Anonym, pseudonym, androgyn, nichlangzyn

Facebook und die Klarnamenpflicht. Ein kontroverses Streitthema. Dieser Tage hat sich das soziale Netzwerk gegen die Datenschützer durchgesetzt und besteht auf der Klarnamenpflicht. Datenschützer wünschen sich die Möglichkeit, dass sich Nutzer auch unter Pseudonym anmelden können.

Ganz ehrlich: Ich verstehe beide Seiten und sehe bei dem Problem eher einen gordischen Knoten als die Idee, dass eine Seite das richtige fordert. Das macht mich nun auch nicht fertig, aber man kann sich doch schon mal Gedanken darüber machen.

Unter dem Aspekt, was Facebook mit den ganzen gesammelten Daten anstellt,  scheinen Pseudonyme unter Umständen sinnvoll. Vielleicht sollte ich mir die Argumente der Datenschützer mal reinziehen, denn der eben formulierte Ansatz kann eigentlich kein Grund für ihre Bestrebungen sein. Selbst bei unter Pseudonym angemeldeten Nutzern weiß FB früher oder später, wer sich dahinter verbirgt.

Die Klarnamenpflicht finde ich aber auch sinnvoll, wenn sie wirklich durchgesetzt wird und für alle gilt. Der § 5(2) GG. sagt in Ergänzung zum Absatz 1 u.a. aus, dass jeder für seine frei geäußerte Meinung auch einstehen sollte. Gerade in Fällen, die eben keine Meinungsäußerung sind, sondern zivilrechtlich interessant werden, gilt es, dafür dann auch zu haften.

Die ziehen das wirklich durch

Die Leute von Facebook ziehen das wirklich durch. Auslöser war das.

Nun sollte also das Nutzerprofil zu einer Seite und dann mit der vorhandenen vermischt werden. So war der Plan. Und die Frage, die im Kopf rumgeisterte, war: Gibt es Facebook-Zugänge, die ohne persönliches Profil direkt eine Seite administrieren können. Die Frage darf als beantwortet betrachtet werden: Es gibt sie nicht.

Irgendwann im Umwandelprozess kommt die Frage, welches persönliche Profil denn der Administrator werden soll. Aber hier genau beißt sich die Katze wieder in den Schwanz. Die Seite hat mit den eventuell vorhandenen persönlichen Profilen der möglichen Bearbeiter nichts, aber auch gar nichts zu tun. Unterstellen wir also mal, dass sich auch kein Mitarbeiter bereit erklären würde, sein persönliches(!) Nutzerprofil für dienstliche(!) Angelegenheiten zu nutzen.

Wie machen das eigentlich andere Institutionen? Legen sich da verantwortliche Mitarbeiter einen institutionellen Zweitaccount an, um die Institutionsfacebookseite zu pflegen? Oder läuft das auch über deren Privataccounts?

Und ein Gedanke noch: Vorsicht, liebe Facebooknutzer, die keinen richtigen Namen als Usernamen haben: Es kann nicht mehr lange dauern, und ihr seid raus.

Facebook, du bist doof (oder blöd)

Eigentlich sollten die Facebookler doch froh sein. Da drängt man als Organisation in das soziale Netzwerk und dann stellen die sich quer. So plötzlich. Nach Jahren …

Seit einiger Zeit ist betreue ich beruflich eine Facebookseite. Da man (zumindest seinerzeit bei der Einrichtung) dafür auch einen Nutzeraccount benötigt, legte ich den für die gleiche Organisation an. Nutzen wollten wir ihn eigentlich nicht. Nur eben als Zugang zur Seite. Die Praxis ergab, dass wir ihn doch nutzen, aber den Schwerpunkt nach wie vor auf die Seite legten. Es war einfach praktischer, auch den Account (=Profil im Facebook-Deutsch) zu nutzen.

Und dann nun das: facebook

Ihr seid so schlau, ihr blöden Facebookler. Wie soll die vorhandene Facebook-Seite der Organisation gepflegt werden, wenn ihr den Zugang dazu sperrt? Oder kann man sich mittlerweile mit dem Facebook-Seiten-Namen auch anmelden? Vermutlich nicht. Natürlich könnte man die Seite auch von einem privaten Facebook-Profil aus pflegen. Aber das ist so nicht vorgesehen.

