Sonntagsfahrer – Jetzt auch montags

Gestern hatte ich eine/n Autofahrer/in vor mir, de/r/ss/en defensiver Fahrstil beinahe im Rückwärtsfahren gipfelte. Sowas unsicheres habe ich lange nicht mehr gesehen. Wobei das nicht stimmt. Als ich am Sonntag mit dem Auto fuhr, hatte ich ein ähnlich fahrendes Auto vor mir.

Vielleicht sollte man beim Autofahren bzgl. des Führerscheins (oder heißt es Fahrerlaubnis?) etwas ähnliches einführen, wie ich es mal bei Piloten gehört habe: Wer innerhalb eines Jahres eine bestimmte Zahl gefahrener Kilometer nicht zusammen bekommt, um einfach auch Fahrpraxis zu haben, gibt seinen Fahrerlaubnis (oder heißt es Führerschein?) zurück. Ggf. mit Fahrsicherheitsüberprüfung. Also, es wird die Fahrsicherheit überprüft.

Eine Straße mit 251 Nullen

Was soll dem Leser die Überschrift sagen? Eine Straße, wo nur Deppen wohnen? Mitnichten! Ich bin heute durch eine Straße gefahren, deren Bezeichnung sage und schreibe 251 Nullen enthielt.

Meinte zumindest Ruth. Ihr kennt Ruth nicht? Doch, kennt ihr. Vielleicht nur unter einem anderen Namen. Ich meine die nette Dame, die der Navi-App auf meinem Händy entspringt. Und die meinte, ich soll auf die

B960000000000000000000000000000000000000000
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abbiegen. Wobei Ruth es – ganz gelernte Mathematikerin – anders formuliert hatte. Sie meinte, ich solle auf die „B96 mal 10 hoch 251“ abbiegen.

Wie kommt sie auf diese Idee? Vermutlich interpretierte sie die Bezeichnung E251, die hinter der B96 stand, eben als Zehnerpotenz und nicht als Europastraße …

 

 

Setzen, 5 – Und damit Geschäfte machen

Der genussvolle Umgang mit der deutschen Sprache liegt ja durchaus im Interesse eines jeden Autors, egal, ob er eher der schreibenden oder der sprechenden Zunft angehört. Aber manchmal wird einem dieser Genuss doch arg verleidet. Was denken sich eigentlich Aufschreiberlinge dabei, die augenscheinlich ohne Sinn und Verstand Texte in Druck oder anderweitige Vervielfältigung geben, und diese sind dann voller Fehler. Nachdem Korrektoren und andere Fehlerbremsen auf dem Abfallhaufen der Marktwirtschaft entsorgt wurden, ist es kein Wunder, wenn der deutsch voll krass den Abgrund fällt.

Eine der hiesigen Landesregierung nahestehende Institution veröffentlichte heute eine Pressemitteilung doppelt. Die wiederholte Aussendung war einer Korrektur geschuldet, die bei Ortsansässigen keiner bedurfte. Denn ob man hinten oder vorn die Arbeitsagentur betritt, bleibt doch fast beliebig. Nicht geändert wurde eine Adresse des Absenders, die das gewaltige Kunststück vollbrachte, in einem einzigen Wort zweimal den gleichen Fehler, wenn auch mit unterschiedlichen Vorzeichen, zu machen. So firmiert die Einrichtung in der Schweriner

Schloßstrasse

und unterschlägt, dass das Schloss und die Straße nach einer einfachen Regel mit ß und ss ausgestattet werden. Wichtig ist der Buchstabe davor: kurzer Vokal -> ss, langer Vokal -> ß. Vermutlich zu einfach.

Aber auch hiesige Versicherungsvertreter sind Meister im Straßennamenfalschschreiben. Aber selbst hier wird eine der einfachsten Regeln der deutschen Sprache nicht angewandt – oder es gibt eine Lücke in den Geografiekenntnissen. Mit einem offenbar selbst gestalteten Flyer teilt die Agentur mit, dass sie in Kürze in der

Ihlenfelderstraße

ihren Sitz hat und alle Neukunden Rabatt kriegen. Nun bin ich mit Versicherungen m.E. ausreichend versorgt, so dass ich mit inbrünstiger Überzeugung sagen kann: Wenn die nicht mal ihre Straße richtig schreiben können, geh ich da auch nicht hin.

Achja, die Regel. Unter der Voraussetzung, die Ihlenfelder Straße ist nicht nach Mathilde oder Karl-Gustav Ihlenfelder benannt (dann würde richtigerweise die Zusammenschreibung gelten) sondern nach dem gleichnamigen Ort, wo sie zufälligerweise auch hin führt, ist die Auseinanderschreibung das einzig richtige. In vier Worten zusammengefasst und dadurch leicht merkbar: Ort fort, Mann ran. Von einer Gendrifizierung nehme ich Abstand.

Zu beklagen: Ein Verlust.

Der Tunfisch hatte den Verlust auch schon zu beklagen, Goethe durfte seins behalten. Das ist das Privileg der Eigennamen. Den Hämorriden ging es mittlerweile ab und den Jogurt ziert es nicht mehr. Dem Kängeru ist hinten was abgefallen und auch aus der Myrre ist es herausgeschnitten. Rau ist nicht mehr glatt und die Spagetti kommen ohne aus.

