Manchmal darf man Sachen, die scheinbar zusammengehören, weil ähnliche Worte drin vorkommen, nicht zusammenzählen, weil sonst das große Unverständnis dabei herauskommt. Oder versteht jemand den Zusammenhang zwischen folgenden beiden Geschehnissen?

Das Internet als Informatonsquelle

Eben lese ich im Internet, dass sich der Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme wie folgt äußert:

„Wir schließen noch in diesem Jahr 44 weitere Städte an das neue Glasfasernetz an, zusätzlich zu bisherigen 50 Städten mit VDSL-Geschwindigkeit.“ (aus Focus via digitalfernsehen.de)

Da freut man sich doch, vor allem, wenn man seit Jahren trotz städtischem Wohnen eher schmalbandig (DSL6000 mit max. 3500) ans Internet angebunden ist, Freunde und bekannte in steinwurfweiter Entfernung aber entschieden mehr Speed haben.

Das Internet als Trägermedium

Wie es der Zufall so spielt war ich vor kurzem im T-Punkt und fragte mal nach, ob das mit der Bandbreite an meinem Anschluss so sein muss. Die sehr nette Servicekraft schaute nach (es dauerte etwas, augenscheinlich ist der T-Punkt noch schlechter netzversorgt als ich) und versprach eine Umschaltung auf DSL16000, effektiv habe ich wohl DSL10252. Schriftlicher Bescheid sollte folgen.

Der kam jetzt. Ein Zitat aus den „Hinweisen zu Ihren beauftragten Leistungen“?

„Ab einem übertragenen Datenvolumen von 75 GB/Monat … wird die Übertragungsgeschwindigkeit des Internet-Zugangs auf 2 Mbit/s (Download) begrenzt.“

Die Summe

Immer mehr Bandbreite wird in den Städten zur Verfügung gestellt, aber den Kunden werden die Leitungen gedrosselt, wenn sie das nutzen wollen. Sehe nur ich die Absurdität?

…, dann geht noch nicht der Anrufbeantworter ran. Das macht er erst nach dem 4. Mal. Deswegen sei das auch nicht das Thema. Wenn man aber als Telefonteilnehmer halbwegs fix ist, dann hat man bis zum 3. Klingeln das Mobilteil ergriffen und die Telefonnummer zumindest grob identifiziert, die dort aufleuchtet. Im aktuellen Fall fing die angezeigte Zahlenfolge mit 0800330… an. Kurz dachte ich nach, was denn die Deutsche Telekom von mir wolle, dann ging ich ran und meldete mich formvollendet.

„Hallo und willkommen an meinem Telefonanschluss. Was können Sie für mich tun?“ Der Callcenteragent stutzte erst ein wenig, um dann zu erwidern: „Guten Tag, mein Name ist Björn Immtun (Name geändert, hatte ihn aber sowieso nicht behalten – D. P.) von der Deutschen Telekom. Sind Sie Herr Dirk P. (Name nur verkürzt, da bekannt – D. P.)?“ Nach meiner bestätigenden Antwort erfuhr ich, dass sich Herr Immtun sehr um meinen DSL-Anschluss sorgt und er ihm mit mir zusammen etwas auf die Sprünge helfen möchte.

Zur Erläuterung. Ich habe DSL2000 zu hause. Für mein Internetverhalten (Bloggen, Chatten, E-Mail, ein wenig Surfen, etwas Internetradio hören, ab und an mal ein Youtube-Video …) reicht das allemal. Als ich seinerzeit zu DSL2000 wechselte, hatte man mir für 10 oder 15 Euro mehr auch DSL6000 inkl. Telefonflatrate ins Festnetz angeboten, aber gleich bemerkt, dass ich an meinem Anschluss höchsten eine Bandbreite von 3500 bekommen würde.  Im Hinblick auf mein Telefonierverhalten habe ich mich für DSL2000 (ohne Telefonflatrate) entschieden.

Herr Immtun hatte ein in seinen Augen unschlagbares Angebot für mich: Für 5 Euro/Monat (brutto) mehr sollte ich jetzt auf DSL6000 (oder für noch mehr Geld auf DSL16000) plus Telefonierflatrate ins Festnetz umgeschaltet werden können. Der Netzausbau wäre jetzt soweit, bestätigte er mir auf eine entsprechende Nachfrage. Ich war ein wenig skeptisch: Normalerweise kosten allein die Telefonierflatrates etwa 10 Euro/Monat. Da sich mein Telefonierverhalten seit der Beauftragung des DSL2000-Anschlusses nicht verändert hat, bräuchte ich so was eigentlich nicht. Aber für 5 Euro/Monat mehr dreimal mehr DSL: Es war verlockend. Ich spielte bemerkbar mir dem Gedanken.

Endgültig weich wurde ich, als Björn persönliches anfing zu erzählen. Er wäre wohl (mit dem Blick auf die Vorwahl meiner Rufnummer) auch schon mal in Neubrandenburg gewesen und im „Zebra“ aufgetreten. … Wir kamen zu den Vertragsbedingungen, die mir natürlich auch alle noch per Post zugeschickt werden würden, und dann kann ich es mir ja auch nochmal überlegen. Also: DSL6000 plus Telefonierflatrate, 2 Jahre Laufzeit (nicht sehr verbraucherfreundlich, aber üblich), Lastschriftverfahren … MOMENT MAL! STOPP! … Bisher zahle ich meine Rechnung per Überweisung. Aus grundsätzlichen Erwägungen heraus sollte das auch so bleiben, aber die Option gab es nicht.

Plopp, plopp, plopp, plopp machte es, die Ballons aus verdreifachtem DSL, Neubrandenburgbesuch, Telefonierflatrate und Zebra-Auftritt, die mich bisher in einer wohligen Schwebe gehalten hatten, platzen und ich landete wieder mit einem kleinen Knall, bedingt durch das virtuelle Auflegen zweier Telefonhörer, die vorher nur kurz Zeit für ein „Tschau“ ließen, wieder auf dem Boden der Realität. Bleibt die Frage, was nun wirklich der primäre Grund für den Anruf war: Mich mit DSL6000 zu beglücken oder mich zum Lastschriftverfahren zu locken?

Ohne an dieser Stelle überschwenglich (und das v ielleicht doch noch ohne Grund) zu wirken: HURRA! Ich bin frei! (siehe auch hier)

Zwar noch nicht so ganz, aber dann in ein paar Tagen doch. Schriftlich habe ich es schon, mit dem Datum von gestern und in zweifacher Ausführung, einmal von der Verbraucherzentrale (mein ganz großer Dank geht in diese Richtung) und zum anderen von meinem Dienstleister, der mich endlich in die Freiheit entlassen hat. 

Nun müssen in meiner technischen Kommunikationsecke nur noch 2 LEDs ihren Leuchtzustand verändern: die orange sollte ausgehen und eine der grünen rot werden, und dann gehts zur Alternative. 

An alle DSL-Profis mal die Frage: Erkenne ich an meinem DSL-Modem, wenn die „Portfreigabe“ erfolgt ist?

Update I (14.11.2008): Die orange LED ist aus! Meine E-Mail-Adressen beim Dienstleister sind gesperrt (und waren außer für Spam unbenutzt).