Es stellt sich also die Frage, wie da jetzt der offizielle Weg ist. Wie kann man eine Facebook-Seite pflegen, ohne über private Nutzer-Profile darauf Zugriff zu erlangen? Ihr von Facebook seid doch so schlau, sagt mal was dazu!

Das bessere Facebook

Der Newsfeed in meinem Facebook-Account geht mir seit einiger Zeit gehörig auf die Nerven. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nur an den Gewohnheiten meiner „Freunde“ liegt. Die Gruppen sind überladen, die Seiten gehen, die Werbung nervt auch …

Eigentlich braucht man doch nur die Chatfunktion wirklich. Schön, dass sie auch – befreit von allem Ballast – unter www.messenger.com erreichbar ist. Was Facebook betrifft, mittlerweile meine Lieblingsseite …

Dokumentiertes Nichts

Manchmal hat man Zukunftsängste. Die sind meist eher persönlich begründet: Job, Gesundheit, Beziehung … Aber manchmal wird die Zukunftsangst auch etwas globaler, vor allem, wenn man sich Gedanken über nachfolgende Generationen macht.

Ein Zitat aus einer Timeline bei Facebook (alles Original, nichts weggelassen – außer der Name – nichts hinzugefügt):

warum sind Leute die Mann sehr lieb hat immer so böse zu einen wenn Mann? Z.B 🙁

Es folgt eine mitfühlende Antwort:

was los ??

Worauf der Ursprungsverfasser antwortet:

egal, weil wurde die nacht bestimmt 10mal angerufen weil ich mein fahne bei chris hatte weist und ich müde war und ich nicht um 23Uhr die Fahne hol weist deswegen

Der Name ist geändert, aber in Anlehnung an die Originalorthografie geschrieben.

Augenscheinlich ging nicht nur mir das mit dem Verständnis so.

alos Michael dich muss man nicht verstehen grade wegen dein ticker;!!!

Manchmal habe ich Angst um die Zukunft.

Viereckig, praktisch, vielseitig, gut(?)

Smartphones sind schon eine feine Sache. Die kleinen Alleskönner (außer Kaffee kochen) zeigen Wetter- und Kontostände an, informieren über Neuig- und Nichtigkeiten, bestellen Pizza und MP3s, rufen den ADAC oder auch himmlischen Beistand, übersetzen, navigieren, kommunizieren und vibrieren, was das Zeug hergibt. Auch außerhalb des telefonischen Kontakts bleibt man mit Freunden verbunden, soziale Netzwerke und Messengerdienste machen es möglich.

Mein Smartphone ist schon etwas älter, irgendwo verrät eine vermutlich schon leicht angegilbte Rechnung sein Alter. Aber es stört mich nicht. Es tut seinen Dienst, der Akku schwächelt auch noch nicht, obwohl (oder auch weil) ich es ständig in Betrieb halte. Twitter, Facebook, Google+, E-Mail, Solitär, Adressbuch, Kochrezepte, Paketüberwachung, Navigation – das und mehr nutze ich regelmäßig.

Die neuste Version des Betriebssystems habe ich nicht drauf. Aber für das Gerät gibt es wohl auch keine neuere. Aber vielleicht will ich auch keine neue Version. Weil: Ein Manko hat das Gerät dann doch: Der Speicherplatz. Und wenn die neuen Betriebssysteme mehr Platz als das alte brauchen, was ja meist der Fall ist, wird mein Unwillen auch nicht besser.

Die Apps, mit denen ich o. g. Dienste nutze, zeigen die Tendenz auch schon. Länger. Ich verstehe ja, wenn die Anbieter immer wieder mehr Funktionen einbauen, aber das frisst dann auch jedes Mal Speicherplatz. Und ohne ein Mindestmaß an freiem Speicher arbeitet kein Smartphone. Außerdem gibt es nicht nur Apps, sondern auch „Systemprogramme“. Das sind zwar irgendwie auch nur Apps, im Gegensatz zu diesen lassen sie sich aber nicht wieder vollständig deinstallieren. Nur die Updates gehen weg, dann verlangt sie das Smartphone aber beständig zurück.

