Über’s Programmieren

Freeware, Open Source, CC, u.a. – das sind wunderbare Sachen. Man bekommt Software für seinen Rechner, ohne dafür bezahlen zu müssen. Manchmal sind Kuckuckseier dabei, manchmal nur wiederkehrende Spendenaufrufe. Und man findet Software für Aufgaben, für die es im kommerziellen Markt offensichtlich nicht genug Kunden und demzufolge auch keine Lösungen gibt.

Als Programmierer steht man ja vor allerlei Problemen. Wobei ich gleich vorweg sagen will, dass ich keiner bin. Ein wenig HTML und PHP, dann hört’s aber auch schon auf. Und weil ich es nicht ständig mache, fehlen mir bei den Sprachen immer die „Vokabeln“ und ich muss erst in Dokumentationen rumwühlen, um den passenden Befehl zu finden. Nur die Grammatik hab ich noch ein wenig drauf. 😉 Aber ich möchte mich trotzdem mal über Programmierer und ihre Software auslassen. Die regen mich ab und zu nämlich mal auf, weil sie zu wenig an die Nutzer ihrer Software danken. Was für einen Programmierer selbstverständlich sein kann, ist für Otto Normalnutzer alles andere als normal. Und umgekehrt. Und das wirkt sich frustrierend aus. Zumindest auf der Nutzerseite, wie ich es gerade erst wieder erlebt habe.

Wenn man für Desktop-Rechner etwas programmiert, steht man vor mindestens einer Aufgabe. Oder genauer: mindestens drei. Und die heißen Windows, macOS und Linux. Wer möchte, kann noch ein paar Exoten mit dazuzählen. Aber zur Illustration soll es reichen. Möchte man also möglichst viele Nutzer erreichen, darf man für drei Betriebssystemplattformen (zuzüglich aller ihrer Versionen) programmieren. Und dabei sind die Handy-Betriebssysteme noch gar nicht mit dabei. 😉 Mehrere zur Auswahl stehende Programmierplattformen machen die Sache nicht einfacher.

Informatiker überspringen bitte beim Lesen diesen Absatz, jetzt wirds populärwissenschaftlich. 😉 Eine Programmierplattform, die es auf allerlei Betriebssystemen gibt, ist Java. Grob vereinfacht: Einmal programmiert und für die großen Betriebssysteme gleichzeitig verfügbar. Dafür muss nur auf dem jeweiligen Rechner auch Java installiert sein, Als Mittler sozusagen zwischen dem Programm und dem Betriebssystem. Die Idee finde ich schon mal nicht schlecht. Sicher hat sie auch Nachteile, aber dazu bin ich zu wenig Programmierer, um das einzuschätzen. Betriebssystemnahe Programme wird man über den Weg vermutlich nicht schreiben können (Virenschutz oder so), die müssen zu tief ins System rein, um zu wirken, und da stört die Java-Ebene dazwischen sicherlich. Aber Anwendungsprogramme gehen. Es gibt derer in Vielzahl und man kann sie nutzen. Ein großes ist beispielsweise das Office-Paket LibreOffice, dass ohne die Java-Unterlage nicht funktioniert. Aber auch kleinere Sachen greifen auf Java zurück.

Neben LibreOffice habe ich (mindestens) drei weitere Programme auf dem Rechner, die mit Java als Plattform arbeiten. Das funktioniert seit Jahren wunderbar, selbst einen Rechnerumzug haben die Programme mitgemacht. Meine Hardware ist noch relativ aktuell, ich bin bzw. war also ob des wunderbar laufenden Systems sehr glücklich.

Aber dann kam der Tag eines Updates. Es war kein Windowsupdate! Auch installierte Software guckt regelmäßig nach, ob es neue Versionen gibt und meldet das. So passiert am letzten Wochenende mit einem meiner Java-„Programme“. Also lade ich wie gewöhnlich die neue Version herunter und lasse sie installieren. Danach läuft sie aber nicht mehr. Dafür gibt es eine Fehlermeldung mit dem Hinweis, dass diese Software jetzt mindestens Java 11 (ja, auch hier gibt es Versionsnummern) voraussetzt. Gleichzeitig wurde durch das Fehlermeldungsfenster die entsprechende Download-Webseite java.com/de/download im dafür startenden Browser aufgerufen. Nur: Da gibt es Java 8, aber kein 11 oder mehr. Blöd. Entsprechende Kommentare im Nutzerforum der Software von den Programieren, auf den Fehler hingewiesen: Soll sich der Nutzer doch selber kümmern (mal grob zusammengefasst). Auch die Kritik, dass die Java-11-Voraussetzung doch wenigsten vorher hätte kommuniziert werden sollen, wurde weggebügelt mit dem Hinweis, dass das wohl schon ein halbes Jahr vorher im Forum gestanden hätte. Aber mal ehrlich: Wer verfolgt Nutzerforen für eine von einem genutzte Software, wenn alles wunderbar funktioniert???

