Es ist ja nicht schlimm, wenn man die vorgeschriebene Sonntagspresse erst am Dienstagmorgen liest. Um so erheiternder ist die Lektüre der ungezählten Werbebeilage. Dabei fiel mir eine solche in die Hände, die nicht jeden Sonntag dabei ist. Ein Discounter preist seine Angebote an, im Wesentlichen irgendwelche Sachen für die Schule (und das am Ferienanfang). Damit ist er nicht der einzige.

Einzigartig sollte aber der Slogan sein, mit dem er ganz allgemein für sich wirbt. Das wird bei der Vielfalt der Einzelhandelsunternehmen schwer, da kann es schon mal sein, dass die Originalität auf Lasten der Sinnvolligkeit geht. Und wenn man dann mal mit Verstand sowas liest, wird der Discounter plötzlich zum teuersten Haus am Platz.

Mein Supermarkt um die Ecke, sicher kein Discounter, bietet so allerlei an, dass 90, 80, 70 oder gar nur 50 Cent kostet. Damit meine ich noch nicht mal das einzelne Brötchen oder ähnliches sondern das Kilo Zucker oder Mehl oder den Liter Milch. Man könnte also sloganieren: Alles ab 49 Cent. Da stinkt der ab-1-Euro-Discounter aber gegen ab, stellt er sich mit „… alles ab 1 Euro“ doch als eher teurere Alternative dar.

Wer kennt das nicht: In den Obst- und Gemüseauslagen des Supermarktes oder Discounters  reihen sich leckere Früchte, die teilweise wundervolle Happsgröße haben. Da probiert man gern mal auch vor dem Bezahlen.

Um dieser Verluste Herr zu werden, werden in der nächsten Zeit Waagen in den Märkten installiert, wo beim Betreten und Verlassen die Kunden gewogen werden und ihren Gewichtszuwachs dazwischen mit einem Durchschnittswert der probierbaren Früchte bezahlen müssen.

Die erste Kundenwaage habe ich schon entdeckt. Ich fürchte aber, dass Größe und Anbringung eher unpraktisch zum Wiegen der Kunden ist.

Der Titel dieser kleinen Geschichte ist eigentlich eine Trivialität, zumindest solange, wie er sich auf den Menschen und ggf. auch noch das Haus- und Nutztier bezieht. In den letzteren Fällen wird zwar nur passiv geraucht, aber immerhin. Nein, es soll sich auf kein Lebewesen beziehen. Rauchen ist auch ungesund fürs Geschäft. ‚Aber sicher!‘, denkt jetzt der Gastwirt, bis ihm einfällt, dass hier vom Rauchen und nicht vom Rauchverbot die Rede ist, was als nächstes den Gedanken: ‚Hä?‘ hervor lockt.

Wer kennt ihn nicht: den Wochenendeinkauf. Hat man unter der Woche entweder keine Zeit oder keine Muße dafür, sich mit Lebensmitteln zu versorgen, packt man alles auf den Samstag. Das scheint einer Reihe von Leuten so zu gehen, so dass es manchmal auch recht voll werden kann. Weil ich volle Läden aber genauso mag wie das Einkaufen als solches, habe ich mir angewöhnt, zu eigentlichen Unzeiten die nötigen Besorgungen zu erledigen. Das klappte heute mal wieder prima. Auf dem Parkplatz vor dem erwählten Supermarkt standen nicht die üblichen 20 bis 30, sondern nur drei Autos. Genüssliche Ruhe demzufolge auch innen. Der Wagen füllte sich planmäßig, aber an der Kasse war dann doch etwas mehr los als erwartet. Wie sich später herausstellen sollte, hatte sich zwischenzeitlich der Parkplatz gefüllt, die meisten  hatten aber nur eingeschweißtes Grillfleisch oder anderes entsprechendes in der Hand.

So blieb vor dem Kassenbandbelag noch ein wenig besinnliche Zeit, die Geschehnisse am Bäcker vor der Kasse zu beobachten. Viel war ob der vorgerückten Stunde nicht mehr zu holen, aber ein oder zwei Kunden interessierten sich doch noch für die Auslagen. Allein: Erwerben konnte man nichts, fehlte doch die dazu benötigte Bäckereifachverkäuferin. Hinten im Laden schien sie auch nicht zu sein. Die potenziellen Brot- und Backwarenkäufer interessierte der Verbleib der jungen Frau dann aber doch wenig, sie gingen ihres Weges, ohne den Umsatz gesteigert zu haben.

Der geneigte Leser wird ahnen, wo sich die nicht gesuchte befand. Als ich die schon oben erwähnte Feststellung machte, dass sich der Parkplatz mittlerweile doch etwas gefüllt hatte, sah ich auch die Umsatzvermeiderin stehen und eine rauchen. Die Kunden waren erstmal uninteressant, von ihrem Standpunkt aus war ja auch keiner zu sehen gewesen, wenn er vor dem Tresen stand. Und als sie zurück ging, war sicher auch niemand da, da sich dann der Bereich zwischen der Bäckereifiliale und den Supermarktkassen wieder geleert hat.

