Am 26. Mai wird gewählt. Das ist keine Feststellung sondern eine Aufforderung. Aber das nur nebenbei. Für die Europawahl ging unlängst auch wieder ein Wahl-O-Mat online, den ich heute früh, quasi vor dem Aufstehen, mal für mich durchgespielt habe. Das „vor dem Aufstehen“ hat durchaus auch einen Sinn, wird die Beantwortung der Fragen noch nicht von allzuviel Denken beeinflusst und ist eher spontan und wenig zielgerichtet. Der Geist schläft noch.

38 Thesen können mit Zustimmung, Ablehnung oder neutral bewerten werden. Einige musste ich mit neutral anklicken, da ich entweder keine Meinung hatte, bzw. mich mit dem Thema noch gar nicht befasste. Aber die meisten wurden klar beschieden, wobei manchmal doch auf die anstehende doppelte Verneinung geachtet werden musste.

Und so habe ich jetzt eine Top40 der zur Wahl stehenden Parteien u.ä., die mich teilweise auch selbst ein wenig überrascht hat. Nicht in der Grundtendenz, aber in den Details. Von der Partei auf Platz 1 hatte ich beispielsweise vorher noch nie gehört. Mit 16 Parteien stimme ich zu mehr als 80% überein, der Spitzenreiter hat fast 90%. Allerdings liegt auch die kleinste Übereinstimmung bei über 20%, was mich ein wenig grübeln macht.

Was beim Blick auf die Liste auffällt, ist die große Zahl der Parteien, die sich i.w.S. mit Tierschutz befassen. Genauso überraschend: die Verteilung dieser Parteien in meiner Top40. Sie liegen auf den Plätzen 37, 26, 7, 6, 4, 3 und 2. Da könnte man eine gewisse innere Zerstrittenheit bei dem Thema unterstellen, dem Ziel vermutlich wenig dienend. Wobei ich die Parteien und nicht mich meine.

Dicht umkämpft ist der erste Platz, der nicht mehr in der TopTen enthalten ist. Auf Platz 11 tummeln sich prozentgleich 4 Parteien, und man darf Gemeinsamkeiten suchen: SPD, Die Linke, Die Partei und Die Frauen. Wobei es mit den Schnittmengen nicht sehr groß sein muss. Auf Platz 26 häufen sich die DKP, die LKR und die Partei für Tiere. Es ist nicht einfach, Herrn Lucke und die DKP unter einen Hut zu bekommen …

Der Wahl-O-Mat ist natürlich nur eine Orientierung und soll nicht das eigene Denken ersetzen. Wen ich wählen werde, steht nach wie vor nicht fest, aber gut zu wissen, dass meine Einstellungen zu den 38 Thesen nicht zu weit von den zwei oder drei Parteien entfernt liegen, die ich schon vorher in die nähere Auswahl genommen habe. Alle liegen im oberen Drittel der Top40.

Am 27. September steht der Deutsche Bundestag zur Wahl und es besteht eine zumindest moralische Wahlpflicht. Die Frage, die man sich jedes Mal vor einer politischen Wahl stellt, ist eigentlich auch immer die gleiche: Wen wählen? Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt zusammen mit Partnern auch in diesem Jahr wieder den Wahl-O-Mat ins Netz, wo anhand von 38 Thesen der geneigte Wähler Übereinstimmungen zwischen seiner Meinung und den entsprechenden Veröffentlichungen der Parteien finden kann. Ob sich die Parteien nach der Wahl noch daran erinnern können, berücksichtigt das Webangebot natürlich nicht.

Auf meinem Wahlzettel stehen 9 Parteien zur Wahl, also gibt es hier eine Top 9 der Parteien, die mit meinen Meinungen übereinstimmen. Diese Liste sagt natürlich nichts darüber aus, wen ich am 27. September wähle. Aber interessant ist es schon. Wär lässt sich schon gern bei grundsätzlichen Entscheidungen von Fakten beeinflussen? 😉

  1. Die Linke (76/94)
  2. Grüne (71/94)
  3. MLPD (66/94)
  4. Piraten (62/94)
  5. NPD (59/94)
  6. SPD (58/94)
  7. REP (45/94)
  8. FDP (43/94)
  9. CDU/CSU (33/94)

Ich werde kurz vor meinem Urnengang dieses Angebot nochmal durchlaufen lassen, mal sehen, was dann herauskommt. Einige Stellungnahmen meinerseits sind sicher auch tagesformabhängig. Außerdem habe ich vor einiger Zeit das Angebot schon einmal genutzt, und ohne Schwerpunktwichtung ein anderes Ergebnis erhalten (und leider nicht gespeichert).