Einfach nur eine Software nutzen geht also nicht, ich musste mir etwas Zeit nehmen, um das Problem zu lösen. Suchmaschinen helfen da, wenn man weiß, wonach man eigentlich sucht. Letztendlich hatte ich die Software, die ich ja unbedingt weiter nutzen wollte, irgendwann wieder am laufen. Ich hatte eine Java-11-Installationsdatei gefunden, sie installiert und alles war gut. Nach einigem hin und her, auf das ich hier aber nicht eingehen will. Die Software lief jedenfalls wieder. Etwas später startete ich, weil ich dann mit ihm arbeiten wollte, ein anderes Programm, das auch auf Java basiert. Nur: Nichts passierte. Das war Mist. Irgendwie fand es „sein“ Java nicht. De- und wieder neu installieren brachte nichts. Java 8 und 11 sauber installieren (geht das überhaupt gleichzeitig?) brachte auch keinen Erfolg. Also machte ich mich auch hier wieder auf die Suche nach einer Lösung. Was das wieder alles an Zeit fraß?! Auf der Webseite zum Programm gab es keine hilfreichen Tipps, eine Suchmaschine bot lösungserhoffende Hinweise an. Die Software wurde vom ursprünglichen Entwickler offensichtlich nicht mehr weiter gepflegt (Updates gabs meiner Erinnerung nach auch schon ewig keine mehr). Aber andere Programmierer hatten einen „Seitenarm“ der Programmversionen geschaffen und so gab es eine sehr viel neuere Version zum Downloaden. Windows-Installationsdatei? Fehlanzeige! Zip-Datei zum einfach in den Ordner kopieren? Fehlanzeige! ISCH RASTE AUS! Wann denken die Programmierer mal an Otto Normalnutzer?!

Das Zauberwort hier hieß übrigens GitHub. Das positive: Davon hatte ich schon mal gehört. Das negative: Bisher hatte ich nur davon gehört. Aber es gab wenigstens eine Anleitung, die ich verstand, obwohl sie in einer mir fremden Sprache geschrieben war. Ich installierte also noch irgendein „Hilfsprogramm“, mit dem ich dann die gesuchte Software auf windowsuntypische Art, aber zuverlässig auf den Rechner bekam (und wohl auch Updates bekommen würde). Nutzerfreundlich ist aber anders. Für den Nerd an sich (ich meine das gar nicht abwertend) mag das eine Lösung sein, aber für den, der einfach nur seinen Rechner nutzen will, nicht!

Was das alles wieder für Zeit gefressen hat! Mit einem einfachen, schnellen Update fing es an. Dann Fehlersuche und -behebung (mit kleineren Rückschlägen), dann Auftritt des neuen Fehlers, wieder Fehlersuche und -behebung, Wiedereinrichtung der Software, Rekonstruktion der Daten. Und dann noch die Niederschrift dieses Blogartikels! Als ob ich nichts besseres zu tun hätte. Deshalb, liebe hervorragende, großes leistende und meine Anerkennung habende Programmierer freier Software: Danke für Eure Arbeit! Aber bitte auch ein wenig an die Nutzer denken und alles so ein bisschen idiotensicherer bauen. Das wäre schön. Danke!

Das ist mir zu fix

Fix hat – wem es noch nicht aufgefallen ist – (mindestens) zwei Bedeutungen. Fixpreis, Fixstern, Fixangebot, … deuten darauf hin, dass es etwas festes, feststehendes bezeichnet. Wobei die Forschung sich ja auch weiter entwickelt. Fixsterne beispielsweise sind gar nicht so fix, wie sie ursprünglich mal angesehen wurden, sondern teilweise recht fix unterwegs. Hier haben wir dann die zweite Bedeutung: schnell.

