Solche freien Tage bieten doch immer die Möglichkeit, ins Freie zu kommen. Die Suche nach einem lange nicht mehr besuchten Aussichtspunkt, sein sehr spätes Finden sowie seine Überfülltheit dank Herrentag brachte mich auf diversen Umwegen an den Landgraben. Nicht genau wissend, ob es nun noch Mecklenburg oder schon Vorpommern ist, habe ich trotzdem ein paar schöne Bilder gemacht.

Eins davon ist ein kleines Suchbild. Wo ist mein Auto?

Suchbild

Die weiteren Bilder gibt es in der Galerie. Leider hatte ich nur meinen kleinen (Fotoapparat) mit. Manchmal bin ich doch über die Bilder, die er macht, positiv erstaunt.

Mittlerweile hat er wieder begonnen, der Wahlkampf um die besten Plätze im Mecklenburg-Vorpommerschen Landtag. Die ersten Politiker hängen schon an den Laternen. Bis zum 4. September werden es immer mehr werden, das zeigt zumindest die Geschichte. Was soll’s?

Wobei: Das genau ist die Frage: Was soll das? Welcher Kreativling kam eigentlich auf die Idee, dass das Aufhängen von Politikern an Straßenlaternen etwas bringt? Und welche gleichgesinnte sind mit der Umsetzung dieser Idee betraut? Beide gehören, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, eigentlich mit Papierbogen und Ato-Feder erschossen.

Diese Plakate hängen an Straßenlaternen, primäre Zielgruppe scheinen Autofahrer zu sein. Diese sehen so einen Aufhänger nur den Bruchteil einer Sekunde und sollen (teilweise) den Kopf des Delinquenten, die Parteiabkürzung und bis zu geschätzten 20 Worten erfassen! Achja, und nebenbei soll er auch noch auf den Straßenverkehr achten.

Das ideale Laternenplakat ist also eher schlicht im Content: Kopf, Partei, ein Schlagwort, vielleicht zwei. Nur: Welche Aussagekraft hat sowas dann? Sollte nicht besser nach Inhalt, Arbeit und Programm gewählt werden denn nach Köpfen, zumal die meisten rumhängenden für nichts stehen?

Klingt irgendwie wie die Quadratur des Kreises. Blöde Grundidee, miserable Ausführung, die ihre Ursache aber in der Grundidee hat. Ich bin dafür, dass die Kosten für die Laternenwerbung den Parteien nicht aus dem Staatshaushalt erstattet oder zumindest ins Schwarzbuch für Steuersünden aufgenommen werden.

Der 13. Juli 2010 war mal wieder ein Tag der Wahrheit für die Radioschaffenden im Land und bundesweit. Die Daten der Mediaanalyse (Währung und Bauchpinsel der werbungstreibenden – aber nicht nur – Radioprogramme) für das Frühjahr 2010 wurden veröffentlicht. Ein kleiner Pluspunkt vorweg: Es wird wieder immer mehr Radio gehört, eine Tendenz, die sich schon bei den letzten 2 oder 3 MAs abzeichnete.

Wenn man die darauf folgenden Pressemitteilungen der Sender verfolgt, haben meist alle gewonnen. Jeder sucht sich aus dem Zahlenberg das heraus, wo er am besten dasteht. Witzig fand ich diese Spielereien vor etwa einem halben Jahr (MA 2010 I) in Mecklenburg-Vorpommern, als sowohl NDR 1 Radio MV als auch die Ostseewelle den Spitzenplatz für sich in Anspruch nahmen. Während sich der öffentlich-rechtliche Sender mit den meisten Hörern feierte, glänzte der private mit den höheren Hörerzahlen im Land. Und beide hatten recht. Die Schweriner hatten wirklich mehr Hörer, wenn man als Vergleichsbasis auch die Hörer außerhalb unseres Landes mitzählt. Dort wurde aber der Rostocker Sender so gut wie gar nicht gehört. Im Lande selbst schalteten ihn aber mehr Hörer ein. Manchmal kommt es eben doch auf die Formulierung an.

Nur beim Sorgenkind der hiesigen Radiomedienlandschaft sah und sieht es nicht gut aus. Egal, welche Zahlen man sich aus dem Berg griff (Tagesmarktanteil, verschiedene Zielgruppen, Hörer gestern, …), es wollte kein Spitzenplatz dabei herauskommen. Im Gegenteil. Der erste private Radiosender im Land, der seinerzeit mit „Alt wie ein Baum“ von den Puhdys bedeutungsschwanger startete, kämpft gegen den Abstieg. Gerüchten zufolge wird in Plate massiv Personal abgebaut. Die Marktanteile purzeln abwärts.

Aber mit Antenne MV geht es schon seit Jahren bergab, nun scheint der Absturz Fahrt aufzunehmen. Vielleicht müssten sie sich komplett und mit Mut neu erfinden. Nur: Was braucht das Land? Ein anspruchsvolles Informations- und Unterhaltungsprogramm gibt es schon, ein flachdudelndes Musikunterhaltungsprogramm auch. So haben wir also Supermarkt und Discounter. Dazwischen gibt es nichts, außer vielleicht Fachgeschäfte, die aber meist nur gerade so überleben. Für Information und Kultur ist der Markt aber schon gesättigt. Der Ferien-/Urlaubssender im Land ist auch schon einmal insolvent gewesen, das Konzept scheint also wenig ertragreich. Da ist der Stein der Weisen noch nicht gefunden.

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Neues Auto mit CD-Radio, Hörbuchfan mit kleiner Sammlung, Fan der hiesigen Landschaft – alles das bin und habe ich. Warum eigentlich nicht alles miteinander verbinden und sich ein paar schöne Urlaubstage damit machen?!

Ein kleiner Urlaub steht vor der Tür, das 21-CD-Set „Homer – Die Odyssee“ liegt auch bereit, gelesen vom genialen Dieter Mann. Was nun noch fehlt ist eine kleine Tabelle von Zielen in der Region, die ca. 20, 40 oder 60 Autominuten von Neubrandenburg entfernt sind, eben so lange, wie ein, zwei oder 3 Kapitel der Odyssee lang sind.

Wem da noch was einfällt, kann da gern noch Anregungen geben.