Und nun: Die Werbung

Zur Zeit ist immer wieder der Streit zwischen im Internet Werbetreibenden, Usern und AdBlocker-Anbietern präsent, so dass ich mal über meinen Standpunkt dazu nachgedacht habe. Das ist aber eine recht komplexe Angelegenheit und so kurz mit dem Handy-im-Blog-Schreib-Programm vom Klo aus nicht abzuhandeln.

Zum einen ist die scheinbare Kostenlos-Kultur im Internet ohne Werbung nicht finanzierbar, zum anderen scheinen einige Werbetreibende an ADHS zu leiden, so aufdringlich, wie die Werbung auf einigen Webseiten mittlerweile wirkt. Der goldene Mittelweg wird noch gesucht, hoffe ich mal.

Auf dem Rechner habe ich keinen AdBlocker. Trotzdem sehe ich kaum Werbung im Internet. Mein AdBlocker sitzt irgendwo zwischen der Netzhaut und dem Zentrum der bewussten Wahrnehmung. Ich konzentriere mich auf die Inhalte, wegen derer ich eine Webseite aufgerufen habe, das drumherum stört mich nicht, ich nehme es auch nicht bewusst wahr.

Ein wenig nerven nur Seiten, bei denen Werbung den Blick auf die Inhalte versperrt und das Wegklickkreuzchen sehr unscheinbar ist und immer woanders steht. Krönung sind dann nur Seiten, die oben mit einer breiten Bannerwerbung beginnen, dann eine breite Kopfzeile haben und am unteren Rand so eine abdeckende Werbung. Hat man dann nur ein 600 Pixelzeilen auflösendes Display (z. Bsp. Netbook), sieht man vom Inhalt nichts mehr. Aber auch hier wirkt trotzdem der humane AdBlocker: Die Webseite wird einfach weniger oder gar nicht mehr besucht.

Auf ihrer Suche nach Aufmerksamkeit übertreiben die Werbetreibenden immer mehr und wundern sich dann, dass AdBlocker wachsende Verbreitung finden. Sie schaufeln sich ihr eigenes Grab. Sie weckt nur das Interesse, dass in der Anlage beim User schon vorhanden ist. Dazu muss sie aber nicht die wirklich wichtigen Sachen überdecken.

Sachkenntnis unerwünscht?

Auf Welt.de steht manchmal aber auch Quatsch. Genau wie neulich, als in Tagesthemen und Morgenmagazin ein Paar Beine ohne Oberkörper auftauchten. Eine Autorin schusterte eine Story drumrum, die völlig ungetrübt von Hintergrundwissen zu sein scheint – Hintergrundwissen, das allgemein verfügbar ist.

Statt eines bewussten Scherzes oder eines vorgezogenen Halloween-Fests war sicherlich die hochmoderne Technik im neuen ARD-Studio für das mysteriöse Bild verantwortlich.

Schwachsinn, Stumpfsinn, Blödsinn! Da stand einfach nur eine Hose im Studio. Das hat mit Technik nix, aber auch gar nix zu tun. Ich will zwar nicht behaupten, dass man diesen Effekt auch elektronisch hätte herstellen können, aber dies wäre für das tagesschau-Studio eher untypisch. Im heute-Studio („grüne Hölle“), das bis auf den Tisch wirklich virtuell ist und in dem die Moderatoren vor einer grünen Wand agieren, wäre sowas eher denkbar. Das tagesschau-Studio ist keine „grüne Hölle“, das sieht während der Sendung genauso aus, wie es die Zuschauer sehen. Die Hintergrundbilder werden auf eine Leinwand hinter den Sprechern projiziert. Konnte man alles mal lesen, als das Studio in Betrieb ging.

Das sensible ARD-Technik-Equipment sorgt jedoch immer mal wieder für kleine Störungen wie am Sonntagabend.

Das war keine Störung! Das war bewusst so gemacht. Warum auch immer …

Doch sind auch faszinierende Spielereien möglich, um die Intensität einer Nachricht zu erhöhen. So erschien Caren Miosga im August 2014 auf dem Moderatorentisch und hielt eine Laudatio auf den verstorbenen Schauspieler Robin Williams, indem sie die „O Captain! My Captain!“-Filmszene nachstellte.