Die Zeit brachte es, dass ich mir einen neuen PC zulegen musste. Neben seinen alten Macken entwickelte mein Rechner immer neue Eigenheiten, und als er seine Kommunikationsfähigkeit spontan einbüßte, wurde der Schlussstrich gezogen. Ein neues Gerät wurde bestellt, eingebaut und ist mittlerweile einige Wochen in Betrieb. Seither langweile ich meine Umgebung mit der Begeisterung über den neuen Mitbewohner.

Ein Blick zurück: Kam ich früher abends nach Hause, ging mein erster Gang meist direkt an den Rechner (alt). Erstmal anschalten. Danach gab es dann ein leckeres Abendbrot und nebenher infomierte ich mich televisionär über das Weltgeschehen. Kam ich dann zum Rechner zurück, war der hochgefahren und zur Arbeit bereit. Diesen Algorithmus musste ich nach dem Neuerwerb umarbeiten. Jetzt schalte ich ihn erst an, wenn ich auch wirklich mit der Beschäftigung anfange. Die Zeit des bequemen Hinsetzens reicht aus, um die Zeit zwischen dem Anschalten und der anmeldenden Passwortabfrage zu überbrücken. Und dann gehts auch gleich los.

Dabei sei eine kleine Zwischenbemerkung erlaubt: Ich weiß nicht, was die vielen kritschen Stimmen, die mit der Oberfläche von Windows 10 ein Problem haben, eigentlich haben. So groß fand ich die Umstellung nicht (ich komme von Windows 7) und finde sehr viele Ähnlichkeiten. Bei den Einstellungsmöglichkeiten muss man manchmal etwa suchen, aber dafür gibt es eine Suchfunktion und bisher habe ich spätestens darüber alles gefunden. Zugegeben, auch das Startmenü ist etwas lang und damit unübersichtlich. Aber wenn man ein wenig mitdenkt und die Möglichkeiten des Systems nutzt, braucht man das Startmenü eigentlich recht selten.

Aber nicht nur das Starten des PCs geht fix, auch das Runterfahren ist gewöhnungsbedüftig zügig. Da mein Rechner am Schreibtisch und der Schreibtisch im Schlafzimmer steht, war es mit dem alten immer ganz praktisch, wenn man das Ausschalten mit dem Zubettgehen verband. Die Zeit, bis die Monitore wirklich deaktiviert wurden, reichte meist aus, um das Fenster zu schließen, den Wecker zu kontrollieren, das Rollo herabzulassen und die tönende Einschlafhilfe in Betrieb zu nehmen. Dann wurde noch die Bettdecke aufs Bett gelegt und ich mich zwischen diese und das Laken geschoben. Danach wurde es dunkel.

Jetzt reicht das „Restlicht“ der Monitore, nachdem ich auf Herunterfahren geklickt habe, gerade noch dazu, um den Schreibtischstuhl zu verlassen. Danach tapse ich dann durch die Finsternis, wenn nicht noch von irgendwo her ein Lichtschein die Gütigkeit hat, mich an den harten Bettkanten vorbeizuleiten. So hat der technische Fortschritt nicht nur Vorteile und greift doch immer wieder in den Lebensalgorithmus ein.

Gut so. Sonst wäre es ja auch langweilig.

Timing ist alles

Entschuldigt bitte, wenn ich Euch mal mit einer Trivialität belästige, aber ich war gerade beim Haareschneiden, so dass ich diese Geschichte nicht so bald meinem Frisör erzählen kann. So müsst ihr drunter leiden. 😉 Alles fing damit an, dass ich einen Sonnabend mit einem kleinen Wellness-Ausflug plante. Der Termin war gemacht und die Freude darauf meinerseits entsprechend groß, spürte ich doch aktuell eine kleine schmerzhafte Verspannung, die ich in gute Hände abgeben wollte. Der Plan war perfekt.

Naja, perfekt ist was anderes. Immerhin hatte die ganze Sache einen kleinen Haken: Am Sonnabend einen Wecker stellen zu müssen, wenn auch erst kurz vor neun, ist für einen Spätschläfer, der den ersten Tag des Wochenendes gern zum Ausschlafen nutzt, nicht so einfach. Aber der Grund heiligte die Strapaze und so startete der Tag mit etwas Sonne hinterm Fenster und einem gemütlichen Wannenbad. Das war doch so angenehm, dass die Zeit darüber recht schnell verging, immerhin wartete noch eine kleine Autofahrt auf mich, bevor die Hauptwellness ansetzte.

