hausbank war nicht möglich bzw. sehr teuer.

Gleichzeitig sind die Kosten so deutlich gestiegen, dass wir unsere Girokontopakete … mit neuen Preisstrukturen ausstatten werden.

Ha! Ha! 26,80 € p.a. mehr für eine Leistung, die ich im wesentlichen selber erbringe. Der Hausbank ihr Rechenzentrum verwaltet meinen Kontostand und deren Geldautomaten versorgen mich mit Bargeld. Mehr machen die nicht.

Die neuen Grundpreise beinhalten fast alle Leistungen, die Sie bisher … in Anspruch genommen haben.

Leistungen, die ich in wesentlichen Teilen selber erbracht habe! Dateneingabe und Überprüfung der Überweisungen und Daueraufträge. Datenübertragung ins Rechenzentrum. Wenn ich nach der neuen Preisstruktur meine Überweisung am SB-Terminal SELBST eingebe, kostet das 2,- €! Wenn ich Kontoauszüge ausdrucken lasse am Kontoauszugsdrucker, kostet das 0,50 € (ab 2015). Lasse ich mir diese zuschicken, kostet das 0,68 €, hole ich sie am Schalter, sind es 1,- €. Unverschämt.

„Die Kosten sind gestiegen.“ Dazu muss man vielleicht wissen, dass diese Hausbank in den 1990er Jahren ein Produkt auf den Markt warf, dass damals durchaus eine gewisse Attraktivität hatte vor allem für Leute, die längerfristig denken. Ehrlich gesagt dachte ich damals nicht so, aber aus irgendwelchen Gründen habe ich auch so einen Vertrag.

„Prämiensparen flexibel“ nennt sich das Produkt. Da zahle ich seither jeden Monat was ein. Das Produkt wirft zwei Erträge ab: Sparzinsen und die namesgebenden Prämien. Erste sind den Launen der Zeit unterworfen und liegen derzeit auf dem Boden (irgendwas bei 0,1%). Die Prämien steigen aber Jahr für Jahr für Jahr. Wenn ich mir die Zahlen auf meinem entsprechenden Kontoauszug so ansehe, entspricht diese Prämie mittlerweile einer jährlichen Verzinsung von 2,5%. Tendenz steigend. Die Zinsen zu bekommen ist schwer heutzutage. Und diese Zinsen zu erwirtschaften ist ebenfalls schwer. Deswegen ist das einer der o.g. Kostenposten, die jetzt anderswo wieder reingeholt werden müssen, aber das schreiben sie natürlich nicht in ihre Mitteilungen.

Jetzt ging ich auch zu einer der Banken mit kostenlosem Girokonto und ließ mich beraten. Nächste Woche habe ich meinen Termin zur Kontoeröffnung. Danach werden Lastschriften und Daueraufträge umgearbeitet (macht die neue Bank) und dann das alte Girokonto gekündigt (macht auch die neue Bank). Tschau alte Hausbank, hallo neue Hausbank. Das Prämiensparen lasse ich natürlich bei der alten Bank. Ich bin ja nicht blöd.