Lustig. Manchmal ist eine Hose einfach nur eine Hose ist eine Hose. Und Frau Miosga stand wirklich auf dem Tisch. Der ist genauso echt wie sie selber.

Man kann Mysterien auch herbei schreiben, wo gar keine sind. Von Welt.de hätte ich das nicht erwartet. Da gäbe es andere Quellen. Okey, aus dem gleichen Haus …

Handel in Augenhöhe

Kunden sind von den AGBs und sonstigen Vorgaben abhängig, die der Handel ihnen vorgibt. Die einzige Chance, wie man gegen bestimmte Punkte in den AGBs vorgehen kann, ist die Möglichkeit, sich einen anderen Anbieter zu suchen. Sicher kann man im Streitfall auch gegen die AGBs oder zumindest gegen strittige Punkte darin klagen, aber … na ja.

Muss das so sein? Warum bauen sich Kunden nicht auch eine AGB, in der sie ihre Vertragsbedingungen definieren und geben so dem Handel die Chance, sich seine Kunden so auszusuchen, dass die Kunden-AGB und die Anbieter-AGB möglichst weitreichende Übereinstimmung haben?

Beispiel: Ich las jetzt mehrfach von einer Supermarktkette, die Lebensmittel auch nach Hause bringt (in einigen Städten). Dort kamen aber manchmal nicht die bestellten Sachen, weil nicht verfügbar an, sondern wurden durch andere, teils minderwertige Produkte ersetzt, die der Kunde aber nicht haben wollte, laut AGB aber abnehmen musste. Dem würde ich eine AGB entgegensetzen, dass ich nur die bestellten Produkte oder – bei Nichtverfügbarkeit – keine Ersatzprodukte erhalten möchte.

Wunderoase in der Wüste

Mein Tab hat rechts auf halber Höhe einen Fleck, so groß wie ein Hühnerei. Die Touchdisplays vergessen aber auch nichts. Wer sowas schon mal gesehen oder in der Hand gehalten hat, wird das nachvollziehen können. Bei intensivem Gebrauch wird selbst aus dem hochwertigsten Retina- irgendwann ein Patinadisplay. Alles voller Fingertapsen oder entsprechender Schleifspuren. Mikrofasertücher helfen da übrigens sehr gut. Aber das erklärt nicht den Fleck. Der ist eigentlich auch nicht rechts, sondern oben, weil ich das Tab bei der morgendlichen kontemplativen Entleerung hochkant halte, um Twitter, E-Mails und Spider Solitär zu lesen bzw. zu spielen.

Womit wir beim eigentlichen Thema wären: Wie kommt der Fleck auf’s Display? Das passiert, wenn man plötzlich und beinahe unvorbereitet lauthals lachen muss und dabei mit dem Kopf auf dem Tab aufschlägt (mangels Tischplatte). Der Auslöser sei Euch nicht vorenthalten, hat aber eine kleine Vorgeschichte. Aus Gründen brauchte ich eine SIM-Karte, die mit einer Tages-Flatrate für den Internetzugang verbunden werden konnte. Bei der Recherche im Internet wurde ich schnell fündig. Ein bekannter Discounter bot ein entsprechendes Angebot feil. Allein: In unserer schönen Stadt gibt es keine Filiale. Postversand war auch nicht vorgesehen, aber wozu hat man sich im Land rumtreibende Kollegen. „Kannst Du mir mal was mitbringen?“, war schnell in den Raum geworfen und – weil alles gut klappte – hatte ich am nächsten Tag die SIM-Karte auf dem Tisch.

Wenn nur alles so gut funktionieren würde. Aber noch ging es positiv weiter. Die Freischaltung der SIM-Karte war schnell erledigt. Online ist sowas ja einfach gemacht. Nachdem alles eingegeben war, wurde ich darüber informiert, dass der Vollzug bis zu 24 Stunden dauern könnte. So weit, so normal. Ich probierte ab und an, mich auf der Service-Webseite mit meinen neuen Zugangsdaten einzuloggen (manchmal gehts ja auch schnell), dann ging ich zu Bett (der ganze Vorgang spielte sich am Abend ab).