So war es dann rund um 12 Uhr, als ich das Ziel in das Navi-Programm meines Smartphones eingab. Ich kenne zwar die Route (wie sich später herausstellte, doch nicht so richtig), aber die errechnete Ankunftszeit zeigt doch immer gut an, ob ich mich eher beeilen muss oder doch ein wenig durch unsere schöne Landschaft cruisen kann. Dann vervollständigte ich die Bekleidung und verließ mit der Jacke in der einen Hand und zwei Beuteln Leergut in der anderen die Wohnung. Am Auto angekommen stellte ich dann fest, dass das Smartphone wahrscheinlich noch auf der Flurgarderobe lag … Na, so wichtig ist es ja nun auch nicht. Geht auch ohne.

Die Jacke kam auf die hintere Sitzbank, das Leergut in den Kofferraum. Der Rückweg sollte zum Einkaufen genutzt werden. Dann ging es los in Richtung Autobahn und dort war dann die Verwunderung groß. So voll habe ich die A20 hier in der Gegend noch nie gesehen. Offensichtlich war in den Urlaubshochburgen an der Ostsee gerade Bettenwechsel. Ich wusste mich zwar gut in der Zeit, aber es stand die Entscheidung an, ob ich eher ruhig auf der rechten Fahrspur vor mich hin fahre oder doch etwas zügiger auf der linken, immer bereit, den noch schnelleren Autos auszuweichen. Die zweite Variante schien mir die zeitlich sicherere, wusste ich ohne meine Navi-App ja nicht, wie gut ich in der Zeit lag.

So ging es zügig voran, immer die Augen auf dem umliegenden Verkehr gerichtet. Schert da einer aus, kommt von hinten ein PS-starker oder bremst eine lahme Ente die Überholspur aus. Man hat da richtig was zu tun. Es kam, wie es kommen musste: Schwups war die richtige Ausfahrt verpasst. Die nächste war aber nicht weit und so fuhr ich dann über eine urlaubsbedingt auch gut gefüllte Bundesstraße wieder zurück, bis ich den Parkplatz meiner Wahl relativ frühzeitig erreichte. 12:57 Uhr (die Zeit wird nochmal auftauchen) verließ ich das Auto und tauchte in die Wellnesswelt ein. Kurz überlegte ich, ob ich meine Jacke den letzten Weg mitnehme, entschloss mich aber, sie mit allem Inhalt – u.a. einem Handy – im Auto zu lassen.

Als ich mich einige Zeit später entspannt, entkrampft und gelassen meinem Auto näherte, ahnte ich noch nichts böses. Nur als ich die Tür öffnete, hörte ich gerade noch das Handy klingeln. Die Neugier ließ es mich aus der Jackentasche puhlen und leicht erschreckt aufs Display gucken. Die angezeigte Nummer hatte ich lange nicht mehr gesehen, aber ich kannte sie wohl. Es war kein Mensch, der mich anrief, sondern eine Maschine, die damit anzeigte, dass zwar kein GAU auf Arbeit passiert war, aber irgendwas kurz davor. Mit einer bestimmten Tastenkombination hätte man nähere Infos abrufen können, aber ich habe das schon so lange nicht mehr gemacht, dass ich diese nicht im Kopf hatte. Was ist da los? Eine SMS an eine Kollegin brachte auch keine Klärung, sie war wie ich  außerhalb jeden Wirkungsbereiches. Und ich hatte mein Smartphone nicht dabei, um den aktuellen Betriebsstatus etwas detaillierter erfahren zu können.

Der Blick aufs Handydisplay brachte noch etwas erschreckendes zu Tage: Der Störungsanruf war nicht der erste. Und auch nicht der zweite. Zu dem Zeitpunkt war es der 49. und es sollten noch einige folgen, bis ich auf Gutglück Tastenkombinationen ausprobierte und offensichtlich eine wirksame erwischte: Zumindest die Anrufe hörten auf. Dann machte ich mich auf den zügigen Heimweg. Nach ca. 10-15 Minuten Fahrt bekam ich immerhin die Information, dass zumindest nach außen hin alles so lief, wie es sollte. So stellte sich nur noch die Frage, was der Auslöser der Alarmanrufe war. Aber das konnte ich von zu Hause aus machen, dazu musste ich nicht in die Firma. Und dann kann immer noch entschieden werden, ob und was zu tun ist. Auch das geplante Einkaufen ließ sich guten Gewissens auf dem Heimweg noch erledigen.

