Bisher habe ich hier wenig über die Radiosendung „RundumGenuss“ auf NB-Radiotreff 88,0 geschrieben. Es gibt natürlich die Seite, in der die Sendung vorgestellt wird, und die Geistreichen Bemerkungen aus der Sendung. Ansonsten herrscht eher Funkstille.

Aber die letzte Sendung ist wohl doch etwas gelungener geworden. Deswegen sei auf sie mal explizit hingewiesen. Sie ist in der Mediathek abrufbar: http://www.mmv-mediathek.de/

Da wäre mir doch beinahe ein Jubiläum aus den Augen gefallen. 😉 Aber wozu gibt es elektronische Kalender, die einen erbarmungslos jedes Jahr aufs neue an den Ablauf der Zeit erinnern. Wobei manchmal die genaue Jubiläumsabhandlung gar nicht zu einfach ist, vor allem, wenn der Jubilar eine wöchentliche Radiosendung ist und der Ehrentag nicht auf den Sendetag fällt.

So ist es auch in diesem Jahr. Das Jubiläum war gestern, die Sendung heute. Am Mittwoch, den 07. August 1996 ging zum ersten Mal das Genießermagazin über die Frequenzen von NB-Radiotreff 88,0. Damals hieß die Sendung noch „Betthupferl“, heute kennen wir sie unter „RundumGenuss“. 14 Jahre mache ich den Kram schon. Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lassen, fange ich doch ein wenig mit dem Grübeln an. Ein paar Mal wollte ich die Sendung schon einstampfen, aber seit ein paar Jahren hat sich mein Verhältnis zu ihr stabilisiert. Ist eben doch fast wie eine Ehe. 😉

Ich weiß nicht, ob ich das Genießermagazin nochmal 14 Jahre lang machen werde, aber noch macht es Spaß, so wird es also noch ein paar Folgen davon geben. Und als mittlerweile dienstälteste regelmäßige Sendung bei NB-Radiotreff 88,0 hat man ja auch eine gewisse Verantwortung. 😉

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien hier mal die vielen Namen des Jubilars aufgezählt, die man in Briefen, E-Mails und den Medien gefunden hat:

  • NB-Radio
  • Radio 88 NB
  • Radio NB
  • NB-Radiotreff
  • NB-Radio Treff
  • OK 88 NB
  • Radio 88
  • NB 88
  • Radiotreff
  • Radio-Treff 88
  • NB 88 Radio

Allen gemeinsam ist, dass sie falsch sind. Der Offene Kanal der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern heißt seit seiner Gründung NB-Radiotreff 88,0. Heute vor genau 14 Jahren, am 20. Januar 1996, ging er in Neubrandenburg und Umgebung offiziell auf Sendung. Mittlerweile gibt es Außenstudios und Sender auch in Malchin (98,7 MHz) und Greifswald (98,1 MHz), die zusammen mit sehr aktiven Vereinen betrieben werden. Ein herzlicher Dank geht an den dfb e.V. in der Peene- und radio 98eins e.V. in der Ryckstadt.

Lasst uns also die Antennen erheben und gemeinsam anstoßen! 😉

Zum Anfang zwei Fragen: Müssen Fabeln eigentlich immer von Tieren handeln und fangen sie eigentlich mit „Es war einmal … “ an? Egal. Meine moderne Fabel spielt in der Gastronomie.

Es war einmal ein kleines Restaurant mit lokalen und regionalen Spezialitäten in der Neubrandenburger Innenstadt. Das Besondere an ihm war, dass die Gäste an den Speisen mitwirken konnten. So kam vielleicht nicht immer eine Sterneküche dabei heraus; das Restaurant hatte bei seinen Gästen aber einen guten Ruf, und die kamen nicht nur aus der Stadt, sondern auch aus der Region und von weiter her.

Zu trinken gab es natürlich auch etwas in unserem Restaurant. Das Bier kam zum Beispiel von einer kleinen lokalen Brauerei und wurde gern genommen. Die Brauerei war zuverlässig und wenn doch mal etwas nicht ganz so wie geplant lief, reichte ein Anruf und alles war wieder bestens. Über Jahre schon bezog das Restaurant sein Bier dort. Aber im Jahre 2008 lief dann alles etwas anderes. In Neubrandenburg gibt es nämlich auch noch einen großen Getränkehersteller. Bier bot man dort nicht an. Aber die kleine Brauerei bezog das Wasser für sein Bier vom großen Hersteller.

Eines schönen Tages beschloss der große Getränkehersteller, dass er auch in die Bierproduktion einsteigen will und kreiert seine eigene Marke. Daraufhin kühlte sich das Verhältnis zwischen ihm und dem kleinen Bierhersteller merklich ab, man konnte sich auf keinen Wasserpreis mehr einigen und irgendwann im Juni dreht der große Getränkehersteller dem kleinen Bierbrauer das Wasser ab.