Der nächste Tag sah mich nach einem Brunch das Einloggen nochmals probieren und – Hurra! – es klappte. Die Karte war freigeschaltet. SMS-Empfang ging auch (die Karte steckte in einem Datenstick, so konnte ich das Anrufen nicht probieren), rausgehend konnte ich dank 0,- Euro Prepaid-Guthaben nicht testen. Aber das Netz wurde korrekt von der Einwahlsoftware angezeigt. Es galt, den Guthabenstand zu erhöhen, also suchte ich nach einer entsprechenden Eingabemöglichkeit von Kontoverbindung oder Kreditkarte auf der Serviceseite im Netz. Fündig wurde ich nicht. Sollte es solch selbstverständliche Möglichkeit hier nicht geben? Das wäre ja blöd.

Irgendwann auf der Suche nach der Möglichkeit, mein Geld loszuwerden, fand ich dann doch den Satz: „Sie können Guthaben im Wert von 15,- € oder 30,- € problemlos in jedem {Lebensmitteldiscountername} Markt in Deutschland aufladen.“ Sollte das wirklich wahr sein? Ich erinnere daran, dass es vor Ort diesen Discounter nicht gibt. Der nächstgelegende ist ca. 30 km entfernt. Habe ich da wirklich so in die Sche… gegriffen? Das kann nicht sein! Also schrieb ich eine E-Mail an den Support und harrte einer Antwort.

Kollegen sind doch immer wieder eine gute Anregung, wenn es um Informationen, die man eigentlich selber kennt, geht, nur gerade nicht präsent hat. Meine Hausbank bietet neben allerlei anderer Dienstleistungen auch das Aufladen von Handyguthaben an. Ein Blick auf den nächstgelegenen Geldautomaten bot zwar nicht die Auswahl des Lebensmitteldiscounters, aber den des technischen Betreibers, der dahinter steht. Also habe ich den ausgewählt, die Telefonnummer der SIM-Karte eingegeben und 15 Euro beauftragt. Meine Bank meldete erfolgreichen Vollzug. Auf der Servicewebseite zur SIM-Karte erschien die Summe vorerst nicht, wohl aber das Startguthaben von 5,- Euro. Datum und Uhrzeit dieser Buchung in Verbindung mit dem Erscheinen auf der Webseite deuteten an, dass hier immer erst etwas Zeit vergehen muss. Also machte ich mir erstmal um meine überwiesenen 15 Euro keine Gedanken. Der nächste Morgen brachte dann den Fleck auf’s Tab.

Bei der morgendlichen E-Mail-Schau bedeutete mir eine Nachricht, dass bei einem meiner Mailprovider eine Mitteilung in einem Spamverdachtsordner läge. Ich vermutete – wie sich herausstellte: völlig zu Recht – dort die Antwort auf meine Supportanfrage. Als ich sie vom Makel der Unredlichkeit befreit hatte, las ich nach einer freundlichen Anrede zu meinem Erstaunen und auch zu meiner Verwirrung folgendes:

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass Sie Ihre Karte von {Lebensmitteldiscountermobilfunktarifname} ausschließlich in allen teilnehmenden Märkten aufladen lassen können.
Alternative Wege zur Aufladung bieten wir nicht an.
Aufladekarten erhalten Sie im Wert von 15,- EUR und 30,- EUR.
Bei Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Sollten meine 15 Euro entgegen der Nachricht meiner Hausbank einfach so verschwunden sein? Das Banken gern mal Geld verschwinden lassen, ist ja an sich nichts neues, aber so kleine Summen? Blitzschnell loggte ich mich in den Servicebereich des Betreibers meiner neuen SIM-Karte ein. Standen da nach wie vor nur die 5 Euro Startguthaben oder waren sie auf 20 Euro durch meine Überweisung aufgestockt? Ist das Geld verloren? Oder kann ich es zu Übertragungszwecken nutzen? Wie kann ich die 15 Euro, sollten sie nicht auf dem Prepaid-Konto auftauchen, wieder zurückbuchen? Geht das überhaupt, und wenn ja, wie? Laut E-Mail kann das Geld ja nicht auf dem Prepaid-Konto ankommen …