Ein Vorgang, der eigentlich bis 13 Uhr laufen sollte, ging bereits um 12:57 Uhr (ich hatte gesagt, dass die Zeit nochmal kommt) in eine Art Leerlauf. Immerhin passierte noch so viel nichts, dass die Reserve nicht ansprang, aber es passierte eben nicht genug, um die Alarmauslösung zu verhindern. Etwa 30 Sekunden nach Beginn dieses Zustandes gingen die Alarm-E-Mails raus, aber ohne Smartphone kriegt man das nicht mit. Und weitere 30 Sekunden später folgten die Anrufe. Da hatte ich mein Auto und damit das Handy bereits verlassen und war noch auf dem Weg über eine Lobby, eine Treppe und einen Flur zum Ziel meines Wellnessausfluges, den ich – unwissend der Situation – in aller Ruhe genießen konnte. Bei meinen Handy ging zwar gerade die Welt unter, aber ich lag auf einer weißen Pritsche, warme Öle überflossen mich und heiße Steine sorgten für Entspannung.

Kvinnor har dock konsekvent kunnat använda priset eftersom det har använts i medicinska texter – i själva verket på 1960-talet – och forskningen konstaterar att män har ungefär 70 procent starkare erektil funktion än kvinnor.

Hätte ich mein Auto nur 30 Sekunden später verlassen oder meine Jacke mit hinein genommen, es wäre vorbei gewesen mit dem geruhsamen Sonnabendnachmittag. So verfestigt sich die Weisheit, dass es im Leben doch immer mal wieder auf ein gutes Timing ankommt. Man ist doch recht glücklich, wenn es stimmt. Falsches Timing ist doch blöd.

P.S.: Und jetzt schreibe ich noch eine böse Beschwerde-E-Mail an jemanden, der vielleicht nicht verantwortlich, aber doch involviert ist an den fehlenden 3 Minuten.

Zu früh abgeschossen

Mist, da war ich wohl etwas voreilig. Ich schreibe ja nicht nur im eigenen Blog, sondern kommentiere auch gelegentlich anderswo. Und wenn der Begriff nicht schon anderweitig und negativ besetzt wäre, würde ich sagen, ich trolle dabei auch gern ein bisschen.

Wenn Blogs Türen hätten, habe ich neulich eine mit großem Tamtam zugeschlagen. Und gerade jetzt findet dort eine Diskussion statt, an der ich mich gern beteiligt hätte, weil mir da bei einigen Äußerungen die Hutschnur geplatzt ist.

Aber wenn da eine junge(?) Frau schreibt, sie hätte so viel zu tun, dass sie sich Schlaf eigentlich nicht erlauben dürfte, gehört da eigentlich mit Karacho zwischen geschlagen.

Schneller als die Zeit

Jamie Oliver ist schon ein interessanter Koch. Man muss ja nicht alles, was er macht, gut finden, aber er hat das Kochfernsehen (und nicht nur das) durchaus bereichert, sei es die Sendungsform und natürlich auch die Rezepte. Auch in Deutschland ist er nicht unbekannt, im Moment ist es im wesentlichen der Sender sixx, der seine Sendungen präsentiert.

Womit wir auch schon beim Thema sind. Samstags wird derzeit die Sendung „Jamies 30 Minuten Menüs: Genial geplant – blitzschnell gekocht“ gezeigt, in der er in knapp 30 Minuten zwei bis vier Gerichte für mehrere Personen auf den Tisch bringt, eben ein kleines Menü. Schaut man sich die Sendung allerdings genauer an, stellt man schnell fest, dass Jamie Oliver nicht nur ein guter Koch ist, sondern auch die Physik, vermutlich die Relativitätstheorie, revolutioniert zu haben scheint.

Zählen wir mal zusammen: Die Sendung hat einen Vorspann, dann wird erklärt, was man alles in der Küche für das aktuelle Menü braucht. Natürlich endet die Sendung mit dem Abspann und der Präsentation des Ergebnis. Zusammen mit der 30-minütigen Zubereitungsphase ergibt sich die Länge der Sendung.