Der geneigte Leser hat natürlich erkannt, dass es um das stimmlose oder stumme „h“ geht, dass laut aktueller deutscher Rechtschreibung wegfallen kann. Der Franzose an sich hatte sowieso schon immer ein Problem mit dessen Aussprache, auch, wenn es mit Stimme gesprochen werden sollte. So wird die Geschichte von einer französischen Schülerin kolportiert, die in Deutschland Au pair machte und in der Zeit Haarausfall bekam. In der Apotheke fragte sie nach einem Mittel gegen “ ‚aarschwund“ (ich liebe die französische Betonung, sie ist so süüüüüß.) und wundert sich seither, dass die Deutschen gegen Haarausfall Babypuder benutzen …

Ob nachfolgendes fehlendes „h“ nun neue deutsche Rechtschreibung oder nur das Ergebnis eines frankophilen Druckers ist, wird eine Frage bleiben.

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Konkurrenz belebt das Geschäft

In Neubrandenburg bewegt sich großes. War es Deutschlands größtes, Europas oder der Welt größtes? Aber so die Größenordnung sollte es sein. Und es ist sogar konstruktiv. Nunja, eher dekonstruktiv, es wird nichts gebaut, sondern  zurückgebaut: die Brücke Demminer Straße. Ein riesiger Kran leistet Schwerstarbeit. So, wie unsereiner mit einem Löffel Kaffeebohnen in eine Mühle gibt, hebt er riesige und vor allem schwere Brückenteile in den Schredder.

Mitbekommen dürfte das mittlerweile im Umkreis von ein oder zwei Kilometer jeder, da das Hämmern vor allem abends und nachts in dem Umkreis gut zu hören ist (wenn ich meine Beobachtungen mal verallgemeinere). Zwischen längeren Pausen (bei Tanzveranstaltungen als ChillOutPhasen bezeichnet), dröhnen die Bässe in schnellen Rhythmen durch die Nacht und könnten unter anderem den Diskobesuch ersetzen, wenn die Versorgung mit geistigen Getränken an der Baustelle organisiert würden wäre, aber da ist noch keiner drauf gekommen.

Kommt also zur Brückendisko, bringt Euch was zu trinken mit. Und wenn ihr bei dem Takt mitkommt, dann seid ihr reif für großes! Der Kranfahrer als DJ, ein Beruf mit Zukunft.

Der aktuelle Verkehrsbericht

Frühling ist doch was schönes. Man kommt mal wieder etwas raus und das Fahren auf den Landstraßen macht auch wieder mehr Spaß. Die Sonne scheint und mein gleitet durch die Landschaft. Die sieht zwar noch etwas trostlos aus, aber das wird schon noch in den nächsten Tagen und Wochen.

Von einem kleines Ausritt heimkehrend näherte ich mich Neubrandenburg auf der L35 (Landstraße formely known as B96) aus Richtung Altentreptow. Der doch sehr offene Blick über das Tollensetal ab Bahnhof Neddemin faszinierte und irritierte mich gleichermaßen, hatte ich das Bild doch so nicht in Erinnerung. Aber da fiel mir ein Blogbeitrag ein und alles wurde klarer. Die Alleebäume waren krankheitsbedingt einer Totalamputation zum Opfer gefallen und gaben so den entfernten Blick auf die Stadt, die Marienkirche und die (noch nicht) grüne Umgebung frei. Daran kann man sich gewöhnen.

Bevor ich zu der kleinen Spritztour aufbrach, erwarb ich bei einem hiesigen Bäcker noch etwas Backwerk und erblickte bei der Rückkehr zu meinem Pkw im auf dem Parkplatz gegenüber stehenden, etwas älteren und dunkelrot lackierten eine redundante Wegfahrsperre. Wobei, wie bei vielem, war die Redundanz nicht 100%ig, da beide „Systeme“ unterschiedlich groß und wahrscheinlich von einander abhängig waren: Vom Rücksitz aus schauten mich ein Schäferhundmischling und ein weiterer Hund für mich unbestimmbarer Rasse an. Das Auto klaut so leicht keiner.

Wie schmelzender Schnee und flüssiger Teer zusammenhängen

War der Tag heute nicht schön?! Die Sonne schien, der Schnee und das Eis schmolzen … Viele haben sich das schon seit langem gewünscht. Spätestens jetzt sieht das mit dem Schnee in der Gegend wirklich nicht mehr gut aus, aber vielleicht lassen es die Temperaturen ja zu, dass er in den nächsten Tagen immer weiter verschwindet.

Aber der Schnee hatte auch eine wichtige positive Eigenschaft: Er deckte so einiges ab. Wer dieser Tage mit offenen Augen und feinfühligem Hintern im Autositz unsere Straßen passiert hat, wird manchmal ganz schön erschreckt gewesen sein. In manchen Straßen sind die Frostschäden riesig. „Loch an Loch, und hält doch“ möchte man da fast sagen. Wirklich verschont scheinen nur die Straßen aus Betonplatten, Kopfsteinpflaster u. ä. zu sein.

Da werden sich die Straßenmeistereien schon freuen, wenn sie mit dem Flickteer los können und die Löcher stopfen. Sind Stadt- und Landessäckel nicht schon leer genug? Diese zusätzliche und sicher ungeplante Belastung wird einige andere Projekte sicher weiter nach hinten schieben. Aber vielleicht müssen ja zur Behebung ein paar Leute zumindest zeitweise eingestellt werden, so dass der Winter im nachhinein noch eine kleine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme darstellt. Mögen die Löcher schnell verschwinden und nicht unrepariert mit der Zeit immer größer und dann zu Kleinwagen verschlingenden Monstern werden.