Als ich den Kontostand sah, schlug ich dann doch vor Lachen auf dem Tab auf. Entgegen der Supportnachricht gibt es offensichtlich doch mindestens eine weitere Möglichkeit, Geld auf die SIM-Karte zu laden. Da stellt sich vermutlich die Frage, warum der Support dies nicht mitteilte. Über die Antwort auf diese Frage darf spekuliert werden. Ich vermute mal entsprechende Vertragsbedingungen zwischen SIM-Karten-Anbieter (=Lebensmitteldiscounter) und Dienstanbieter (=Mobilfunkprovider). Letzterer wird dazu verpflichtet sein, diese Antwort zu geben, weil in der Kalkulation des Angebots (der Dienstanbieter hat vergleichbares im Portfolio, aber teurer) durch den Lebensmitteldiscounter eine Rolle spielt, die Kunden mehr an den Laden zu binden und ihn immer wieder in die Räume zu locken, dass er weitere Umsätze generiert. Außerdem wird im Verkauf der Aufladekarten mehr Geld zu verdienen sein als im Verkauf der SIM-Karten. Soweit meine kleine Spekulationsblase.

Voll vernetzt und trotzdem nicht erreichbar

Manchmal ist es zum Verzweifeln. Und so mancher Freund oder gute Bekannte kann darüber ein Lied singen. Mich zu erreichen, ist manchmal nicht einfach. Dabei sind die technischen Voraussetzungen mehr als ausreichend. Es gibt 9 Telefonnummern, die mir direkt zugeordnet sind. Hinzu kommen noch zwei dienstliche Nummern. Von den 11 Rufnummern landet eine direkt auf einem Anrufbeantworter und eine auf einem Fax, aber eine ist auch dabei, bei der zu wesentlichen Zeiten des Tages jemand sitzt, der weiß, wo ich bin.

18 Einträge beinhaltet mein Multimessenger, der kann aber kein Skype, also sind es 19 Kanäle bei 8 Diensten (Skype, MSN/Live, AOL/AIM, Yahoo, Facebook, ICQ, Jabber, GoogleTalk). Beinahe hätte ich noch Twitter, MeinVZ und Diaspora vergessen, wo ich auch erreichbar bin. Ebenfalls hinzu kommen noch zwei Community-Webseiten, wo ebenfalls dort angemeldete mir Nachrichten zukommen lassen können (macht 24 Kanäle). Mein E-Mail-Programm leert 27 E-Mail-Konten, die aber zum Teil auch schon E-Mails sammeln. Ergänzend sei erwähnt, dass zumindest ein Teil der o.g. Messengerdienste auch eine E-Mail schicken, wenn ich angeschrieben werde, aber nicht online bin. Und die gute alte SMS gibt es auch noch.

Zwei PCs, ein Netbook, drei Telefone, ein Handy (klassisch) und ein Smartphone stellen die technische Basis sicher. Auf letzterem werden u.a. auch viele, aber nicht alle, E-Mail-Adressen abgehört, direkt oder indirekt. Neben den direkt zugeordneten Telefonnummern und Diensten gibt es zum Beispiel auch eine Handynummer, die bei mir parallel das Handy, das Festnetztelefon und ggf. auch Skype klingeln lässt. Die wichtigsten Festnetznummern sind ab dem 5. Klingeln   aufs Handy weiter geleitet. Man kann also fast sagen, die wichtigsten Kommunikationswege enden auch immer irgendwie auf Handy oder Smartphone, was eigentlich eine große Erreichbarkeit ausmacht.

Tja, und dann sind beide Geräte in der Jackentasche und die Jacke hängt im Schrank oder anderweitig außer Hörweite. Wobei ich mittlerweile auch schon recht gut darin bin, die Hinweiszeichen der beiden Geräte, die Aufmerksamkeit erheischen, zu ignorieren, wenn es die Situation erfordert oder nahe legt. Aber da brauche ich mich wohl auch kaum darüber wundern, wenn ich dann immer wieder Beschwerden zu hören bekomme, dass ich nicht erreichbar bin. Aber ich kann den Beschwerdeführern entgegen schleudern, dass 95% aller Kontaktwege mindestens einmal am Tag abgefragt werden.