Schauen wir in eine Programmzeitschrift, sehen wir das Wunder: Samstags laufen 5 Folgen der Sendung ab 12 Uhr und enden um 14:10 Uhr. 2 Stunden, 10 Minuten, bzw. 130 Minuten für 5 Sendungen, das macht 26 Minuten pro Sendung, und dabei sind die Trailer und andere Einspieler zwischen den Sendungen, die es natürlich auch gibt, noch gar nicht berücksichtigt … 😉

Korrektur

Im letzten Artikel „Uhr-Placebo“ brachte ich zum Ausdruck, dass mich dieses Uhrumgestelle im Frühjahr und im Herbst überhaupt nicht stört. Im Gegenteil. Aus heutiger Sicht muss ich mich korrigieren.

Mir geht das Uhren umstellen doch auf den Geist. Mein Schlafrhythmus geht durcheinander, meine Konzentration lässt nach, kleinste äußere Einflüsse regen mich auf. Wobei das nicht ursächlich direkt an der Zeitumstellung liegt.

(weiter im Gernot-Hassknecht-Stil) ABER DIE ART UND WEISE, WIE VIELE ANDERE MEDIEN (privat wie öffentlich-rechtlich) DIESES NULLTHEMA ZUR KATASTROPHE HOCHSTERILISIEREN UND IN FORM EINER SELBST ERFÜLLENDEN PROPHEZEIUNG DEN LEUTEN IHRE PROBLEME EINREDEN GEHT MIR DOCH GEHÖRIG AUF DEN SACK!

Uhr-Placebo

Das große Thema im Moment in den Medien: Die Umstellung der Sommer- auf die Winterzeit. Selbst in diesem Blog wird darüber geschrieben! Der Hälfte der in diversen Umfragen Befragten ist das Umgestelle lästig. Eine Reihe von Menschen hat wohl sogar gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung.

Über unsere Ernährung hat mal jemand gesagt: „Das Ungesündeste an unserem Essen sind die schlechten Gedanken darüber.“ Soll heißen: Wenn einer genau weiß, dass ihm die Zeitumstellung auf den Geist geht, dann tut sie es auch. Ich sage mir aber: „Schön! Eine Stunde länger schlafen.“, und habe (zumindest) mit der herbstlichen Umstellung sowas von keine Probleme.

Liebe Zeitumstellungskritiker, bringt mal etwas „Laissez-faire“ in Euer Leben, genießt selbiges mehr, erfreut Euch am Kontrollverlust und denkt mal an die wirklich wichtigen Sachen, dann fragt ihr Euch sehr bald, warum das mit der Umstellung nicht jeden Monat gemacht wird. Ende der Durchsage.

P.S.: Vielleicht gibt’s auch einfach nur zu viele Uhren.

Shakespeares Wecker

Es war William – ich will mich jetzt nicht in die Diskussion einmischen, ob er seine Werke selber geschrieben hat oder, wie Mark Twain es einmal erwähnte, ein Autor gleichen Namens – Shakespeare, der seine Hauptfigur Julia in „Romeo und Julia“ so schön sagen ließ: „Es war die Nachtigall, und nicht die Lerche“. Wer diesen Passus kennt, der weiß, dass damit unterschiedliche nächtliche Zeiten gemeint sind, also eher der Abend oder doch der Morgen, ganz nach den Musizierzeiten der erwähnten Vögel.

So müssen seitdem Lerchen früh aufstehen, während Nachtigallen oder auch Eulen für die späteren Stunden des Tages zuständig sind. Mit diesen Begrifflichkeiten werden heutzutage auch gern Menschen in zwei Klassen unterteilt, denn ohne diese Schubladen scheint es ja auch gar nicht zu gehen. Zum einen gibt es die positiv besetzten weil früh aufstehenden Lerchen, die die Gesellschaft mit ihren Maßgaben prägen und alle spät aufstehenden Eulen ihre moralische Überlegenheit immer wieder gern aufs Brot schmieren.

Wobei ich hier die Formulierung „spät aufstehende“ der besonderen Beachtung anheim stelle. Sie beschreibt die Situation entschieden besser als die gern genutzte Alternative „lang schlafende“, schlafen Eulentypen eben nicht länger, sondern nur später. Denn ist es nicht so, dass viele Frühaufsteher abends zu einer Zeit, wo die Spätaufsteher zur zweiten Hochform auflaufen, erschöpft und müde in den Seilen hängen?