Einzelhandel, Discounter, Supermärkte, Direktverkauf, Großhandel, B2B, PoS, Warenhäuser, Shoppingmalls, Einkaufscenter, Skonto, Rabatte, Preisnachlässe, Sonderangebote, Paketpreise, … Wer davon schon mal zwei oder drei Begriffe gehört hat, der kennt sich aus in der Ökonomie und kann mir vielleicht erklären, was folgendes Verhalten zu bedeuten hat.

Die Geschichte beginnt am Sonntagabend. Bei der Lektüre des im Briefkasten gefundenen Papiers fällt mir unter anderem eine Werbebroschüre eines Marken-Discounters in die Hände. Gewohnheitsmäßig blättere ich sie durch und finde darin eine Spezialität, die ich immer mal wieder gern nasche. Da sie kein gängiges Produkt zu sein schein – man findet sie nicht ständig in den Sortimenten diverser Handelshäuser – freue ich mich auf den Erwerb mit anschließendem Genuss.

Dass ich jetzt vor Vorfreude die Nacht nicht schlafen konnte, kann ich nicht sagen. Sowas passiert eher, wenn ich die schokoladierten Kaffeebohnen in zu großer Zahl vor dem Zubettgehen knabbere. Aber noch hatte ich sie nicht. Montag nach Feierabend fahre ich also zum Laden; die nach der vergeblichen Suche erfolgte Nachfrage beim Personal erbrachte die genauso höfliche wie bedauernde Auskunft, dass sie Bohnen bei der Lieferung nicht mit dabei waren. Am Mittwoch ereilte mich dejavüesk die gleiche Situation, nur die beteiligten Personen waren wie ausgewechselt.

Was soll das? Hat der Discounter eine Vereinbarung mit der Treibstoffindustrie und hebt so den Benzinverbrauch? Oder war es doch die Schuhindustrie? Oder haben die Logistiker des Unternehmens ihre Hausaufgaben nicht gemacht? Oder war die Einkaufsabteilung einfach nur unfähig? Fragen über Fragen und keine Antworten.

Update (13.08.): Heute war ich mal in einer anderen Filiale der gleichen Kette. Das Ergebnis war das gleiche. Es stellt sich also wirklich die Frage, was die Discounter damit bezwecken, Angebote zu machen und die damit geweckten Kundenwünsche dann nicht zu befriedigen.

Große Supermärkte, zumal, wenn man wenig oft dahin geht, sind ein Ort des Teufels, der Verführung und letztendlich auch der Demütigung. Mich wunderts, dass da noch nicht gegen angegangen wird. Aber sie haben, und das ist das Zweischneidige an der Sache, durchaus auch ihre Vorteile, können sie sich doch auch einen größeren und vor allem vielfältigeren Warenbestand leisten, so dass man immer mal wieder etwas findet, was andere, vor allem kleinere Märkte nicht haben.

Fünf Punkte umfasste mein primärer Einkaufszettel (nötig für die Dreharbeiten zum nächsten EiTV)

2-3 Schalotten
500 g Tomaten
1 große Paprika-Schote (rot)
1 Knoblauchzehe / junger Knoblauch
Weißbrot

Hinzu kamen ein paar gedankliche Standards: Milch, Butter, ein leckerer Fruchtjogurt, Büffelmozzarella und noch irgendwas zum Naschen*. Am Ende fanden sich 39 Artikel auf dem Kassenzettel, der Einkaufswagen mit der Nummer 4444 war gut gefüllt und meine 4 Leinenbeutel reichten gerade so zum Abtransport aus. Und da war das Weißbrot noch gar nicht mitgerechnet, da ich das vom außerhalb befindlichen Bäcker holte. Der daneben liegende Fleischer mit eigener Produktion und Aufzucht (wobei wohl selbst die Futtermittel selbst produziert werden) bekam auch noch einen Besuch.

So endet dieser teure Nachmittag in Demut. Habe ich also mal wieder dem Gott Kon Sum geopfert. Oder ist es doch der Teufel? Ich weiß nur, dass die Rechnung höher und der Kassenzettel länger geworden wäre, wenn ich wirklich alles gekauft hätte, was mich interessierte. Aber da hat mich der Blick auf die jeweiligen Zutatenlisten vor dem Verlust zu vieler Euros bewahrt. Es gibt eben doch noch einige Stoffe in Nahrungsmitteln (ich vermeide bewusst den Begriff Lebensmittel), die da nicht reingehören. Sind sie doch drin, kommt das Produkt eben nicht in den Warenkorb.

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* Der Begriff ist etwas weiter als üblich gefasst. Gemeint ist alles Essbare, das normalerweise nicht zum Verzehr auf dem Tisch steht und den Nimbus von was besonderem hat. Der Büffelmozzarella gehört zum Beispiel dazu oder der Ziegenmilchcamembert, aber natürlich auch die Salzstangen.

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