Richtig oder erfolgreich

Da habe ich was aufgeschnappt in den Medien des heutigen Tages. Das informatorische Umfeld ist die aktuelle Situation in der Türkei in Verbindung mit der Annäherung an die EU und das aktuelle Verhalten der deutschen Politik dazu. Die hiesige Opposition äußert sich natürlich auch dazu.

So zum Beispiel Johannes Kahrs aus der Fraktion der SPD im Bundestag. In seiner Reaktion kommt folgender Satz vor: „Und am Ende werden wir ein Problem haben mit der Türkei, weil die sich nicht weiter in die richtige Richtung entwickeln…“

Unabhängig vom Umfeld dieser Äußerung soll es mal ums Prinzip gehen: Wer definiert hier die „richtige Richtung“? Mit welcher Arroganz muss man eigentlich ausgestattet sein, den eigenen Weg als den richtigen zu bezeichnen? Ob Europa, Deutschland oder wer auch immer sich heute auf dem richtigen Weg befindet, wird erst weit weit in der Zukunft eingeschätzt werden können.

Dass in dem Zusammenhang die EU bei aller Kritik im Moment durchaus als erfolgreicher bezeichnet werden könnte, mag durchaus angehen, das Ergebnis dieses Vorganges wird es nachweisen. Aber dass sich die EU in eine „richtige Richtung“ entwickelt, diese Einschätzung wollen wir doch bitte Historikern nachfolgender Äonen überlassen einzuschätzen.

Jüngste Stadt des Landes

Da ist man auf einer geführten Tour quer durch die heimlische Hauptstadt des Landes Rostock, erfährt viel über die Backsteinbauten dortselbst, sieht die „ältesten“ Häuser der Stadt und darf sich anschließend doch wundern. Stimmt das alles, was einem da erzählt wurde? Ist Rostock wirklich elf- oder zwölfhundertsowieso gegründet bzw. erstmals urkundlich erwähnt worden? Oder werden die ganzen alten Bauten nur für die Touristen hingestellt und sind im schlimmsten Fall aus Pappmaché?

Konkretisieren wir die Frage: Wurde Rostock 1218 oder 1952 gegründet? Die Stadtführerin auf der eine Seite oder diese Info, auf der gleichen Tour fotografiert, auf der anderen Seite:

Knapp 800 Jahre oder 60? Gesprochenes Wort vs. geschriebenes.