Im Restaurant beobachtet man das mit Sorge. „Was tun ohne Bier?“ Und ein regionales, besser lokales Bier sollte es schon sein. Schneller, als erwartet, floss das Bier nicht mehr und die Gäste mussten seit Anfang Juni vertröstet werden. Vor allem zwei andere Restaurants, eins in Greifswald und eins in Rostock, die ein Gericht aus dem Neubrandenburger Restaurant auf Basis dieses Biers anboten, kamen in Schwierigkeiten, da dieses Gericht die Hauptspeise dort war.

Natürlich suchte man im Restaurant schnellst möglich nach Alternativen. In Neubrandenburg gab es aber neben dem großen Getränkehersteller nur diese eine kleine Brauerei, die es nun nicht mehr gab. Also trat ein Mitarbeiter des Restaurants an den großen Getränkehersteller, brachte sein Rezept mit und versuchte, ein Angebot zu bekommen, das Bier für das Restaurant von ihm zu beziehen. Über Wochen passierte trotz Nachfragen nichts. Widerwillig überlegte man im Restaurant, ob man die Biermischung im eigenen Haus herstellt und dann eine externe Firma mit der Endfertigung und dem Vertrieb beauftragte. Aber das Splitten der Aufgaben gefiel im Restaurant keinem. Und man musste die Gäste weiterhin vertrösten.

Da klingelte im Restaurant eines schönen Tages, wir befinden und mittlerweile Mitte Juli, das Telefon und ein Vertreter einer promovierten Weinkelterei aus der Stadt war dran. Der meinte, dass sie vom großen Getränkehersteller den Tipp bekommen hätten, dass ein Bierbrauer gesucht wird. Bisher hätten sie zwar das noch nicht getan, aber sie haben die Möglichkeiten und wollten das erledigen. Schnell wurde das Bierrezept vom Restaurant an die Kelterei übermittelt, dort wurden die Braukessel und alles technische drumherum besorgt. Ein Einfüllstutzen kam wohl etwas später, aber nach einer guten Woche war alles komplett. Erste Brauproben standen schnell zur Verfügung und es kam zur Verkostung. Aber die erste Abfüllung hatte, wie es im Schwäbischen so schön heißt, ein Geschmäckle. Die Fehlersuche ergab schnell, dass die Zutaten nicht in der richtigen Form ankamen. Aber auch das wurde schnell gelöst. In Rücksprache mit dem großen Getränkehersteller kam man überein, die Braukessel für das Restaurant-Bier bei ihm zu installieren und die Zutaten auch gleich von ihm liefern zu lassen. Die Lösung gefiel, gab es doch für die Zutaten keine Leitung zum Kelterer.

Das Umstellen des Braukessel verzögerte sich dann aber, ein Mitarbeiter des Getränkeherstellers war in Urlaub. Warum dessen Aufgabe dabei, den Einbau zu beaufsichtigen, kein andere übernehmen konnte, wird ewiges Geheimnis des Getränkeherstellers bleiben. Aber jeder Urlaub geht mal vorbei. Der Mitarbeiter kam aus dem Urlaub zurück. Zeitlich liegen wir mittlerweile Anfang August. Es dauerte aber eine weitere Woche, bis der Installationstermin feststand: 20. August 2008, 10:00 Uhr.

Mit gespannter Erwartung beobachteten die Restaurantmitarbeiter das Abfüllergebnis, allein es kam nicht. Dafür kam eine Information: Beim Getränkehersteller ist wohl ein anderer Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück gekommen, dem dann eingefallen ist, dass man den Kelterer doch direkt mit den Zutaten versorgen kann. Schnell wurden die Anschlüsse dafür gelegt. Aber wohin? 4 Räume vom Braukessel entfernt kamen die Zutaten aus der Wand. So sprang ein Mitarbeiter des Kelteres ins Auto, fuhr zum nächsten Baumarkt und besorgte ein paar Verlängerungsrohre, so dass die Zutaten auch in den Braukessel kamen.

Noch gibt es im Restaurant immer noch kein Bier. Aber am 21. August soll es wieder los gehen. Hoffentlich.

Achja, eins noch: Freuen werden sich dann auch wieder die beiden externen Anbieter der Biergerichte in Greifswald und Rostock. Endlich werden sie wieder mit dem Original guten Biergericht versorgt. In der zwischenzeit gab es da nämlich anfangs eine Weile nichts, später eine bierähnliche Plörre, die im Restaurant in einem Behelfskessel ohne ausreichende Wasserversorgung selber zusammengerührt wurde. Das hat dann ja auch ein Ende.

Update 21.08.2008: Die Rohre scheinen noch nicht verlegt zu sein, das Bier hat immer noch Geschmäckle. Die Hoffnung ruht auf Freitag.

Update 22.08.2008: Es liegt nicht an den Rohren und den Rohstoffen, es scheint der Einfüllstutzen zu sein, der das Geschmäckle verursacht. Nächster Abfüllversuch am Montag.

Update 25.08.2008:Endlich! Das Bier fließt wieder. Es war übrigens nicht der Einfüllstutzen, es war doch die Zuleitung. Ein Riss war drin. 😉


NB-Radiotreff 88.0