Was versteht der geneigte Leser unter dem Begriff „kurzfristig“? Kann man kurzfristig genau definieren? Für einen Astronomen, der sich schwerpunktmäßig mit Kosmologie befasst, kann „kurzfristig“ sicherlich schon mal einen Zeitraum von ein paar Millionen Jahren umfassen. Aber bei denen sind ja auch alle chemischen Elemente jenseits Wasserstoff und Helium „Metalle“. Kein Spaß.

Neulich habe ich mal etwas in einem großen hiesigen Internetshop bestellt. Und wer sich jetzt wundert, die Kombination „großer Internetshop“ mit „hiesig“ erscheint vielleicht etwas widersinnig, dem sei versichert, dass es das wirklich gibt: Einen großen Internetshop (nicht nur, aber auch), der in unserer Stadt beheimatet ist. Die Bestellung ist auch eingegangen, eine E-Mail unterrichtete mich:

Nun ist „kurzfristig lieferbar“ eine eher vage Angabe. Werfen wir also einen Blick auf die Webseite:

Wir lernen: Kurzfristig heißt 3-5 Werktage. Oder brutto: eine Woche. Kann man das eigentlich einfordern, wenn das da steht?

Vielleicht sollte ich nochmal in die Bestätigungs-E-Mail gucken:

Und seither keine weitere Information. Servicewüste Deutschland.

Update 06.09.2011: Aus der Oststadt über Altentreptow in die Innenstadt. Manchmal muss man erst was schreiben, dann geht alles schnell. Wobei im konkreten Fall wohl doch beides nichts miteinander zu tun hat. Das Päckchen kam und ich habe jetzt meinen eigenen blauen Yeti. Irgendwann demnächst werde ich ihn Euch auch noch vorstellen. Fällt mir nur noch ein alter Witz zu ein: Treffen sich zwei Yetis, sagt der eine: „Ich habe neulich den Reinhold Messner gesehen.“ Meint der andere: „Ach, den gibts wirklich?!“

Wenn man mal keine Luft bekommt, dann muss man nicht gleich ersticken, zumal, wenn die Luft sowieso nicht für einen selbst ist, sondern eher für des Deutschen liebstes technische Gerät: Das Auto bzw. dessen Reifen. Aber das ist ja überhaupt kein Problem, an jeder Tankstelle gibt es entsprechende Drcukluftzapfstationen, die das gepresste Lebensgut sogar noch kostenlos bereit halten.

Dachte ich mir so, an einem Sonntag im Januar des frisch angebrochenen Jahres. Und ich lernte, dass nicht alles, was selbstverständlich erscheint, dies auch ist. Die als erstes erreichte Tankstelle bot zwei Druckluftautomaten, von denen einer das handkolorierte Schild mit dem Schriftzug „Defekt“ trug, der andere schien, während ich wartete, dass ein weiterer Druckluftverbraucher seine Reifen voll bekam, die eingestellten 2,1 atü mit höchstens 1,6 atü nicht zu erreichen.

Der Weg führte mich zu einer anderen Tankstelle gleicher Marke und gleichen Pächters, der den Platz für die Luftabgabe lieber mit zu leihenden Anhängern blockierte. Die auf der Rückseite auch mal verfügbar gewesenen Drucklufteimer waren auch nicht vorhanden (vermutlich verlängerter Weihnachtsurlaub in wärmeren Gefilden).

Erst die dritte Tankstelle brachte dann endlich die fehlende Luft auf die Reifen, so dass diese den hervorragenden Straßenverhältnissen (Eis, Kies, Sand, Schnee, Asphalt, Wasser, Harsch, Schotter – und das alles auf den knapp 50 Metern zwischen der Luftzapfsäule und der Hauptstraße) wieder besser trotzen konnten. Gibt’s nicht ausreichend Druckluft mittlerweile auch in Dosen? Oder mit zigarettenanzünderstromversorgter Pumpe?