Sicher: Die Apps können immer mehr, aber sie verbrauchen auch immer mehr Platz. So ist es an mir, nach jedem Update eines Speicherfressers, der ihn noch größer gemacht hat, unwichtige Programme so weit es geht zu deinstallieren. Kleinere, aber auch schon ein paar Dickschiffe sind diesem Zwang schon zum Opfer gefallen: BarcodeScanner, Goggle, Angry Bird, Bahn, … Die Liste ist lang. Aber auch die sozialen Netzwerke sind jetzt dran: Xing ist schon länger auf Minimum geschrumpft (SystemApp), Waze flog auch raus, danach Google+. Ich weiß nicht mehr, wie groß die erste Facebook-App war, als sie das erste Mal fehlerfrei lief. Beim letzten Update dieser Tage warnte das Smartphone mal wieder zu geringen Speicher an, was jetzt auch dieses Netzwerk von ihm entfernte (nicht ganz, da SystemApp). Einzig Twitter ist noch geblieben.

Vermutlich sollte ich mir langsam ernsthaft Gedanken darüber machen, ein neues Smartphone zu erwerben. Da sehe ich aber auf Grund der ansonsten fehlerfreien Funktionabilität nicht ein. Was blasen die App-Anbieter ihre Programme auch immer so weit auf? Und gerade die großen können nicht auf SD-Karte teilweise ausgelagert werden. So bin ich sozial nur noch vom Rechner aus vernetzt. Geht auch. Man soll ja sowieso besser unter Leute gehen als nur mit ihnen zu chatten.

Falsche „Freunde“

Manchmal bin ich doch recht verwundert darüber, was der eine oder andere „Freund“ so alles bei Facebook reinschreibt. Als ob es kein morgen gäbe. Und die Zeiten der „No Future“-Bewegung ist doch seit den 1980er Jahren vorbei. Vielleicht sollte mal jemand ein browserübergreifendes PlugIn für dieses (und andere) Soziale Netzwerk schreiben, dass den „Senden“- oder „Antworten“-Button mit der Anzeige ergänzt, dass diese Daten den Rest des Lebens im Netz stehen werden. Löschen unmöglich.

In einem leicht boulevardesken Artikel über das Thema Maximilian Schrems, einem Wiener Studenten, der die über ihn gespeicherten Daten von Facebook anforderte, sind einige hochinteressanten Gedanken vereinigt, leider scheint der Artikel online nicht verfügbar. Vom gleichen Autor gibt es aber einen anderen, ebenfalls sehr interessanten Artikel im Netz, der durchaus mal der Lektüre wert ist.Ein paar Links sind auch in dem Artikel, zum Beispiel, wie man seine Daten von Facebook erhalten kann. Dort ist man aber wohl zur Zeit ob der Nachfrage etwas überlastet …

„Ich habe nichts zu verbergen“, mag der eine oder andere denken, der sich über die Speicherwut sozialer Netzwerke nicht aufregen möchte. Das mag sein, aber nicht umsonst heißt es bei Verhaftungen in (amerikanischen) Filmen immer so schön: „Sie haben das Recht zu schweigen. Alles was Sie sagen, kann und wird vor Gericht gegen Sie verwendet werden.“ Das gilt nicht nur vor Gericht, sondern auch für Daten im wahren Leben (kurz RL = Reallife), sie können alle auch gegen einen verwendet werden. Ich möchte nicht wissen, wieviele Leute sich durch unbedachte und längst vergessene Äußerungen/Abbildungen im Internet ihre Zukunft schon verbaut haben.

Was man gelegentlich mal machen sollte: sich bei den sozialen Netzwerken durch die Privatsphären-Einstellungen durchklicken und genau überlegen, ob dort jeder Haken und jede Option so gesetzt sind, wie man sich das vorstellt. Das sollte man regelmäßig machen, vor allem dann, wenn die Netzwerke Neuheiten ankündigen oder eingeführt haben. Damit ändern sich manchmal nicht nur die AGB, sondern auch die Privatsphäreneinstellungen von ganz allein …

Der Link: Eigene Daten anfordern