Twitter ist ein schnelles Medium. Und es hilft auch, Informationen zu bekommen. Aber manchmal ist die Timeline auch für aufschlussreiche Überraschungen gut. Zur Erläuterung für die nicht Twitterer, oben stehen immer die neusten Nachrichten, um der Zeitlinie zu folgen, muss man also unten anfangen zu lesen.

Folgendes geschah auf meiner Timeline, nachdem ich durch die Stadt fuhr, größerer Mengen Polizei ansichtig wurde und per Twitter fragte, was das soll:

Manchmal sind Zufälle doch so bezeichnend.

Liebe Fahrzeugführer aus dem Müritzkreis,

ist es nicht schön, dass man immer wieder daran erinnert wird, wie liebe und nette Nachbarn man hat. Dabei ist es, wie bei jedem gängigen Klischee, noch nicht mal wirklich jeder der angesprochenen, meist ist eine Minderheit, im konkreten Fall nur einer. Es ist ja auch schön, dass ihr in einer so wundervollen Gegend wohnt („wo andere Urlaub machen“), und dann in die große Stadt – gemeint ist Neubrandenburg – kommt, um dort zu arbeiten oder zu shoppen.

Aber trotzdem gilt für Euch, wie für jeden anderen auch, das komplette deutsche Regularium inkl. der Straßenverkehrsordnung. Und da steht u. a. drin, dass man zum einen nicht im Parkverbot parkt und zum anderen nicht auch noch dabei einen anderen, der nicht im Parkverbot steht, so zuparkt, dass er mit seinem Auto nicht weg kommt. In der polizeilich festgestellten Lücke von ca. 10 cm kann man mit einem normalen Auto nicht rangieren, dass ein Ausparken klappt.

Aber die Strafe in Form einer Anzeige folgt auf dem Fuße, das habe ich mir als zugeparkter nicht nehmen lassen. Aber manchmal bin ich dann doch zu großherzig: so habe ich auf das Abschleppen lassen verzichtet und bin mit knirschenden Zähnen und dem Bus nach Hause gefahren. Da kam ich dann ca. 2 Stunden später als ursprünglich geplant an. Aber ich hatte ja auch nichts weiter vor …

Zur Krönung des Tages entnahm ich dann auch noch eine Benachrichtigungskarte meinem Briefkasten, die mich aufforderte, Monteuren 2 Stunden vor dem Aufstehen Zugang zu meinem Keller zu gewähren. 7 Uhr wollen die da sein. Ich warne schon mal vor: Wenn die nicht spätestens 7:05 Uhr da sind, gehe ich wieder in mein Bett.

Der Tag ist gelaufen! Montag eben. Wie sang schon Bob Geldorf mit den Boomtown Rats so schön: „I Don’t Like Mondays“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Nicht nur an dieser Stelle habe ich schon öfters meine Irritation über die immer wieder massiv vorkommenden Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung StVO geäußert. Aber seit heute wundere ich mich über nichts mehr. Hier das Gedächtnisprotokoll der Ereignisse:

Zeitpunkt: 17.03.2009, ca. 21:55 Uhr
Ort: Neubrandenburg, Friedrich-Engels-Ring, zwischen Abzweig Neustrelitzer Straße und Pferdemarktkreuzung, also genau im Baustellenbereich

Schon aus einiger Entfernung fällt mir ein Kleinbus mit der auffälligen Beschriftung POLIZEI auf, der sich sehr zügig von hinten nähert. Da ich den Ring in Richtung Nordstadt verlassen möchte, fahre ich auf der linken Fahrspur, der Polizeikleinbus fährt auf der rechten. Wir scheinen es beide eilig zu haben, während ich die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit völlstens ausnutze, überholt mich der Kleinbus mit mindestens 50 km/h (und das in der Dreißigerzone). An der Ampel vor dem Rathaus hole ich auf, so dass ich das Kennzeichen (NB – 381x) fast erkennen kann. Die auf grün schaltende Lichtzeichenanlage gibt das Startzeichen für die zügige Weiterfahrt, das Polizeiauto rechts, ich links. Kurz vor der Pferdemarkt-Kreuzung im Bereich der Sperrlinie(!) wechselt es vor mir auf meine Fahrspur, um ungezügelt, nur durch die enge Wegführung auf der Brücke ein wenig abgebremst, seinen Weg mit überhöhter Geschwindigkeit fortzusetzen und um am Ende der Brücke Demminer Straße in die Ravensburgstraße abzubiegen. Mein Weg führte mich woanders lang.

Bei solchen Vorbildern brauchen wir uns nicht zu wundern.