Memo an mich: Kommunikationswege aufräumen und ausmisten. Das ist alles historisch verwachsen, brauche ich das wirklich noch alles?

 

Unnütz und überflüssig

Ein ganz wichtiger Gedanke gleich an den Anfang: Die nachfolgende Aufzählung ist auf keinen Fall vollständig. Sie ist auch streng subjektiv. Aber sie soll mal eine Anregung zum Weitergucken sein.

75 (in Worten: fünfundsiebzig) Fernsehsender bringt mir mein Hausaltar ins Wohnzimmer, die ich mir ansehen kann, die an mich gerichtet sind. Nicht alle Sender bringen rund um die Uhr Programm, so dass wir nur mit ca. 1500 Stunden pro Tag rechnen müssen. Bei der Masse gibt es dann doch schon mal die eine oder andere Minute, die überdenkenswert oder gar überflüssig ist. Eine Auswahl:

  • Börsenberichterstattung
    Wieviele Deutsche besitzen Aktien? Weniger als 4%, so heißt es. Da gibt es ausreichend andere, ähnlich umfangreiche Randgruppen, die in den Medien nicht so präsent sind.
  • Lottozahlen in den Hauptnachrichtensendungen
    Hallo? Jede Lottowerbung muss mit dem Hinweis auf das Suchtpotenzial versehen werden, warum kommt wird das nicht bei der Werbung für Lotto in den Nachrichtensendungen gemacht? Der gute Zweck, der mit den Erlösen unterstützt wird, heiligt nicht alle Mittel.
  • Wetterbericht bei EinsExtra aktuell kurz vor der vollen Stunde
    Was soll das? Mehrere dynamische Wetterkarten gleichzeitig, die unerläutert in der Gegend rum stehen. Ich hoffe mal, dass ich nicht der einzige bin, der da überfordert ist, dem zu folgen.
  • Scripted Reality Shows, die sich den Anschein geben, echt zu sein
    Eigentlich müsste während der ganzen Sendung der Hinweis, dass alles gescripted ist, also erstunken und erlogen, vornehm: ausgedacht, als Logoergänzung eingeblendet werden, ähnlich wie bei Live-Sendungen. „Verdachtsfälle“, „Betrugsfälle“, „Mitten im Leben“, „Familien im Brennpunkt“, „Die Schulermittler“, „Unter uns“, „Alles was zählt“, …
  • Betroffenheitstriefende Moderatorengesichter in Boulevardmagazinen, wenn es in einem Beitrag „gemenschelt“ hat
    Das kommt immer so falsch und gespielt rüber, schrecklich. Es wäre schön, wenn man öffentlich-rechtliche Sender von dieser Kritik ausnehmen könnte, aber leider geht das nicht. „Brisant“ scheint da ein Vorreiter zu sein, das wundert aber nicht, weiß man, welche Anstalt für die Sendung verantwortlich ist.
  • manche Teleshopping-Sendung
    Die Betonung liegt auf „manche“, vor allem, wenn solche Sätze vorkommen wie: „Sie bekommen gratis dazu diese Deckelhalterung, wir berechnen ihnen dafür lediglich eine kleine Bearbeitungsgebühr von 9,95€  …“ Die Teleshopping-Sender schließe ich mal pauschal von diesem Vorwurf aus, handelt es sich dabei doch rein rechtlich um kein Fernsehen sondern um Mediendienste. Allerdings habe ich sie bei den 75 Fernsehsendern oben mitgezählt. 😉 Sie haben nicht nur rein wirtschaftliche Interessen, sondern auch eine wichtige psychologische Funktion, sind das doch die einzigen Programme, die weitläufig direkt mit den Zuschauern kommunizieren.
  • Jugendsendungen von Erwachsenen
    Neulich las ich mal folgende Sendungsbeschreibung: „DASDING.tv ist die lässigste Sendung im SWR Fernsehen. Versprochen. Außer Du stehst auf Eisenbahnromantik.“ Ein echter Schenkelklopfer, zumal, wenn man beide Sendungen kennt. Müsste es da nicht auch „… lässlichste Sendung …“ heißen? Manchmal fühle ich mich beim Anblick solcher Sendungen an einige Mittdreißiger erinnert, die immer noch krampfhaft versuchen, wie Mittzwanziger zu wirken. Die dazu gehörige Floskel lautet: „auf jung gequälte Tabakruine“.
  • „Sender XY aktuell Eins30“ oder „Nachrichtenflaggschiff in 90 Sekunden“ Kompaktnachrichten
    Natürlich weiß ich, dass diese Sendungen nicht primär für die Ausstrahlung im Fernsehen produziert werden, sondern als Fastfood für die Generation Internet. Vermutlich lässt aber irgendein (Staats-)Vertrag die reine Internetausstrahlung nicht zu. Sie sind gekennzeichnet durch übergroße Schrifteinblendungen, Standbilder und einer Moderationsoptik, die Nasenhaare und „das weiße im Auge des Moderators“ erkennen lässt. Eben die Anforderungen für die niedrigen Auflösungen im Internet. Dazu eine Handvoll Fakten, die einem um die Ohren gehauen werden, ohne Einordnung, ohne Hintergrund, ohne Sinn, wenn man nicht sowieso halbwegs auf dem laufenden ist. Internetclips im Fernsehen – das vergleichbar mit der ähnlich sinnvollen Ausstrahlung einer Fernsehsendung im Radio. Gibt’s auch.

