Wenn man sich den aktuellen Erfolg von Videobloggern so ansieht, stelle ich mir die Frage, ob die wirklich so erfolgreich sind, wie immer gesagt wird. Gezählt werden da meist die Abonnenten oder die Abrufzahlen der Seiten.

Die Frage, die mir dabei durch den Kopf geht: Können die Videoplattformen wirklich messen, ob die, die die Seite des Videos aufrufen, sich wirklich auch das Video ansehen?

Den Abruf der Datei kann man zählen, aber wenn man das Video nach 5 Sekunden abbricht, zählt der Abruf trotzdem. Selbst der vollständige Download der Videodatei in den temporären Speicher ist kein Indiz (unter der Voraussetzung, dass das Downloadende messbar ist). Der Download geht schneller als das Ansehen.

Haben die Videoblogger mit ihren Inhalten wirklich die Reichweite, die die Abrufzahlen unterstellen? Wer von den Abrufern dieses Artikels hat ihn wirklich bis an diese Stelle gelesen?

Als das mit Google+ los ging, gab es in den dortigen Richtlinien/AGBs (oder wie man das nennt) einen offensichtlich wichtigen Gedanken, der mir im Gedächtnis haften geblieben ist: Jeder Nutzer solle nur ein Google+-Konto für sich einrichten. Und weil ich ein vorbildlicher Onliner sein möchte, tue ich alles, um mich daran zu halten. Wobei ich gerade nicht weiß, ob es den Satz überhaupt noch gibt.

Es wird aber zunehmend schwerer, um nicht zu sagen: unmöglich. Google zwingt mich förmlich, gegen diese von ihnen selbst aufgestellte Regel zu verstoßen, obwohl ich das gar nicht möchte. Wahrscheinlich muss ich daran hängende von mir genutzte „Dienste“ mal auf ihre Sinnvolligkeit abklopfen, und bei entsprechender Verzichtbarkeitserkenntnis meinen Abstand zu Google doch auch wieder vergrößern, was sicher nicht im Sinne des Anbieters ist, was mich nicht verstehen lässt, dass er mich förmlich rausdrängt.

Angefangen hat alles wohl damit, als GoogleMail noch ein kleiner E-Mail-Dienst war. Ich reservierte mir zwei E-Mail-Adressen, einerseits mit meinem Namen, andererseits mit Pseudo-Pseudonym (=hiesiger Blogname). Und dann kam Google+ und oben erwähnte Regel. Im Bestreben seiner Erfüllung legte ich nur unter der E-Mail-Adresse mit meinem Namen einen Google+-Account an und vermied eine ähnliche Handlung bei bei der Zweitadresse. Einmal hatte ich mich dann doch verklickt, aber das Google+-Prodil war (und ist) löschbar.

Youtube gehörte früher ja noch nicht zu Google, aber da hatte ich auch einen Account. Dort richtete ich mich auch häuslich ein, erstellte Playlisten und nutze Dienstbarkeiten, die es mir einfach ermöglichten, diese und auch einzelne Videos auf meinen Webseiten zu präsentieren. Spätestens seit EiTV ist das durchaus auch eine sinnvolle Sache. Aber dann kam Google und kaufte Youtube. Irgendwann folgte die Bitte, den Youtube-Account zum Google-Account zu machen bzw. beide miteinander zu verknüpfen.

Natürlich knüpfte ich, nahm dazu aber die Pseudonym-Adresse, weil mir das sinnvoller erschien. Das funktionierte auch sehr gut und ich war zufrieden. Nur irgendeinem Googleaner offensichtlich nicht. Dem fiel ein, dass Youtube natürlich nicht mit irgendeiner E-Mail-Adresse zu verknüpfen ist, sondern mit einem Google+-Account und so wurden früher oder später alle darauf umgestellt.

Genau hier fängt jetzt aber mein Problem an: Google+ nutze ich ja bereits mit demm anderen Account, nun kann ich doch nicht auch noch mit der Zweitadresse zu Google+ gehen, das darf ich ja nicht! Sicher: Ich könnte die Google+-Funktionalität wieder deaktivieren, aber dabei gehen meine gesamten Youtube-Funktionalität den Bach hinunter, Abos werden gelöscht, Playlisten usw. usw.  Warum machen die das?

Studien, sind sie richtig gut gemacht, ergeben meist recht interessante Ergebnisse, wenn denn das Thema eine gewisse Attraktivität besitzt. Hirnrissig wird es allerdings, wenn dabei dann Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Futurezone.at veröffentlichte einen Artikel über eine Studie der Uni Leipzig. Die sich in den Titel ergossene Quintessenz lautet: „Youtube ersetzt bei Jugendlichen das Radio“. Ein, wie ich finde, schwachsinniges Ergebnis (bzw. dessen Interpretation).

Als kochaffiner Blogger würde ich als Vergleichsschlagzeile „Mixer ersetzt bei Jungköchen das Messer“. Klingt auf den ersten Blick auch logisch. Etwas mit dem Mixer zu zerkleinern geht meist schneller und besser als mit dem Messer, vor allem, wenn man noch nicht geübt dabei ist.

Und nun stellen wir uns alle mal vor, wie die Jungköche mit ihren Mixern ein Brötchen halbieren, es mit Butter bestreichen, ein paar Scheiben Gurke darauf verlegen und alles mit etwas Fleur del sel bestreuen. Das wird schwierig.