Handel in Augenhöhe

Kunden sind von den AGBs und sonstigen Vorgaben abhängig, die der Handel ihnen vorgibt. Die einzige Chance, wie man gegen bestimmte Punkte in den AGBs vorgehen kann, ist die Möglichkeit, sich einen anderen Anbieter zu suchen. Sicher kann man im Streitfall auch gegen die AGBs oder zumindest gegen strittige Punkte darin klagen, aber … na ja.

Muss das so sein? Warum bauen sich Kunden nicht auch eine AGB, in der sie ihre Vertragsbedingungen definieren und geben so dem Handel die Chance, sich seine Kunden so auszusuchen, dass die Kunden-AGB und die Anbieter-AGB möglichst weitreichende Übereinstimmung haben?

Beispiel: Ich las jetzt mehrfach von einer Supermarktkette, die Lebensmittel auch nach Hause bringt (in einigen Städten). Dort kamen aber manchmal nicht die bestellten Sachen, weil nicht verfügbar an, sondern wurden durch andere, teils minderwertige Produkte ersetzt, die der Kunde aber nicht haben wollte, laut AGB aber abnehmen musste. Dem würde ich eine AGB entgegensetzen, dass ich nur die bestellten Produkte oder – bei Nichtverfügbarkeit – keine Ersatzprodukte erhalten möchte.

Liegen Kenia, Brasilien, Guatemala oder Indien in unserem Norden?

Regionale Produkte in unseren Supermärkten: Eine tolle Idee, wie ich finde. Aber manchmal ist es schon komisch, wie das passiert. Da werden hier in der Region, auch mit regional erzeugten Zutaten, Produkte produziert und sogar deutschlandweit (wenn nicht weiter) vertrieben, aber kein Hinweis auf die regionale Herstellung (auch nicht hier in der Region). Auf der anderen Seite gibt es auf regional getrimmte Produkte, die es beim genauen Hinsehen gar nicht sind. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kunden einer großen Handeskette Fleisch und Wurstwaren der Metzgerei „W. Brandenburg“ aus Frankfurt am Main(!) gekauft haben, weil sie dachten, die Produkte kommen aus dem ähnlich benamsten Nachbarland. Übrigens stellt diese Metzgerei auch Rügenwalder Teewurst her … Kein weiterer Kommentar.

Doch zurück zu den positiven Beispielen: Regionale Produkte von regionalen Erzeugern und Produzenten. Eine Handelskette hat dafür sogar eine eigene Handelsmarke eingeführt und verkauft unter „Unser Norden“ regional hergestellte Produkte: Fischkonserven, Kartoffelprodukte, Marmeladen, Gebäck und vieles andere mehr. Da kann ich mir den regionalen Bezug auch vorstellen: Von der Erzeugung, der Ernte oder dem Fang bis zur Verarbeitung alles hier im Norden passiert. Da freut sich das Lokal- bzw. Regionalpatriotenherz, auch, wenn es feststellt, dass das eine oder andere aus Schleswig-Holstein kommt und nicht aus Mecklenburg-Vorpommern.

Allerdings scheint man bei der Handelskette etwas zuviel in die Marke packen zu wollen: Zumindest wusste ich noch nicht, dass man in den beiden nordischen Bundesländern auch Cashew-Nusse, Bananen oder Kaffee anbaut und erntet. Das verwässert die Marke wieder sehr stark und man macht sich Gedanken, ob die anderen Produkte wirklich komplett aus unserem Norden kommen.

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