Zeit ist relativ (aktualisiert/ergänzt)

Was versteht der geneigte Leser unter dem Begriff „kurzfristig“? Kann man kurzfristig genau definieren? Für einen Astronomen, der sich schwerpunktmäßig mit Kosmologie befasst, kann „kurzfristig“ sicherlich schon mal einen Zeitraum von ein paar Millionen Jahren umfassen. Aber bei denen sind ja auch alle chemischen Elemente jenseits Wasserstoff und Helium „Metalle“. Kein Spaß.

Neulich habe ich mal etwas in einem großen hiesigen Internetshop bestellt. Und wer sich jetzt wundert, die Kombination „großer Internetshop“ mit „hiesig“ erscheint vielleicht etwas widersinnig, dem sei versichert, dass es das wirklich gibt: Einen großen Internetshop (nicht nur, aber auch), der in unserer Stadt beheimatet ist. Die Bestellung ist auch eingegangen, eine E-Mail unterrichtete mich:

Nun ist „kurzfristig lieferbar“ eine eher vage Angabe. Werfen wir also einen Blick auf die Webseite:

Wir lernen: Kurzfristig heißt 3-5 Werktage. Oder brutto: eine Woche. Kann man das eigentlich einfordern, wenn das da steht?

Vielleicht sollte ich nochmal in die Bestätigungs-E-Mail gucken:

Und seither keine weitere Information. Servicewüste Deutschland.

Update 06.09.2011: Aus der Oststadt über Altentreptow in die Innenstadt. Manchmal muss man erst was schreiben, dann geht alles schnell. Wobei im konkreten Fall wohl doch beides nichts miteinander zu tun hat. Das Päckchen kam und ich habe jetzt meinen eigenen blauen Yeti. Irgendwann demnächst werde ich ihn Euch auch noch vorstellen. Fällt mir nur noch ein alter Witz zu ein: Treffen sich zwei Yetis, sagt der eine: „Ich habe neulich den Reinhold Messner gesehen.“ Meint der andere: „Ach, den gibts wirklich?!“

Scherben bringen Geld – Ein Versuch

Nicht nur die Wege des Herrn, sondern auch die des Netzes – gemeint ist natürlich das Internet – sind sprichwörtlich unergründlich. Trotzdem gibt es immer wieder Ereignisse, die die Geisteskräfte des Nutzers, auch User genannt, herausfordern, um manche Informationswege und Zusammenhänge, wenn auch schon nicht zu beweisen, so doch aber irgendwie nachvollziehen zu können. Auf denn!

Es war einmal ein gar nicht so fernes Land, das im 13. Jahrhundert erstmalig erwähnt wurde. Da die Schreiberlinge damals doch recht versnobt waren, gaben sie dem Land einen lateinischen Namen: terra Stargardiensis. Das Land bzw. die Herrschaft Stargard, wie der gemeine, deutsch sprechende Pöbel es nannte, lag rund um eine gleichnamige Burg (siehe Bild), die heute einer kleinen Stadt unweit Neubrandenburgs ihren Namen leiht.

