Der Tunfisch hatte den Verlust auch schon zu beklagen, Goethe durfte seins behalten. Das ist das Privileg der Eigennamen. Den Hämorriden ging es mittlerweile ab und den Jogurt ziert es nicht mehr. Dem Kängeru ist hinten was abgefallen und auch aus der Myrre ist es herausgeschnitten. Rau ist nicht mehr glatt und die Spagetti kommen ohne aus.

Der geneigte Leser hat natürlich erkannt, dass es um das stimmlose oder stumme „h“ geht, dass laut aktueller deutscher Rechtschreibung wegfallen kann. Der Franzose an sich hatte sowieso schon immer ein Problem mit dessen Aussprache, auch, wenn es mit Stimme gesprochen werden sollte. So wird die Geschichte von einer französischen Schülerin kolportiert, die in Deutschland Au pair machte und in der Zeit Haarausfall bekam. In der Apotheke fragte sie nach einem Mittel gegen “ ‚aarschwund“ (ich liebe die französische Betonung, sie ist so süüüüüß.) und wundert sich seither, dass die Deutschen gegen Haarausfall Babypuder benutzen …

Einige Männer müssen auch wissen, dass sie Geschlechtsverkehr haben, wenn sie Viagra einnehmen. Aus diesem Grund erhalten Sie möglicherweise von Ihrem Arzt eine Benachrichtigung über die Anwendung Ihres Viagra.

Ob nachfolgendes fehlendes „h“ nun neue deutsche Rechtschreibung oder nur das Ergebnis eines frankophilen Druckers ist, wird eine Frage bleiben.

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Manchmal lohnt es sich, auch bei Papierspam („Postwurfsendung“) mal genauer hinzusehen. Auf dem Energiemarkt gibt es ja immer mal wieder neue, günstige Angebote. Und da die Anbieter ihre Wunschkunden auch wirklich locken, wird ihnen auch gleich noch eine Vergleichsrechnung aufgemacht, damit das Einsparpotenzial gleich deutlich herauskommt.

Der nach eigenen Angaben „Energiediscounter“ eprimo erfreute mich und meinen Briefkasten mit einem Schreiben, worauf sich diese Vergleichsrechnung befand:

Genau hinsehen! Was spare ich also?

Ich verbrauche zwar nicht 3500 kWh, aber das wird sich an der Grundaussage dieses Zettels nicht auswirken: Bei eprimo bezahle ich mehr als bei den neu.sw; warum sollte ich also wechseln?

Es war einmal ein Mieter dieser Stadt, der nebenbei auch noch Kunde der hiesigen Stadtwerke ist. Er war ein wenig technikaffin, so ging es ohne Strom im Hause gar nicht. Aber dazu gibt es ja regionalen, um nicht zu sagen, örtlichen Strom, damit man ihn auch verbrauche, idealerweise natürlich sinnvoll.

Dieser Mieter zog, nachdem er beinahe 15 Jahre seiner kleinen Einraumwohnung die Treue gehalten hatte, in eine größere, schönere Zweiraumwohnung, die auch noch näher am Kraftwerk lag. Mit der Zeit hatte sich der heimische Technikpark vergrößert und mit der neuen Wohnung stieg auch der Komfort: Geschirrspüler, Waschmaschine, Hifi-Anlage, usw. usw. Aber unser Mieter ging sorgsam mit allem um, so dass mit der Zeit und den Jahresabrechnungen der Stromverbrauch immer mehr und mehr sank.

Vom Abrechnungsjahr 2007 auf 2008 halbierte sich die Stromrechnung sogar. Das konnte aber nicht stimmen, unser Mieter wurde stutzig. Mit der Ende Januar 2009 erhaltenen Rechnung stieg er in den Keller zu seinem Stromzähler, um die Werte zu vergleichen. Alles stimmte. Es stimmte zu genau. Der Stand auf seinem Stromzähler war immer noch genauso hoch wie auf der Rechnung, dessen Ablesung aber vor mindestens einem Monat erfolgte. Sollte er seitdem keinen Strom verbraucht haben? Nein! Das abendliche Fernsehprogramm und der leuchtende Weihnachtsbaum zu den Festtagen sprachen dagegen.

Aber unser Mieter war nicht auf den Kopf gefallen. Ihm ging sozusagen eine Lampe auf, als er sich die Gesamtsituation durch den Kopf gehen ließ. Die Wohnung unter seiner war seit dem Sommer nicht vermietet. Letztendlich stellte sich heraus, dass bei der Rekonstruktion des Hauses und des Stromnetzes die Zähler verkehrt angeschlossen worden waren.  Nicht nur der Mieter, sondern auch die Vormieterin hatte die Stromrechnung des Mieters unten drunter, eines älteren Herrn, bezahlt und umgekehrt.

Als vorbildlicher Bürger rief unser Mieter bei den Stadtwerken an (eine riesige Nachforderung in den nächsten Jahren vermeiden wollend) und schilderte die Situation; eine Überprüfung bestätigte diese. Danach begann das Warten auf die Abrechnung. Die kam jetzt und muss nur noch seitens des Mieters überprüft werden.

Das Begleitschreiben zur Abrechnung ist allerdings eine kleine Frechheit. Ich zitiere: „Bei einer Prüfung der Kundenanlage in Ihrem Haus (es ist nicht mein Haus, ich wohne hier nur zur Miete, aber das nur nebenbei – D.) stellten wir fest, dass die Stromabrechnung für Ihre Wohnung anhand eines fehlerhaft zugeordneten Messgerätes erfolgte.“ Da möchte ich mit leichtem Schweizer Dialekt in Anlehnung an eine bekannte Kräuterbonbon-Werbung fragen: „Wer hat’s festgestellt?“

Was mich nur noch interessiert, ist die Frage, ob dem unter mir ausgezogenen Mieter bzw. mittlerweile seinen Erben die zuviel gezahlten Beträge gutgeschrieben werden. Gerecht wäre es ja.