Auch die Wissenschaft hat sich diesem Thema angenommen. Danach ist der „Normalschläfer“ derjenige, der ca. von Mitternacht bis 8 Uhr schläft. Früher sind die Lerchen, später die Eulen. Außerdem, wie hier zu lesen ist, gehören die meisten Menschen von Natur aus – es liegt in ihren Genen – zu den gemäßigten Eulen. Das sei so manchem militanten Frühaufsteher mal ins Stammbuch geschrieben.

Zweimal im Jahr kommt das ganze System sowieso durcheinander: am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober bei der Zeitumstellung. Ein Akt, der für manche Menschen nicht hoch genug bewertet werden kann. Sogar eine Krankenkasse setzt sich mit dem Thema auseinander:

Eulen- oder Lerchentyp? Zeitumstellung macht vielen zu schaffen

Schwerin, 21. März 2012. Am Sonntag ist es wieder soweit: Die Sommerzeit beginnt und die Uhren werden um eine Stunde – von zwei auf drei Uhr – vorgestellt. Laut Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern macht die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit vielen Menschen zu schaffen.

„Besonders leidet der sogenannte Eulentyp darunter“, sagt Prof. Dr. Horst-Werner Korf vom Dr. Senckenbergischen Chronomedizinischen Institut in Frankfurt. Eulen seien Menschen, die morgens gern lange schlafen und abends lange aufbleiben. Lerchentypen hingegen mache die Zeitumstellung eher nichts aus. Sie seien es gewöhnt, früh aufzustehen und früh ins Bett zu gehen. „Da wir in einer Lerchengesellschaft leben – Schulunterricht, Vorlesungen und die Arbeit beginnen meist sehr früh – leiden Eulen schon unter normalen Umständen unter einem Schlafdefizit. Die Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit verschärft ihre Situation noch zusätzlich“, sagt Korf.

Der Chronotyp eines Menschen ändere sich mehrmals im Leben. „Babys werden meist als Lerchen geboren – ‚Eulen‘-Eltern können ein Lied davon singen.“ In der Pubertät wandelten sich viele Menschen hin zum Eulentyp, um dann im Alter wieder zur Lerche zurückzukehren. „Wissenschaftlich ist das aber noch nicht weit genug erforscht“, erklärt Korf.

Eulen-Menschen leiden nach der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit häufig unter Einschlafschwierigkeiten, Konzentrationsschwäche, Appetitlosigkeit und depressiven Verstimmungen. Um die Auswirkungen des „Mini-Jetlags“ abzuschwächen, empfiehlt die TK, bereits einige Tage vor der Umstellung früher ins Bett zu gehen und auch die Mahlzeiten früher als sonst einzunehmen. Wer normalerweise einen Mittagsschlaf macht, sollte nach der Zeitumstellung etwa eine Woche darauf verzichten, um nachts besser einschlafen zu können. Außerdem kann es helfen, sich tagsüber verstärkt Sonnenlicht auszusetzen. Denn durch Aktivität bei Tageslicht, wird abends vermehrt das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet, berichtet die TK.

In der Regel stellt sich der menschliche Organismus nach maximal sieben Tagen auf die Zeitumstellung ein.

Man soll ja nicht immer von sich auf andere schließen, auch wenn es ein Umkehrschluss ist. Aber ich halte die meisten Schlafstörungen auf Grund der Zeitumstellung für selbsterfüllende Prophezeiungen. Wenn der Betroffene genau weiß, dass er deswegen schlecht einschläft, wird das auch genau so kommen und ihn in seiner Meinung bestärken. Das ganze ist gewissermaßen ein Placeboeffekt.

Einfach laufen lassen, wenig Gedanken machen. Die Zeit fließt auch ohne uns dahin. Mehr Gelassenheit und in der Hektik nicht vergessen, alle Uhren umzustellen. Das hilft übrigens recht gut: Irgendwann Samstagabend drehe ich die Uhren, die ich stellen muss, eine Stunde vor, so bin ich gefühlt schon in der neuen Zeitzone, wenn ich zu Bett gehe und alles ist gut.

Sommerzeit

Die Sommerzeit hat angefangen. Über Sinn und Unsinn wurde ja im Vorfeld viel in den Medien berichtet. Ich wäre für eine ständige Sommerzeit, aber ich bin Spätmensch, da kommt mir der längere Abend zugute.

Habt Ihr denn auch Eure Uhren alle richtig verstellt? Meine Wohnzimmeruhr steht jetzt in der Küche, die Küchenuhr im Bad, der Wecker auf dem Balkon und die Armbanduhr hängt am Fußgelenk …