In diesem Land ging und geht immer mal wieder was kaputt, das fleißige Handwerker immer wieder versuchen zu reparieren. Aber bei aller Hochachtung vor ihrer Kunst und ihren Fähigkeiten: Ein gewisser Teil war unwiederherstellbar zerstört, vor allem viele Sachen aus Glas waren nur noch Bruch, der irgendwo gesammelt und deponiert werden musste. Vielleicht könnten spätere Generationen noch etwas mit dem ganzen Stargarder Bruch anfangen.

Schauen wir ins hier und heute. Das Internet ist ein weites Feld und der Versuch, darin oder damit Geschäfte zu machen, verbreitet sich überall. Eine Osnabrücker Firma hat es sich auf die Fahnen geschrieben, so viele halbwegs sinnvolle Domains wie möglich für sich zu registrieren, um diese dann mit Gewinn weiter zu verkaufen. Nun taugt aber eine einfach nur registrierte Domain wenig; wenn sie gefunden werden soll, muss etwas Inhalt dahinter. Das geht recht einfach mit einer Blogsoftware und einem Plugin, das automatisch News von Suchmaschinen integriert.

Man muss nur noch geschickt die Suchbegriffe zur Domain auswählen und schon läuft der Rest fast automatisch. Der Blick ins Impressum zeigt, dass zum Beispiel www.17033.de und www.17034.de (zwei der drei wichtigen Postleitzahlen von Neubrandenburg) auf diese Art vergeben sind. Aber auch für Firmen, die sich mit zerbrochenem Glas beschäftigen, hat die Firma Domains im Angebot. www.glasbruch24.de sei als ein Beispiel genannt.

Bringen wir beide Themen zusammen, so finden wir auf dieser Seite genau den Grund, warum die alten Stargarder den ganzen Glasbruch in der danach benannten Deponie, dem Stargarder Bruch, gesammelt haben. Damit er durch spätere Generationen und den zukünftigen Besitzer der Domain glasbruch24.de weggeräumt werden kann, wie wir einem Blogartikel dort entnehmen.

P.S.: Frank: Weißt Du noch, wann Du die Bilder gemacht hattest und wann die Veranstaltung war?

 

Was soll der Scheiß? Wem nutzt das?

Ja, ich weiß, die Überschrift ist etwas vulgär formuliert, aber manchmal geht’s eben auch mal mit mir durch. 😉 Auslöser dazu war eine kleine Meldung bei Satnews über die Auswirkungen des 12. Rundfunkstaatsvertrag. Dieser legt unter anderem Fest, wie lange bestimmte Informationen, die die öffentlich-rechtlichen Anstalten gesammelt haben, im Internet enthalten sein dürfen. Nachrichten, Hintergrundinformationen, Serviceangebote, Kochrezepte, Haushaltstipps, Rezensionen, Kulturangebote – zum Teil über Jahre angesammelt und systematisiert – bekommen ein Ablaufdatum.

Die Meldung bezieht sich zwar auf den WDR, aber ähnlich sieht es bei den anderen Anstalten aus. Geschätzte 80 bis 90% der Onlinebeiträge werden in Kürze gelöscht bzw. sind es bereits schon. Und das, ohne dass es einen ebenbürtigen Ersatz gibt!  Wenn man dann noch berücksichtigt, dass diese Angebote u.a. mit meinem Geld bezahlt wurden, ich (wie jeder andere Gebührenzahler) jetzt also bestohlen werde, fehlt mir dafür völliges Verständnis.

Die genauso offizielle wie fadenscheinige Begründung: Gebührenfinanzierte Wettbewerbsverzerrung. Dann will ich jetzt aber auch binnen kürzester Zeit privat finanzierte bzw. kommerzielle Internetangebote haben, in denen ich genau die Informationen wiederfinde, die durch den Vertragspassus in den Webseiten der öffentlich-rechtlichen Anstalten verschwunden sind. Aber bitte vollständig! Da es das aber vermutlich nicht geben wird, stellt sich wirklich die Frage: Wem nutzt diese Löschung der Daten im Netz?

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